Bad Homburg vor der Höhe

  • Dass die Fassaden vorgeblendet werden, finde ich gar nicht so verkehrt; zumindest sieht es auf der Grafik ganz passabel aus. Zum einen scheint ja sogar mehr als nur die bloße Fassade vor der Bestandsbau zu kommen, und zum anderen befindet sich hinter der Fassade ja nicht - wie in Braunschweig oder Potsdam oder auch Frankfurt - etwas ganz anderes, als die Fassade vorgaukelt - sondern tatsächlich ein Kurhaus. Eventuell könnte man ja in späteren Jahren das Innere umbauen, idealerweise sogar Innenräume rekonstruieren, alos das alte Kurhaus "von außen nach innen" bauen.


    Aber: Schräggestellte Seitenfassaden gehen gar nicht! Bitte nicht noch eine dieser verfälschten Rekonstruktionen.

  • Der Gegenvorschlag von Kirsten Baum ist ja zum :kotz: Was sollen denn bitte diese furchtbaren Glaskuppeln?!? Das sieht ja komplett unproportioniert und angsteinflößend aus.


    Die Fassadenrekonstruktion des Altbaus wäre toll. Aber die schrägen Seitenflügel sind schon etwas eigenartig. Das haut ja auch die ganzen Proportionen der Fassade zusammen, bei so veränderten Winkeln wirkt ja das alles ganz anders. Aber ich denke, das würde zu einer enormen Aufwertung des Platzes führen, der ja jetzt wirklich nicht besonders gut aussieht. Praktischerweise ist es ja auch die wesentlich hässlichere Seite des Kurhauses, die ersetzt wird.

  • Es ist doch vorhersehbar, dass das linke Regionalblatt irgendwo in der Kiste kramt, nur um gegen diese Rekonstruktionspläne mit irgendwelchen überflüssigen Ideen anzustänkern.


    Zur Schrägstellung der Seitenflügel: Stört mich gar nicht. Zwar wäre das nicht originalgetreu, insofern natürlich stets etwas problematisch, aber wenn das der nötige Kompromiss ist, um das Projekt finanziell stemmen zu können, wäre es für mich hinnehmbar. Zudem erweitern sie das Platzgefüge, machen den Raum großzügiger, was einen positiven Effekt hat. Schräge Seitenflügel sind außerdem kein modernes Unikat, man findet sie beispielsweise beim Schloss Karlsruhe.

  • Ganz meine Meinung. Und in 100 Jahren gehören diese schrägen Seitenflügel ganz selbstverständlich zur Historie des Gebäudes. Besser so eine Fassadenrekonstruktion, als gar keine.



    Quote

    (...) Andererseits übt sie scharfe Kritik an dem Vorschlag, den die
    Aktionsgemeinschaft Bad Homburg von Architekt Nikos Vliamos hat
    erstellen lassen und der die Errichtung einer historischen Fassade vor
    der aktuellen Front vorsieht. (...)

    So so, scharfe Kritik. Wieso meinen Architekten eigentlich immer, ihre Meinung sei wichtiger/mehr wert als die der übrigen Bevölkerung? Das erscheint reichlich überheblich. In Wahrheit möchte diese Frau Baum doch nur ihren eigenen Entwurf umgesetzt wissen. Da muss sie naturgemäß alle anderen Ideen tadeln. Ganz willkommen ist da immer diese dumme Licht & Schatten Argumentation.



    Die Fassadenrekonstruktion wird als zu teuer verurteilt ....



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    (...) Die Louisenstraße solle eine unterirdische Fahrbahn für Busse und Taxen
    erhalten. Begründung: „So kann kein Autoverkehr mehr einen
    Einkaufsbummel stören. (...)

    Ja klar. So ein Tunnel für Busse und Taxen ist natürlich kostenlos. Fragt sich nur, welche Lösung am Ende wirklich günstiger wäre.


    Zitatquelle

  • Im beigefügten Link kann man in der Bilderstrecke vorbildlich sanierte Altbauten in Bad Homburg begutachten, die vom örtlichen Kur- und Verkehrsverein ausgezeichnet wurden.


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    Es folgte das Haus von Peter Löw und Dr. Stephan Wetzel in der Louisenstraße 99, Ecke Kisseleffstraße. Jenes Gebäude verfügt mittlerweile wieder über zwei gusseiserne Balkons, einer wurde rekonstruiert und auch die Stuckdecken wurden während der Renovierung freigelegt. Einen Balkon, ebenfalls aus Gusseisen, gibt es auch in der Kaiser-Friedrich-Promenade 87 zu bewundern. Die Auszeichnung sowie einen Blumenstrauß nahm Bettina Schnabel entgegen. Sie hatte auch die zuständige Architektin und eine Vertreterin des Handwerksbetriebes von der Thüringer Seenplatte mitgebracht, die den gesamten Balkon demontiert und in der heimischen Werkstatt fehlende Teile rekonstruiert und nachgegossen hatte.


    Eine Zierde für die Stadt

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

    Edited once, last by Löbenichter ().

  • Nachrichten von der anderen Seite des Wurmlochs.


    Das ehemalige Kaiserliche Postamt in der Louisenstraße N°65 hat im 2. Weltkrieg sein hübsches Dach inkl. der dem Traufgesims aufsitzenden Uhr eingebüßt und steht seit über 70 Jahren skalpiert an der schönen Straße.



    Bildquelle: Wikipedia, Urheber 'Karsten Ratzke', gemeinfrei


    So könnte/sollte das Gebäude dann wieder aussehen, denn gemäß dieser Auftragsbeschreibung sollte das Dach bis 2016 nach historischem Vorbild wiederhergestellt werden.
    Kann das rein zufällig jemand hier bestätigen?


    P.S.: Das Thema ''Rekonstruktion des Kurhauses' hat sich offenbar leider erledigt?

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Das wäre ja wunderbar. Ich bin schon einige Male an dem Bau vorbeigekommen und habe mich an der perfekt erhaltenen Fassade erfreut, aber dass da noch "richtig was drauf" war, darauf war ich ehrlich gesagt noch gar nicht gekommen.

  • Wie alle Jahre hat der Kur- und Verkehrsverein besonders vorbildlich sanierte Altbauten ausgezeichnet. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.


    Quote

    Hans Peter Peters wurde vom Kur- und Verkehrsverein für seine „vorbildlichen Bemühungen um die Renovierung der denkmalgeschützten Villa im Viktoriaweg 12“ ausgezeichnet. Am Rande des Jubiläumsparks erinnere sie „an die langjährige Tradition Bad Homburgs als Kurstadt“, lobt KVV-Chef Herder. In der Tat haben sich die 18 Monate dauernden Renovierungs- und Sanierungsarbeiten – „wir haben das Haus von Grund auf saniert, und da war wirklich eine Menge zu tun“, sagt Peters – gelohnt: Das Haus ist ein echter Blickfang, wirkt märchenhaft-malerisch. Woran laut Peters durchaus auch die „durch und durch positive Begleitung des Projekts mit den Denkmalschutzbehörden“ beigetragen hat. „Die haben uns toll unterstützt“, lobt Peters. Dass das Ergebnis jetzt vom KVV so gewürdigt wird, freut Peters „wirklich sehr“.


    Bad Homburgs schönste Fassaden

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • So könnte/sollte das Gebäude dann wieder aussehen, denn gemäß dieser Auftragsbeschreibung sollte das Dach bis 2016 nach historischem Vorbild wiederhergestellt werden.


    Mit dem Beginn der Arbeiten hat es auch die lokale Presse aufgegriffen:

    Quote

    Das 1893 errichtete Schmuckstück ist bereits komplett eingerüstet, demnächst soll oben auf das Gerüst noch ein Aludach gesetzt werden. „So können die Arbeiten am eigentlichen Dach im Trockenen erledigt werden“, erklärt Dachdeckermeister Löw. Zu tun ist einiges: Zunächst kommt das alte Dach (Schindeln und Gebälk) runter, anschließend muss der obere Teil der Fassade saniert werden. Später wird das alte Walmdach mittels einer Stahl- und Holzkonstruktion errichtet. Dach und Dachstuhl waren 1945 einem Feuer zum Opfer gefallen, das durch Bombeneinschläge in den beiden Nachbarhäusern ausgelöst worden war. Das Walmdach erhält dann noch eine Balustrade – die gab es 1893 zwar noch nicht, aber Löw liegen nicht minder alte Ansichten vor, die das Kaiserliche Postamt mit Balustrade zeigen. [...]

    Alte Post erhält ihr ursprüngliches Dach zurück - Taunus-Zeitung

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Anbei noch ein aktueller Artikel zur Rekonstruktion des kaiserlichen Postamtes.


    Quote

    Punktgenau soll saniert werden. Wenn es um die Rekonstruktion des ehemaligen Postamtes von Bad Homburg geht, kennt Antonia Löw kein Pardon. Der originale Schriftzug wird nach Fertigstellung wieder die Fassade der Louisenstraße 65 schmücken: „Kaiserliches Postamt.“


    Alte Post in neuem Glanz

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Das Schöne ist ja: Der Nachfolgebau des alten Postamts wurde jüngst abgerissen: http://www.taunus-zeitung.de/l…-sie-weg;art48711,2597233


    Ein paar Bilder von vor dem Abriss dort: https://rail.cc/de/bad-homburg…uptpost-bad-homburg/l1927


    Wenn nur immer das Schöne überlebte und das Hässliche verschwände. Wie allerdings die Nachfolgebebauung aussieht, ist die nächste Frage.

  • Gute Nachrichten bezüglich der seit langer Zeit leerstehenden und verfallenden Villa 'Am Hohlebrunnen N°2':


    "[...] Dass das Gebäude mit dieser wechselvollen Geschichte wieder bewohnt wird, ist dem Bad Homburger Corucho auch persönlich ein Anliegen. Die Bausubstanz sei schlecht; er glaube nicht, dass sich die Sanierung für ihn wirtschaftlich rechne. „Es ist ein Liebhaberstück“, erklärt er. Er kann sich vorstellen, dass sich im Erdgeschoss eine Praxis niederlässt; oben sollen Wohnungen entstehen. Die Garagen hinter dem Haus werden abgerissen; dort soll es eine großzügige Terrasse geben. Der Garten soll erhalten bleiben.
    Die BauWerte GmbH saniert seit 30 Jahren Gebäude rund um Frankfurt. 2017 gewann Corucho den Fassadenwettbewerb des Bad Homburger Kur- und Verkehrsvereins für die Sanierung eines ebenfalls älteren Wohnhauses in der Elisabethenstraße 33."


    Renaissance einer Villa - Taunus Zeitung (FNP)



    Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Karsten Ratzke', gemeinfrei

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