Verlust von Schlössern auf dem Gebiet der ehem. DDR

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    • "Miwori" schrieb:

      In Dresden wurde das Prohliser Schloß 1985 weggerissen,
      ein prächtiges Neorenaissance-Schlößchen derer von Kap-herr,
      denen auch das Schloß Dresden-Lockwitz gehörte und das prächtige Palais Kap-herr in Dresden in der Parkstraße, das 1945 ausbrannte und 1952 gesprengt wurde.

      http://www.prohlis-online.de/heimatverein/daten/inhalt6-6.htm\r
      www.prohlis-online.de/heimatvere ... alt6-6.htm


      Bin der Sache noch mal auf den Grund gegangen. Anders als bei anderen Schlössern scheint bei diesem die Motivation der Zerstörung nicht der Hass auf die herrschende Klasse gewesen zu sein.

      Hier ein paar Bilder:

      http://www.bildindex.de/bilder/MI09570d10b.jpg\r
      www.bildindex.de/bilder/MI09570d10b.jpg

      http://www.kirche-prohlis.de/bilder/bau/schloss-abr-1.jpg\r
      www.kirche-prohlis.de/bilder/bau ... -abr-1.jpg
      http://www.kirche-prohlis.de/bilder/bau/schloss-m-pf.jpg\r
      www.kirche-prohlis.de/bilder/bau ... s-m-pf.jpg

      Zur Geschichte steht auch hier noch etwas:
      dresdner-stadtteile.de/Sudost/…hlis/schloss_prohlis.html

      Es ist eine Schande!
    • Zu den häßlichen Meldungen der letzten Woche kann ich noch einen Beitrag hinzufügen:

      Ein Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten meinte, dass "die Deutschen ihre Grundstücke billig verscherbeln."


      maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10680540/61299/

      Ich hatte auf die Auktionen hier ja schon hingewiesen (immobilien-auktionen.de/de/index.html). Daß es dann aber zu solch traurigen Verkäufen kommt, ist eine Schande.
      "Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen."
      Friedrich der Große
    • Es gibt viele alte Herrenhäuser, die langsam vor sich hin verfallen,
      z.B. dieses hier in Dallwitz bei Großenhain





      Google earth:
      http://home.arcor.de/miwori1/Schlo%dfDallwitz.kmz\r
      home.arcor.de/miwori1/Schlo%dfDallwitz.kmz

      gibt natürlich auch andere Beispiele,
      z.B. Schloß Schönfeld, ebenfalls bei Großenhain ganz in der Nähe der Autobahnanschlußstelle Thiendorf.
      Es wurde von dem Freitaler Kohlebaron Dathe von Burgk 1882-1884 im Stil der Neorenaissance umgebaut.





      Google earth:
      http://home.arcor.de/miwori1/Schlo%df%20Sch%f6nfeld%20bei%20Gro%dfenhain.kmz\r
      home.arcor.de/miwori1/Schlo%df%2 ... enhain.kmz
    • Die Schlösser verfallen

      Besitzt Sachsen zu viele Schlösser? Diese Frage diskutieren Schlossherren und weitere fachkundige Experten auf einem Forum am 17. Oktober im Dresdner Haus der Presse in der Ostra-Allee 20.

      Insgesamt gibt es im Freistaat noch etwa 800 Schlösser und Herrenhäuser. Mindestens ein Drittel davon ist abrissreif, zwei Drittel stehen leer. Einen Weg aus der Krise zu finden, fällt Behörden, Vereinen und Privateigentümern recht schwer. Die erforderlichen vielen hundert Millionen Euro stehen nicht zur Verfügung. Allein die Sanierung von 23 staatlichen Schlössern und Burgen kostet etwa eine halbe Milliarde.

      Anlass der öffentlichen Podiumsdiskussion ist ein dieser Tage erscheinendes neues Buch in der Reihe editionSZ von Matthias Donath „Schlösser in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge“. Die Veranstaltung beginnt 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. (SZ)

      Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1294351\r
      www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=1294351

      Klingt interessant, hat jemand Zeit hinzugehen?
    • @Ipflo

      Besten Dank; wenn unser Land nicht mittlerweile so auf den Hund gekommen wäre, dann wäre der Wiederaufbau solcher Denkmäler keine Frage des Willens, sondern nur der Resourcen.
      Einen ähnlichen Modellpark über schöne/interessante/bedeutende Gebäude in Thüringen gibt es südlich von Eisenach in einem kleinen Ort, dessen Namen ich geschwind mal nachschlagen muß.
      Für Kinderunterhaltung ist dort auch gesorgt (eine Breitspureisenbahn) fährt hindurch und das Tal, in dem die Anlage liegt, ist spektakulär.
      Der Volksbildungsgedanke a la Wörlitz läßt sich zuweilen auch im Kleinen durchsetzen. :)
    • "Leo-von-Klenze" schrieb:

      Findet Ihr nicht auch, daß die Kuppel vom Neustrelitzer Schloß große Ähnlichkeit mit der von Schloß Charlottenburg aufweißt?
      Hat jemand eine Ahnung, wer der Architekt von N'strelitz war?


      Ja, das ist richtig. Die Kuppel und der Turm sind nach des Vorbildes von Charlottenburg gebaut. Es hat zwei grosse Bauphasen gegeben in Neustrelitz: ein in der 18 Jahrhundert und ein vor 100 Jahren her. Hierunter habe ich die Geschichte gepastet die auf Wikipedia steht.

      Es gibt noch viel mehr schöne Schlösser die heute leider verschwunden sind, die es da gab in diese Ecke von Deutschland: zum Beispiel Remplin und Schwerinsburg.


      Geschichte des Schlosses von Wikipedia

      Auf dem Pachtgut Glienke (auch Glieneke oder Glienecke) hatte sich Herzog Adolf Friedrich III. zu Mecklenburg, der Regent von Mecklenburg-Strelitz, ein einstöckiges Fachwerkhaus errichten lassen. Nach einem Großbrand des bisherigen Residenzschlosses in Strelitz 1712 lebte die herzogliche Familie zunächst in einer Notunterkunft in der Strelitzer Kanzlei und den Sommerhäusern in Canow und Priepert. Nachdem die Herzogsgemahlin Dorothea Sophie 1726 Geld von Verwandten aus Holstein beschaffen konnte, ließ sie ohne das Wissen von Adolf Friedrich das Jagdschloss bis 1731 von Christoph Julius Löwe massiv aus- und umbauen. Nach der Fertigstellung der Glienker Residenz lud sie ihren Mann auf eine Spazierfahrt ein, die an dem Schloss vorbeiführte. Auf des Herzogs Frage nach dem Bewohner antwortete sie: „Ewer Liebden sind in Ihrem eigenen Haus.“[1]

      Unter den Nachfolgern wurden Schloss und Stadt stetig zur barocken Residenz erweitert. Um 1755 erfolgte unter Adolf Friedrich IV. die Errichtung der Treppenanlagen nach dem Vorbild von Versailles. Das Schloss war zu dieser Zeit eine typisch barocke, dreiflügelige Anlage mit offenem Ehrenhof, der durch das Hirschtor in den so genannten "Tiergarten" wies. 1865 wurde der stadtseitig gelegene Schlossflügel nach Entwürfen von Friedrich August Stüler überformt. Letzte Einschneidende Um- und Erweiterungsbauten am Schloss erfolgten von 1905 bis 1909. Dabei wurden an den Westflügel drei weitere Flügelbauten angefügt und so ein geschlossener Hof geschaffen, die Grundfläche des Schlosses wurde dadurch nahezu verdoppelt. Auch die Errichtung eines Turmes an der parkseitigen Baunaht zwischen Alt- und Erweiterungsbau stammte aus dieser Phase. Dieser Turm wurde nach dem Vorbild der Kuppel des Charlottenburger Schlosses gestaltet. Vom Garten aus gesehen ergab sich so zwar eine Störung der gleichmäßigen Parkfassade, durch seinen Standort befand sich der Turm allerdings in einer Fluchtlinie mit der Schlossstraße und dem Marktplatz.
    • Noch nicht ganz verloren, aber ein Bsp., wie vieles auch durch Dummheit und Größenwahn zerstört wurde:

      Das einst als größte Barockanlage Brandenburgs außerhalb Berlins geltende Ensemble ist seit Jahren ein leerstehender Schandfleck. Nun wurde das 1712 errichtete, 130 Hektar große Anwesen vor dem Amtsgericht Strausberg zwangsversteigert.


      Statt das Ensemble in die fachkundige Obhut der Brandenburger Schlösser GmbH zu geben, vertraute man lieber den Versprechungen eines Berliner Geschäftsmannes. Schnell geschaffene Arbeitsplätze in einem Nobelhotel voller reicher Gäste schienen den Gemeindevertretern verlockender als eine langwierige Restaurierung durch die Schlösser GmbH. "Wir wollten Prötzel parallel zum benachbarten Schloss Reichenow sanieren und beide Anlagen einem gemeinsamen Nutzer übergeben", erinnert sich Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Schlösser GmbH. Reichenow lockt mit seinem sanierten Schlosshotel seit Jahren vor allem Heiratswillige von nah und fern in die Region. Nach Prötzel hingegen floss kein Pfennig, war man hier doch 1991 zur Erfüllung der hochfliegenden Träume einen verhängnisvollen Deal eingegangen: Die Gründung einer Kommanditgesellschaft, die aus der Gemeinde und einer Ein-Mann-GmbH bestand.
      Prötzel übernahm eine Millionenbürgschaft, obwohl der Geschäftsführer kein solides Finanzierungskonzept vorweisen konnte. "Dem hat nie jemand auf die Finger geschaut", grollt Rudolf Schlothauer. Er hatte 2001 die Amtsgeschäfte in der Großgemeinde Prötzel übernommen und ein Jahr später Insolvenz für die Kommanditgesellschaft angemeldet. Seit dem sitzt die Deutsche Kreditbank der Gemeinde als Gläubiger im Nacken und ließ die Immobilie nun zwangsversteigern.


      maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10824720/62249/0?print=J
      "Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen."
      Friedrich der Große
    • Vom Residenzschloss in Dessau existiert nur noch der Westflügel, der sogenannte Johannbau. Dieser wurde nach der Wende aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. Mittel- und Ostflügel wurden durch die damaligen Machthaber gesprengt. Man muss dazu sagen, dass die Innenstadt Dessaus durch englische Bomber 5 nach 12 am 07.03.1945 zu 85% zerstört wurde. Um die Wohnungsnot einigermaßen zu lindern wurden in den 50er Jahren Bauten im klassizistischen look Erdmannsdorfs errichtet, die in den 60er Jahren durch Betonblöcke abgelöst wurden. Die roten Ziegel des Behördenhauses wurden zum Bau des Roten Rathauses in Berlin verwendet. Der Gründerzeitbau aus wilhelminischer Zeit wurde komplett abgerissen.
    • Es ist ein alter Thread, aber er gehört definitiv nicht in die Mottenkiste! Entschuldigt :zwinkern:


      Erstmal möchte ich euch eine Seite zeigen, die verfallende Schlösser & Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern zeig (wird noch erweitert):
      herrenhaeuser-schloesser.de
      Vielleicht findet der ein oder andere ja ein interessantes Objekt :zwinkern:
      (Das Schloss in Mallin hätte es nötig! Ist bei mir gleich um die Ecke...)


      Und eine weitere Seite: deutsche-schutzgebiete.de
      Dort finden sich Infos und Bilder über die herzoglichen Bauten bzw. Residenzstädte von Mecklenburg-Strelitz (Neustrelitzer Schloss, Palais von Neubrandenburg, usw.) Unbedingt reinschauen!

      "ipflo" schrieb:

      In Mecklenburg waren z. B. von dem umfangreichen Residenzsschloss in Neustrelitz bis zum Abriss durch die DDR noch bedeutende Reste erhalten. In letzter Zeit gab es sogar einmal die Idee, es wiederaufzubauen.


      Allerdings. Ich war kürzlich in Neustrelitz (ein Foto-Strang folgt, falls gewünscht) und sprach mit einer Betreiberin der Schlossfestspiele. Sie versicherte mir, dass man noch immer 'daran arbeite', eine zukünftige Rekonstruktion in die Wege zu leiten. Sie erzählte mir auch etwas von einem Verein diesbezüglich, im Internet konnte ich jedoch nichts darüber ausfindig machen. Ich hoffe, das wird zukünftig wirklich angepackt.
      Die Region lebt fast vollständig vom Tourismus (Neustr. liegt inmitten der Mecklenburgische Seenplatte). Vielleicht wäre ja ein luxuriöses Hotel in dem wiederaufgebauten Schloss vorstellbar? :keine ahnung:


      Zum Thema Schlossverlust fand ich noch einen steinalten Artikel in der Welt (1997), der jedoch noch immer lesenswert ist: WELT-Artikel: Wo geht's denn hier zum Schloss?

      Anmerkung: Die Lage ist natürlich nicht mehr so prekär, wie im Artikel dargestellt. Inzwischen ist die ganze Altstadt hübsch saniert, die Schlangen vor dem Arbeitsamt sind längst nicht mehr so lang usw...

      Das Gröbste über das Schloss findet sich natürlich auch bei Wikipedia.



      Nun noch ein paar Bilder vom Schloss (Quelle: ZENO.org)


      [url=http://www.zeno.org/Ansichtskarten/M/Neustrelitz,+Mecklenburg-Vorpommern/Schlossgarten+und+Schlossturm?hl=neustrelitz]Vollbildansicht hier[/url]


      [url=http://www.zeno.org/Ansichtskarten/M/Neustrelitz,+Mecklenburg-Vorpommern/Schloss?hl=neustrelitz]Vollbild[/url]


      Vom Bildindex (weitere Ansichten finden sich auf hiesiger Seite):







      Die prächtige figurengeschmückte Schloßstraße steht noch - Das namensgebende Schloss nicht mehr...



      Es wäre ja schon viel erreicht, würde man zunächst den prägnanten Turm wiedererrichten. Das Grundgerüst (aus Stahl) ist als Teil der Festspielbühne bereits in den Originalmaßen vorhanden:





      (Fotos von mir, Mai 2008)
    • "ipflo" schrieb:

      Auf Rügen wurde Schloss Putbus, das völlig unzerstört den 2. Weltkireg überstanden hatte, zunächst umgebaut, dann abgerissen. Es war der bedeutendste Profanbau auf Rügen und eines der schönsten Schlösser in Vorpommern.


      Ebenfalls ein immenser Verlust:




      (Quelle: ZENO.org


      Viele großartige Schlösser des Klassizismus hat/te Deutschland nicht, dies ist das vllt. beste (gewesen). Großartiger Landschaftspark, die im selben Stil drumherum angelegte Stadt - fantastisch!


      "ipflo" schrieb:

      Das Palais von Neubrandenburg


      Ebenso ein herber Rückschlag. Vorallem, da die Struktur der Stadtmitte durch diesen Verlust empfindlich gestört wurde (auch wenn rings um den Marktplatz vorbildlich wiederaufgebaut wurde)...


      Quelle: Bildindex

      Luftbild - Das Palais ist in der Bildmitte rechts vom Rathaus

      Scan aus "Neubrandenburg in alten Ansichten"


      Mehr Informationen zum Neubrandenburger Palais & der Altstadt gibt es in meiner NB-Galerie!