New Urbanism in Georgia

  • Ein paar Kilometer vom Stadtzentrum von Atlanta (Georgia, USA) wurde vor kurzem ein neues New-Urbanism-Projekt verwirklicht das ich euch nicht vorenthalten möchte.


    Es handelt sich dabei um ein komplett neues Stadtviertel auf dem Gelände einer ehemaligen Zementfabrik im traditionellen Stil. Es gibt dort Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Büro- und Geschäftsgebäude, Grünanlagen und Eigentumswohnungen. Einige Gebäude bieten im Erdgeschoss Geschäfte und Cafés und darüber Wohnungen, eben alles was eine Stadt bieten sollte. Die Verantwortlichen haben darauf geachtet, dass alle Erledigungen zu Fuß erledigt werden können. Natürlich wurde auch an öffentliche Plätze gedacht. Das alles im traditionellen Stil und auf den ersten Blick sehr ansprechend. Informationen zur Qualität und den verwendeten Materialien habe ich allerdings keine gefunden.



    Hier gibt´s massenhaft Bilder, das obige stammt auch daher:


    http://forum.skyscraperpage.com/showthread.php?t=100993\r
    forum.skyscraperpage.com/showthread.php?t=100993


    Der Bauträger:


    http://glenwoodpark.com/glenwood/default.aspx\r
    glenwoodpark.com/glenwood/default.aspx

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Für meinen Geschmack wirken die meisten Häuser recht "billig". Es
    geht aber wenigstens in die richtige Richtung. :harfe:

  • Quote

    Für meinen Geschmack wirken die meisten Häuser recht "billig".


    Könnte sein, dass die Häuser den "billigen" Eindruck erwecken weil sie neu sind und sich das ändert sobald sie etwas Patina angesetzt haben.


    Oder bezieht sich deine Aussage auf das Material und den Fassadenschmuck?

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Mensch Oliver, kriegst für diese Antwort von mir noch ein Zonk :zwinkern:
    Ich frage mich, was favorisierst Du eigentlich?
    Also ich finde die Häuser sehr ansprechend und alles andere als billig.
    Die verwendeten Materialien finde ich super, auch die Abwechslung. Klinker hat sowieso etwas von "schon immer dagestanden".


    Jetzt stellt Euch mal vor, man würde am Berliner Friedrichswerder solche Stadthäuser bauen-- ich fänds gut :D

  • Also, billig sind die ja nun wirklich nicht! Vielleicht etw. steril, aber das wird sich, wie Stephan schon meinte, mit etw. Patina ändern. Manche der Mehrfamilienhäuser (z.B. das auf dem 2ten Bild; ?) wirken schon etw. plump, aber im Großen und Ganzen sieht das ganze aus, wie die Häuser der Jahrhundertwende, die ich letzte Woche im Village New York fotografiert habe...




    Wenn man nur beim Friedrichswerder genauso bauen würde...Allerdings scheinen dort bisher auch 3 Häuser mit Backsteinfassaden zu entstehen, wenn natürlich auch nicht mit so schönen klass. Elementen...

  • Quote

    ...wie die Häuser der Jahrhundertwende, die ich letzte Woche im Village New York fotografiert habe...


    Du warst in New York und hast fotografiert, stellst du die Bilder auch noch in die Galerie?


    Ich bemerke gerade die Uhrzeit deiner "posts". Bist du vielleicht immer noch in New York?

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Ja, werde ich wohl. Aber erst nächste Woche, weil ich heute noch nach Amsterdam und Brüssel (und vielleicht Luxemburg) fahre.
    Nein, ich bin wieder hier, aber der Jetlag hält noch an.

  • Quote from "Stephan"

    Könnte sein, dass die Häuser den "billigen" Eindruck erwecken weil sie neu sind und sich das ändert sobald sie etwas Patina angesetzt haben.


    Oder bezieht sich deine Aussage auf das Material und den Fassadenschmuck?



    Hallo Stephan,
    ja damit meinte ich genau das. Die meisten Gründerzeitbauten und
    Barockbauten sind einfach von einem ganz anderen Kaliber. Es ist
    ja ganz nett, daß man in den USA dort in die richtige Richtung geht,
    aber es fehlt einfach noch eine ganze Menge, um sich wirklich wohl
    zu fühlen ! :lehrer:

  • Ich finde die Gebäude relativ ok und sie entsprechen dem, was dort vielerorts vor 100 Jahren gebaut wurde, haben also Tradition - mir persönlich wären sie trotzdem etwas zu nackt.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Ein altes Fabrikgelaende so zu bebauen finde ich grossartig. Das einzige was mich stoert sind die vielen Flachdaecher.


    Man kann dem thread entnehmen dass die Baumaterialien durchaus anstaendig sind. :) Leider ist keine U-Bahn Station in der Naehe, aber wenn Atlantas Netz ausgebaut wird kommt wahrscheinlich eine.

  • Ich find's total klasse. Die meisten Gründerzeitler in den USA sehen nicht viel anders aus... könnte Vorbild für uns in Deutschland werden.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote

    Die meisten Gründerzeitler in den USA


    ???

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • okay.. ich war noch nie da... aber was ich so an Fotos gesehen habe... da sahen die (Arbeiter-) Wohnhäuser nicht viel aufwendiger aus. Natürlich sehen die innerstädtischen Gebäude ganz anders aus und ich kenne auch absolut nicht die regionaltypischen Unterschiede... aber ich stelle mir das ganze schon ziemlich passend vor.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Das war allgemeiner gemeint. Ich würde niemals den Begriff "Gründerzeit" nicht auf die USA anwenden. ;)


    Zitat Wikipedia: "Als Gründerzeit wird die wirtschaftliche Blütezeit in Deutschland und Österreich im 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg bezeichnet. In der Architektur spricht man auch vom Gründerzeitstil, der viele in dieser Zeit gebaute bürgerliche Wohnhäuser und Mietskasernen prägt, aber auch die verschiedenen Stilrichtungen des Historismus jener Zeit."

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • @ Ben: meine Güte, du kommst ja zur Zeit was rum... 8)


    Zum Thema: ich war vor anderthalb Jahren mal einige Zeit in Washington D.C. und Umgebung unterwegs und muß sagen, daß ich von der ästhetischen Qualität der Neubauten dort sehr positiv überrascht war. In den USA hat man offenbar keine ideologischen Probleme, ganze neue Viertel im georgianischen Kolonialstil oder im klassizistischen Stil hochzuziehen.
    Manches gerät zugegebenermaßen auch daneben, und wenn aus Kostengründen Klinkerfassaden vor Betonfertighäuser nur vorgeblendet werden, finde ich das eigentlich auch problematisch, aber im großen und ganzen ist es doch nicht schlecht.
    So einen unbefangenen Umgang mit nationalen und regionalen Bautraditionen würde ich mir jedenfalls auch für Deutschland wünschen.

  • @ Antiquitus: Danke für deine Aufklärung.


    Gibt es denn in Amerika einen entsprechenden Namen für die Epoche? In Großbritanninen gibt es ja .W. den viktorianischen Stil... aber in machen amerikanischen Büchern wird auch von Häsuern im viktorianischen Stil gesprochen.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Hier gibt´s neue Bilder von Glenwood Park und Atlanta.


    http://forum.skyscraperpage.com/showthread.php?t=109775\r
    forum.skyscraperpage.com/showthread.php?t=109775


    Macht in bewohntem Zustand doch gleich einen anderen Eindruck. Das Argument, dass einige Gebäude "billig" anmuten kann ich den Bildern nach nicht nachvollziehen. Wie ärmlich und billig dagegen doch Noris Venezia aussieht...

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Hut ab! Das ist richtig gut geworden, da gibt es nichts zu meckern!
    Wir in Deutschland sanieren da lieber ein paar Plattenbauten...

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
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  • Was zum Thema "New Urbanism"... in diesem Interview hier hagelt es aber Rundumschläge:


    http://www.scheinschlag.de/archiv/2001/05_2001/texte/13.html\r
    http://www.scheinschlag.de/archiv/2001/ ... te/13.html