Ich bin nach der Denkmalschutz-Tradition ein kritischer Laie. Deshalb vertete ich folgendes laienhaftes Prinzip:
1. Grundsatz: Wenn Konstruktion, dann Nägel mit Köpfen, also wenn dann ganz, in neutraler Nachbarschaft.
2. Im Falle des Schlosses finde ich die sichtbar hybride Stella Lösung der den Grundstrukturen der Barockfassaden angepassten ruhigen modernen Ostfassade akzeptabel, sogar gut, denn die ursprüngliche, stilistisch uneinheitliche, kleinteilige, für Museumszwecke und große Räume ungeeignete rekonstruierte Renaissance-Fassade wäre unpraktisch und nicht mal schön.
3. Eine grundsätzlich absichtsvolle Hybrid-Optik mit sichtbar modernen Anteilen, nur um zu demonstrieren, dass das rekonstruierte Bauwerk nicht das oder überhaupt kein Original ist, lehne ich ab. Damit soll doch nur gezeigt werden, dass der rekonstruierte Bau gegenüber dem verlorenen Original aus Prinzip weniger wertig ist. Das muss aber nicht stimmen, es könnte sogar handwerklich und künstlerisch umgekehrt sein.
4. Im Falle der Bauakademie sehe ich keinen Grund, zum AA hin eine modern(er)e Fassadenseite zu bauen. Von Südosten oder Südwesten geblickt ist wieder eine Umeinheitlichkeit des Gebäudekörpers ohne ersichtlichen Grund geschaffen.
Man wird es sehen.












Foto um 1930, Quelle: FAZ