Berlin - Wiederaufbau der Bauakademie

  • Ich bin nach der Denkmalschutz-Tradition ein kritischer Laie. Deshalb vertete ich folgendes laienhaftes Prinzip:

    1. Grundsatz: Wenn Konstruktion, dann Nägel mit Köpfen, also wenn dann ganz, in neutraler Nachbarschaft.

    2. Im Falle des Schlosses finde ich die sichtbar hybride Stella Lösung der den Grundstrukturen der Barockfassaden angepassten ruhigen modernen Ostfassade akzeptabel, sogar gut, denn die ursprüngliche, stilistisch uneinheitliche, kleinteilige, für Museumszwecke und große Räume ungeeignete rekonstruierte Renaissance-Fassade wäre unpraktisch und nicht mal schön.

    3. Eine grundsätzlich absichtsvolle Hybrid-Optik mit sichtbar modernen Anteilen, nur um zu demonstrieren, dass das rekonstruierte Bauwerk nicht das oder überhaupt kein Original ist, lehne ich ab. Damit soll doch nur gezeigt werden, dass der rekonstruierte Bau gegenüber dem verlorenen Original aus Prinzip weniger wertig ist. Das muss aber nicht stimmen, es könnte sogar handwerklich und künstlerisch umgekehrt sein.

    4. Im Falle der Bauakademie sehe ich keinen Grund, zum AA hin eine modern(er)e Fassadenseite zu bauen. Von Südosten oder Südwesten geblickt ist wieder eine Umeinheitlichkeit des Gebäudekörpers ohne ersichtlichen Grund geschaffen.

    Man wird es sehen.

  • Kleine Info: rund um den Saal auf dem Bauakademie-Grundstück wurde heute eine „Ausstellung“ (?) aufgebaut. Es wurden Baunstämme und Hölzer aufgestellt und verteilt, dazu gab es einige Strohhäufen und eine Reetdachfirma war beteiligt.

    Das klingt alles sehr absurd, ich habe auch mit niemandem sprechen können (Zeitdruck) und mir hat sich auch absolut nicht erschlossen, was hier passiert ist. Vielleicht hat jemand mehr Infos? Edit: Habe das hier gefunden:

    Treffpunkt Bauwende 2025 – Regeneratives Bauen

    Mir erschien das alles irgendwie recht sonderbar. Aber hey: Seit Jahren tut sich irgendetwas auf dem Gelände. Kann man das schon Fortschritt nennen?!

  • Kleine Info: rund um den Saal auf dem Bauakademie-Grundstück wurde heute eine „Ausstellung“ (?) aufgebaut. Es wurden Baunstämme und Hölzer aufgestellt und verteilt, dazu gab es einige Strohhäufen und eine Reetdachfirma war beteiligt.

    Das klingt alles sehr absurd, ich habe auch mit niemandem sprechen können (Zeitdruck) und mir hat sich auch absolut nicht erschlossen, was hier passiert ist. Vielleicht hat jemand mehr Infos? Edit: Habe das hier gefunden:

    https://bundesstiftung-bauakademie.de/aktuelles/deta…neratives-bauen

    Mir erschien das alles irgendwie recht sonderbar. Aber hey: Seit Jahren tut sich irgendetwas auf dem Gelände. Kann man das schon Fortschritt nennen?!

    Nein

  • Naja, kann man auch so interpretieren, dass ein baldiger Baubeginn der Bauakademie zu erwarten ist (oder der verlinkte Text ist SEHR "nachlässig" formuliert). Es stehen nämlich zwei Zeitangaben betreffs der Dauer dieser Ausstellung in selbigem Text:

    1. Ausstellung findet statt bis zum Baubeginn

    2. Ausstellung findet statt im Sommer 2025

    Heißt für mich, nach dem Sommer 2025 ist Baubeginn.

  • Ich möchte nochmal auf die städtebauliche Einbettung der Bauakademie aufmerksam machen.

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    Blick vom Dach des Berliner Schlosses auf den Schinkelplatz (Foto: A. Savin, 5. Februar 2023, FAL)

    Die Architekten, die die Neubauten am Schinkelplatz geschaffen haben, arbeiteten unter der Prämisse, dass die Bauakademie rekonstruiert wird. Der rötliche Neubau ganz links zeigt zum Werderschen Markt. Sein Architekt, Rafael Moneo, äußerte vor einigen Jahren in einem Interview seine Freude über die baldige Rekonstruktion der Bauakademie. Rekonstruiert wurde bereits die Gestaltung der Platzfläche. Es ist völlg klar, dass das Schinkeldenkmal auf dem Schinkelplatz die Schinkelfassade der Bauakademie als Hintergrund braucht.

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    Blick vom Schloßplatz auf das Auswärtige Amt (Foto: Dosseman, 28. September 2021, CC-BY-SA-4.0)

    Vom Schloßplatz sind sowohl das Auswärtige Amt als auch die Bauakademie zu sehen.

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    Bauakademie (Foto: Kgl. Preußische Messbildanstalt, 1888)

    Für die Messbildaufnahme wurde 1888 die Ansicht über die Schleusenbrücke gewählt, da hier zwei Seiten der Bauakademie gut sichtbar waren. Die Schleusenbrücke hatte damals noch ihr altes Geländer, das auch auf dem zwanzig Jahre zuvor entstandenen Gemälde von Gaertner zu sehen ist.

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    Eduard Gaertner, Die Bauakademie, 1868 (Foto: Jörg P. Anders, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, public domain)

    Auf dem Gemälde sehen wir im Hintergrund den Beginn der Französischen Straße und die Kuppel des Französischen Domes. Bauakademie und Friedrichswerdersche Kirche sind keine unmittelbaren Nachbarn. Dazwischen liegt noch ein anderes Gebäude und ein lauschiger Vorplatz, von dem wir einen Baum auf dem Gaertner-Gemälde sehen. Doch bleiben wir zunächst bei der Schleusenbrücke.

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    Bauakademie und Schleusenbrücke (Foto: Hermann Rückwardt, 1915, public domain)

    Für die Wirkung der Bauakademie ist die Gleichartigkeit der Fassaden wesentlich. Das Foto von Rückwardt lenkt unseren Blick aber auch auf die gerade neugebaute Schleusenbrücke. Ihre kunstvoll gestalteten Geländer wurden bei einem Umbau der Brücke 1937 beibehalten und in gleichem Stil ergänzt. Nach Kriegszerstörung wurden die Brückengeländer 1972/73 rekonstruiert. Mit ihren eingelassenen Medaillons, die historische Berliner Stadtansichten zeigen, zählen sie zu den schönen Details im Stadtzentrum, die oft übersehen werden.

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    Geländer der Schleusenbrücke, dahinter die Bauakademie (Foto: Doris Antony, 25. Juni 2007, CC-BY-SA-3.0)

    Der schönste Teil des Werderschen Makrtes ist ein kleiner Platz, auf dem ein 1928 von Hugo Lederer geschaffener und nach Kriegsschäden 1958 rekonstruierter Brunnen steht.

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    Werderscher Markt. Friedrichswerdersche Kirche, Niederlagstraße, Moneo-Bau, Bärenbrunnen, Schinkelplatz mit Durchblick bis zum Berliner Dom. Der Bauzaun ganz rechts markiert das Grundstück der Bauakademie (Foto: Fridolin freudenfett, 7. Mai 2022, CC-BY-SA-4.0)

    Der Moneo-Bau greift den Grundriss der Vorgängerbebauung auf.

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    Bärenbrunnen mit Moneo-Bau, Durchblick zum Dom und Grundstück der Bauakademie (Foto: Fridolin freudenfett, 7. Mai 2022, CC-BY-SA-4.0)

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    Bärenbrunnen, im Hintergrund das Grundstück der Bauakademie, rechts das Auswärtige Amt (Foto: Flocci Nivis, 5. August 2022, CC-BY-4.0)

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    Bärenbrunnen mit Bauakademie und Auswärtigem Amt (Foto: Jörg Zägel, 16. April 2010, CC-BY-SA-3.0)

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    Blick vom Vorplatz der Friedrichswerderschen Kirche zum Auswärtigen Amt, ganz links der Bärenrbunnen
    (Foto: Derbrauni, 14. Mai 2023, CC-BY-4.0)

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    Werderscher Markt, Auswärtiges Amt (Foto: Leonhard Lenz, 25. Februar 2023, CC0)

    In der Glasfront spiegeln sich die Bäume, die auf dem Platz mit dem Bärenbrunnen stehen, sowie der Moneo-Bau.

  • Danke für diese sehr wichtige Präsentation der städtebaulichen Zusammenhänge!

    Wer einer Halbwahrheit eine weitere Halbwahrheit hinzufügt, schafft keine ganze Wahrheit, sondern eine ganze Lüge.

  • Wird einem da nicht alles klar. Bis auf das orangene Eckhaus an der Werderkirche ist doch alles " gegen uns ". Die Bauakademie stört da doch eher.

    Das gilt vor allem für das AA.

  • Die Phase des einvernehmlichen Philosophierens und Spekulierens über Möglichkeiten, Wünsche und Ideen dauert meistens so lange bis die neue Realität passiert ist. Dann beginnt die Phase des einvernehmlichen Schimpfens und Jammerns über die real existierenden Fakten. (Zitat: unbekannter griechischer Philosoph)

  • Der Kurfürst Es geht nicht um die Qualität der umstehenden Bauten, sondern um die Bauakademie selbst. Rastrelli hat einen wichtigen Satz formuliert, der leider in seinem ausführlichen Beitrag zu wenig hervorgehoben wird:

    Für die Wirkung der Bauakademie ist die Gleichartigkeit der Fassaden wesentlich.

    Die Bauakademie hatte keine Hauptfassade, sondern alle vier Fassaden waren gleichwertig und unterschieden sich nur durch die untergeordneten Eingänge und die Ladenfront. Welche der vier Seiten der 'Neuen Bauakadenmie' sollte denn modern gestaltet werden? In Richtung Schloss? Oder Schinkelplatz? Oder Friedrichswerdersche Kirche? Es bliebe nur noch die Seite zum Auswärtigen Amt hin. Aber mit welcher Begründung? (Nur weil diese Seite für uns Liebhaber historischer Architektur die wüsteste Seite ist? :wink: ) Die Schwierigkeit einer Antwort auf diese Frage wird mit Rastrellis Beitrag dargelegt, auch im heutigen modernen Stadtbild.

  • Immer wenn ich diese langweiligen weißen modernen Neubauten am Schinkelplatz sehe, muss ich immer mit dem Kopf :kopfschuetteln:

    Was mit der schönen neuen Platzgestaltung (Brunnen,Standbilder Bänke..) Hoffnung weckte, wurde anschl.durch diese völlig unsensieblen Neubauten alles wieder alles zunichte gemacht. Aber dieser Bruch war wohl von verantwortlicher Stelle absichtlich und bewusst so gewollt.Und das soll mit einer modernen BA in den Augen Einiger auch so weiter fortgeführt werden. Diese sinnlose Schlossaneignerinitiative ist natürlich wie nicht anders zu erwarten auch gegen eine Reko der BA. Vielleicht werden die älteren Foristen unter uns die BA in ihrer Rekonstr. hist.Fassade doch noch irgendwann erleben. Denn die Diskussion hält ja immerhin schon seit ca.33 Jahren an.

  • Danke, Rastrelli, für die Doku. Ich glaube es nervt uns alle, dass über den Wiederaufbau schon mehr als 30 Jahre diskutiert wird und sich fast nichts tut. Dabei sollte die Rekonstruktion kein Problem und nicht allzu teuer sein und sich auch ein Nutzungskonzept in dieser Lage leicht finden lassen - wenn denn nur der Wille dazu da wäre.

    Man sollte dabei auch sehen, dass sich nicht nur die Altbauten, sondern auch ALLE Neubauten in der Umgebung auf die Bauakademie beziehen bzw. auf ihren Wiederaufbau hin konzipiert wurden, das betrifft neben dem Moneo-Bau (Material, Farbgebung) insbes. den 25 Jahre alten Neubau des Auswärtigen Amtes, den ich im Übrigen trotz seiner Monumentalität (die aber als Anknüpfung zum benachbarten Reichsbank-Altbau notwendig ist) nicht schlecht finde. So ist das Eingangs-Atrium direkt gegenüber dem Werderschen Markt (also des Platzes mit Brunnen) angeordnet und nicht etwa gegenüber des Bauakademie-Grundstücks, was genauso möglich gewesen wäre. Im Grunde genommen funktioniert dieses Atrium nur MIT Bauakademie und zwar nur mit deren kompletter historischer Fassade als Gegenstück zur Friedrichwerderschen Kirche, wie man in dieser Ansicht sehr schön sehen kann. Direkt gegenüber der Bauakademie besitzt das AA dagegen eine Spiegelfassade, die darauf ausgerichtet ist, die historische Fassade dieser widerzuspiegeln, siehe hier. Darum würde eine moderne Bauakademie-Fassade auf dieser vierten (Süd-) Seite auch das Baukonzept des AA konterkarieren.

  • Entscheidend wird sein, dass der Beschluss zur Rekonstruktion der Schinkel-Fassaden bis September 2026 bzw. der Neuwahl des Berliner Abgeordnetenhauses getroffen wird, denn die Wiederwahl des derzeitig regierenden Schinkel-wohngesonnenen schwarz-roten Senats ist keinesfalls sicher. Von dem für dieses Jahr angekündigten Architektenwettbewerb für die Bauakademie ist bislang noch nichts zu hören gewesen. Wird das noch was in diesem Jahr? Ich vermute dass die Bundesstiftung Bauakademie trotz des Rückzugs von Guido Spars die Rekonstruktion der Schinkel-Fassaden weiterhin mit allen Mitteln (und vielen weiteren sinnlosen Plauderrunden) hintertreiben und sabotieren wird, denn dass bisherige weitgehend grün-woke Personal in der Führung der Bundesstiftung ist ja immer noch überwiegend dasselbe. Und wie diese Leute ticken und was ihre Prioritäten sind, sagen sie ganz offen auf ihrer Homepage:

    Wie kann das Gebäude der Bundesstiftung Bauakademie zu einem nationalen und internationalen Schaufenster der Bauwende werden und gleichzeitig der Geschichte des Standortes gerecht werden?. (…) Vor diesem Hintergrund soll das Bauakademie-Gebäude auch zu einem Demonstrationsprojekt für innovatives, nachhaltiges und klimagerechtes Bauen werden.

    Das klingt nicht nach Schinkel, sondern nach strammen ideologischen Prämissen. Ich hoffe dass der Senat und die neue Bundesregierung diese Leute freundlich aber bestimmt in ihre Schranken weisen, bevor sich das enge Zeitfenster zum Wiederaufbau der Bauakademie erneut schließt.

  • Der Kurfürst Es geht nicht um die Qualität der umstehenden Bauten, sondern um die Bauakademie selbst. Rastrelli hat einen wichtigen Satz formuliert, der leider in seinem ausführlichen Beitrag zu wenig hervorgehoben wird:

    Die Bauakademie hatte keine Hauptfassade, sondern alle vier Fassaden waren gleichwertig und unterschieden sich nur durch die untergeordneten Eingänge und die Ladenfront. Welche der vier Seiten der 'Neuen Bauakadenmie' sollte denn modern gestaltet werden? In Richtung Schloss? Oder Schinkelplatz? Oder Friedrichswerdersche Kirche? Es bliebe nur noch die Seite zum Auswärtigen Amt hin. Aber mit welcher Begründung? (Nur weil diese Seite für uns Liebhaber historischer Architektur die wüsteste Seite ist? :wink: ) Die Schwierigkeit einer Antwort auf diese Frage wird mit Rastrellis Beitrag dargelegt, auch im heutigen modernen Stadtbild.

    Es geht nicht nur um die Qualität es geht um Kleinteiligkeit, die der Umgebung fehlt. Man stelle sich die Bauakademie in der bestehenden Umgebung vor. Ein Fremdkörper ! Damit liegt der Hase im Pfeffer. Die Bauakademie wirkt nach der Fertigstellung störend. denkt an meine Worte.

  • Es geht nicht nur um die Qualität es geht um Kleinteiligkeit, die der Umgebung fehlt. Man stelle sich die Bauakademie in der bestehenden Umgebung vor. Ein Fremdkörper ! Damit liegt der Hase im Pfeffer. Die Bauakademie wirkt nach der Fertigstellung störend. denkt an meine Worte.

    Ganz im Gegenteil! Eine kleinteilige Bebauung würde von dem Kubus der Bauakademie erdrückt werden. Zumindest in den letzten Jahrzehnten vor der Zerstörung war das Umfeld daher alles andere als kleinteilig.

    ein-gebaeude-als-denkform.jpg.webp Foto um 1930, Quelle: FAZ

    Das klingt nicht nach Schinkel, sondern nach strammen ideologischen Prämissen.

    Ich finde schon, dass er sehr nach Schinkel klingt. Mit der Bauakademie gelang dem Baumeister ein Meilenstein der Architekturgeschichte, indem er neue Konzepte mit Traditionellem verband. Und genau daran will man nun anknüpfen: Innovation und Geschichte. Ob das gelingt und wie das Ergebnis dann aussehen wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber zumindest der Anspruch erinnert an Schinkels Leistung.

  • Die Umgebung war kleinteiliger als jetzt. Heute ist die Bauakademie kleinteiliger und gegenüber dem AA bei weitem keiin noch so spannender Kontrast mehr. Mit der Umgebung wurden Fakten geschaffen, die das wirklich Gewollte abbilden ! Es stimmt einige Neubauten wurden auf die Bauakademie hin konzipiert, aber naja. Das von mir benannte orangene Gebäude umrahmt etwas eine Sichtachse zur Bauakademie allerdings sind die Ausformung wirkt wieder kontraproduktiv.

    Das Umfeld passt nicht mehr dazu, es ist nicht gewollt, dass die Bauakademie wiederersteht. Ich hoffe ich irre mich.

  • Sollen sie doch zum Moneo-Bau oder zum Auswärtigen Amt meinetwegen eine neu interpretierte Fensterachse in die Bauakademie bauen.
    Dann sind die unendlichen Debatten mal abgehakt, sie haben was für ihre "Innovation" und die Kenner klassischer Architektur haben wieder ein gutes Beispiel für den heutigen Schöpfergeist. ;)

  • Sollen sie doch zum Moneo-Bau oder zum Auswärtigen Amt meinetwegen eine neu interpretierte Fensterachse in die Bauakademie bauen.

    Es wäre schön, wenn du die Beiträge anderer zur Kenntnis nehmen würdest. Die Seite zum Auswärtigen Amt ist das, was wir auf dem berühmten Gaertner-Gemälde sehen. Und die Westseite liegt der Friedrichswerderschen Kirche gegenüber. Die ist also ebenfalls alles andere als unwichtig. Bei der Bauakademie sind alle vier Seiten gleichermaßen wichtig. Du gehst vermutlich von deiner Abneigung gegen das Auswärige Amt und den Moneo-Bau aus - so legt es jedenfalls deine Formulierung nahe -, aber das ist falsch gedacht.

    Eigentlich solltest du die städtebauliche Situation am Werderschen Markt kennen.

    Und wer redet von einer Fensterachse? Wie kommst du darauf? Das ergäbe konzeptionell keinen Sinn. Und die Rekogegner wollen ja auch mehr.

  • Man sollte lieber erwägen das Auswärtige Amt abzureißen und die Staatsratsturnhalle gleich mit.

    Wir haben hier ein selten dagewesenes Schauspiel, dass BRD und DDR den Schlossplatz gemeinsam versauen. Ich freue mich regelmäßig, wenn ich das Schloss aus dem Häusermeer aufsteigen sehe, und kipp dann fast um, wenn ich über die Schlossbrücke nach Süden sehe.

    Die Dachterrasse des Schlosses als auch die DDR- Phalli auf der Fischerinsel tun ihr Übriges. Die Barracken am Schinkelplatz auch.

    Hinzu kommt noch die Tristess zwischen Schloss und Werderkirche, wo ja das AA nebst garten steht, und ich bin wieder auf dem Boden der Tatsachen.

  • Und wer redet von einer Fensterachse? Wie kommst du darauf? Das ergäbe konzeptionell keinen Sinn.

    Eine ganze modernistische Seite ergibt "konzeptionell" auch keinen Sinn. Eine Fensterachse fänd ich verschmerzbar, das kann man später auch leicht beheben. Ohnehin sind alle Seiten der Akademie recht gleichförmig. Mit den Maximalforderungen ist man auf beiden Seiten bislang nicht weit gekommen.

    Es könnte auch einfach ein kleiner Teil architektonisch komplett rekonstruiert werden, in einem anderen (nachhaltigen) Material. Als eine Art Schaubild für nachhaltiges Bauen, worauf die Bundesstiftung ja behauptet so viel Wert zu legen. (Ziegel sind freilich auch nachhaltig, davon abgesehen)

    Bei der Kommandantur nebenan hat man den ganzen Mittelteil der Rückseite aus Glas und Stahl in banaler Formensprache gefasst, das sieht schon eher merkwürdig aus.

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