Berlin - Wiederaufbau der Bauakademie

  • Immerhin wird ausgerechnet mit der Bauakademie offenbar das Weltklima gerettet. Denn die "Klimaschutzziele der Bundesregierung und der damit verbundenen Auflagen zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels" scheinen ja das wichtigste an diesem Gebäude zu sein. Millionen dürften vor dem Hitzetod bewahrt werden, die Bauakademie wird in die Geschichte eingehen. Und dabei ist auch ausdrücklich an die Transmenschen unter uns gedacht, denn immerhin wurden zu deren Inklusion fünf Sternchen in den Text gepackt. Nur Gründungsdirektor*In Guido Spars muss da noch etwas dazu lernen.

  • Dieses Theater um die Bauakademie widert mich einfach nur noch an.


    Es wird ja offensichtlich seit Jahren darauf hingearbeitet, eine Rekonstruktion möglichst zu verhindern. Keine Ahnung welches Gewicht die Stimme des Senats hat, der eine originalgetreue Rekonstruktion forderte. Oder die vom Bundestag bewilligten 62 Millionen Euro für den Wiederaufbau. Die Politik wird sich wahrscheinlich von den Experten bequatschen lassen.


    Am Ende wird es der übliche Rasterwürfel. Sehr innovativ. Die bereits rekonstruierte Ecke wird entweder abgerissen, oder als Zugeständnis an Schinkel einfach mit eingebaut. Vielleicht kann man sich am Ende auf eine rötliche Fassadenfarbe einigen. Mehr aber wahrscheinlich nicht.


    Das dabei entstehende Haus soll dann aber bitte nicht Bauakademie genannt werden. Denn damit wird es nicht viel zu tun haben.

  • Immerhin wird ausgerechnet mit der Bauakademie offenbar das Weltklima gerettet.

    ... Während Deutschland einen Anteil von 2% am globalen Co2-Ausstoß hat und China und sämtliche anderen BRICS-Staaten fleißig ihren Ausstoß erhöhen. Für die Hoffnung auf Erlösung von dem Bösen opfert Deutschland nicht nur seine Industrie und damit seinen Wohlstand, sondern auch gerne mal einen Schinkel. Auch wenn es keinen Sinn macht. Hauptsache die "Haltung" stimmt.

  • ... Während Deutschland einen Anteil von 2% am globalen Co2-Ausstoß hat und China und sämtliche anderen BRICS-Staaten fleißig ihren Ausstoß erhöhen.


    und der globale menschen-verursachte CO2-Ausstoß bildet lediglich 3% des in der Atmosphäre vorhandenen CO2.


    Derweil in China:

    China beim UN-Klimagipfel

    200 neue Kohlekraftwerke im Bau: China trickst die EU klimapolitisch brutal aus

    Mit der Klimapolitik ist es Deutschland ernst. Indien und China dagegen setzen auf Verzögerung. Doch nicht die Sorge um die eigenen Wirtschaft ist der Grund, sondern eiskaltes Wettbewerbskalkül. Europa soll mit teurer Energie vom Weltmarkt verdrängt werden.


    Die Bundesregierung agiert demnach ganz im Sinne der chinesischen Staatsführung (und der US-Amerikanischen, und der Polnischen, und der Ukrainischen, und der ...)

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Freunde, eventuell keine Sorge, denn nach dem ersten Blackout, einer weiteren Verschärfung der Inflation et cetera werden wir diese „Am deutschen Ökowahnwesen soll die Welt - schon wieder… - genesen“-Fanatiker ja hoffentlich einmal los werden. Jetzt hat man es 30 Jahre nach der bürgerlichen Revolution nicht geschafft die Bauakademie zu bauen, da werden es gerade die, die derzeit 0 auf die Reihe bekommen, es auch nicht schaffen, dieses Grundstück zu bebauen ?. Besser (derzeit) nicht bauen als falsch bauen um die abgewandelten Worte eines erfolglosen Regierungsmitglieds zu zitieren.

  • Also hier wird sich wieder langatmig in etlichen Beiträgen weit vom eigentlichen Thema entfernt

    (z.B. "China trickst die EU aus..."),

    um mal wieder die eigenen politischen bzw. ideologischen Ansichten zu verkünden.


    Also hier geht es um die Bauakademie, und wen das Thema "anwidert", der braucht sich ja nicht zu beteiligen.


    Bekanntlich ist dieser linke Berliner Senat - im Gegensatz zu der Bundesstiftung - für eine originalgetreue Rekonstruktion.

    Dies scheint klischeeverwurzelte, ideologische Denkweisen so zu verwirren bzw. überfordern, dass man lieber auf andere Themenbereiche ausweicht.


    Der Gegensatz zwischen Bundesstiftung und Land Berlin ist jedoch hier der einzig bedeutende entscheidende Streit.


    Und letztlich hätte das Land das letzte Wort.:

    https://entwicklungsstadt.de/b…nalgetreue-rekonstruktion

    "..Das Land Berlin wünscht sich eine historische Rekonstruktion des Gebäudes.

    Was die bauliche Umsetzung des zukünftigen Gebäudes angeht, soll ein möglicher Wiederaufbau in moderner Form oder als Hybrid-Variante durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verhindert werden, wie Der Tagesspiegel erfahren haben will.

    So soll die Senatsverwaltung einen Entwurf zur „Verordnung über die äußere Gestaltung der wiederzuerrichtenden von Karl Friedrich Schinkel erbauten Bauakademie am Schinkelplatz 1 in Berlin Mitte, Ortsteil Mitte“ erarbeiten haben, die wohl eine historische Rekonstruktion zwingend vorschreibt.

    Senatsverwaltung macht Vorgaben für originalgetreue Rekonstruktion

    Das Land Berlin würde damit dem Bund, der Bauherr des Projekts ist, die Gestaltung des Gebäudes quasi vorgeben...."



  • Bekanntlich ist dieser linke Berliner Senat - im Gegensatz zu der Bundesstiftung - für eine originalgetreue Rekonstruktion.

    So pauschal lässt sich das leider nicht sagen. Senatsbaudirektorin Kahlfeldt ist bekanntermaßen eindeutig für die Rekonstruktion, im übrigen Senat, insbesondere bei den Grün*innen aber auch bei den SED-Nachfolgern gibt es zahlreiche Befürworter "zeitgenössischer" und - damit aus deren speziellen Sicht - "klimagerechten" Architektur. Mein Eindruck ist das die Reko-Freunde innerhalb des Senats eher isoliert dastehen. Leider.


    Dass das Klimathema hier angesprochen wird sollte dich nicht irritieren. Es war schließlich die Bundesstiftung, die dieses Thema völlig unnötigerweise und wenig sachgerecht dem Schinkelbau ideologisch aufgepfropft hat und zum Maß aller Entscheidungen gemacht hat. Daraus ergibt sich hier die (eigentlich themenabweichende) Diskussion.

  • Hoffen wir, dass Frau Kahlfeldt und Herr Geisel dem Bausektoren des Senats noch so lange vorstehen, bis eine zumindest äußerliche Rekonstruktion durchgesetzt wurde.

  • So pauschal lässt sich das leider nicht sagen. Senatsbaudirektorin Kahlfeldt ist bekanntermaßen eindeutig für die Rekonstruktion, im übrigen Senat,

    Doch, das lässt es sich im Prinzip schon, weil es allein auf die Meinung und Handlungen der zuständigen Stellen ankommt. Und das ist nunmal der SPD Bausenator (und i.Ü. erst nachrangig die Senatsbaudirektorin Kahlfeldt, wobei ja wohl beide für die Rekonstruktion stehen).


    Offensichtlich liegt auch die Regierende Bürgermeisterin auf seiner Linie.


    Und Grüne im Abgeordnetenhaus gehören I.Ü. auch nicht zum Senat.

  • Und Grüne im Abgeordnetenhaus gehören I.Ü. auch nicht zum Senat.

    Haben denn die Grünen-Fraktion und die grünen Senatsmitglieder unterschiedliche Meinungen zur Bauakademie? Wohl her nicht... Die Frage ist doch ob sich Frau Kahlfeldt am Ende durchsetzen kann. Und auf Giffey und Geisel dürfte in dieser Frage auch wenig Verlass sein, die werden in den nächsten Wochen voll damit beschäftigt sein bei der wahrscheinlichen Wahlwiederholung nicht vom Thron gestoßen zu werden.


    Entscheidend ist aber sowieso derzeit dass die Bauakademie ein Bundesbau ist und in dem zuständigen Bundes-Gremium reichlich ideologische Hardliner zu sitzen scheinen.

  • Entscheidend ist aber sowieso derzeit dass die Bauakademie ein Bundesbau is...


    Wer kann uns denn hier wirklich mal erklären, was letztendlich entscheidend ist und wer letztendlich hier das letzte Wort hat? Bund oder Senat?
    Es fällt mir schwer zu glauben, dass die Senatsbaudirektion dem Bund beim Wiederaufbau der Bauakademie irgendwelche Vorschriften machen würde (in diesem Fall die äußerliche Rekonstruktion), wenn ihr dazu die Befugnis fehlte oder der Bund die Vorschriften einfach so übergehen könnte.

  • newly der letzte Satz schwant aber nichts Gutes:


    "Es bleibt nun abzuwarten, wie Guido Spars und der Bund als Bauherr mit dieser Vorgabe des Landes Berlin umgehen werden."


    Mich nervt diese Aussage:

    Die Bundesstiftung hat das Thinktank-Format gewählt, um in einem moderierten Abwägungsprozess den zum Teil divergierenden Ansprüchen an Rekonstruktion, Nachhaltigkeit und Innovationskraft gerecht werden zu können.

    Was ist an Rekonstruktion, Nachhaltigkeit und Innovationskraft divergierend?

    Es nervt mich, dass das Thema Klima mal wieder für egoistische Zwecke gekapert worden ist.

  • Was ist an Rekonstruktion, Nachhaltigkeit und Innovationskraft divergierend?

    Es nervt mich, dass das Thema Klima mal wieder für egoistische Zwecke gekapert worden ist.

    Das ist genau der entscheidende Punkt. Das "Klima" ist das Totschlagargument um eine Rekonstruktion zu verhindern. Da "rechte Spender", der Kolonialismus und "Walt Disney" bei dem Schinkelbau als Instrumente der Attacke einfach nicht taugen und in Frage kommen, bleibt eben nur noch das "Klima". Auch wenn das argumentativ völlig absurd ist... Ganz zu schweigen davon dass eine rekonstruierte Bauakademie mit Solardach und Wärmepumpe ausgestattet ihren Beirag zur "Rettung der Welt" beitragen könnte.

  • Man könnte den Eindruck gewinnen, die Menschen sind zunehmend von einem Bakterium befallen, welches die Blut-Hirn-Schranke überwindet und das Denken verändert.


    Wenn jemand von den Klimaschändern die Mona Lisa in Paris richtig beschädigt hätte, würden Restauratoren sich ans Werk machen, um den Originalzustand wiederherzustellen. Es wäre fatal, falls eine Malervereinigung dagegen protestieren würde, Motto: das ist ja nicht original und das Bild mit modernistischen Zutaten überarbeitet würde. Brüche im Bild. Mona Lisas neues Lächeln.


    Warum geht das hier bei Architektur? Die Bauakademie ist eine Stilikone von nationaler Tragweite. Eine Mona Lisa der Baukunst.

  • Warum geht das hier bei Architektur?

    Aus zwei Gründen.


    Erstens: Die Architekten sind viel zu scharf darauf, sich selber ein Denkmal in der Hauptstadt zu setzen, und möchten am liebsten (wie Schinkel) in die Geschichte eingehen. Das geht mit einer nachgebauten Fassade natürlich nicht.


    Zweitens: An einer Rekonstruktion ist ja bekanntlich nichts echt. Alles nur Disneyland. Außerdem sind Rekonstruktionen doch immer böse und kommen aus dem rechten Milieu. Das muss ganz klar verhindert werden.


    Weil das aber niemand so offen sagen möchte, wird jetzt einfach der Klimaschutz und die angebliche Nachhaltigkeit vorgeschoben. Eine Fassade, die schon vor mehr als 150 Jahren entworfen wurde, kann doch nach heutigen Maßstäben nicht nachhaltig sein. :wink:

  • Nun, deine Einlassung ist in diesem Strang auf den letzten beiden Seiten doch die umfangreichste, insofern fällt der Vorwurf der Langatmigkeit auf dich selbst zurück. Darüber hinaus driftet der Ton deiner Einlassung schon sehr in Richtung Beleidigung ab, überrascht aber auch nicht weiter, ist ja schließlich auch nicht das erste mal.


    Das Zitat "China trickst die EU aus" entstammt der Feder eines Journalisten des FOCUS.


    Der Punkt ist, dass die Begründung der Bundesstiftung Bauakademie zur Abkehr einer Rekonstruktion der Bauakademie ideologisch aufgeladen ist, indem sie dieses Gebäude zu einem Demonstrationsvorhaben für innovatives, zukunftsorientiertes und nachhaltiges Bauen, sowie zu einem Pilotprojekt zur Novellierung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) hin zu "BNB 2.0" auserkoren hat, um damit die Chancen für experimentelles Bauen auf Bundesebene zu nutzen.


    All das natürlich verknüpft und letztlich begründet mit dem hehren Ziel im Kampf gegen den globalen Klimawandel.


    Weshalb soll den gerade die Bauakademie oder ein anderes Rekonstruktions-Objekt zu solchen Zielen herhalten? Das ist letzten Endes nichts weiteres als eine allzu offensichtliche, fadenscheinige Begründung, um Rekonstruktionen zu verhindern, wenn andere Strategien nicht greifen, etwa die Verknüpfung eines solchen Bauwerkes mit Militarismus und Faschismus.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Da hat Kilb mal einen guten Kommentar geschrieben. Es kommt mir wirklich nur noch der Ekel hoch angesichts des egomanen Verhaltens dieser "Projektentwickler".

  • Eigentlich muesste man jetzt sagen: ""Willkomen in der Volks Republik Berlin "" :cool:

    Es schaut danach aus das Deutschland sich Weltweit als Muster Beispiel des Klima Neutralen Bauen beweisen moechte.


    Man haete natuerlich auch die ganze Ecke in Europa City, Gleisdreieck oder Ost Bahnhof auswaehlen koennen, aber man hat abzichtlich dieses schoene Gebaeude ausgewaehlt damit man weltweit sehen kann das Klima Neutrales Bauen wichtiger ist als irgendwelches Gebaeude eines der besten Deutschen Artchitekten aus dem 19 Jahrhundert..


    Aber warten wir es mal ab nach 30 Jahre"" nichts"" koennen wir auch noch weitere Jahren warten. Ich schaetze Frau Luescher und Ihre Verbuendeten ( obwohl nicht mehr im Ambt) wird sich riesig freuen,


    Vielleicht wrd es noch Politker geben die den Mut haben sich geven diesen Klima Neutralen Idee gerade fuer diesen Platz in Berlin, abzulehen


    Frage: was hat so ein schoenes Gebaeude eigenlich ueberhaupt mit Politik zu tun, nichts doch??

  • Im RBB-Radio gibt es ein Interview mit Guido Spahrs. Darin betont er (ab Min. 2:45) dass zwar kein "Glaskasten oder UFO" gebaut werden solle, dass aber die Verwendung von Ziegeln unter der Prämisse stünde "kein Co2 unnötigerweise zu verschwenden". "Re-use-Ziegel" seien daher eine Option... Tatsächlich? Soll das wirklich ein ernsthafter Vorschlag sein, an die bereits vorhandene Ecke alte womöglich versiffte Ziegel anzumauern??


    Währenddessen positionieren sich die Grünen innerhalb des Senats und die Grünen-Fraktion auch immer deutlicher gegen die Schinkelfassade, wie die Morgenpost berichtet. Man wolle eine "begrünte Fassade". Efeu und Knöterich statt Schinkel?? (und der gegenüberliegende Schlossplatz darf weiter eine grünfreie Steinwüste bleiben?) :gehtsnoch: