Berlin - Wiederaufbau der Bauakademie

  • Geht es den Blockierern auch darum, listig zu verhindern, das man dann die Leistungen der Architekten in der Epoche Schinkels mit ihrer eigenen gegenwärtigen Leistung vergleichen könnte?"

    Dr. Monika Reiher

    Ich glaube, treffender kann man das Hauptproblem des heutigen Architektur-Mainstreams nicht beschreiben...

    Exakt darum geht es. Nur können wir nichts dafür, daß die meisten zeitgenössischen Architekten keine adäquaten Lösungen finden.


    Wer könnte das Problem besser beschreiben als der Meister selbst:


    "Sehr bald gerieth ich in den Fehler der radikalen Abstraction, wo ich die ganze Conception für ein bestimmtes Werk der Baukunst aus seinem nächsten trivialen Zweck allein und aus der Construction entwickelte. In diesem Fall entstand etwas Trockenes, Starres, das der Freiheit ermangelte und zwei wesentliche Elemente ganz ausschloß: das Historische und die Poesie."


    KF Schinkel, Einleitung zum Architektonischen Lehrbuch

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Die Stelle des Gründungsdirektors der Bauakademie ist erneut ausgeschrieben worden:


    http://www.foerderverein-bauak…tiftung%20Bauakademie.pdf


    Neue Entwicklungen im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung (hoffentlich Rekonstruktion) der Bauakademie sind auf der Seite des Fördervereins zu lesen


    http://www.foerderverein-bauakademie.de/


    Ein besonderes Engagement des Innenministeriums oder dessen Leitung das Vorhaben zu beschleunigen kann ich da nicht erkennen.

  • Es gibt einen Bericht im Tagesspiegel, der sich mit der erneuten Stellenausschreibung für den Gründungsdirektor befasst. Das Beste daran, ist der letzte Abschnitt.

    (...) Daran besteht kein Zweifel: Hätte der Bundestag vor Gründung der Bundesstiftung Baukultur das Geld für den nur aus städtebaulich-architektonischen Gründen gewünschten Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie lockergemacht, hätte man nicht (wie beim Schloss) mühsam sinnvolle Nutzungen und Legitimation aus dem Hut zaubern müssen, sondern die Bundesstiftung Baukultur darin untergebracht.


  • Bei einer Überlegung, die Bauakademie als Gebäude für die Stiftung Baukultur auszuwählen, hätte es sicherlich genug Mahner gegeben, man möge nicht durch Auswahl eines bestimmten Baustils eine Vorfestlegung treffen, was "Baukultur" bedeutet.


    Das aktuelle Gebäude der Stiftung Baukultur in Potsdam hingegen sieht aus, als wäre die Klassik mit der Moderne ins Bett gestiegen - wohl in der Hoffnung, es sich mit keiner Architekturströmung zu verderben.


    Das Problem ist halt, dass man eine derartige Diskussion heutzutage nicht von der Symbolik befreit bekommt. Wenn es schlicht so wäre, dass die Stiftung in der wiederaufgebauten Bauakademie säße, würde sich kaum jemand darüber Gedanken machen.

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Der Sachverhalt ist nun aber mal, dass die Bauakademie von der DDR-Regierung gesprengt wurde.

    Insofern baut man hier nicht irgend etwas neu, sondern muss die Geschichte berücksichtigen.

    Ein reines mahnendes Westgremium, das nur sich selbst und seinen Interessen huldigt, ist ohnehin abzulehnen.

    Die können gerne in Bonn bauen.

  • Ich würde auch ungern dem damaligen Unrechts-Regime den späten Triumpf gönnen, dass sein Zerstörungswerk endgültigen Charakter bekommt.


    Zu erlauben, dass die Folgen von Verbrechen unerzwungen die Zeit des Täters überdauern, wäre ein fatales Signal für die Zukunft.

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Guido Spars wird der neue Gründungsdirektor der Stiftung Bauakademie.

    Das kann man erstmal neutral hinnehmen und auf seine ersten Taten warten. Besonders interessant wird die Ausschreibung des Architekturwettbewerbs.


    Laut Artikel wird sich die künftige Bauakademie unter Guido Spars hauptsächlich mit der Immobilienwirtschaft und Bauindustrie auseinandersetzen.


    Der vollständige Artikel:

    https://www.baunetz.de/mobil/meldung.html?cid=7558416

  • (...) Die Rekonstruktion des Schinkel’schen Akademiegebäudes gegenüber dem Berliner Humboldtforum wird vom Bund mit 62 Millionen Euro gefördert. (...)

    Das ist wohl die wichtigste Aussage des Textes. :biggrin:


    Dieser Herr Prof. Dr. Spars scheint ein ganz sympathischer Typ zu sein. Bei YouTube gibt es Vorträge von ihm zu sehen. Außerdem hat er einiges vorzuweisen:


    https://www.oekonomie-arch.uni…/prof-dr-guido-spars.html


    Warten wir mal ab, wie sich das Projekt weiter entwickelt.

  • Ein interessanter "Container" wurde auf der Baustelle platziert, nicht modern aber auch keine originale Schaufassade.


  • Es ist ein Jammer mit der Bauakademie.Wie lange bemüht man sich um dessen Wiederaufbau an dieser zentralen Stelle eigentlich? Müssten fast 30 Jahre sein.:opa:Und noch immer gibt es keinen Lichtblick.

  • Das wird vermutlich erst mit der nächsten Bundesregierung weitergehen.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • ... Und ob Rot-Rot-Grün und eine Kanzlerin Baerbock einer weiteren Reko gewogen sein werden bleibt auch noch abzuwarten. :augenrollengruen:

  • das wird dann ein Rot-Rot-Gruene Regiering und damit koennen wir den ( seit 31 Jahren gewuenschnten Wiederaufbau) vergessen?

    Einige hier sind jetzt als Spökenkieker unterwegs, wie unsere norddeutschen Mitmenschen sagen würden?

    Natürlich fließt bis September noch eine Menge Wasser die Spree hinunter, aber bei mir sind gemäß heutiger Umfrageergebnisse von Forsa 23% Grün, 15% SPD und 7% Linke immer noch nur 45%, während hier schon eine Rot-rot-Grünes Schreckensbild an die Wand malen.

    Viele Wochen /Monate konnte man eine deutliche Mehrheit für Schwarz-Grün ablesen, die derzeit immer noch 50% erbringen. Und, was zu hoffen ist, (man muss optimistisch bleiben), sich die Corona-Lage trotz vieler Impfpannen und anderer Peinlichkeiten bis September deutlich entspannt, werden auch die Werte bei der CDU wieder verbessern.

    Das soll es an Politisiererei meinerseits auch gewesen sein.

  • die beste Chance fuer einen Wiederaufbau gab es ungefaehr im Jahre 2000 als die Alte ( Neue) Komandatur von BMG (jetzt Sony ) wiederaufgebaut wurde. Sicherlich haette der Architekt diesen Wiederaufbaus, Thomas van den Valentyn, da einene guten Entwurf gemacht, haette er die Chance dafuer gehabt. Ich weiss nicht wo, wann und wieseo das nicht geklappt hat( ja , es gab ja auch noch privat Inititiatieven aber da ist irgendetwas gescheitert)