Düsseldorf

  • Ja, der Zustand des Mosaik lässt sicher zu Wünschen übrig. Eine Zeit lang war sogar der gesamte Eindruck der Denkmal-Anlage bedenklich, ich meine es war zeitweise sogar nicht zugänglich.

  • Vorher / Nachher: Düsseldorf-Friedrichstadt / Friedrichstraße No. 142


    Vorher: Link zu Maps


    Nachher:

    Gut gewollt. Aber gut gemacht sieht dann leider anders aus, wobei ich hier in Leipzig diesbezüglich wahrlich auch luxusverwöhnt bin.

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • Offenbar! Erst war ich beim Anblick ganz begeistert, aber als ich die Situation bei Maps verglich, fand ich es nicht mehr so super.

  • Hm, das ist ja sehr unschön. Sieht jetzt irgendwie nach 90er-Jahre-Postmoderne, oder auch Las Vegas aus. Die Proportionen stimmen ja leider gar nicht mehr, auch weil ein Geschoss mehr untergebracht wurde und das EG viel zu niedrig ist. Besonders schlimm finde ich die Fenster, bei denen die Oberlichter nun ein liegendes Format haben. Außerdem wirkt der Stuck sehr flach und sieht nach Plastik aus. Wenn man das mit dem Bild aus Streetview vergleicht sieht man auch, dass es sich früher um zwei Häuser gehandelt hat. Wirkt wie eine Karikatur der Vorgängerbauten

  • Der Kö-Bogen 2 steht in den Startlöchern. Geplant sind grün überspannte Gebäude. Das ganze Ensemble heißt dann "Ingenhoven-Tal". https://www.antenneduesseldorf…schauspielhaus_17363.html Ingenhoven hat sich bei der grünen Terrasse wohl vom Lincoln Center in New York inspirieren lassen http://www.glenwoodnyc.com/man…r-s-rooftop-illumination/
    Ich sehe in dem "nachhaltigen" Ensemble in Düsseldorf keine langzeitige Zukunft. Es ist in meinen Augen wie das begrünte EKZ in Koblenz nur eine modische Spielerei und keine schön gestaltete Fassade, die Langlebigkeit verspricht https://commons.wikimedia.org/…rhein_02_Koblenz_2013.jpg

  • Während in Münster für den Erhalt der JVA gekämpft wird, verschwand ziemlich still und leise die JVA Düsseldorf ("Ulmer Höh'") im Stadtteil Derendorf, ebenfalls aus der Kaiserzeit. Das einzige, was geblieben ist, ist die ehemalige Gefängniskapelle.
    Artikel auf RP-Online


    Darüber hinaus wird auch das Gebäude der WestLB abgerissen, was bleibt ist die Natursteinfassade des ältesten Gebäudeteils von 1895:
    Artikel auf RP-Online

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ja, die WestLB war nicht schön, aber das neuere Gebäude (aus den 80ern?) dahinter ist noch deutlich hässlicher und unpassender. Grausig ist auch der Klotz der nun dahin kommen wird
    http://www.wz.de/lokales/duess…-fassade-bleibt-1.2335227
    Man kann aber zustimmen, dass die alte Fassade dort besser zur Geltung kommen wird. Diese wird das einzige und ziemlich deplatzierte Schmuckstück in dem neuen Kasten.


    Ulmer Höh finde ich auch sehr ärgerlich, da hätte man noch etwas draus machen können.

  • "'Man kann nicht jedes 160 Jahre alte Haus unter Denkmalschutz stellen', sagt Bezirksbürgermeister Walter Schmitz (CDU)."


    Neiiin, um Gottes willen. Davon gibt es in Düsseldorf bekanntlich ja noch viel zu viele, nach über 200 Luftangriffen.

  • und haben das Projekt - bis auf wenige Ausnahmen von ewig Gestrigen - wohlwollend abgenickt

    Was soll man auch von einem Grünenpolitiker, der ja bekanntlich (wenn man den Beiträge in diesem Forum die aus allem ein Politikum machen glauben schenken darf) geschichtslos sein muss, auch anderes erwarten als ewig gestrig zu sein. Widerspricht sich irgendwie? Ach ja!

  • Wer Ironie in meinem Beitrag fndet kann sie gerne behalten - ansonsten bitte nochmal lesen.


    Aber ja, ich finde das Engagement eines Grünen in diesem Fall ungewöhnlich und sehr löblich!

  • Die Ironie habe ich schon verstanden.


    Die in meinem Beitrag zu findende Ironie betraf auch nicht den unter Bezug genommenen, sondern die in diesem Forum immer wieder zu findende Meinung: Konservativ = Stadtbild in unserem Sinne erhaltend und Grüne = Modernistisch. Die These ist wie zum wiederholten Male und auch hier, aus realen Beispielen festzustellen ist, eben falsch.


    Darauf hinzuweisen, ist immer wieder nötig, weil ich immer mehr den Eindruck gewinne, gerade den vielschreibenden Forumsteilnehmern geht es gerade nicht um Stadtbildpflege, sondern darum ihre (partei-)politischen Meinungen zu verbreiten.

  • Grüne und Linke wollen häufig einen "Kiez", das heißt gemischtes (Wohn-)Viertel mit Altbau, wenig Individualverkehr etc. Deshalb setzen sie sich in solchen Stadtteilen häufig für entsprechende Gebäude und gegen Beliebigkeits-Investorenbuden ein; neben der allgemeinen Abneigung gegen die "Kapitalisten".


    Allerdings werden im öffentlichen Raum historische Rekonstruktionen von diesen Politikern blockiert und abgelehnt, da sie dahinter einen "revisionistischen", "konservativen", "deutschtümelnden"... Geist vermuten.


    Ergo: Man selbst will in schönen historistischen Vierteln wohnen, die möglichst wenig Verkehr abbekommen und durch entsprechende Mietpreise zumindest die absolute Unterschicht draußen halten, während der öffentliche Raum doch bitte enthistorisiert - "Modernität im Gesamtzusammenhang" - werden kann.