Frankfurter Bausituation

  • Hatten wir das schon? Zufällig entdeckt:


    In Frankfurt wird neben dem Goethehaus das deutsche Romantikmuseum gebaut.


    https://deutsches-romantik-museum.de/


    Dazu noch 3 weitere aktuelle links:


    http://www.fnp.de/nachrichten/…k-Museum;art46564,2057170


    Hier die Visualisierungen der neuen Gebäude, von Christoph Mäckler, der auch das Augustiner-Museum in Freiburg umgebaut hat. An der Fassade so ein BLAUER Laternenerker, wohl eine Anspielung auf die BLAUE BLUME DER ROMANTIK!?


    • DE-60311 Frankfurt am Main
    • 09/2014
    • Ergebnis

    Goethehöfe - Deutsches Romantik-Museum


    Zuschlag Nach Überarbeitung Museumsbau
    https://www.competitionline.co…7a32e9cf19d9c89_16384.jpg
    Perspektive Großer Hirschgraben, © Prof. Christoph Mäckler Architekten




    Hm, sieht alles etwas trutzig abweisend aus, überhaupt nicht romantisch. Mäckler hat wohl die Kitsch-Befürchtungsbremse im vorauseilenden Gehorsam gezogen!?


    Presseartikel
    http://www.fnp.de/nachrichten/…k-Museum;art46564,2057170


    Typisch hierin:
    Frankfurt/Main.


    "Eigentlich galt das geplante Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt wegen Geldmangels bereits als Totgeburt. Doch das überwältigende Engagement von Bürgern mit 6,3 Millionen Euro Spenden hat es nun möglich gemacht.
    Nach jahrelanger Debatte wurde am Montag für das Projekt, das direkt neben dem Geburtshaus von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gebaut wird, der erste Spatenstich gesetzt.
    Damit wird ein eigenes Haus für eine literarische Epoche errichtet, mit der vor allem das Ausland gerne Deutschlands Dichterwelt identifiziert. Die Bundesrepublik selbst tut sich mit der Romantik ungleich schwerer, weil damit auch oft reaktionäre Strömungen verbunden werden."


    http://www.museumsufer-frankfu…od1812-details1/2312.aspx


    Als Muesumsprojekt an sich sehr schön und längst überfällig! Die Architektur eher zweitrangig, leider!



    Moderationshinweis (Zeno):
    Eingebundenes Bild wegen Urheberrechts durch Link ersetzt

  • Hier noch bessere Visus des Deutschen Romantik-Museums. Der Innenhof der Goethehöfe mit den Laubengängen ganz passabel. Aber Mäcklers Romantikmuseum auf der Straßenseite sowas von unromantisch,... das "erschlägt" ja das Goethehaus. So eine einfallslose Trutzarchitektur.


    https://www.competitionline.com/de/projekte/61339


    und hier überarbeitet:


    http://www.landes-partner.de/a…deutsches-romantik-museum

  • Mäckler zeigt leider wieder, dass er zwar zu den besten Architektur-Theoretikern gehört, in der Praxis aber immer wieder das gesagte nicht umsetzt. Der Entwurf ist in etwa so, als wenn ein Museum für moderne Architektur in einem Fachwerkhaus untergebracht wird. Das hat nichts mit Romantik zu tun.


    Der Spirit der Romantik von Phantasie, Gefühl, Leidenschaft und Intensivität sind in diesem gesichtslosen Gebäude beim besten Willen nicht zu erkennen. Die Spender wurden regelrecht betrogen. Die Entwurfsjury hat grandios versagt. Schade, dass hätte ein überregionales, international bedeutendes Museum werden können.

  • Für das Stadtentwicklungskonzept gibt man vor auf Bürgerbeteiligung zu setzen. Was unter dem Strich bei herauskommt steht in den Sternen, aber entgehen lassen sollte man sich die Chance seine eigenen Ideen zur Stadtentwicklung (dabei scheint es neben Stadtgesellschaft und Umwelt wohl vor allem auch um Verkehr und Stadtbild zu gehen) einzubringen auf keinen Fall.
    Unter Frankfurtdeinestadt.de gehts zur Beteiligungsplatform.


    Ich hoffe vor Allem auf zahlreiche Vorschläge zu Rekonstruktionen und klassischen Architektur/Städtebauprojekten. Noch bis Ende Juli ist Zeit dazu.

  • Das Gebaäude wirkt eher so, als ob sich darin das Museum für die Geschichte der deutschen Luftschutzkeller befindet.


    Man merkt einfach mal wieder, daß hier mit Absicht ein Kontrapunkt zum Inneren gesetzt werden soll, quasi als Abgrenzung von dem Gedankengut der Romantik. Genauso wie sich die Verantwortlichen in Frankfurt gegen jedes neue Fachwerkhaus als Ausdruck der deutschen Volksseele wehren und nur bei äußerstem Druck der Bevölkerung aktiv werden, so wollen sie jede Erinnerung an die "deutsche" Epoche schlechthin tilgen.
    Das Museum der Romantik sollte man lieber in einer Stadt bauen, die sich ihres entsprechenden Erbes nicht schämt, z.B. in Quedlinburg, Rothenburg ob der Tauber oder Dinkelsbühl.

  • Das Museum der Romantik sollte man lieber in einer Stadt bauen

    Nein, man sollte es nicht bauen. Landauf, landab gibt es jede Menge größere historische Gebäude, für die sich - gerade außerhalb der Ballungsräume - schwer Nutzungen finden lassen. Das ist doch eines der großen Probleme der Denkmalpflege, die fehlenden Nutzungsmöglichkeiten. Also nichts neues bauen, sondern die Romantik bewahren durch die Nutzung der Altbauten!

  • Der Bau wirkt uninspiriert und wird dem Thema nicht gerecht. Das blau glimmende Eckfenster wirkt aufgesetzt wie eine lustlose Glasstein-Wand in einem Treppenhaus der 60iger Jahre. Man hätte in der Tat das Museum in einen Altbau integrieren können, oder besser den Entwurf einem künstlerisch-kreativen Architekten wie Rob Krier überlassen sollen.

  • Die Online-Beteiligung für das Stadtentwicklungskonzept 2030 (Link: Frankfurtdeinestadt.de, direkt zur Vorschlagsliste gehts hier) läuft nur noch 18 Tage. Auch wenn die Einflussmöglichkeiten sicherlich begrenzt sind, kann ich nur jeden ernsthaft Interessierten aufrufen die Chance wahrzunehmen durch Ideen, Kommentare, Likes den Verantwortlichen in der Stadt zumindest Denkanstöße in die richtige Richtung zu geben. Wenn man schon die Möglichkeit hat, sollte man sie auch wahrnehmen, ansonsten wird jegliches Lamentieren an den Zuständen unglaubwürdig.
    Neben so einigen das Thema verfehlenden Mikromanagement-Vorschlägen gibt es ja doch auch schon einige Vorschläge zu Neubaugebieten, Rekonstruktionen, etc.
    Insbesondere den in diesem Forum versammelten ist doch sehr ans Herz zu legen, sich für weitere Rekonstruktionen (bereits vorhanden sind Beiträge zum Schauspielhaus, Rathausdächern und weitere Altstadtrekos) und generell einen klassischeren Baustil beim Bauen im Bestand, bei der Stadtreparatur und teils auch bei völlig neuen Siedlungsgebieten auszusprechen oder entsprechende Vorschläge zu unterstützen.