• Ich konnte den Artikel als Ganzes lesen und ich kenne Hannover einigermaßen gut.

    Tastsächlich kenne ich Hannover überhaupt nicht aus persönlicher Anschauung, sondern lediglich über Bilder und Videos.

    Der Wiederaufbau der Hannoveraner Innenstadt war und ist für mich ähnlich wie Stuttgart der Inbegriff eines missratenen Wiederaufbaus, der eben auch ideologiegetrieben (fortschrittlich, autogerecht) und folglich radikal war.

    Ich bin froh, dass beispielsweise in München ein anderes, konservativeres Wiederaufbaukonzept verfolgt wurde

    Dass in Hannover grundsätzlich Handlungsbedarf besteht, das sehe ich durchaus aber wenn ich Aussagen vernehme wie "radikal verbannen", dann werde ich hellhörig.

    Gegenüber Stockholm und Kopenhagen hat Hannover natürlich den schwerwiegenden Nachteil einer wenig attraktiven (z. T. hässlichen) Innenstadt.

    Aber ich drücke Hannover die Daumen, dass die richtigen Weichen gestellt werden, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten.

    Womöglich ist hier ein Blick in die deutsche Partnerstadt Hannovers, nach Leipzig, hilfreich.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Insofern möchte ich hier klar widersprechen, dass es in den meisten deutschen Innerstädten so aussehen würde, wie auf dem von dir gezeigten Ausschnitt der Hannoveraner Innenstadt.

    Das hat sich jetzt überschnitten. In einigen ostdeutschen Städten wie Weimar, Leipzig oder Erfurt ist die Situation eine etwas andere. Möglicherweise auch in einigen Städten in Bayern und anderswo. Aber ich denke du weißt was ich meine. Dieses gilt nicht für die Mehrzahl deutscher Städte. Ansonsten verweise ich auf Essen, Köln, Duisburg, Frankfurt, Stuttgart, Saarbrücken, Dresden, Karlsruhe, Mannheim, Mainz, Chemnitz, Kassel, Bochum und so weiter und so fort. In all diesen Städten findet man hässliche Innenstadtstraßen ohne Ende.

    Ansonsten danke fürs Daumen drücken. Über den missratenen Wiederaufbau der Innenstadt müssen wir nicht lange diskutieren.

  • Aber mal ehrlich: das sieht in den meisten deutschen Innenstädten leider nicht viel anders aus.

    Es haben dir schon einige widersprochen, und ich will es auch nochmal tun:
    Das Hannover-Beispiel ist schon extrem hässlich (komplett modernistisch) und trist. Die Innenstädte der meisten deutschen Städte sehen Gott seit Dank nicht so aus. Deutschland hat unzählige sehr schöne und gut erhaltene Kleine und mittlere Städte, und selbst viele Großstädte haben noch ihre schönen, recht gut erhaltenen oder wiederaufgebauten Zentren. Selbst die allergrößten, wie Berlin, Hamburg und München.

  • Es haben dir schon einige widersprochen, und ich will es auch nochmal tun:

    Dann lebst du in einem anderen Deutschland als ich. Ein Paralleluniversum, in dem es den Zweiten Weltkrieg nie gegeben hat vielleicht? In meinem Universum haben Hamburg und Münchens Innenstädte aber auch noch viele schöne Ecken. Viele Städte hier wie z.B. Essen, Köln, Duisburg, Frankfurt, Stuttgart, Saarbrücken, Dresden, Karlsruhe, Mannheim, Mainz, Chemnitz, Kassel, Bochum und viele andere sind aber schon sehr kaputt. Die meisten an vielen Stellen noch weitaus kaputter als Hannover. Viele Grüße also in dein anderes besseres Deutschland du Glückspilz!!!

  • Dann lebst du in einem anderen Deutschland als ich. Ein Paralleluniversum, in dem es den Zweiten Weltkrieg nie gegeben hat vielleicht? In meinem Universum haben Hamburg und Münchens Innenstädte aber auch noch viele schöne Ecken. Viele Städte hier wie z.B. Essen, Köln, Duisburg, Frankfurt, Stuttgart, Saarbrücken, Dresden, Karlsruhe, Mannheim, Mainz, Chemnitz, Kassel, Bochum und viele andere sind aber schon sehr kaputt. Die meisten an vielen Stellen noch weitaus kaputter als Hannover. Viele Grüße also in dein anderes besseres Deutschland du Glückspilz!!!

    Gut, wenn wir jetzt unbedingt sarkastisch werden müssen:
    Vielleicht kommst du nicht oft genug aus dem hässlichen Hannover heraus? ;)
    Und selbstverständlich hat es den Zweiten Weltkrieg gegeben. Meine Heimatstadt wurde zu über 40% zerstört, dennoch ist die Innenstadt hier größtenteils schön, und historische wie modernen Bauten wechseln sich ab. Manchmal herrscht das eine, manchmal das andere vor. So abgrundtief unattraktive, gänzlich aus Nachkriegsschrott bestehende Straßenzüge, wie der erste in deiner Bilderreihe, sind hier in der Minderheit.

    Viele Städte, die du aufzählst sind tatsächlich mittlere bis schwere Katastrophen, aber sie sind nicht die Mehrzahl der deutschen Städte. Du hast allgemein von deutschen Städten gesprochen, nicht nur von Großstädten. Es gibt hunderte kleine und mittlere Städte in Deutschland, die überwiegend schön und gut erhalten sind und das allgemeine Lagebild aufwiegen und aufwerten.

    Zu München und Hamburg: Die haben beide einige hässliche Ecken, aber sie haben dafür recht schöne bis sehr schöne sehenswerte Innenstädte, vor allem München. Wenn du mir erzählen willst genau diese Hannoveraner Zustände herrschen dort vor, warst du wohl noch nie in München. Es wäre einen ersten Besuch wert! :)

  • Vielleicht kommst du nicht oft genug aus dem hässlichen Hannover heraus?

    Ah, nun hast du die Katze aus dem Sack gelassen. Haben dir die vielen Bilder in den Galeriesträngen missfallen? Geht es um Neid, Missgunst, oder schlicht um die Tatsache, dass doch ausgerechnet das doofe Hannover nicht noch so viel Altbausubstanz besitzen darf?

    Zugegeben, der Grossteil der Innenstadt ist keine Augenweide, aber ein paar nette Ecken gibt es auch hier. Strassen wie die Schmiedestrasse gibt es in den Zentren deutscher Grossstädte zudem zuhauf.

    Und Entschuldigung, dass ich von deutschen Städten ohne Spezifizierung gesprochen habe. Das war natürlich ein schöner Ansatzpunkt zum rein grätschen. Natürlich ging es in erster Linie um Grossstädte. Alles andere macht in dem Kontext der ursprünglichen Diskussion ja eher weniger Sinn. Die kleineren Städte wurden im Krieg mehrheitlich ja weitaus weniger stark getroffen. Da gibt es hier im Norden auch noch viele schöne Städte: Hameln, Celle, Wolfenbüttel, Lüneburg ... Und in München war ich auch schon, schöne Stadt. Du kannst auch gerne noch weitere Städte aufzählen die schön sind.

    Eigentlich ging es um eine Diskussion wie man durch Verkehrsberuhigungen in Innenstädten lebenswerten Stadtraum zurück gewinnen kann. Hast du auch was zum Thema beizutragen oder geht es dir generell nur um hässliche Sticheleien?

  • Ah, nun hast du die Katze aus dem Sack gelassen. Haben dir die vielen Bilder in den Galeriesträngen missfallen? Geht es um Neid, Missgunst, oder schlicht um die Tatsache, dass doch ausgerechnet das doofe Hannover nicht noch so viel Altbausubstanz besitzen darf?


    Hast du auch was zum Thema beizutragen oder geht es dir generell nur um hässliche Sticheleien?

    Auweia, da wurde wohl ein Nerv getroffen. Du musst nicht gleich Missgunst, Neid und generell boshafte Sticheleien in allem sehen, was dir widerspricht oder die Ehre deines Hannovers verletzt.

    Es bleibt dabei, nicht alle sind deiner Meinung, dass die meisten deutschen Innenstädte so unattraktiv (für dich verträglicheres Wort?) sind, wie auf den besprochenen Hannover-Bildern zu sehen ist.

  • Zum Thema... in dem Artikel heißt es u.a.

    Quote

    [...]

    Fußgänger und Fahrradfahrer sollen hier möglichst flächendeckend Vorrang haben. Entsprechende, bis ins Umland führende Radrouten sind geplant und zum Teil bereits eingerichtet. „Die Zeit der Experimente“, so Onay, „ist vorbei. Wir stärken das Zentrum als resilienten Einzelhandels- und Wirtschaftsstandort – attraktive Aufenthaltsräume bekommt man im Onlinehandel nicht. Und den Menschen geben wir Planungssicherheit, was auf sie zukommt.“

    Das wird eine ganze Menge für die Hannoveraner. Die sind es seit dem Wiederaufbau ihrer im Zweiten Weltkrieg weitgehend zertrümmerten Stadt gewohnt, nicht nur mit Straßen- und Stadtbahnen, sondern auch mit dem eigenen Pkw einigermaßen zügig in und im Zweifel auch durch ihre Stadtmitte zu fahren. Zumindest Letzteres soll künftig selbst auf Schleichwegen nicht mehr möglich sein. „Wir gestalten die Straßen der Innenstadt autofrei. Durchgangsverkehr unterbinden wir“, heißt es im Mobilitätskonzept des Oberbürgermeisters.

    [...]

    Bestehende Ampelanlagen sollen im Stadtzentrum weitgehend abgebaut werden. Ladesäulen für die E-Mobilität wird es ausschließlich in den Parkhäusern geben, nicht im Stadtbild. Den wenigen verbliebenen Fahrbahnen innerhalb des City-Rings werde nur „das notwendige Minimum an Platz“ eingeräumt.

    [...]


    So, die "Zeit der Experimente" ist vorbei. Ich würde eher sagen, dass ist ein riesiges Großexperiment, nicht ganz ohne Ideologie. Man schwankt von einem Extrem ins andere. In der Nachkriegszeit autogerecht und heute "fahrradgerecht". Maß und Mitte gibt es nicht mehr. Ob es wirklich so 'menschengerecht' wird, wie versprochen, wird sich noch zeigen müssen. Andererseits, gut, in Hannovers Innenstadt ist größtenteils eh Hopfen und Malz verloren, ich bin ehrlich gespannt, ob das im größeren Stile etwas ins positive wendet, sei es Belebung, Handel oder Architektur. Eine niederländische Innenstadt wird auch 2030 Hannover freilich nicht haben.

    Ich weiß nicht, ob es in Hannovers Innenstadt Straßen/Plätze gibt, an denen Handy- und Dönerläden bzw Shishabars dominieren, aber es könnte sich positiv auswirken, wenn eine gewisse übliche Klientel dort nicht mehr mit ihren dicken Wagen flexen kann…

    2030 solls komplett umgesetzt sein, aber man wird sicher schon vorher einige Resultate sehen. Der Wähler wird Herrn Onay dann zwischenzeitlich auch schon gezeigt haben, ob er das auch alles so toll findet und ob Onay damit weitermachen kann oder ob sie ihn mit seinem Konzept - vor Vollendung - in die Wüste schicken...

    Wenn die Konzepte nicht zu Ende gedacht werden, dann kann auch sowas dabei rauskommen:

    Frankfurt: Wenn die „Verkehrsberuhigung“ bei Anwohnern Ängste auslöst - WELT
    Autoverkehr raus aus der Innenstadt: Das ist vielerorts in Deutschland der Plan. Der Fall Frankfurt zeigt, welch unliebsamen Folgen…
    www.welt.de
  • Ich habs ja schon mal gesagt, Wir sammeln hier im Forum im alles überwiegenden Fall Stadträume, welche Wir als vorbildlich erachten. Das ist ja auch richtig und gut, schließlich muss man sich als Interessengemeinschaft stetig versichern, wohin man überhaupt möchte. Aber gleichzeitig mangelt es in der Bevölkerung eklatant an Wahrnehmung, wie schlimm die Stadtbilder bereits gestalterisch abgewirtschaftet haben. Das Internet bietet hier die einmalige Chance eine andere Wahrnehmungsebene zu bedienen und damit das Problembewusstsein in den Menschen zu schaffen. Dazu sind solche Aufnahmen ungünstiger Stadträume Gold wert. Ich persönlich werde auch versuchen etwas mehr von solchen Stellen aus Unseren Städten zu dokumentieren, aber mal sehen, möchte ja nicht zu viel Verdruss oder gar Mutlosigkeit erzeugen, scheinen doch die meisten Forumsteilnehmer hauptsächlich sich auf die schönen Bilder eingestellt zu haben.

  • Orakels Beispielfoto ist auch für die hannoversche Innenstadt nicht typisch (und sollte es auch nicht sein). Eine solche Straße gibt es aber sehr wohl in fast allen (west)deutschen Innenstädten von Städten über 100.000 Einwohner. Selbst aus dem praktisch unzerstörten Göttingen könnte ich eine solche oder ähnliche Ansicht zeigen. Und erst Recht aus Duisburg, Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Frankfurt, Bremen, Stuttgart, Nürnberg, selbst in München gibt es um den Hbf so ähnliche Straßen. Was gab es denn an dieser Aussage nun so misszuverstehen, dass wir hier jetzt kurz davor sind, über Rotenburg ob der Tauber und Görlitz als vermeintliche "Gegenbeispiele" zu diskutieren?

    Warum sich daraus nun eine so unproduktive und ins Persönliche abgleitende Diskussion werden musste, ist mir nicht klar. Orakel hat ja nicht gesagt, in ganz Deutschland sehen alle Innenstadtstraßen so aus, sondern mehr oder minder, dass es solche Straßen in fast jeder westdeutschen Innenstadt gibt. Das muss man nun auch nicht mutwillig missverstehen. Es ist in diesem Beispiel nunmal eine der Straßen, an der mit den ersten verkehrsberuhigenden Maßnahmen begonnen wurde.

    Ich persönlich halte Hannovers Innenstadt zwar auch nicht für überwältigend schön, aber immerhin gibt es eine kleine Traditionsinsel, im Nordosten und Osten auch Gebiete mit flächiger erhaltener sehr großstädtischer Vorkriegsbebauung und selbst im Herzen sowohl einige gründerzeitliche Geschäftshäuser als auch einige gelungene Neubauten. Um all das ging es aber in diesem Beitrag nicht, lediglich um ein paar Fotos zum Thema "autofreie Innenstadt", bei dem eben gerade Hannover in den Schlagzeilen gewesen ist.

  • Auweia, da wurde wohl ein Nerv getroffen. Du musst nicht gleich Missgunst, Neid und generell boshafte Sticheleien in allem sehen, was dir widerspricht oder die Ehre deines Hannovers verletzt.
    Es bleibt dabei, nicht alle sind deiner Meinung, dass die meisten deutschen Innenstädte so unattraktiv (für dich verträglicheres Wort?) sind, wie auf den besprochenen Hannover-Bildern zu sehen ist.

    Na, Angriff ist offenbar die beste Verteidigung. Ich glaube wir beide wissen schon sehr genau worum es dir ging.

    Bei den Bildern wurde von mir bewusst eine unattraktive Ansicht gezeigt. Noch besser wäre es gewesen, wenn ich auch noch ein Bild des Vorzustands parat gehabt hätte, da war die Straße nämlich noch hässlicher. Es ging um eine Diskussion zur Transformation deutscher Innenstädte. Fakt ist, dass der größte Teil der größeren Städte im Krieg zu Schutt und Asche zerbombt wurden. Man kann jetzt natürlich viele erhaltene Kleinstädte aufzählen um die Verhältnisse zu relativieren.

    Dir ging es tatsächlich darum, mich mutwillig misszuverstehen und darum die gezeigten Bilder für Aussagen zu instrumentalisieren wie: "Orakel, Hannover ist schon ganz besonders hässlich. Es gibt noch so viele schönere Städte in Deutschland. Schau dir doch einfach mal die und die Städte an, die sind alle so viel schöner ... ". Und du machst mit diesem Post gleich so weiter, sprichst von der "Ehre meines Hannovers", als ob eine Stadt jemandem gehören würde, oder als ob man besonders stolz darauf sein könnte, an einem bestimmten - möglicherweise privilegierten - Ort geboren worden zu sein oder zu leben. Meine Frage, ob du auch was zu dem Thema beizutragen hast, ignorierst du einfach völlig.

    Natürlich ist Hannovers Innenstadt über weite Strecken nicht sehr attraktiv. Aber mir geht es um sachliche objektive Diskussionen. Und das Thema war halt gerade in den Medien. Ich bin sicher, dass es im APH-Forum genug User gibt, mit denen du anonym Dampf ablassen kannst. Diese Art von Gesprächskultur liegt mir aber nicht. Du findest im APH-Forum genug Stränge wo du deinen Emotionen freien Lauf lassen kannst. Es muss ja nicht unbedingt hier sein.

  • Ich würde eher sagen, dass ist ein riesiges Großexperiment, nicht ganz ohne Ideologie. Man schwankt von einem Extrem ins andere. In der Nachkriegszeit autogerecht und heute "fahrradgerecht". Maß und Mitte gibt es nicht mehr. Ob es wirklich so 'menschengerecht' wird, wie versprochen, wird sich noch zeigen müssen. Andererseits, gut, in Hannovers Innenstadt ist größtenteils eh Hopfen und Malz verloren, ich bin ehrlich gespannt, ob das im größeren Stile etwas ins positive wendet, sei es Belebung, Handel oder Architektur.

    Danke für den Hinweis "Oeder Weg" in Frankfurt. Es stimmt schon nachdenklich, dass selbst in einwohnerstarken Gegenden wie hier, wo man doch vermuten würde, dass auch zu Fuß, per Rad und per ÖPNV genug Menschen in die Straße gespült werden, Geschäfte offenbar unter der Veränderung zu leiden haben. Und dabei geht es nur um eine Reduzierung von Parkplätzen und partielle Einbahnstraßenregelungen und nicht um eine komplette Verkehrsberuhigung. Zumindest nach Google Maps gibt es in der Straße immer noch viel Parkraum. Von daher ist meine spontane Annahme, dass hier Maß und Mitte möglicherweise gefunden wurde und erst einmal ein notwendiger Anpassungsprozess der Geschäftsinfrastruktur stattfinden muss. Man kann über die vorhandenen Geschäfte ja keine Käseglocke stülpen, auch wenn das für einzelne Betreiber sicher bitter ist. Das hier in Hannover ist aber ein Feldversuch in ganz anderer Größenordnung. Ich bin also genauso gespannt wie du.

  • Vielleicht kann ich ein Bisschen mit den Erfahrungen aus Kopenhagen beisteuern? Seit etwa 40 Jahren wird die Stadt konsequent nach den Ideen vom Architekten Jan Gehl umgebaut. Das heisst vor allem: die Stadträume wieder an Fussgänger und Radfahrer zurückgeben. Ehrlich gesagt verstehe ich die Kritik nicht ganz, denn gerade Kopenhagen zeigt, dass diese Massnahmen sehr erfolgreich sind und deshalb überall kopiert werden. Ich habe selbst mehrere Delegationen aus Hamburg in Kopenhagen gezeigt, wie wir das gemacht haben. Gehls Buch kann ich sehr empfehlen: Städte für Menschen. Als junger Architekt wurde Jan Gehl von den Modernisten als völliger Aussenseiter betrachtet.

    Die Probleme des Einzelhandels haben damit nichts zu tun - hier ist der Online-Handel das grosse Problem.

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • ... sprichst von der "Ehre meines Hannovers", als ob eine Stadt jemandem gehören würde, oder als ob man besonders stolz darauf sein könnte, an einem bestimmten - möglicherweise privilegierten - Ort geboren worden zu sein oder zu leben.

    Hier erlaube ich mir kurz einzuhaken, denn ich bin tatsächlich stolz auf meine Heimatstadt Amberg, der alten Hauptstadt der Oberpfalz.

    Und auch wenn ich mittlerweile mehr Lebensjahre an anderen Orten verbracht habe (Zittau, Leipzig, St. Etienne, Bulle) werde ich immer ein Amberger bleiben.

    Ja mei, so geht`s einem als Lokalpatriot ... und privilegiert, dass sind vielleicht die "über-bayerischen" Münchner ;)

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Hier erlaube ich mir kurz einzuhaken, denn ich bin tatsächlich stolz auf meine Heimatstadt Amberg, der alten Hauptstadt der Oberpfalz.

    Und auch wenn ich mittlerweile mehr Lebensjahre an anderen Orten verbracht habe (Zittau, Leipzig, St. Etienne, Bulle) werde ich immer ein Amberger bleiben.

    Ja mei, so geht`s einem als Lokalpatriot ... und privilegiert, dass sind vielleicht die "über-bayerischen" Münchner ;)

    Da kann sich ja vermutlich niemand völlig frei von machen. Ich fühle mich hier auch zuhause und der Stadt verbunden.

    Ich muss auch zugeben, dass ich mit Heimat generell hauptsächlich die westdeutschen Küstenländer verbinde und nicht unbedingt ganz Deutschland. Das Baugeschehen im Norden liegt mir besonders am Herzen. Aber eine solche regionale über die Heimatstadt hinausgehende Verbundenheit werden vermutlich auch die meisten Menschen verspüren. Alles ganz normal. Unangenehm wird es hier nur, wenn Menschen das Zeigen schöner Bauten aus der jeweiligen Heimatstadt mit Angeberei verwechseln. Es gibt nun einmal Städte die noch mehr und andere die leider weniger zu zeigen haben. Das lässt sich in unserem geschundenen Land leider nicht ändern. Damit würde ich dieses Kapitel sehr gerne abschließen.