Chemnitz

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    • Wanderer-Werke, Chemnitz

      Ich surf grade so'n bisschen im Netz und informier mich über Auto Union, 1932 aus Audi (Oberklasse), Horch (Luxusklasse), DKW (Kleinwagen) und Wanderer (Mittelklasse) zusammengeschlossen.

      Dabei ist mir ein Foto des Industriekomplexes aufgefallen, der die Wandererwerke in Chemnitz-Schönau an der Zwickauer Straße stand.


      Mich würde mal interessieren, ob das Gebäude heute noch steht... hat ja irgendwie auch Geschichte.

      Die Horch-Werke in Zwickau sind übrigens zerstört worden, in den Audi-Werken sitzt jetzt das August-Horch-Museum (auch Zwickau) und über das DKW-Werk in Zschopau hab ich leider nichts herausbekommen können.

      DKW- und Wanderer-Modelle sind im übrigen noch halbwegs bezahlbar... wäre doch mal was, mit einem Vorkriegsfahrzeug durch historische Städte und Dörfer...
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Die Wanderer-Werke gingen nahezu unbeschadet aus dem Krieg hervor. Das Hauptgebäude steht noch. Das restliche Fabrikgelände wurde - soweit ich weiß - im Laufe der Zeit verändert bzw. abgerissen.

      Das traditionsreiche Chemnitzer Unternehmen ging nach dem 2. WK nach Bayern (München, Augsburg), wo es einen Neuanfang mehr schlecht als recht gab. Das Unternehmen wurde irgendwann zerschlagen und von diversen Firmen einverleibt.

      Mittlerweile baut man wieder Wanderer-Fahrräder in Altenberge bei Münster. Hier der offizielle Link: http://www.wanderer-fahrraeder.de/index2.cfm\r
      www.wanderer-fahrraeder.de/index2.cfm

      Das Chemnitzer Wanderer-Viertel gibt es namentlich immer noch und soll nun potentielle mittelständische Unternehmen anziehen.

      Hier ein aktuelles Foto vom Hauptgebäude:

    • In Sachsen und Thüringen sind solche Klopper der Jahre 1900-1930 eigentlich das normalste der Welt; einstmals eine der höchsten Industriedichten überhaupt.

      Weite Beispiele wären da z.B. die Textifabriken Schulenburg/Bessler(geometrischer Jugendstil & Expressionismus), der Modedruck(Expressionismus), die Bettelburg usw. Hunderte, Tausende.

      Alles Fabriken, die entweder nicht mehr existieren oder heute Einkaufszentren beherbergen.
    • Jugendstilviertel Chemnitz-Kaßberg
      In der letzten Ausgabe der F.A.S. stand auf Seite 16 ein Bericht über die Leipziger Abrisspolitik. Ganz beiläufig wurde dort erwähnt, dass es in Chemnitz noch ein ganzes Jugendstilviertel gibt - Chemnitz-Kaßberg - das zu 90% saniert ist. Dadurch angespornt, habe ich im Netz ein wenig recherchiert und folgendes dazu gefunden:


      Der Kaßberg ist ein Stadtteil von Chemnitz und zählt zu den größten Jugendstilvierteln Deutschlands. Er befindet sich in der Nähe des Flusses Chemnitz, westlich des Stadtzentrums, am höchsten Punkt rund 30 Meter über dem Niveau der Innenstadt. Viele restaurierte Häuser prägen heute das Bild des vornehmlich zwischen 1870 und 1930 bebauten Areals von ca. vier Quadratkilometer Fläche. Der Kaßberg ist seit Mitte der 1990er Jahre als Flächendenkmal geschützt, darin eingeschlossen ca. 480 Bauwerke, überwiegend mehrgeschossige Wohnhäuser, städtische Verwaltungs- und Schulgebäude der Gründerzeit. Die einzige Synagoge der Stadt, 1897–1899 erbaut nach Entwürfen des Architekten Wenzel Bürger und in der Reichspogromnacht in Brand gesteckt, befand sich bis zu ihrem durch die Nationalsozialisten erzwungenen Abriss im Jahr 1939 am Stephanplatz.



      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ka%C3%9Fberg\r
      de.wikipedia.org/wiki/Ka%C3%9Fberg


      Des Weiteren noch ein paar fotografische Eindrücke, ebenfalls im Netz gefunden:

      manchesteronline.co.uk/ewm/ic11/90.jpg

      kassbergwohnen.de/impressionen.php


      Fazit: Schön, dass es ein solches Stadtviertel in einer ansonsten durch Kriegs- und Nachkriegszerstörung schwer gebeutelten Stadt noch gibt :D .
    • wahrscheinlich das selbe Spiel wie immer, eine bank kauft ein lukratives Grundstück mit maroder aber denkmalgeschützter Bausubstanz und lässt diese komplett verkommen. danach wird abgerissen und das Bauland gewinnbringend verkauft.

      Die Stadt Prenzlau hat solche Machenschaften "geahndet", indem sie derartige Grundstücke zu Gartenland zwangsumgewidmet hat, auf dem nicht neu gebaut werden kann. der verlorenen bausubstanz nützt das freilig wenig...
      "... es allen Recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann..." (Goethe)
    • Passz vielleicht nicht ganz hier herein aber ich wollte keinen neuen Thread eröffnet.

      Hat jemand von euch schonmal vom Central-Theater Chemnitz gehört?
      Dieser schöne Bau wurde im Krieg zerstört... mich würde mal interessieren was heute dort steht bzw. wie die Gegend aussieht.

      Quelle: Andreas Praefcke - Homepage
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Wollte man böse sein, könnte man sagen: "Prachtbauten->Plattenbauten->Park... welch zivilisatorischer Fortschritt" ;)
      Aber ein Park dürfte auf jeden Fall angenehmer sein als ein Plattenviertel.
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Das neue Chemnitzer Zentrum

      War unlängst in Chemnitz. Das neugestaltete Stadtzentrum fand ich gar nicht so schlecht, obschon die einzelnen Bauten keineswegs überragend sind.
      Allerdings war dies es auch die ursprüngliche Bebauung nicht (C wurde ja im März 45 flachgemacht, da Sir WC den aus DD entkommenen Flüchtlingen an den Kragen wollte; der Gute machte sich bekanntlich ernstlich Sorgen über die zu hohe Bevölkerungsdichte des Restdeutschlands), wie diese alten AKs zeigen:


      http://cgi.ebay.de/0000398690-09000-Chemnitz-Rathaus-Beckerdenkmal-o-1916_W0QQitemZ200250893735QQcmdZViewItem?hash=item200250893735&_trkparms=72%3A146%7C39%3A1%7C66%3A2%7C65%3A12%7C240%3A1318&_trksid=p3286.c0.m14\r
      cgi.ebay.de/0000398690-09000-Che ... 286.c0.m14

      http://cgi.ebay.de/Altes-Foto-Chemnitz-Langestrasse_W0QQitemZ110287662320QQcmdZViewItem?hash=item110287662320&_trkparms=72%3A146%7C39%3A1%7C66%3A2%7C65%3A12%7C240%3A1318&_trksid=p3286.c0.m14\r
      cgi.ebay.de/Altes-Foto-Chemnitz- ... 286.c0.m14


      ganz interessant, da vor Errichtung des Neuen Rathauses (daher nicht rekofähig, aber auch hier eigentlich keine großartigen Bürgerhhäuser):


      http://cgi.ebay.de/246345-09000-Chemnitz-Neumarkt-RS-AK-Sammlerverein-C-C_W0QQitemZ200251103022QQcmdZViewItem?hash=item200251103022&_trkparms=72%3A146%7C39%3A1%7C66%3A2%7C65%3A12%7C240%3A1318&_trksid=p3286.c0.m14\r
      cgi.ebay.de/246345-09000-Chemnit ... 286.c0.m14

      http://cgi.ebay.de/IX5674-CHEMNITZ-MARKT-RATHAUS-VOM-BALLON-FELDPOST-1917_W0QQitemZ330267410449QQcmdZViewItem?hash=item330267410449&_trkparms=72%3A146%7C39%3A1%7C66%3A2%7C65%3A12%7C240%3A1318&_trksid=p3286.c0.m14\r
      cgi.ebay.de/IX5674-CHEMNITZ-MARK ... 286.c0.m14


      Wie denkt Ihr darüber?
      a) modernistische Monster
      b) belanglose Kommerzarchitektur
      c) Verschandelung einer der wenigen akzeptalen sozialistischen Dispositionen
      d) recht hübsch
    • :?: :?:

      Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht. Nachdem Du Dich vor wenigen Tagen so enttäuscht über den Zustand der Altstädte von Würzburg und Nürnberg geäußert hast, passt es irgendwie garnicht dazu, nun eine derart positive Bewertung über eine der schlimmsten deutschen Altstädte oder besser gesagt, das, was dort steht, wo mal die Altstadt war, abzuliefern.

      Chemnitz ist seine historische Mitte genommen. Ich fand bisher keinen Anlass, diese Stadt zu besuchen. Chemnitz' Wiederaufbau gehört zum Abartigsten, was deutscher Städtebau auf historischem Boden zustandebrachte. Tut mir leid, aber im Vergleich mit dieser Betonwüste ist Würzburg ein Paradies.
    • @zeno
      Nun, an Würzburg oder gar Nürnberg sind allerdings andere Anforderungen zu stellen als an Russnitz, Karlmarx-Stadt oder wie diese Stadt heißt.
      Wie ich erwähnte, war die Vorkriegsbebauung mE nicht allzu bedeutend. Die Innenstadt wurde nicht jetzt, sondern vor 50 Jahren eingeebnet, was nicht Gegenstand meines Beitrags war, sondern allein der jetzige Versuch der WSchadesnbegrenzung. Daürber interessierte mich Eure, und natürlich auch Deine Meinung.

      Ich würde den Fall nicht ganz so tragisch sehen.
      Ganz im Ernst: was hätte man in C rekonstruieren sollen?
      Was hätte dabei herauskommen sollen?
      Eine höchst durchschnittliche Stadt, die im exzellent erhaltenen Sachsen 100fach übertroffen wird und kein Schwein interessiert?
      Natürlich ist das heutige Würzburg "schöner", wäre es ob seiner Einzelbauten allerdings auch, wenn C unzerstört geblieben wäre.
      Dass Würzburg und Nürnburg nichtt auf das Niveau von Chemnitz gefallen sind, ist wirklich keine Leistung!