Göttingen

  • Einfach unglaublich, wie wenig Einfühlungsvermögen und Geschmack manch einer
    an den Tag legt...


    Auch noch an dieser prominenten Stelle.
    Peinlich für die Stadtverwaltung.


    Für solche Entgleisungen sollte ein zentraler Internetpranger eingerichtet werden. ;)

    Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. - Friedrich Schiller -

  • Der Anbau ist aber sicher nicht nur billiger, sondern wohl auch substanzschonender. Das sollte bei einem wertvollen Altbau doch eine entscheidende Rolle spielen?!
    Meiner Meinung nach kann man mit dem Anbau leben.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Ein Einbau des Aufzugs im Inneren wäre wahrscheinlich noch fataler gewesen, weil sich direkt hinter der Wand der historische Ratssaal mit Wandmalereien und Holzvertäfelungen befindet. Mit der jetzigen Variante gibt es wenigstens keinen allzu großen Eingriff in die Baumaterie. Man kann sich nur fragen, ob es nicht trotzdem ästhetischere und kostengünstigere Alternativen dazu gegeben hätte, um die kurze Treppe ins erste Stockwerk zu überwinden - vielleicht ein Treppenlift oder ähnliches?!

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Das Neubauprojekt "Quartier am Leinebogen" ist so gut wie fertig gestellt und hält, was es verspricht: Zugige, kühle Investorenarchitektur, die sich gut in diese verbaute, hässlichste Ecke der Göttinger Innenstadt einfügt.






    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Das soll Göttingen sein? Ein unzerstörte, niedersächsische Fachwerkstadt?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Das soll Göttingen sein? Ein unzerstörte, niedersächsische Fachwerkstadt?


    Ich war auch schon mal auf der Durchreise in Göttingen. Die Stadt sieht auf jeden Fall besser aus als auf den letzten Bildern, aber in Erinnerung ist sie mir weder besonders positiv noch negativ geblieben, trotz zahlreicher schöner Fachwerkhäuser. Es gab einfach zu viele Bausünden. Nirgends hatte man den Eindruck von wirklicher Geschlossenheit. Mag auch daran liegen, dass ich vorher in Wernigerode und Quedlinburg war.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Na immerhin. Danke jedenfalls.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ein unzerstörte, niedersächsische Fachwerkstadt?

    Von unzerstört kann man bei Göttingen nur sehr bedingt reden. Im Krieg hat die Stadt zwar keine nennenswerten Schäden davon getragen, das hat man dann aber in der Nachkriegszeit mehr als reichlich nachgeholt, so dass das Stadtbild heute letztlich dem einer zu 30-40 % im Krieg zerstörten Stadt gleicht. Die Ecke, in der sich jetzt das Quartier am Leinebogen befindet, ist ebenfalls eines der Opfer der 70er Jahre-Stadtplanung.

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Wie ist die beschädigte Ecke an dem leider so isoliert dastehenden Fachwerkhaus zu verstehen? Da es sich um die Nordostecke des Gebäudes handelt, gehe ich davon aus, dass da was mittlerweile Abgebrochenes angebaut war.

  • Laut den älteren Ansichten aus der Vogelpersketive von Bing-Map war dort vorher nur ein Parkplatz. Einen jetzt nicht mehr vorhandenen Anbau kann ich nicht erkennen. Gleichwohl sieht die von die angesprochene Ecke auch dort schon so aus wie jetzt.

  • Einen Anbau hat es tatsächlich nicht gegeben. Bei dem Haus handelt es sich um die sogenannte Stockleffmühle, die schon seit einigen Jahren leer steht und verfällt. Das Gebäude stammt wohl aus der Zeit um 1600, wie eine Analyse der Dachbalken ergab. Die Stadt sucht jetzt nach einem Investor und will erst einmal, nachdem das Gebäude bereits entkernt wurde, den Denkmalschutz reinschicken, um zu klären, "was und wieviel von der Mühle erhaltenswert ist." Abrisspläne scheint die Stadt aber nach eigenen Aussagen nicht zu haben.


    Göttinger Tageblatt - Neue Mieter, leere Mühle
    Stadt sucht weiter Käufer für Mühle

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Damit es auch für unsere zahlreichen Fachwerk-Freaks nicht untergeht:
    Das Haus 'Rote Straße 25', welches mit dem vermuteten Baujahr 1276 wohl zu den Top 10 der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands gehört, wird aktuell instandgesetzt. Immerhin werden dabei die grausamen Fenster beseitigt und ersetzt, während es beim schlimmen Erdgeschoss leider wohl keine bauliche Umgestaltung geben wird.


    Ansicht 'Rote Straße 25'


    Eines der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands wird saniert - Göttinger Tageblatt

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)


  • Die Abbildung scheint mir überholt zu sein. Das war (siehe Links) offensichtlich der Plan, wie es nach dem zunächst vorgesehenen Umbau ausschauen sollte. Nun wird es aber neugebaut. Aus http://www.hna.de/lokales/goet…ubau-weichen-6116621.html geht hervor, dass noch nicht entschieden ist, wie der Neubau aussehen wird. Eine Verbesserung wird der Neubau nicht bedeuten, denn eine stadtbildfreundliche Lösung ist wohl nicht zu erwarten. Man zieht über die 70er-Jahre her, aber bei dem allfälligen Abbruch eines 70er-Jahre-Objekts kommt meistens nicht besseres nach, oft wird es noch schlimmer.


    http://www.goettinger-tageblat…n-ehemaliges-Gothaer-Haus
    http://www.goettinger-tageblat…haer-Haus_ArtikelQuer.jpg


    http://www.hna.de/bilder/2016/…e6-df295a4832ac1-2xa7.jpg

  • Aha. Danke, ich hatte nur den zweiten Bericht gelesen/überflogen. Eine leichte Verbesserung erhoffe ich mir aber trotzdem. Denn schlimmer als dieser brutale Bunkerklotz kann es beim besten/schlechtesten Willen nicht werden.


    In meinen Augen gab es bisher keine fiesere Bauperiode, als die 1970er-Jahre.

  • In der Göttinger Altstadt steht ein grosses Bauprojekt an: Ein Bauensemble in der Roten Str. 1-5 sowie in der Burgstr. 52 von 1775 wird für 5,5 Mio. € saniert. Zweifellos sehr zu begrüssen, wäre dort nicht ein gewisses Klientel einquartiert, wie man anhand der Fahnen erkennen kann..


    Wohnheime in der Roten Straße in Göttingen sollen jetzt saniert werden



    Rote Straße 5, 4, 3, 2, 1 Göttingen 20180112 001 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], by Tilman2007, from Wikimedia Commons

    Ansicht Rote Str. 1-5


    Burgstraße 52 Göttingen 20180119 001 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], by Tilman2007, from Wikimedia Commons

    Ansicht Burgstr. 52 (das weisse Gebäude)

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Neues vom Gothaer-Haus:



    (Quelle: Immobilien-Zeitung)


    Gottseidank hat sich eine wesentlich stadtbildverträglichere Variante für das in diesem Strang weiter oben diskutierte Nachfolgehaus für den fürchterlichen Gothaer-Klotz durchgesetzt. So geht's, für Göttingen ein Meilenstein.