• Für Hollywood verwandelte sich der Untermarkt am Wochenende in den Marktplatz einer italienischen Kleinstadt.


  • Schade, Brad Pitt war nicht mit am Start. Was solls, Görlitz erlangt so noch weit mehr Ansehen. Ich würde irgendwie diese connection nach Babelsberg/Hollywood ausbauen. Sachsen als Drehort für allen möglichen Kram wäre doch ein Aushängeschild.


    Was mir auch so in den Tagen jetzt durch den Kopf ging... Warum nicht mal James Bond in Dresden ne Verfolgungsjagd machen lassen? :gg: Bond-Drehorte werden immer sehr gut beäugt und Dresden hat genug, um den Augenbesitzern selbige fast rausfallen zu lassen. Erst durch die Altstadt hin zur Elbe und dann dort eine anständige Bootsjagd mit Flotteschiffen bis nach Pillnitz. *spinnt wieder mal rum*


    Genug der Fantasie, zurück zu Görlitz. Hab wo aufgefangen, es soll ein paar umstrittene Umbaupläne für einen Platz in der Altstadt geben. genaues weiss ich jetzt nicht mehr. Vielleicht ein anderer?

  • Hör mir auf mit Dresden.
    Immer wenn ich in Görlitz war, komme ich mir vor wie einer, der von einer viel schöneren Geliebten zur Ehefrau zurückkehrt. Dann muss ich erst ein paar Mal die Elbe hoch und runter fahren, damit die Begeisterung für die Heimatstadt wieder neu entflammt.

  • Noch mal zurück zum Thema Kirche, hier nun ein paar Bilder von der Hoffnungskirche:


    Zuerst zwei Bilder vom Bau (wie man sieht, alles in Ziegelbauweise)




    Und so präsentiert sich die Kirche nun heute




    Nun ein paar Innenaufnahmen. Zuerst der Blick zum Altar (mit Taufengel davor im Raum schwebend)



    Taufengel



    Eine der beiden Logen die sich rechts und links vom Altar befinden



    Detail



    Nun ein Blick zurück zur originalen Orgel (wieder mit Taufengel im Vordergrund)



    Detailaufnahme:



    Eines der beiden Fenster aus der Gründerzeit (nur vorgehängt, von außen nicht sichtbar), die anderen Fenster wurden im Barockzustand rekonstruiert (ebenso wie der Fußboden)



    Kleine Fläche der originalen Fußbodenfliesen aus der Gründerzeit hinterm Altar (im restlichen Kirchraum wurden neue Natursteinplatten verlegt)



    Ein Blick auf die Emporen, Bänke und barocken Fenster



    Zuletzt noch ein Blick auf die rekonstruierte Decke



  • Danke für die aufschlussreichen Fotos! Diese teilweise kopierte und teilweise translozierte Kirche zeigt das hohe Niveau der sächsichen Denkmalpflege. Das prächtige Innere kann man hinter dem schlichten Außenbau kaum vermuten.
    An solchen Fällen von (Teil-)Rekonstruktion als Rettungsaktion vor Tagebau- oder Stauseeprojekten scheint die übliche Rekonstruktionskritik wenig Interesse zu haben. Dabei zeigen gerade solche Fälle, wie sinnvoll Rekonstruktion und bestandssichernder traditioneller Denkmalschutz sich ergänzen können.

  • @ Elser83
    Danke für die Bilder! Das ist ja wirklich mal eine Rekonstruktion, die diesen Namen verdient. Wer kann dagegen noch etwas sagen? :)



    Quote

    Für Hollywood verwandelte sich der Untermarkt am Wochenende in den Marktplatz einer italienischen Kleinstadt
    Schade, Brad Pitt war nicht mit am Start.


    Welcher Film wurde denn da gedreht?


    Quote

    Was solls, Görlitz erlangt so noch weit mehr Ansehen. Ich würde irgendwie diese connection nach Babelsberg/Hollywood ausbauen. Sachsen als Drehort für allen möglichen Kram wäre doch ein Aushängeschild.


    Görlitz hat doch neulich erst Heidelberg gespielt - für "Der Vorleser". Ich glaube, die Stadt gilt ohnehin bereits als Geheimtip unter Filmregisseuren. Übrigens bezeichnend, daß man selbst eine im Krieg fast unversehrte Stadt wie Heidelberg heute doublen muß. :augenrollen: Aber wenn die Filmteams nicht mehr immer nach Tschechien oder Polen ausweichen (u.a. mußte Breslau ja in "Aimée & Jaguar" als Berlin herhalten), sondern in Ostdeutschland "hängenbleiben", ist das doch eine erfreuliche Entwicklung, die manche Stadtväter auch ermuntern könnte, sich mehr für die Erhaltung der historischen Bausubstanz zu bemühen.

  • Quote

    Übrigens bezeichnend, daß man selbst eine im Krieg fast unversehrte Stadt wie Heidelberg heute doublen muß.


    Keine Sorge, auch in Heidelberg werden ab und zu Filme gedreht, manchmal sogar spannende, z. B. "Die Apothekerin" mit Katja Riemann und Jürgen Vogel oder "Anatomie" von Stefan Ruzowitzky, dem Oscar-Preisträger 2008.

  • Quote from "Schloßgespenst"

    Könnte dieser Rest des Dorfes nicht vielleicht vor einer Zukunft als kleiner, aber feiner Ferienort (eine Art "Seebad" im wörtlichen Sinn) stehen? Wenn ich dieses Foto sehe, drängt sich diese Idee doch fast auf: Ein Zimmer in einer Pension in saniertem historischem Herrenhaus oder Bauernhof, in Laufnähe ein großer See mit Badestrand, dazu viel Platz für ausgedehnte Spaziergänge im Grünen - das hört sich nach einem netten Wochenende an. Gibt es da schon irgendwelche Pläne? :)


    Ja, trotz aller Skepsis hinsichtlich der Ferienort-Pläne. Gibt es denn irgendwelche Planungen für diesen Ortsrest? Stehen die Gebäude leer? Wenn ja, warum verschenkt man sie dann nicht zum Beispiel einem Interessenten für einen symbolischen Euro in Erbpacht, wenn er ein Nutzungs- und Sanierungskonzept darlegt? Ich denke auch, manche organisierte Jugendgruppe, mancher Club usw. könnten doch vielleicht etwas mit der Liegenschaft anfangen, zum Beispiel als Vereinsheim.

  • Quote from "Schloßgespenst"

    Görlitz hat doch neulich erst Heidelberg gespielt - für "Der Vorleser". Ich glaube, die Stadt gilt ohnehin bereits als Geheimtip unter Filmregisseuren. Übrigens bezeichnend, daß man selbst eine im Krieg fast unversehrte Stadt wie Heidelberg heute doublen muß. :augenrollen: Aber wenn die Filmteams nicht mehr immer nach Tschechien oder Polen ausweichen (u.a. mußte Breslau ja in "Aimée & Jaguar" als Berlin herhalten), sondern in Ostdeutschland "hängenbleiben", ist das doch eine erfreuliche Entwicklung, die manche Stadtväter auch ermuntern könnte, sich mehr für die Erhaltung der historischen Bausubstanz zu bemühen.


    Da spielen aber bestimmt auch Faktoren wie Drehgenehmigungen und die Gesamtkosten für eine Filmproduktion vor Ort eine Rolle.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Natürlich gibt es bereits Planungen zum Berzdorfer See. Dass aktuell noch nicht viel los ist (hinsichtlich bereits laufender Nutzungen/Investitionen im Allgemeinen und der "Wiederbelebung" des Restortes Deutsch Ossig im Besonderen) hat einen ganz einfachen Grund: Die Flutung des Sees ist noch im Gange. Erst wenn der Endwasserspiegel erreicht ist, liegt die für eine (genehmigte) öffentliche Nutzung erforderliche Standsicherheit vor. Während der Flutungsphase kommt es zwangsläufig noch zu erheblichen Massenumlagerungen in den Böschungsbereichen, zum Beispiel durch Kliffbildungen infolge Wellenschlag oder auch durch Massenaustrag infolge des hydtraulischen Gefälles in Bereichen mit Grundwasseraustritten. Während der Flutung ist das Betreten der Böschungszonen u.U. lebensgefährlich (worauf auch seitens der Bergbauverwaltung immer wieder in den lokalen Medien hingewiesen wird). Klar - die Leute baden natürlich trotzdem - aber eben auf eigenes Risiko.
    Per 42. Kalenderwoche ist folgender Flutungsstand erreicht:
    Wasserfläche 774 ha (von 960 ha)
    Wasservolumen 211 Mio. Kubikmeter (von 330 Mio. Kubikmeter)
    Der Wasserspiegel liegt noch etwa 15 m unter Endniveau. Planmäßig soll die Flutug 2010/2011 abgeschlossen sein. Dann folgt eine nochmalige gutachterliche Bewertung der Standsicherheit, wobei vor allem ein Vergleich der prognostizierten mit der tatsächlichen Böschungsgeometrie vorgenommen werden muss (die Böschungen verändern sich ja im Zuge der Flutung). Erst nach Erstellung diverser Gutachten werden solche Bergbauobjekte dann behördlich zur öffentlichen Nutzung freigegeben. Zur Zeit darf man zum Beispiel nur in einem Teil des Sees (der mit Bojen markiert ist) mit Booten fahren.
    Umd damit sind wir beim Thema: Warum tut sich noch nichts? Das ist überhaupt noch kein Grund zur Besorgnis. Welcher Investor wird am See ein Hotel oder eine Gaststätte eröffen, wenn man noch gar nicht baden darf? Kein Investor wird die Gewerbegenehmigung für eine Tauchsportstation erhalten, wenn man noch nicht tauchen darf u.s.w.


    Geplant ist am Berzdorfer See sehr viel, meiner Meinung nach mit recht guten Realisierungschancen. Die regionalen meteorologischen Daten (Windhöffigkeit und -stärken) lassen zum Beispiel supergute Bedingungen für Surfer und Segler erwarten (für beides sind Stützpunkte geplant). Des Weiteren wird ein Hafen gebaut.


    Zum Restort Deutsch Ossig bestehen gemäß Planungsverband folgende Entwicklungsziele:


    Quote

    Aufgrund der schmerzhaften Geschichte dieses Ortes erhält Deutsch Ossig eine besondere Stellung am Berzdorfer See. Als geistig-kulturelles Zentrum soll sich der Ort deutlich von den weiteren sport- und freizeitorientierten Standorten unterscheiden. Schwerpunkte sind dabei neben Beherbergung und Gastronomie Läden, Dienstleistungen, nichtstörendes Handwerk sowie Kultur.
    ...
    Das bevorzugte Entwicklungskonzept für den "Restort" Deutsch Ossig verfolgt zwei Ziele:
    • Die Umnutzung und Belebung der denkmalgeschützten Überreste und die Schaffung eines zusammengehörigen Areals
    • Eine bauliche Erinnerung an die Geschichte der Region und die Schicksale der Menschen


    Nähere Informationen zu den geplanten Vorhaben erhält man hier
    http://www.berzdorfer-see.eu
    Dort auf Investieren / Schwerpunkte / Deutsch Ossig



    Schloßgespenst
    Die Frage, wer die Kirchen-"reko"/-umsetzung bezahlt hat, wurde schon auf Seite 20 beantwortet: Der Verursacher, also der Bergbaubetrieb. Allerdings gab es Probleme aufgrund der "Abwertung" der Rückstellungssumme bei der Währungsunion. Deshalb mussten weitere Geldgeber einspringen.


    Elsner83
    Vielen Dank für die interessanten Fotos.

  • @ Schloßgespenst, der von mir verehrte Regisseur Quentin Tarantino (Pulp Fiction, From Dusk Till Down) dreht derzeit in Görlitz und Sebnitz "Inglorious Bastards". In einem kürzlich erschienenen Interview sagte Tarantino, dass er von Görlitz schon bei seinem ersten Besuch fasziniert war, und er deshalb seinen Film unbedingt in dieser Stadt drehen wollte.


    @ Elsner, vielen Dank für die Fotos. Die Kirchenreko scheint bis ins kleinste Detail beeindruckend zu sein. Am Rande Deutschlands zu liegen, scheint auch fernab irgendwelcher Antireko-Doktrinen zu sein.


    @ Bergbauspezialist, schau' mal bitte in deinen Briefkasten. Dort schlummert schon seit Tagen 'ne Nachricht für dich und schreit "lies mich, lies mich". :zwinkern:

  • Weiß ja nicht obs interessiert und/oder schon mal verlinkt wurde, aber dieses weggebaggerte Deutsch- Ossig hat 'ne ziemlich ausführliche Internetseite mit vielen Bildern:
    http://home.arcor.de/ub/ub/ub\r
    home.arcor.de/ub/ub/ub


    Es gibt sogar 'nen Verein für die Revitalisierung des Restortes.

  • Quote from "Mathias"

    Keine Sorge, auch in Heidelberg werden ab und zu Filme gedreht, manchmal sogar spannende, z. B. "Die Apothekerin" mit Katja Riemann und Jürgen Vogel oder "Anatomie" von Stefan Ruzowitzky, dem Oscar-Preisträger 2008.


    Weiß ich doch - in "Anatomie" bin ich sogar als Statist zu sehen (hab die Potente berührt!) :gg:
    Aber ich meinte nicht Filme, die wie die Genannten in der Gegenwart spielen, sondern solche, die vor dem Krieg oder wie "Der Vorleser" in der 50er Jahren spielen. Heidelberg war dem Regisseur trotz der vielen historischen Straßenzüge zu modern.


    Und Görlitz taugt offenbar noch immer als Vorkrieg- oder Nachkriegsschauplatz. Liegt höchstwahrscheinlich an der besonderen Geschichte der Stadt. Im Krieg keine Treffer, und zu DDR-Zeiten wurden die geplanten Flächenabrisse und "modernen" Neubauten bis zur Wende wegen Geldmangel immer wieder verschoben. In HD hingegen konnten die Abreißer und "Modernisierer" jahrzehntelang ungehindert wüten. Eigentlich ungerecht, daß es HD heute so gut geht und Görlitz so schlecht...

  • Schlossgespenst hat es auf den Punkt gebracht:
    Das Desinteresse des Ostens wirkt heute charmanter als die Modernisierungswut des Westens.
    Allerdings darf eines nicht außer Acht gelassen werden:
    Görlitz war in seiner Substanz zu jeder Phase der Neuzeit schöner und wertvoller als das vergleichsweise fade und biedere Heidelberg.


    Dazu kommt noch ein Aspekt, der Görlitz so überaus kostbar macht:
    Es ist die letzte bestehende Stadt Schlesiens von einiger Bedeutung und daher mit seinem Ringplatz, seinen Türmen, Lauben, Giebeln und krummen Gassen einzigartig.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Heidelberg und Görlitz ist ein schweres Vergleich. Heidelberg finde ich auch sehr schön, aber eher schön von Gesamteindruck mit die Natur und die Schloss. Für viele Ausländer ist Heidelberg und Rothenburg Deutschland schlechthin. Von Bausubstanz ist Görlitz einzigartiger und schon Weltkulturerbe Reif. Görlitz ist ohne Zweifel in die gleiche Liga wie Brügge und Siena. Heidelbergs Barocke Altstadt ist extrem pitoresk aber vielleicht nicht so variabel wie die Altstadt von Görlitz.

  • Wie gross ist denn die Stadt, was gibt es im Umfeld zu sehen?
    Lohnt sich eine Fahrt speziell um einmal Görliz zu sehen, ist es evtl
    vom Interesse her mit Graz zu vergleichen?

  • @Marc


    Na, schaut mal in die Gallerie. Da gibt es genugend Bilder und Information über Görlitz. Es ist kleiner als Graz, persöhnlich finde ich aber schöner als Graz. Das ist aber ein Geschmackfrage und andere Menschen wurde wahrscheinlich etwas anderes sagen.


    http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?f=6&t=995" onclick="window.open(this.href);return false;">viewtopic.php?f=6&t=995


    Görlitz liegt in Oberlausitz mit Bautzen, Zittau, Zittauer gebirge und Bad Muskau um die Ecke. Es ist auch nicht weit weg von Dresden oder Breslau.

  • Quote from "ursus carpaticus"


    Dazu kommt noch ein Aspekt, der Görlitz so überaus kostbar macht:
    Es ist die letzte bestehende Stadt Schlesiens von einiger Bedeutung und daher mit seinem Ringplatz, seinen Türmen, Lauben, Giebeln und krummen Gassen einzigartig.


    Görlitz ist nicht schlesisch sondern oberlausitzisch. Es war nach 1815 verwaltungstechnisch Schlesien angeschlossen worden. Die historische Region Schlesien endet aber am Queis, und der ist ein paar Kilometer weiter östlich.
    Das was Du als schlesisch beschreibst entstand größtenteils in böhmischer Zeit, als die Oberlausitz, wie auch Schlesien, zu Böhmen gehörte. Die architektonischen Impulse in jener Zeit gingen von der Oberlausitz aus und strahlten nach Schlesien. Große Teile des Breslauer Rathauses sind bspw. von sächsisch-lausitzischen Handwerkern erbaut worden, genau so wie viele Gebäude im westlichen Niederschlesien.


    Quote from "marc!"


    Wie gross ist denn die Stadt, was gibt es im Umfeld zu sehen?
    Lohnt sich eine Fahrt speziell um einmal Görliz zu sehen, ist es evtl vom Interesse her mit Graz zu vergleichen?


    Die Fahrt lohnt sich um die Oberlausitz zu sehen. Neben Görlitz gibt es Bautzen, die alte Hauptstadt der Oberlausitz, und Zittau zu sehen. Dann mehrere schöne Dörfer mit traditioneller Umgebindearchitektur wie Obercunnersdorf, Bertsdorf oder Großschönau. Südlich von Görlitz steht St. Marienthal, eines von 2 katholischen Klöstern in der Oberlausitz. Das andere ist St. Marienstern bei Kamenz, was an sich sehenswerter ist. Eine Stunde südlich von Görlitz findet sich das Zittauer Gebirge, das kleinste Mittelgebirge Deutschlands mit Vulkanbergen und aufgelösten Sandsteinformationen wie in der Sächsischen Schweiz. Im Zittauer Gebirge findet sich der Berg und das Kloster Oybin, eine romantische Ruine auf einem Sandsteinfelsen wie ein Bienenkorb. Die Burg sollte ursprünglich Alterssitz von Karl IV. werden. An das Zittauer Gebirge schließt sich gleich südlich das Lausitzer Gebirge, westlich das Elbsandsteingebirge und östlich der Jeschkenkamm samt Reichenberg/Liberec und das Isergebirge an. Danach käme das Riesengebirge, was von Görlitz auch ca. 1h entfernt ist. Eine Stunde nördlich findet sich Park und Schloss Muskau. Breslau ist in knapp 2h erreichbar, Kloster Leubus und Wahlstatt in 1h.


    Das meiste was ich genannt habe findet sich auch in der Galerie wider. Einfach mal suchen.

  • Danke für die umfassende Antwort, klingt sehr interessant, werde ich also auf meine Liste stellen und mir anschauen, klingt nach einer der besten Regionen in Deutschland?!

  • @marc
    Görlitz ist sogar ein absolutes Muss! Die restliche Oberlausitz auch, wie Karasek schrieb. Für ich vielleicht DIE faszinierendste Gegend Ds. Bautzen ist übrigens, obgleich ganz anders, auch ein kleines Weltwunder, zu den von Karasek genannten Lokalitäten wäre noch die Stadt Löbau zu zählen, klein, aber fein, und noch kleiner und feiner: Schirgiswalde, dazu reichlichste Volksarchitektur, teilweise in städtischer Gehäuftheit.
    Görlitz ist mit Graz stilistisch nicht zu vergleichen, vom Wert her ungefähr gleich hoch anzusetzen, wenn dies als Orientierungshilfe dient. Mir gefällt es sogar besser, aber das ist rein subjektiv.
    Karasek
    Ja, das war mir bekannt, dass Schlesien erst mit Greiffenberg begann. Jedoch war Görlitz in seinen Blütezeiten, also im 16. und im 19.Jh mit Schlesien vereint, und das gab offenbar den Ausschlag.
    Jedenfalls ist die stilistische Einheit mit Schlesien (und nicht mit Böhmen) im Gegensatz zu den vier anderen (verbliebenen) Sechsstädten nicht zu leugnen.
    Laubenhäuser findet man in der (verbliebenen) OL ansonsten nur in der Volksarchitektur, den typischen schlesischen Ringplatz mit verbauter Mitte (wenn auch in der OLer Variante mit nicht zentralem Rathaus wie auch in Lauban) überhaupt nicht. Dazu die sonstigen architektonischen Details, die durchbrochenen Helme an Rathaus und (leider nicht mehr bestehend) an der Hauptkirche, die wuchtigen Türme, die Liebe zum Pittoresken,...
    Sächsische Einflüsse konnten sich in Görlitz nie durchsetzen, das Napoleonhaus aam Obermarkt blieb eine eher kraftlose Ausnahme.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.