• Wer Freude an "lost places" hat, sollte dem "neuen" Besitzer danken. Der Bremer Physiker hat augenscheinlich bis heute nichts bewegt (bewegen können/wollen???). Im April 2019 sah es hier schon genauso aus.
    Ähnliches Elend kann man in der Steinstraße (ehem. Kaufhaus Totschek) "bewundern". Hier sollte der Sohn des Investors aktiv werden. :D
    In Potsdam haben wir ein passendes Beispiel: Die Matrosenstation Kongsnaes war ein Totalschaden. Trotz aller Widerstände hat der Investor seine Ideen durchgesetzt und neu gebaut. Zur Freude der Potsdamer und der Touristen!







  • Ich mag nun mal die Vergleiche: Vorher, Nachher...
    Hier eine Aufnahme von ca.1920. Rechts im Hintergrund die Peterskirche.

    Foto: wohl Scholz, 1900-1920


    ...und 2019. Rechts die Peterskirche, deren Türme gerade restauriert werden.


    Blick aus der Peterstraße


    Peterskirche, Restaurierung der Türme.

  • Ich war über Weihnachten mal wieder in meiner Heimat Görlitz und habe dabei (trotz schlechtem Wetter) versucht einige bauliche Veränderungen der Stadt zu dokumentieren, wie immer bei mir, als Vorher-Nachher-Vergleich.


    Zuerst eins der letzten unsanierten Gebäude am Obermarkt. Im Sommer wurde es nun endlich saniert:





    Wir bleiben in der Alstadt, in der Weberstraße wurde dieses Haus saniert:




    Nun gelangen wir zur Innenstadt, wo dieses Haus in der Bautzener Straße kürzlich saniert wurde:





    Von hinten:





    In der Salomonstraße wurde leider dieses Haus abgerissen, für die Erweiterung des Landratsamtes (obwohl auf der Fläche nur Parkplätze entstehen sollen :rolleyes: ). Es war eines der ältesten Häuser der Straße, noch vorgründerzeitlich, was man an den Bruchsteinen im Mauerwerk sehen kann.



  • Weiter geht's auf der Bahnhofstraße, wo gleich zwei benachbarte Häuser saniert wurden:





    Detail


    In der Nikolaivorstadt wurde eine Ruine wieder aufgebaut. Zuerst der ganze Straßenzug, mittlerweile vollständigt saniert:




    Nun das Haus im Detail:




  • Nun meine zwei Lieblingsprojekte:


    Zum einen die Schließung einer Kriegslücke in der Rosenstraße. Der Investor hat auch gleich die beiden Nachbarhäuser saniert, die in der DDR abgerissen werden sollten, deswegen der Zustand ohne Dach und hinterem Bereich. Dies ist übrigens der erste Neubau in der Altstadt seit der Wende. Wo z.B. in Bautzen vielen Kriegs- und Abrisslücken geschlossen wurden, gab es in der Görlitzer Altstadt weder Abrisse noch Neubauten in den letzten 30 Jahren.






    So soll es werden (mit Einfahrt für das Parkdeck dahinter, immerhin historisierend das Ganze):



    Von hinten:




    Detail vom Eingang (die Muschel wird sicherlich noch zurückkommen):



  • Vielen Dank Elsner83 für die sehr interessante Fotodokumentation. Der Autor hat zwei Lieblingsobjekte benannt, darunter die Rosenstraße 4 (erbaut 1720). Das ist wirklich ein ganz besonderes Sanierungsobjekt. Die folgende Aufnahme entstand 1981, also vor fast 40 Jahren (gute Auflösung, zum Vergrößern nach dem Öffnen nochmal draufklicken, lohnt sich):


    Zustand 1981


    Offenbar war das Haus bereits zu diesem Zeitpunkt unbewohnt, das Muschelornament ist aber noch vollständig. 11 Jahre später:


    Zustand 1992


    Eingangsportal 1992


    Portalbekrönung 1992


    Im Höhenbereich des 1. OG ist eine Inschriftentafel angebracht (vermutlich Sandstein). Es wird darin erinnert, dass hier Napoleon am 23. Mai 1813 übernachtete. Zur Historie: Am 20./21. Mai fand die große Schlacht bei Bautzen statt – Napoleon gegen die Preußen und Russen.


    Inschriftentafel 1992


    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Bautzen

  • Das Haus Heilige-Grab-Straße wurde sogar relativ historisch korrekt wiederhergestellt, wie der Vergleich mit einer alten Postkarte zeigt:


  • Sehr interessante Fotos .Da habe ich gleich Lust wieder einmal nach Görlitz zu fahren.
    Elsner83, Sie schreiben das es in der Görlitzer Altstadt weder Abrisse noch Neubauten in den letzten 30 Jahren gab.
    Das stimmt so nicht.Ja es wurden in den letzten 30 Jahren leider punktuell schwerwiegende Eingriffe in der Görlitzer Altstadt vorgenommen.Ende der 90er Jahre wurde das ehemalige Wilhelmtheater und einige angrenzende Villen und Bürgerhäuser für das supermoderne Citycenter am Frauenplan abgerissen,und noch viele andere historische Gebäude verteilt in der Altstadt.Sie sehen Elsner83,so ganz ungeschoren kam Görlitz in den letzten 30 Jahren nun doch nicht an der modernen Stadtplanung vorbei.

  • Sehr interessante Fotos .Da habe ich gleich Lust wieder einmal nach Görlitz zu fahren.
    Elsner83, Sie schreiben das es in der Görlitzer Altstadt weder Abrisse noch Neubauten in den letzten 30 Jahren gab.
    Das stimmt so nicht.Ja es wurden in den letzten 30 Jahren leider punktuell schwerwiegende Eingriffe in der Görlitzer Altstadt vorgenommen.Ende der 90er Jahre wurde das ehemalige Wilhelmtheater und einige angrenzende Villen und Bürgerhäuser für das supermoderne Citycenter am Frauenplan abgerissen,und noch viele andere historische Gebäude verteilt in der Altstadt.Sie sehen Elsner83,so ganz ungeschoren kam Görlitz in den letzten 30 Jahren nun doch nicht an der modernen Stadtplanung vorbei.

    Liegt diese Beispiele von dir nicht ausserhalb die historische Altstadt?

  • Genau, das ist alles außerhalb der Altstadt. Überall in der Stadt gab es Abbrüche in den letzten 30 Jahren, aber nicht innerhalb der ehem. Stadtmauer, welches die Altstadt ist. Aber eben auch keine Neubauten, deswegen sind alle Kriegslücken (außer die schon zu DDR Zeiten bebaut wurden) und Abrisslücken der DDR noch immer Brachen.


    Ich habe mal nachgezählt, wieviele Abrisse es in den verschiedenen Stadtteilen vor und nach der Wende gab (ohne Industriebauten oder Hinterhäuser). Also alle Abrisse seit 1945 (inkl. Kriegruinen), aber nur Bausubstanz vor 1945 (also keine Plattenbauten o.ä.). Quellen waren aktuelle und alte Katasterpläne.


    1945-1990 | 1990-2020
    Altstadt
    70 | 0
    Nikolaivorstadt
    6 | 6
    Innenstadt
    56 | 52
    Südstadt
    2 | 47
    Rauschwalde
    4 | 4
    Weinhübel
    1 | 4


    Wie man sieht wurde zu DDR-Zeiten sehr viel in der Altstadt abgerissen sowie in der Innenstadt, dort aber eher flächenhaft für geplante Plattenbauprojekte (daher die hohe Zahl), wie zwischen Brunnen- und Teichstraße und an der Heiligen-Grab-Straße.
    Nach der Wende wurde eher punktuell abgerissen, dort wo eben "Einsturzgefahr" bestand. Die hohe Zahl in der Südstadt kommt vom straßenweise Abriss 20er und 30er Jahre Bebauung, also eher einheitlicher einfacher Bebauung.
    Traurig ist aber, das wir in den 30 Jahren seit der Wiedervereinigung leider fast so viel abgerissen haben, wie in 40 Jahren DDR, was ja immer auf den Mangel an Geld und Materialien geführt wurde.

  • Ja Elsner 83 ,wenn Sie die Altstadt innerhalb der Stadtmauer meinen haben Sie recht.Aber von Kriegslücken ist mir in der Stadt Görlitz nichts bekannt.Beschädigt würde Görlitz weder durch Bomben noch durch Kampfhandlungen.
    Bauliche Verluste sind nur aus Friedenszeiten in Görlitz zu beklagen.Was mir bekannt ist,als einziger Kriegsverlust ist ein Haus in der Peterstraße durch eine Bombe oder Granate?.
    Elsner83,mich würde mal interessieren wie man mit Baulücken in Görlitz in den letzten 20 Jahren architektonisch umgegangen ist.

  • Vielen Dank Elsner, auf das Update aus Görlitz habe ich hingefiebert... Deswegen Zucker :blumen:


    Das große Eckhaus am Obermarkt (direkt angrenzend zum jetzigen sanierten Objekt) sollte doch eigentlich auch saniert werden. Ist da irgendeine Aktivität zu vernehmen?

  • Na klar gab es auch in Görlitz Kriegsschäden, 37 Totalschäden und viele Teilschäden um genau zu sein.
    Interessant dazu dieser Artikel aus der SZ zu einer Ausstellung 2015:


    https://www.saechsische.de/plu…iegsschaeden-3086154.html


    Hier noch ein paar Fotos:


    Die oben erwähnte Lücke, die gerade bebaut wird:



    Jakobuskathedrale



    Kröl- Ecke Löbauer Straße



    Villa am Mühlweg



    Und natürlich wurden alle sieben Brücken gesprengt:


  • Das große Eckhaus am Obermarkt (direkt angrenzend zum jetzigen sanierten Objekt) sollte doch eigentlich auch saniert werden. Ist da irgendeine Aktivität zu vernehmen?

    Dazu erschien auch kürzlich ein Artikel in der SZ. Es sei immernoch Geld da, aber man habe noch kein richtiges Nutzungskonzept, da für die ursprünglich geplante Nutzung (Gründungs- und Co-Working-Center) kein Bedarf mehr bestehe.



    Quote from Herr Herrmann

    mich würde mal interessieren wie man mit Baulücken in Görlitz in den letzten 20 Jahren architektonisch umgegangen ist


    Dazu werde ich die nächsten Tage mal Fotos zeigen, morgen scheint ja hier geschlossen zu sein.

  • Danke Elsner83, für die tollen Bilder/Neuigkeiten.


    Der Abriss in der Salomonstraße ist natürlich weniger schön. Ganz besonders, weil dort nur ein schnöder Parkplatz hinkommt. Auch die nun sichtbare riesige Brandwand ist kein städtebaulicher Glanzpunkt. Aber ausnahmslos gute Nachrichten, wäre ja auch wieder zu schön, um wahr zu sein.


    Ob Görlitz, Bautzen, Pirna oder Leipzig, in Sachsen läuft das mit den Sanierungen richtig gut. Aber auch aus Halle/Saale kommen oft gute Sanierungs-Neuigkeiten.


    Leider sehen selbst ausgedehnte Gründerzeit-Quartiere in NRW eher mittelprächtig aus. Da liegt es aber wohl eher an den Besitzverhältnissen, daß in den "alten" Bundesländern nicht nach und nach jedes Haus in Schuss gebracht wird.

  • Im Jahr 2025 soll die Stadthalle von Bernhard Sehring wiedereröffnen. Für die Sanierung stehen 40 Millionen Euro zur Verfügung. Für Künstlergarderoben und andere Dinge, die in dem Gebäude fehlen, soll es einen modernen Anbau geben. Den Betrieb als Veranstaltungszentrum soll die städtische Görlitzer Kulturservice-GmbH organisieren. Das Betriebskonzept ist aber noch nicht ganz gesichert. Unklar ist, wie hoch die städtischen Zuschüsse zum Betrieb ausfallen werden. Die Stadthalle war Ende 2004 aus Wirtschaftlichkeitsgründen geschlossen worden. Das Gebäude dürfte auch künftig nicht leicht zu bespielen sein, da es auf die Bedürfnisse der Zeit um 1910 und im Besonderen auf die Schlesischen Musikfeste zugeschnitten ist.


    Görlitz, Stadthalle, Großer Saal (Foto: ubahnverleih, September 2015, CC0)


    Stadthalle, Großer Saal (Foto: ubahnverleih, September 2015, CC0)


    Stadthalle, Großer Saal, Blick zur Bühne mit der Konzertorgel (Foto: ubahnverleih, September 2015, CC0)


    Stadthalle, Kleiner Saal (Foto: ubahnverleih, September 2015, CC0)


    Bericht des MDR (1. Februar 2020)


    Bericht des MDR (20. Juli 2020)

  • Jaunernicker Straße/Lutherstraße wird saniert.

    img_06490kj6c.jpg

    Im Hintergrund Richtung Reichertstraße zwei weitere in Sanierung befindliche Objekte.


    Zittauer Straße N°37, in Nachbarschaft zum 'Gebratenen Storch' am Tierpark.

    img_04101ikub.jpg


    img_04111ikb7.jpg


    img_0412n7kik.jpg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)