• Ja, aber spaß beiseite: er hat was Anständiges gelernt, nix Parteiakademie oder Quatschstudium à la Politisierte Wissenschaften. Diplomierter Trompeter, das ist etwas. Zu so was habe ich Vertrauen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Das halte ich anders. Das Handeln und wirken eines Menschen hängt von der Redlichkeit, Aufrichtigkeit und Moral ab. Das kann jeder haben, oder auch nicht und das ist unabhängig vom Stand aller Art.


    Auf einen Bildungstand zu vertrauen ist nach meiner Meinung der falsche Weg, so wie ich oft erlebt durfte.

  • Wir können hier nur anhand von Äußerlichkeiten urteilen. Mein Kontakt mit Octavian beschränkt sich auf die früheste Kindheit in der ostkaparpatischen Sommerfrische. Aber es gibt eben sympathische und weniger sympathische Äußerlichkeiten. Wenn ich zB jemanden sehe, der Musik nicht mag und bei einem schönen alten geistlichen Lied einen quasi epileptischen Anfall kriegt, so wie wenn drei Teufeln aus ihm rausfahren möchten*, ist das für mich definitiv NICHT vertrauensbildend, auch wenn viele aufgeklärte Zeitgenossen das auf rationale Ursachen zurückzuführen verstehen.
    ein Trompeter hat Verantwortung. auf ihn muss sich das Ensemble verlassen können, denn er ist der Lauteste. Wenn er falsch spielt, ist alles verloren.


    *vgl Augustinus:
    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel

    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen. Und finden sich Bürger darin, die solche Regungen zu zügeln und zu mäßigen scheinen, so sind sie in ihrer Gottlosigkeit so hochmütig und stolz, daß sie eben durch ihre Mäßigung reichlich an Dünkel zusetzen, was sie sich an Leiden ersparen. Und wenn manche etwa — selten ist solcher Aberwitz, aber um so unnatürlicher — das an sich besonders hochschätzen, daß sie von gar keiner Gemütsbewegung gehoben und angestachelt oder gebeugt und niedergedrückt werden, ach, so haben sie ihre ganze Menschlichkeit eingebüßt, ohne doch wahre Ruhe des Gemütes zu gewinnen.
    https:/https:/www.youtube.com/watch

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

    Edited 2 times, last by ursus carpaticus ().

  • kurzes Update mit Neugikeiten aus der Presse


    Eine Gruppe von 13 Leuten baut die Sohrstraße 12 aus


    https://www.saechsische.de/plu…eine-strasse-5077593.html


    Die Bahnhofstraße 16, 17 und 18 sind in Sanierung oder bereits saniert, die Sanierung der 14 ist in Planung. Man hofft, mit den Sanierungen auch den Eigentümer der Nummer 15 zur Sanierung zu ermuntern.


    https://www.saechsische.de/plu…en-lage-wird-5095644.html



    Das Eckhaus Heilige-Grab-Straße/Friedhofstraße wird saniert.



    https://www.saechsische.de/plu…r-blueht-auf-5050188.html



    Die Häuser Salomonstraße 24, 26, Bautzener Straße 14/15 und Brautwiesenstraße 30 sind ebenfals in Sanierung, eventuell kommen bald noch Bautzener Straße 16 bis 19 dazu.



    https://www.saechsische.de/plu…e-ausgebucht-5051982.html


    In Sanierung geht das Kaufhaus Totschek, ebenso der Nachbar, das Eckhaus Eckhaus Obermarkt 6/Steinstraße 1,sowie Obermarkt 5



    https://www.saechsische.de/plu…uf-baubeginn-5064558.html



    Wer kann Bilder liefern?

  • Wer Freude an "lost places" hat, sollte dem "neuen" Besitzer danken. Der Bremer Physiker hat augenscheinlich bis heute nichts bewegt (bewegen können/wollen???). Im April 2019 sah es hier schon genauso aus.
    Ähnliches Elend kann man in der Steinstraße (ehem. Kaufhaus Totschek) "bewundern". Hier sollte der Sohn des Investors aktiv werden. :D
    In Potsdam haben wir ein passendes Beispiel: Die Matrosenstation Kongsnaes war ein Totalschaden. Trotz aller Widerstände hat der Investor seine Ideen durchgesetzt und neu gebaut. Zur Freude der Potsdamer und der Touristen!







  • Ich mag nun mal die Vergleiche: Vorher, Nachher...
    Hier eine Aufnahme von ca.1920. Rechts im Hintergrund die Peterskirche.

    Foto: wohl Scholz, 1900-1920


    ...und 2019. Rechts die Peterskirche, deren Türme gerade restauriert werden.


    Blick aus der Peterstraße


    Peterskirche, Restaurierung der Türme.

  • Ich war über Weihnachten mal wieder in meiner Heimat Görlitz und habe dabei (trotz schlechtem Wetter) versucht einige bauliche Veränderungen der Stadt zu dokumentieren, wie immer bei mir, als Vorher-Nachher-Vergleich.


    Zuerst eins der letzten unsanierten Gebäude am Obermarkt. Im Sommer wurde es nun endlich saniert:





    Wir bleiben in der Alstadt, in der Weberstraße wurde dieses Haus saniert:




    Nun gelangen wir zur Innenstadt, wo dieses Haus in der Bautzener Straße kürzlich saniert wurde:





    Von hinten:





    In der Salomonstraße wurde leider dieses Haus abgerissen, für die Erweiterung des Landratsamtes (obwohl auf der Fläche nur Parkplätze entstehen sollen :rolleyes: ). Es war eines der ältesten Häuser der Straße, noch vorgründerzeitlich, was man an den Bruchsteinen im Mauerwerk sehen kann.



  • Weiter geht's auf der Bahnhofstraße, wo gleich zwei benachbarte Häuser saniert wurden:





    Detail


    In der Nikolaivorstadt wurde eine Ruine wieder aufgebaut. Zuerst der ganze Straßenzug, mittlerweile vollständigt saniert:




    Nun das Haus im Detail:




  • Nun meine zwei Lieblingsprojekte:


    Zum einen die Schließung einer Kriegslücke in der Rosenstraße. Der Investor hat auch gleich die beiden Nachbarhäuser saniert, die in der DDR abgerissen werden sollten, deswegen der Zustand ohne Dach und hinterem Bereich. Dies ist übrigens der erste Neubau in der Altstadt seit der Wende. Wo z.B. in Bautzen vielen Kriegs- und Abrisslücken geschlossen wurden, gab es in der Görlitzer Altstadt weder Abrisse noch Neubauten in den letzten 30 Jahren.






    So soll es werden (mit Einfahrt für das Parkdeck dahinter, immerhin historisierend das Ganze):



    Von hinten:




    Detail vom Eingang (die Muschel wird sicherlich noch zurückkommen):



  • Vielen Dank Elsner83 für die sehr interessante Fotodokumentation. Der Autor hat zwei Lieblingsobjekte benannt, darunter die Rosenstraße 4 (erbaut 1720). Das ist wirklich ein ganz besonderes Sanierungsobjekt. Die folgende Aufnahme entstand 1981, also vor fast 40 Jahren (gute Auflösung, zum Vergrößern nach dem Öffnen nochmal draufklicken, lohnt sich):


    Zustand 1981


    Offenbar war das Haus bereits zu diesem Zeitpunkt unbewohnt, das Muschelornament ist aber noch vollständig. 11 Jahre später:


    Zustand 1992


    Eingangsportal 1992


    Portalbekrönung 1992


    Im Höhenbereich des 1. OG ist eine Inschriftentafel angebracht (vermutlich Sandstein). Es wird darin erinnert, dass hier Napoleon am 23. Mai 1813 übernachtete. Zur Historie: Am 20./21. Mai fand die große Schlacht bei Bautzen statt – Napoleon gegen die Preußen und Russen.


    Inschriftentafel 1992


    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Bautzen

  • Das Haus Heilige-Grab-Straße wurde sogar relativ historisch korrekt wiederhergestellt, wie der Vergleich mit einer alten Postkarte zeigt:


  • Sehr interessante Fotos .Da habe ich gleich Lust wieder einmal nach Görlitz zu fahren.
    Elsner83, Sie schreiben das es in der Görlitzer Altstadt weder Abrisse noch Neubauten in den letzten 30 Jahren gab.
    Das stimmt so nicht.Ja es wurden in den letzten 30 Jahren leider punktuell schwerwiegende Eingriffe in der Görlitzer Altstadt vorgenommen.Ende der 90er Jahre wurde das ehemalige Wilhelmtheater und einige angrenzende Villen und Bürgerhäuser für das supermoderne Citycenter am Frauenplan abgerissen,und noch viele andere historische Gebäude verteilt in der Altstadt.Sie sehen Elsner83,so ganz ungeschoren kam Görlitz in den letzten 30 Jahren nun doch nicht an der modernen Stadtplanung vorbei.

  • Sehr interessante Fotos .Da habe ich gleich Lust wieder einmal nach Görlitz zu fahren.
    Elsner83, Sie schreiben das es in der Görlitzer Altstadt weder Abrisse noch Neubauten in den letzten 30 Jahren gab.
    Das stimmt so nicht.Ja es wurden in den letzten 30 Jahren leider punktuell schwerwiegende Eingriffe in der Görlitzer Altstadt vorgenommen.Ende der 90er Jahre wurde das ehemalige Wilhelmtheater und einige angrenzende Villen und Bürgerhäuser für das supermoderne Citycenter am Frauenplan abgerissen,und noch viele andere historische Gebäude verteilt in der Altstadt.Sie sehen Elsner83,so ganz ungeschoren kam Görlitz in den letzten 30 Jahren nun doch nicht an der modernen Stadtplanung vorbei.

    Liegt diese Beispiele von dir nicht ausserhalb die historische Altstadt?

  • Genau, das ist alles außerhalb der Altstadt. Überall in der Stadt gab es Abbrüche in den letzten 30 Jahren, aber nicht innerhalb der ehem. Stadtmauer, welches die Altstadt ist. Aber eben auch keine Neubauten, deswegen sind alle Kriegslücken (außer die schon zu DDR Zeiten bebaut wurden) und Abrisslücken der DDR noch immer Brachen.


    Ich habe mal nachgezählt, wieviele Abrisse es in den verschiedenen Stadtteilen vor und nach der Wende gab (ohne Industriebauten oder Hinterhäuser). Also alle Abrisse seit 1945 (inkl. Kriegruinen), aber nur Bausubstanz vor 1945 (also keine Plattenbauten o.ä.). Quellen waren aktuelle und alte Katasterpläne.


    1945-1990 | 1990-2020
    Altstadt
    70 | 0
    Nikolaivorstadt
    6 | 6
    Innenstadt
    56 | 52
    Südstadt
    2 | 47
    Rauschwalde
    4 | 4
    Weinhübel
    1 | 4


    Wie man sieht wurde zu DDR-Zeiten sehr viel in der Altstadt abgerissen sowie in der Innenstadt, dort aber eher flächenhaft für geplante Plattenbauprojekte (daher die hohe Zahl), wie zwischen Brunnen- und Teichstraße und an der Heiligen-Grab-Straße.
    Nach der Wende wurde eher punktuell abgerissen, dort wo eben "Einsturzgefahr" bestand. Die hohe Zahl in der Südstadt kommt vom straßenweise Abriss 20er und 30er Jahre Bebauung, also eher einheitlicher einfacher Bebauung.
    Traurig ist aber, das wir in den 30 Jahren seit der Wiedervereinigung leider fast so viel abgerissen haben, wie in 40 Jahren DDR, was ja immer auf den Mangel an Geld und Materialien geführt wurde.

  • Ja Elsner 83 ,wenn Sie die Altstadt innerhalb der Stadtmauer meinen haben Sie recht.Aber von Kriegslücken ist mir in der Stadt Görlitz nichts bekannt.Beschädigt würde Görlitz weder durch Bomben noch durch Kampfhandlungen.
    Bauliche Verluste sind nur aus Friedenszeiten in Görlitz zu beklagen.Was mir bekannt ist,als einziger Kriegsverlust ist ein Haus in der Peterstraße durch eine Bombe oder Granate?.
    Elsner83,mich würde mal interessieren wie man mit Baulücken in Görlitz in den letzten 20 Jahren architektonisch umgegangen ist.

  • Vielen Dank Elsner, auf das Update aus Görlitz habe ich hingefiebert... Deswegen Zucker :blumen:


    Das große Eckhaus am Obermarkt (direkt angrenzend zum jetzigen sanierten Objekt) sollte doch eigentlich auch saniert werden. Ist da irgendeine Aktivität zu vernehmen?

  • Na klar gab es auch in Görlitz Kriegsschäden, 37 Totalschäden und viele Teilschäden um genau zu sein.
    Interessant dazu dieser Artikel aus der SZ zu einer Ausstellung 2015:


    https://www.saechsische.de/plu…iegsschaeden-3086154.html


    Hier noch ein paar Fotos:


    Die oben erwähnte Lücke, die gerade bebaut wird:



    Jakobuskathedrale



    Kröl- Ecke Löbauer Straße



    Villa am Mühlweg



    Und natürlich wurden alle sieben Brücken gesprengt: