Offenbach am Main

  • Hört sich in der Tat nach einem Investor an, den man hundertfach klonen und auf die einzelnen Städte verteilen sollte. :zwinkern:


    Aber Sätze wie der folgende sind leider typisch:


    Quote

    Anbauten und Veränderungen ab den 60er Jahren griffen so massiv ein, dass eine Aufnahme in die Liste der Kulturdenkmale verweigert wurde.


    Jahrelang wurde nach Belieben an dem Bauwerk herumgepfuscht, bis es übel entstellt war - und die Denkmalpfleger schliefen tief und fest und schauten weg, interessierten sich nicht dafür. Und später heißt es dann auf einmal "Nee, das Gebäude ist schon zu sehr verhunzt, das wollen wir nicht schützen". Und solche Leute werden von Steuergeldern bezahlt.

  • Offenbacher Neubauvorhaben:


    Projekt „Mitte 160" an Berliner Straße
    http://www.mitte160.de/projekt/#new-page-1


    Weitere 121 Wohnungen im Hafen
    „Marina Gardens“: Verbindung zum Nordend
    http://www.op-online.de/offenb…dung-nordend-4973304.html


    Neubauprojekt "Wohnen am Spitzen Eck"
    http://www.immonet.de/angebot/25221129
    (Das Projektbild ist übrigend gefaked. Die Altbauten im Hintergrund gibt es in dieser Ansicht nicht. Stattdessen blickt man aus der Perspektive derzeit auf das toys´r´us-Center. Städtebaulich ist der Lückenschluss trotzdem zu begrüßen.)
    http://www.markt.de/offenbach-…ordId,fb4e3301/expose.htm

    Edited 2 times, last by Heimdall ().


  • :schockiert:


    Wie schaut das denn aus? Man beachte auch das Mehrfamilienhaus am linken Bildrand, das diesen Kasten auf der Südseite vor sich hat! Wann kriegen die eigentlich mal ein bisschen Sonnenschein?


    Aber solange es weiß ist, ist es ja geradezu wunderschön, gemessen an der aufdringlichen Bunt-Version.


    Schafft sich Offenbach auch ab? Wenn einem mitten in der Stadt nichts besseres einfällt, als so ein Monster mit krachigen Farben anzumalen, dann gute Nacht!

  • Nun hat die Infantilisierung der Gesellschaft also auch den Bereich der Architektur erfaßt.


    Können die Leute, die dort in der Umgebung wohnen und beim täglichen Blick aus dem Fenster mit diesen knallbunten Fassaden konfrontiert sein werden, nicht eine Sammelklage auf Schmerzensgeld erheben? Ein solcher Anblick muß doch einfach mit der Zeit gesundheitsschädlich sein. Ich tippe schon mal auf folgende Symptome: Schwindel, Brechreiz, Herzrhythmusstörungen.

  • Bilder aus dem neuen Offenbacher Hafenviertel, der aktuelle Stolz der kommunalen Stadtplanung, die gerne über manche Fehler hinwegsehen möchte.
    (Hier ein Infoartikel (neben vielen weiteren, die es gibt), unten mit Fotostrecke: http://www.op-online.de/offenb…dung-nordend-4973304.html)


    Quadratmeterpreise zwischen 3500 und 5000 Euro. Schönes neues Wohnen. Sozial problematisches Nordend in unmittelbarer Laufnähe.




    Dieser Gebäuderiegel beinhaltet Mietwohnungen. Südseiten-Ansicht. Die Fenster zur Nordseite sollen nicht geöffnet werden, weil auf der anderen Mainseite das Frankfurter Gewerbegebiet liegt. Spitzname Prora.




    Die Eingangssituation an der Magistrale der Kaiserstraße wurde mit einem hässlichen, nicht öffentlichen Firmen-Parkhaus verschandelt. Jeder, den ich gesprochen habe, schüttelt mit dem Kopf.


  • Gedanken über Enteignung
    Besitzer lässt Bahnhof in Bieber verkommen

    http://www.op-online.de/offenb…er-verkommen-5941525.html


    CDU fordert Maßnahmen zur Erhaltung
    „Eigentümer lässt den Bieberer Bahnhof vergammeln“

    http://www.op-online.de/offenb…en-erhaltung-6069305.html


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    Außerdem: In Offenbach-Tempelsee wird demnächst ein ehemaliger Bunker in ein Wohngebäude umgewandelt. (Artikel leider nicht online.) Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Stutzig aber wurde ich durch zwei Dinge. Der Bunker steht unter Denkmalschutz, und der Besitzer will die Wände teils für große Fensterflächen durchbrechen. Nun heißt es aber doch oft bei Häusern, die baulich verändert wurden, dass diesen kein Denkmalschutz mehr zukomme. Fällt dann also einfach danach der offenbar gar nicht real existente Denkmalschutz für den Bunker weg?


  • Brunnenweg 73?
    http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/95190/
    http://www.stadt-impulse.de/wp…r-Bunker-in-Offenbach.pdf
    http://www.op-online.de/offenb…tigen-bunker-6072684.html
    http://www.billionhomes.de/de/…/63069-offenbach/1724046/
    http://www.immo-pages.de/index.php/of-kulturdenkmal-bunker



    Fällt dann also einfach danach der offenbar gar nicht real existente Denkmalschutz für den Bunker weg?

    Sehr gut möglich. Zerstörung auf Raten. Gewisse Eingriffe in die Substanz zur Nutzbarmachung werden akzeptiert, dieselben Maßnahmen führen aber dazu, dass der Denkmalschautz dann hinterher feststellt, dass das Objekt nicht mehr aus einem Guss ist und demzufolge nicht mehr schützenswert sei. Das hat mit Logik natürlich nichts zu tun, so wie die Praxis des Denkmalschutzes oft.

  • Architektonisch zwar passabel, allerdings finde ich es ziemlich schade, dass sich der Trend, Arbeitsplätze aus der Innenstadt auszulagern, weiter fortsetzt. Zumal die jetzige Kappus-Fabrik ein (wenn auch unspektakulärer) Gründerzeitbau zu sein scheint.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Zum Bunker Brunnenweg :


    Stutzig aber wurde ich durch zwei Dinge. Der Bunker steht unter Denkmalschutz, und der Besitzer will die Wände teils für große Fensterflächen durchbrechen. Nun heißt es aber doch oft bei Häusern, die baulich verändert wurden, dass diesen kein Denkmalschutz mehr zukomme. Fällt dann also einfach danach der offenbar gar nicht real existente Denkmalschutz für den Bunker weg?"


    Als Beteiligter sei mal ein kurzer Kommentar erlaubt:
    Also es gibt nicht den geringsten Anlaß zur Vermutung, dass ein solcher Umbau den Denkmalcharakter faktisch oder rechtlich "verschwinden" läßt. Es ist und bleibt ein Denkmal.


    Aber das Problem ist eben auch, dass ohne Fenster und Licht niemand das Ding haben will, zumal in der Lage die üblichen Nutzungen wie "Musikraum" reichlich sinnfrei sind.


    Der Zustand ist schon sehr mittelprächtig, und alles andere als attraktiv im aktuellen Zustand.


    Nachdem schon verschiedene Versuche gescheitert sind (u.a. die oben verlinkte Konzeption von Stadt-Impulse) wird hier sicher ein deutlicher Eingriff in die Bausubstanz vorgenommen , aber schon mit dem Ziel das Gebäude durch eine sinnvolle Nutzung langfristig zu sichern. Der Denkmalschutz hat hier ausdrücklich eine moderne Lösung befürwortet, damit alt und neu getrennt und klar erkennbar sind. 3 von 4 Seiten bleiben aber auch unverändert, sowie wesentliche Merkmale wie Treppenhäuser, Gangstruktur und das (Tarn)-Dach.


    Noch einige Infos hier.
    http://www.immocity24.de/Bunker ein virtueller Rundgang
    http://immocity24.de/index.php/der-umbau Einige Infos über die (Bau)geschichte

    Youtube-Video



  • Also es gibt nicht den geringsten Anlaß zur Vermutung, dass ein solcher Umbau den Denkmalcharakter faktisch ... "verschwinden" läßt. Es ist und bleibt ein Denkmal.

    Das sehen wir grundsätzlch genauso. Und manchmal muss man einfach manches verändern, um eine sinnvolle Weiternutzung eines Denkmals zu ermöglichen. Das Problem ist, dass der staatliche Denkmalschutz das dann sehr oft mit dem Entzug des Denkmalstatus quittiert. Oft hat man den Eindruck, die Denkmal"schützer" verstehen nicht, dass man Gebäude, um sie zu erhalten, manchmal verändern muss, sei es durch Austausch nicht erhaltungsfähiger Substanz oder durch den Einbau von Fenstern. Denen wäre wohl am liebsten, dass alles unverändert bleibt. Dann aber verfällt es und sie selber, die Denkmalschützer, geben es schließlich zum Abbruch frei...