Regensburg (Galerie)

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    • Regensburg (Galerie)

      Kennt sich zufällig jemand mit Regensburger Holz-/Fachwerkbauten aus?

      Beispiele:
      Obere Bachgasse 13

      Wohnhaus, dreigeschossiger und traufständiger Satteldachbau mit Überschuss, Obergeschosse Fachwerk, 15. Jh.

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      Fischgässel 4

      Wohnhaus, viergeschossiger, zum Zieroldsplatz traufständiger Kopfbau in Fachwerk, mit Pultdach und Überschüssen, nach Norden turmartiges Steinhaus, gotisch, erste Hälfte 14. Jh., über Keller des 12. Jh., Veränderungen im 16.-18. Jh.

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      Keplerstraße 2

      Wohnhaus, fünfgeschossiges Turmhaus mit Satteldach, südlich dreigeschossiges und giebelständiges Pultdachhaus mit Überschuss, in Ecklage, Fachwerk, frühgotisch, 1250 (dendro.dat.), 1976/77 saniert; 1626-28 Wohnhaus Johannes Keplers.

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      Gesandtenstraße 2

      Wohn- und Geschäftshaus, östlich siebengeschossiger Turm mit Walmdach, spätromanisch, 1. Viertel 13. Jh., westlich dreischossiger und traufständiger Anbau mit Satteldach und Überschuss auf Konsolen, 1. Hälfte 15. Jh., Anbau mit Hoflauben Renaissance, frühes 16. Jh., nördlich ehem. Stadel, wohl 16. Jh, urspr. zu Untere Bachgasse 10, ab 1963 saniert.

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      Tändlergasse 6

      Wohn- und Geschäftshaus, vier- und fünfgeschossiger Satteldachbau in Ecklage mit Überschuss auf Konsolen, spätgotisch über romanischem Keller.

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      Rote-Hahnen-Gasse 3

      Wohn- und Geschäftshaus, dreigeschossiger Giebelbau, Fassade mit verputztem Fachwerk auf Überschuss, spätgotisch, Umbauten im Barock.


      (Auszüge aus der bayerischen Denkmalliste)

      Gibt es eigentlich genauere Untersuchungen an diesen und ähnlichen Fachwerkbauten aus Regensburg? Oder hat man sich das gespart, weil die Türme fürs Mittelalter-Image völlig ausreichen?

      Ich lese auch häufiger von der nichtssagenden Formulierung "Holzbau" im Bezug auf Regensburger Bauten irgendeiner Holzbauweise. Da man scheinbar ganz absichtlich den Begriff "Fachwerk" vermeidet, werden derartige Bauten ( die Bezeichnung "Holbau" las ich auch schon über das Haus Keplerstraße 2) wohl in anderen Bautechniken ausgeführt worden sein.

      Einfachstes Fachwerk ohne Verstrebungen?

      Ständerbohlenbauten?

      oder gar Blockbauten?

      Vielleicht weiß jemand mehr...


      (Ich bitte um möglichst schnelle Antwort, wenn möglich)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mündener ()

    • Betreffend Fachwerkbauten in Regensburg kenne ich mich überhaupt nicht aus; auch im Netz fand ich auf die Schnelle nichts darüber.

      Beim Anklicken des folgenden Bildlinks ist mir das relikthafte Fachwerk mit einer barocken/klassizistischen Fensterteilung aufgefallen:

      Mündener schrieb:

      Rote-Hahnen-Gasse 3

      Wohn- und Geschäftshaus, dreigeschossiger Giebelbau, Fassade mit verputztem Fachwerk auf Überschuss, spätgotisch, Umbauten im Barock.
      Doch seht, was im Jahr 2010 daraus geworden ist:
      mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10071&pk=602954&p=1
      Offenbar konserviert man in Regensburg das "versteinerte" Stadtbild ganz bewusst, und so war es logisch, dass man den Zustand von Rote-Hahnen-Gasse 3 auch in diesen Zustand zurückversetzte.

      Betreffend Keplerstr. 2 dürfte eine bauhistorische Untersuchung hier veröffentlicht worden sein:
      baufachinformation.de/buch/Das…pler-in-Regensburg/237363
    • Fachwerk in Regensburg wäre optisch genauso schlimm wie ein Klinkerbau in der Passauer Innenstadt... Das passt einfach nicht, denn Regensburg ist eine bayerische Stadt und bayerische Städte sind eben durch Steinhäuser geprägt, da diese eben hochwertiger aussehen. Da ist es ganz klar, dass man sich für eine Fachwerkfassade schämt :wink:
      Architektur ist immer subjektiv, da sie wie jede andere Kunstform vom Auge des Betrachters abhängt.
    • Da ist es ganz klar, dass man sich für eine Fachwerkfassade schämt :wink:
      Der Investor, der die Sanierung des Hauses Rote-Hahnen-Gasse 3 durchgeführt hat, war sogar gewillt, das Fachwerk sichtbar zu belassen; dem jedoch hatte der Denkmalschutz scheinbar etwas entgegenzusetzen.

      denn Regensburg ist eine bayerische Stadt und bayerische Städte sind eben durch Steinhäuser geprägt
      das trifft auch heute nur eingeschränkt zu, und vor 500-700 Jahren (also zur erwiesenen oder wahrscheinlichen Bauzeit der betroffenen Gebäude) stände diese Aussage in manchen Städten im Widerspruch zur Realität. Beispiele wären Eichstätt und Passau auf jeden Fall auch, und selbst in Städten, die hauptsächlich durch Steinbauten geprägt waren, wie etwa Landshut oder eben Regensburg (siehe oben) gab und gibt es Fachwerkbauten und auch Blockbauten.

      Viele Regensburger Steinbauten des 13. und 14. Jahrhunderts sind oder waren Türme oder zu Türmen aufgestockte steinerne Hinterhäuser (im Prinzip Steinwerke, vielleicht mir mehr Wohnfunktionen als nord- und mitteldeutsche Pendants), zu denen meistens zumindest anfangs Vorderhäuser oder Wohntrakte in Holbauweise auf steinernem Sockel gehörten (die Zahl der erhaltenen Beispiele ist recht groß).
      Und die großen Patrizierburgen (z.B. Runtigerhaus, Neue Waag, Haus Heuport) waren nie sehr zahlreich.
    • Rote-Hahnen-Gasse 3


      vorher:

      Bild 2955



      nachher:

      Bild 2956



      Am Anfang schaut man schon, wenn die vertraute grüne Fassade plötzlich weiß ist. Und wahrscheinlich wird sie für den Rest meiner Tage in meiner Vorstellung immer die grüne Fachwerkfassade bleiben. Es bleibt aber auch die Feststellung, dass Regensburg eine steinerne Stadt ist. Vor diesem Hintergrund kann man auch die ungewohnte Steinfassade akzeptieren, ja sogar präferieren.
    • Inspiriert von Stahlbauers wunderschönen Görlitz-Ansichten habe ich mal ein paar Fotos von Regensburg geschossen (allerdings mit durchwachsenen Erfolg)... wozu lebt man denn mitten im Weltkulturerbe :cool:
      (Anmk: Reihenfolge und Auswahl völlig willkürlich)

      Panorama:




      früher Kirche, heute Club:


      Turm der Karmelitenkirche:


      der Bau geht voran:
      anstelle des Karmeliten-Hotels wurde ein in seiner Kubatur ähnlicher Bau errichtet, freilich ohne auch nur ein bisschen von dem Charme des alten Gebäudes zu haben...


      hier ein Video zum alten Gebäde:
      youtube.com/watch?v=OOXiPaBil4M

      ehem. Minoritenkirche


      Brücktor:


      auf der Steinernen Brücke erkennt man gut die bisherige Gestaltung und wie der Belag/die Brüstung zukünftig aussehen werden:

      links das alte, rechts das neue; für meinen Geschmack sind die neuen Steine für den Belag "zu perfekt", zu glatt und zu groß


      Brückstraße:


      Goldene-Bären-Straße


      Fischmarkt:




      Silberne-Kranz-Gasse:


      Keplerstraße


      Zandtengasse:


      St. Emmeram:






      Marschallstraße:


      Am Ölberg:



      am anderen Donauufer in Stadtamhof:




      Andreasstraße:


      St. Mang:


      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • Vielen Dank für die Photos, die schöne Erinnerungen an meinen Besuch in Regensburg vor ein paar Jahren wecken. Die Regensburger Altstadt ist m.E. die kunsthistorisch bedeutendste Deutschlands und sicher auch eine der schönsten. Wo sonst gibt es soviel Mittelalter beisammen? In italienischen Städten natürlich, vielleicht auch noch in Südfrankreich oder Spanien; aber wo noch? Übrigens wohnte ich damals im Karmelitenhotel und es hat mir dort gefallen. Der Bau war zwar im Innern zumindest oberflächlich stark modernisiert und sein Alter bemerkte man vor allem noch an der etwas verwinkelten Raumaufteilung. Doch er hatte Charme und heruntergekommen wirkte er gar nicht; man hätte das Haus mit Sicherheit sanieren können.
    • Das sehe ich auch so wie Vorschreiber Zeno. Es ist immer so ein Ding mit den "Boomtowns" - kommt der übermäßige Konsum, kommt es auch zur unweigerlichen Veränderung im Stadtbild mit größeren Schaufenstern, billgeren Portalen, Reklametafeln und und und. Und ob diese Stadt oder eine andere Stadt für einen die schönste Stadt ist, da gebe ich Zeno ebenfalls recht, das ist rein subjektiv und dass dir Regensburg am besten gefällt, das kann ich gut nachvollziehen. Mir selbst gefallen andere Städte besser, aber das ist natürlich Geschmackssache.

      "Wo sonst gibt es soviel Mittelalter beisammen?"

      Wie wäre es mit Rothenburg, Dinkelsbühl & Co., auch wenn flächenmäßig kleiner. Man kann von Glück reden, dass Regensburg im Krieg nicht zerstört wurde wie das sicherlich noch viel wertvollere Nürnberg, von dem leider fast nichts mehr übrig gelassen wurde.
    • Ich halte Regensburg übrigens auch nicht für die schönste Stadt Deutschlands. Selbstverständlich ist der große, zusammenhängend mittelalterlich geprägte Innenstadtkern beeindruckend. Über die sakralen Bauwerke und die geschichtliche Bedeutung brauchen wir auch nicht sprechen. Aber irgendwie wirkt mir die Stadt an vielen Stellen dennoch zu schlicht und zu bieder.
      Das kann durchaus auch an der Art der Haussanierungen liegen (Philon hat das hier im Thread 2008 auch schonmal angedeutet). Putz und Fenster sind an manchen Stellen einfach unpassend meiner Meinung nach.

      Insbesondere Erfurt, Heidelberg aber auch Halle würde ich trotz der stark gründerzeitlichen Überformung über Regensburg stellen, was die reine Ästhetik anbelangt.
      Aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. cheers:)
      Stadtbild Deutschland e.V. Ortsverband Magdeburg

      - Der Schönheit verpflichtet -
    • Magdeburger schrieb:

      Insbesondere Erfurt, Heidelberg aber auch Halle würde ich trotz der stark gründerzeitlichen Überformung über Regensburg stellen, was die reine Ästhetik anbelangt.

      Unglaublich! Also gegenüber Halle und Heidelberg ist mir Regensburg ja zehnmal lieber. Störend sind natürlich die Maximilianstraße und Großbauten des Klassizismus, die stören das Bild des steinernen Regensburg schon nachhaltig. Und der widerliche Bismarckplatz! Wie gut doch, dass es den Roten Herzfleck gibt, die Baumhackergasse und das Scheugäßchen! Und wenn die Stadt "schlicht und bieder" wirkt, dann verheißt das etwas gutes!
    • Eine Stadt, die ein Ensemble wie den Haidplatz besitzt, braucht keinen Vergleich zu scheuen. Ein weiterer persönlicher Favorit für den Titel der schönsten Stadt Deutschlands ist Bamberg. Die Altstadt von Bamberg ist groß, gut erhalten, schön gelegen und mit bedeutender und tief in die Geschichte reichender Architektur reichlich versehen.

      Gardone schrieb:

      "Wo sonst gibt es soviel Mittelalter beisammen?"

      Gardone schrieb:

      Wie wäre es mit Rothenburg, Dinkelsbühl & Co., auch wenn flächenmäßig kleiner.

      Die frühe Neuzeit ist halt nicht dasselbe wie das Mittelalter. Regensburg ist mit seiner Fülle wirklich mittelalterlicher, d.h. romanischer und gotischer Sakral- und insbesondere aúch Wohnbauten in Deutschland ganz einmalig und das war es schon vor dem Krieg. Wohin in Deutschland kann ich fahren, wenn ich ein Gebäude wie das "Goldene Kreuz" am Haidplatz sehen will? Ähnliches habe ich bisher nur in Italien gesehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tübinger ()