Fotos aus der Nachkriegszeit - Berlin

  • Ich bin immer wieder aufs neue erschüttert, wie viel erhaltenswerte Bausubstanz nach dem Krieg noch vorhanden war, und sinnlos plattgemacht wurde. Das hübsche Gründerzeitgebäude weiter hinter der Marienkirche, hätte mit Sicherheit Nichts Platz machen müssen - dort ist heut noch Ödland.


    (Leider kann man dem Verfasser und Einsteller der Photos dort nicht mehr danken, da er wohl offensichtlich 2011 verstorben ist sad:) )

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Private Subkultur war unerwünscht im Forum SEDum. Altbauten störten im Bild vom glanzvollem Sieg des Sozialismus über die bürgerliche Vergangenheit. Das Tragische daran ist, dass das auch heute noch viele so sehen.

  • Sommer 1945 - amerikanische Soldaten am Lustgarten vor dem Schloss.


    Fünf Jahre später geht der Blick nach Westen auf die leidlich erhaltene Ruine der DaNat-Bank und die anschließende Schinkelplatz-Bebauung.


    Die folgenden Bilder wurden alle im August 1951 von den Eheleuten Roger und Renate Rössing gemacht.
    Lizenz CC BY SA 3.0


    Postdamer Platz mit Pschorr-Haus und Potsdamer Bahnhof etc.


    An der Burgstraße/Friedrichsbrücke


    Der frisch entstandene Marx-Engels-Platz in seinem zugeführten Zweck - hier zunächst noch harmlos als Sportleraufmarschfläche.


    Dies dann wohl die auch zahlenmäßig äußerst starke Kugelstoßerinnen-Brigade?


    Diese beeindruckenden Bilder von Hein Gorny wurden schon mal vom Revolverblatt 'Der Spiegel' veröffentlicht, allerdings wohl nicht in dieser Größe.
    22 Luftbilder von Berlin aus der Zeit kurz nach dem 2. WK

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

    Edited once, last by Mantikor ().

  • Ich stelle mal den Link hier ein. Auch wenn es von youtube läuft, ist es aber kein wirklicher Film, sondern eine Diaschau mit Fotos aus dem Jahre 1947 entlang der Stadtbahn zwischen Alexanderplatz und Zoologischer Garten, unterlegt mit dem Fahrgeräusch der S-Bahn.


  • Interessant finde ich auch diese beiden Fundstücke.
    Auf dem ersten Foto sieht man, was vom alten Berlin stehen geblieben ist. Vor allem, auch wenn es nur angeschnitten ist, sieht man, dass für den Fernsehturm noch ganz gewaltig abgerissen wurde



    Hier dann noch ein Innenstadtfoto rund um den Potsdamer Platz wohl gleich aus der Nachkriegszeit. Oder war das noch während des Krieges weil eigentlich noch sehr viel steht?

  • Quote

    Vor allem, auch wenn es nur angeschnitten ist, sieht man, dass für den Fernsehturm noch ganz gewaltig abgerissen wurde

    ...ebenso für das verdammte Mary-Engels-Forum. Auch da sieht man immerhin noch eine Handvoll Häuser.

  • Quote from Oberbaumbrücke

    Hier dann noch ein Innenstadtfoto rund um den Potsdamer Platz wohl gleich aus der Nachkriegszeit. Oder war das noch während des Krieges weil eigentlich noch sehr viel steht?

    Also meines Wissens ist das von nach dem Krieg. Aber "sehr viel" steht da wohl nicht mehr. :) Das sind doch häufig nur noch freistehende Häuserwände. Aber das Columbushaus und ein Großteil des Leipziger Platzes war noch recht gut erhalten.


    Ich finde solche Bilder und auch die von vor dem Krieg immer wieder faszinierend. Man könnte sich fast ein Schulfach "Berlin" vorstellen :) , wo man den Kindern zeigt, daß Berlin mal wesentlich mehr Sinn ergeben hat und eine gewachsene, organische Stadt war. Mir gefällt Berlin durch dieses Wissen immer besser, weil ich nicht mehr nur Bahnhof verstehe, wenn ich in bestimmten Gegenden bin, die auch in Moskau sein könnten.


    Traurig ist es, wie wenig historisches Bewußtsein es da unter den Berlinern selber gibt. Ich finde das essentiell, auch wenn man nicht alles wieder so aufbaut, wie es mal war. Ohne dieses Wissen gelingt meines Erachtens auch der Wiederaufbau Berlins nicht.


    Ich schrieb ja schon, daß das Gebiet am Alex die reinste Katastrophe ist. Da hätte man gleich 1990 sagen sollen: Hier wird langfristig alles platt gemacht, der Gruner-Tunnel dicht und so viel wie möglich das alte Straßenraster wiederhergestellt. Mit so einer Matrix könnte man gelassen in die Zukunft sehen. Im jetzigen Modus werden aber wieder neue Fakten geschaffen und der unausgegorene Zustand der Gesamtgegend perpetuiert. Siehe z.B. Alexander Parkside und das Hotel, das jetzt daneben entsteht.


    Letztlich alles Schrott.


    Und das Schlimmste: Auch gute Neubauten entstehen letztlich in einer Scheißgegend und werden dadurch entwertet. Es nützt die beste Architektur nichts, wenn sie wie am Alex von Monsterstrukturen und Magistralen umgeben ist. Über das Alexa kann man sicherlich streiten, aber es wird allein dadurch schon entwertet, daß es jetzt so weit weg vom Alexanderhaus steht, mit dieser komischen überdimensionierten Fußgängerinsel.

  • 3. Irgendwo (nur: wo genau?) im sowjetischen Sektor 1951:

    Ich bin mittlerweile zu der Auffassung gelangt, dass es sich um die Alte Schönhauser Straße handelt.


    Hier biegen die Friedensverpflichteten dann wohl in die Münzstraße Richtung Alexanderplatz ab.



    Hier bin ich mir sicher, schauen wir von der Burgstraße in die Neue Friedrichstraße (heute: Anna-Louisa-Karsch-Straße). Links im Vordergrund (das Haus mit der Stalin-Weisheit) ist das heutige Gebäude der theol. Fakultät der HU. Das rechts anschließende Haus ist heute vollständig entstuckt.


    Arabische Volkskünstler hauen sich die Krummsäbel um die Ohren - auf dem Thälmannplatz (Wilhelmplatz, heute Zietenplatz). Im Hintergrund das später abgerissene Thüringen-Haus.



    Dies ist für mich nicht zuzuordnen - im Hintergrund links ist das Rote Rathaus zu sehen.


    Die obigen Bilder stammen von Roger and Renate Rössing und sind unter CC BY-SA 3.0 lizenziert.


    Interessante Bildersammlung einer spanischsprachigen Seite (==>'Leer Más' klicken)


    Und abermals die spektakulären Bilder von Hein Gorny, diesmal in noch besserer Qualität:
    http://monovisions.com/aerial-…-1945-hein-gorny-vintage/

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Hallo zusammen,


    ich habe hier dieses Foto aus Berlin, erkennt jemand eventuell das Gebäude darauf?
    Die Bildunterschrift ist etwas verwirrend, es könnte Reichsbahnstrasse oder Reichsbaustrasse oder sowas heißen.



  • Google wirft mir als Transkription von Рейхстбайштрассе Reichstayshtrasse aus, richtiger von den Buchstaben her (und mit deutscher Transkription für das sch) wäre wohl Reichstaischtrasse.


    Ich dachte erst an eine "Reichsteinstraße", bei der man möglicherweise das n verschluckt hat, immerhin gibt es in Brandenburg wohl eine "Carl-Reichstein-Straße". Aber warum man die dann mit ai schreiben sollte, wenn es bei Reich auch mit ei geht...


    zu "Reichstai" findet Ixquick immerhin


    http://www.flugzeugabstuerze-s….de/29.01.1944_Teil_1.pdf
    April 1944 beim. Felsberger Hof, Gemeinde Reichsthai bei Rockenhausen. Crist selbst sowie der Formations- kommandant Francis Tiller wurden damals bei ...


    Vielleicht gab es damals eine Reichsthai-Straße?


    Die müßte dann aber nur kurz so geheißen haben, denn in den historischen Straßenverzeichnissen zu Berliner Straßen findet man sie nicht.

  • Ich lese da »Reichstbaischtrasse«. Was »Reichstbai« aber sein soll, weiß ich auch nicht. Das b wirkt irgendwie eher verirrt da. Oder das t? Vielleicht Reichsbahnstraße?

    Herzliche Grüße


    Bilder von mir finden sich auch bei Wikimedia.

  • Irgendwie erschreckend diese Paraden kurz nach dem Untergang einer entsetzlichen Ideologie.
    Auch im Westen habe ich dieses Wirtschaftswunder nie verstanden, dieses in die Hände spucken und weiter geht´s, dieses Hurra in den Dingen, was einst mal war, schnitt man ab, im Stil einer Neubürgergesellschaft. Klar, standen die Leute unter unglaublichen Druck, aber ich wünschte man hätte die Brachflächen und Ruinen so gelassen und stattdessen Neusiedlungen gegründet.

  • Mir blutet das Herz meine Heimatstadt so zu sehen und ich frage mich, ob es den jungen Soldaten der Allierten auch so ging — eine Stadt, ein ganzes Land fast komplett zerstört vorzufinden, trotz all der Wut und dem Hass. Würde mich interessieren, wie die Menschen das empfunden haben.

  • Baubaracken für das Projekt "Germania" (das ja Kriegsbeginn schon in vollem Gang war) oder nach Luftangriffen errichtete Provisorien für irgendwas...

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Was ist das für ein zerstörtes Gebäude vor dem Reichstag; welchen Zweck hatte es? Sehe ich zum ersten Mal.

    Das würde mich allerdings auch interessieren. Hier sieht man das/die Gebäude aus der Luft:


    https://i.pinimg.com/originals…440dfcd8ec0c1ea74a20c.jpg


    https://i.pinimg.com/originals…d41f4f4d9839c5ce4f541.jpg


    Und hier sieht man noch die sitzende Figur vom Bismarckdenkmal:


    https://www.picclickimg.com/d/…al-Reichstag-vor-1945.jpg


    Was war das doch vor dem Reichstag mal ein schöner Platz. Städtebaulich hatten sie es damals wirklich drauf:


    https://interaktiv.morgenpost.…ages/damals/reichstag.jpg