Museumsinsel Berlin

  • Die James-Simon-Galerie ist ab dem 13. Juli 2019 für das allgemeine Publikum geöffnet (täglich von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr). Die erste Sonderausstellung startet dort am 30. August und ist der Gipsformerei gewidmet. Die JSG ist künftig der alleinige Zugang zum Pergamonmusem. Der aktuelle provisorische Eingang an der Seite neben dem Neuen Museum wird dann also geschlossen. Zum Neuen Museum bieten sich künftig zwei Eingangsmöglichkeiten: der bisherige Eingang über den Kolonnadenhof und der Zugang von der JSG durch die Archäologische Promenade.


    Über den Empfangslöwen in der JSG freue ich mich sehr. Solche Tierplastiken von August Gaul bringen noch in den kältesten Raum menschliche Wärme. Ein weiterer Löwe von Gaul aus der gleichen Schaffensperiode wacht schon seit vielen Jahren im Kolonnadenhof.


    Museumsinsel Berlin, Löwe (1904) von August Gaul im Kolonnadenhof (Foto: Interfase, April 2013, CC-BY-SA-3.0)


    (In der Bildecke links oben übrigens die Turmspitze der Marienkirche.)

  • Nur ein Foto im Vorbeigehen: der Hof zwischen James-Simon-Galerie und Neuem Museum ist kurz vor der Eröffnung auch fertig:



    Als Detail gefällt mir - hier nur andeutungsweise zu erkennen - die in die Wand integrierte, durchlaufende Stein-Sitzbank unter dem vorderen Säulengang.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Wenn dereinst die James-Simon-Galerie auf allen Stadtführern und Postkarten von Berlin abgebildet sein wird,


    wenn man sagen wird, so etwas hat sonst keine große Stadt,


    wenn die Menschen von Ferne kommen, um das Bauwerk des berühmten Herrn Chipperfield einmal von Nahem zu sehen,


    wenn die Galerie Besuchern den Zugang zu exzellenten Museen in wunderbar restaurierter Vorkriegsarchitektur ermöglicht,


    wenn man sagen wird, auf der Museumsinsel ist architektonisch für jeden etwas dabei,


    wenn man in der weiten Welt aufzählen wird „Louvre, British Museum, Museumsinsel...“,


    dann…


    …ja dann werde wohl auch ich meinen Frieden schließen mit diesem gewöhnungsbedürftigen Bauwerk in seinem monochromen Kasten-Stil, den jedes Kind mit Lego nachbauen kann. Ich werde zwar nie sagen „Ich habe immer daran geglaubt!“, aber ich werde wahrscheinlich meine Klappe halten.

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    Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht

  • Hier ist noch ein Bericht zur Eröffnung:


    https://www.tagesspiegel.de/ku…-ins-glueck/24571612.html


    Von außen ist das Ding noch einigermaßen erträglich. Auch wenn die Materialfarbe nicht zum Altbestand passt. Aber das Innere ist der übelste Rohbau-Beton-Bunker-Dreck. Wenn man im Strang zum Reichstag gesehen hat, welch atemberaubende Innenarchitektur unsere Vorfahren standardmäßig geschaffen haben, ist das Zeug von heute einfach nur uninspirierter liebloser Müll.

  • Ich freue mich sehr
    auf die Hüllensanierung des Alten Museums. Und ihr sicher auch.


    Das beste an der James-Simon-Galerie ist der Schiffsanleger und das zweitbeste der gewählte Name.
    Nach all den Verfolgungen ist es an der Zeit, dem weitsichtigen Sammler James Simon die Ehre zu erweisen.
    Die Architekursprache nimmt indes Schinkels Säulen auf und führt sie weiter. In der so typischen
    "2. Weltkriege - ich bin traumatisiert und brauche Sicherheit: Beton wird es richten" - Sprache.


    Ein wenig abstoßend sollte ein solcher Bereich allerdings schon wirken, damit die Menschen in die Museen weiterziehen.
    Zum Vergleich: Der Kassen- und Shop-Bereich in der Alten Nationalgalerie hat auch wenig Einladendes.

  • Die Chipperfieldarchitektur überzeugt mich jetzt nicht so wirklich, da hätt man mehr draus machen können. Gut, die Säulen ...das ist jetzt garnicht mal so verkehrt, aber wenn man sich schon für Neoklassizismus entscheidet, hätt man auch aufs ganze gehen können.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Einige Bilder von heute.


    Der übliche Verkehrswahnsinn am Wochenende, gesteigert um die Eröffnung der JSG.








    Die Bildqualität ist...ihr wisst schon - offiziell so gewollt.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Noch ein paar Bilder der JSG.












    Interessanter Weise beinhaltet die Verschlechterung der Bildqualität durch das Hochladen eine Erhöhung der Dateigröße um ca. 20% - das ergibt Sinn.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Besonders brutal wirkt die Uferseite durch die fehlende optische Grenze zur Gehweghöhe. Hier hätte es einer Zurücksetzung des Baukörpers bedurft. Nein, es musste ein Monolith hineingeschoben werden, der auch farblich jede sanfte Annäherung an die gewachsene Umgebung vermissen lässt. Das hässliche Gebäude zur Rechten vermittelt zudem die völlige ----Gekürzt----
    Und die Straße im ersten Bild ist eine völlig unzeitgemäße Asphaltwüste. Schinkels Säulen wirken marginalisiert. Die Autos haben hier zu verschwinden. Zudem sollte die Fahrbahn um die Hälfte verkleinert werden, um endlich Platz für schöne Grünflächen zu schaffen.


    Auch der Galerie fehlt jedes Grün. Mal wieder eine komplett zugepflasterte Fläche ohne jede Aufenthaltsqualität.
    Dabei zeigt der Hof nebenan, wie es anders geht.


    Modhinweis (Onkel Henry): Bitte auf die Wortwahl achten.

  • Hallo Mantikor - da sind wir bestimmt aneinander vorbei gelaufen. Ich war der mit der Sonnenbrille :-)


    Im "Hinterhof"





    Die Oberflächenstruktur


    Hätte man die Anschlüsse an die alte Kolonade in Format und Höhe nicht anpassen können ?

  • Wenn die Spree Hochwasser führt, markieren sich "schöne" Dreckränder an der weißen Uferseite.
    Außerdem - wenn da mal ein Schiff anlegt, laufen die Passagiere im Gänsemarsch auf einem Dreiviertelmeter zur Stiege.

  • Aber das Innere ist der übelste Rohbau-Beton-Bunker-Dreck. Wenn man im Strang zum Reichstag gesehen hat, welch atemberaubende Innenarchitektur unsere Vorfahren standardmäßig geschaffen haben, ist das Zeug von heute einfach nur uninspirierter liebloser Müll.

    Es mag ja sein, dass dem einen oder Anderen Dieses oder Jenes nicht gefällt, das liegt alles im Auge des Betrachters.
    Es bedeutet aber nicht, dass man das, was einem nicht gefällt mit einer unsäglichen Sprache herabwürdigt.
    Es gibt nämlich Menschen, die anderer Auffassung sind und die trifft man damit ebenfalls.


    Wir sind hier nicht bei der Pegida.

  • Andererseits sind solche Empfangstempel auch immer Pufferzonen für allerlei Dinge, die man in den eigentlichen Museen nicht haben möchte: Hier kommen Menschenmassen an, sie sind manchmal ganz durchnässt, hier wird geschwitzt, Getränke und Nahrungsmittel verschüttet, Kleinkinder benötigen neue Windeln, emotional aufgeregte Leute müssen sich erstmal beruhigen, die Aufzählung ginge noch weiter...


    Diesen ganzen Druck nimmt nun zum großen Teil die JSG auf.
    Daher sollte man froh sein, dass das so ist.