Unterschätzte deutsche Städte

  • Ich war von Wismar positiv überrascht, so lauschig hatte ich es mir nicht vorgestellt. Rostock nur zwei Tage später hat mich dann enttäuscht, das ist ja gar kein Vergleich. Vielleicht habe ich die Stadt aber einfach nicht gründlich genug erforscht.

  • Ich war von Wismar positiv überrascht, so lauschig hatte ich es mir nicht vorgestellt. Rostock nur zwei Tage später hat mich dann enttäuscht, das ist ja gar kein Vergleich. Vielleicht habe ich die Stadt aber einfach nicht gründlich genug erforscht.

    Rostock soll ja durchaus ganz nett sein. Eventuell trifft beides zu, Stadt nicht genug gesehen aber sicher kein Vergleich zum Weltkulturerbe von Wismar.

  • 1) Coburg
    Kaum jemand redet von der Stadt und ich höre kaum was aus der Stadt. Dabei ist sie eine der schönsten Kleinstädte Deutschlands und hat noch dazu eine faszinierende Geschichte und Bauten dank des Sachsen-Coburg und Gotha-Adelsgeschlechts. Am Rande der Stadt thront die Veste Coburg, eine der eindrucksvollsten in ganz Deutschland.
    Es wundert mich, dass die Stadt nicht von Touristen überlaufen ist, wie andere vergleichbare Städte Deutschlands.

    2) Landshut
    Außer, dass sie hier im Forum ziemlich verschrien ist, und außer der Landshuter Hochzeit, höre ich nie was von der Stadt. Dabei ist die Altstadt eine der eindrucksvollsten historischen Straßenzüge in ganz Deutschland. Und die Neustadt (seltsame Straßennamen in dieser Stadt) ist für sich allein auch wirklich schön. Zum Abschluss der höchste Backstein-Kirchturm der Welt und die Burg die über allem thront... Es ist schon eine wunderschöne Stadt, aber sie wird total überschattet von anderen Städten in der Gegend.

    3) Schwerin
    Malerisch gelegen, sehr hübsche und gut erhaltene Altstadt und eines der traumhaftesten Schlösser Europas, dass seit letztem Jahr auch noch zum Welterbe gehört. Wahnsinn, dass viele die Stadt einfach zu übersehen scheinen. Denn auch von ihr hört man so gut wie gar nichts. Vielleicht kommen ja in Zukunft dank dem UNESCO-Prädikat mehr Leute. Die Stadt hätte es verdient.

    Es gibt aber noch mehr Städte, dir mir jetzt auf Anhieb einfallen.

  • Weil hier so viele kleinere Städte genannt werden: ich würde da auf jeden Fall noch Speyer hinzufügen. Ist ja relativ bekannt, aber die Stadt ist auch von Weltkrieg und Modernisierungswahn verschont geblieben. Früher war es eine bedeutende Reichsstadt, also die Altstadt hat auch ne stattliche Größe und natürlich den Dom.

  • Sehr klein aber auch sehr hübsch: Ravensburg, Traben-trarbach, Monschau, Cochem, Eisenach.

    Dann zu nennen: Flensburg, Trier, Marburg, Ober-Kassel, Deutz und grössere Ruhrstädten wie Wuppertal, Gelsenkirchen und Solingen die weniger vom Bombenhagel getroffen wurden dann die Anderen.

    Also kommen wir schnell zu 100 bis 150 sehr sehenswürdige Städten in D. die NICHT enttäuschen. Cotbus and Plauen haben mich auch überzeugt!.

    Die industriëlle zerbombten Ruhrstädten entäuschen fast allen. Die meisten Innenst:ädten der grössere Städten (> 250.000 Einwohner) auch, aber es gibt dort meistens doch einige Aussenviertel aus der Kaiserzeit, die noch recht schön sind wie Prenzlauerberg, Friedenau and Neukölln in Berlin.

  • Ruhrstädten wie Wuppertal, Gelsenkirchen und Solingen die weniger vom Bombenhagel getroffen wurden dann die Anderen.

    Kleine Korrektur: Wuppertal und Solingen sind keine Ruhrstädte, sie liegen nicht mal im Ruhrgebiet. Beide sind Teil des Bergischen Landes.

  • Ich nenne mal Friedberg (Hessen).Ich war überrascht, wie viele Sehenswürdigkeiten Friedberg zu bieten hat und besonders die Burganlage hat mich beeindruckt. Leider steht die Stadt im Schatten des nahegelegenen Bad Nauheim.

  • Flensburg und Schwerin wurden hier ja beide schon erwähnt - kann ich nur unterstreichen!

    Beide Städte liegen naturräumlich wunderschön am Wasser, beide verfügen über fast vollständig erhaltene Altstädte, beide sind außerhalb Norddeutschlands kaum bekannt. Und beide sind städtebaulich-stilistische Unikate, für die es in Deutschland keine Parallelen gibt:

    Schwerin als kleine Residenzstadt inmitten einer Seeenlandschaft mit seinem Märchenschloss und einem gotischen Backsteindom, Flensburg mit seiner kolonialzeitlichen Architektur des frühen 19. Jahrhunderts, als die Stadt das Zentrum des dänischen Westindien-Handels war.

  • Mir fallen vor allem einige Städte ein, die abseits der üblichen Hotspots liegen – Orte, die man eher entdecken muss, als dass sie aktiv um Aufmerksamkeit werben. Dabei handelt es sich vorwiegend um kleinere Städte in Ostdeutschland, die über gut erhaltene und oftmals liebevoll sanierte Stadtkerne verfügen. Ich war zwar noch nicht überall selbst vor Ort, aber allein durch Fotos und virtuelle Streifzüge via Google Street View war ich sehr angetan. Zu diesen Städten zählen für mich:

    • Brandenburg an der Havel
    • Stendal
    • Tangermünde
    • Bernburg (Saale)
    • Lutherstadt Wittenberg
    • Merseburg
    • Burg (bei Magdeburg)
    • Aschersleben
    • Gardelegen (inkl. dem Stadtteil Letzlingen mit Jagdschloss und Schlosskirche)

    Diese Städte mögen klein sein, und ihr baulicher Zustand ist mitunter auch durchwachsen – teils geprägt durch typische Plattenbauten. Dennoch besitzen sie reizvolle Stadtgrundrisse, aus denen sich interessante Perspektiven ergeben. Es ist unübersehbar, welch reiches kulturelles Erbe auch in diesen vermeintlich stilleren Städten erhalten ist.

  • Wenn ich an der Stelle mal Werbung für das Nachbarforum machen dürfte? Da geht es nämlich gerade um Durlach (ja ich weiß, eigentlich nur ein Stadtteil, dies aber unfreiwillig), das haben viele auch nicht "auf dem Schirm". Dabei wäre es hochverdient.

    Karlsruhe - Durlach (Galerie) - Forum für Baukultur
    Nachfolgend ein paar Aufnahmen aus Durlach, einem Stadtteil von Karlsruhe. Die Aufnahmen stammen vom Juli letzten Jahres. […] Durlach – Wikipedia…
    club.baukultur.pictures

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Ich denke mal, es ist gar nicht so einfach die Mitglieder dieses Forums noch mit einer Stadt zu überraschen, weil wir uns ganz sicher besser auskennen, als der deutsche Durchschnittsbürger, der lieber nach Mallorca fliegt, anstatt seine eigene Heimat zu erkunden.

    Ein Städtchen, dessen Name mir zwar schon viele Jahre geläufig war, das mich beim ersten Besuch aber unerwartet positiv überraschte, ist Kempen. Immer gehört, ganz in meiner Nähe, aber nie besucht. Leider stellt das eigene Rathaus auch gleich die größte Bausünde der Innenstadt dar. Lässt sich durch das Fassadenmaterial aber gerade noch verkraften.

    Die Galerie gibt es hier:

    Spitzweg
    June 30, 2015 at 5:02 AM
  • Wurde Kaufbeuren schon genannt? Tolle Altstadt, viel Flair, und zwar völlig unerwartet, als ich ohne große Ahnung oder Vorbereitung spontan bei der Rückfahrt von Füssen vorbeischaute (das nahe Marktoberdorf war aber eine komplette Enttäuschung).

    Allerdings ist die Altstadt ziemlich klein, das nahe Neugablonz als Kontrastprogramm (Vertriebenenstadt, auf ihre Weise auch sehenswert) deutlich größer.

    What you teach people to do is admirable, but what you teach them to believe is foolish.

    Mongkut

  • Osnabrück hat mir immer gut gefallen. Ansonsten Warendorf in Westfalen, Ochsenfurt, Bad Sooden-Allendorf (!), Lauenburg (Elbe) und Boizenburg. Ludwigslust ist auch eine kleine Perle.

  • Also viele der bislang genannten Städte - von Quedlinburg bis Lüneburg - sind meiner Ansicht keineswegs unterschätzt.

    Als unterschätzt (= in Teilen weitaus besser als sein Ruf) würde ich Darmstadt bezeichnen. Sicher, die Innenstadt ist in weiten Teilen ziemlich nachkriegs-gruselig, und von der Altstadt ist nur ein einziges Haus erhalten geblieben. Aber neben herausragenden historischen Einzelbauten im Zentrum wie z.B. der Mathildenhöhe, dem Schloss, dem Alten Rathaus, dem Kollegiengebäude sowie einigen Kirchen gibt es Viertel mit sehr vielen gut erhaltenen Gründerzeitbauten (Martinsviertel, Johannesviertel) sowie eine Vielzahl von alten Villen, unter anderem im Jugendstil. Das kriegt man alles erst so richtig mit, wenn man öfter in der Stadt zu Fuß unterwegs ist mit jemandem, der dort wohnt (in meinem Fall mit meiner Freundin). Ich hatte Darmstadt früher eher für belanglos gehalten, aber inzwischen kenne ich so viele schöne Ecken, wo sich Altes erhalten hat, und zwar nicht nur einzelne verbliebene Häuser, sondern Ensembles, Straßenzüge, Viertel, dass ich mein Bild von dieser Stadt erheblich revidieren musste.