Frankfurt am Main (Galerie)

  • Aviller, du bist wirklich ein ausgezeichneter Fotograf. Unsere Städte werden von dir immer wunderschön in Szene gesetzt.

  • Ja, auch von mir ein herzliches Dankeschön. Diese Bilder sind ein Genuss.


    Frankfurt ist für alle, die gern fotografieren, eine dankbare Stadt. Hier ist die abgedroschene Phrase von den "spannenden Kontrasten" mal wirklich angebracht.

  • Danke, danke. Zu viel des Lobes.


    Die Katharinenkirche:



    Neue Architektur, die zumindest auch manchmal etwas kleinere Gassen schafft:




  • In Sachen Altbausubstanz ist FFM nicht so schlecht dran, oder?

  • Ja, besonders die noch vorhandene Architektur des Historismus ist in ihrer Qualität unerreicht in Deutschland. Leider wird das von der Stadt selbst nicht hinreichend wahrgenommen, sonst wären insbesondere die vielen Dächer und Kuppeln längst rekonstruiert worden.

  • Ich frage mich sowieso, warum Historismus quasi nie rekonstruiert wird. Es gibt doch nichts Schöneres.

  • Hallo Solinger,


    Architekturstudenten haben hier im Forum schon mehrfach erklärt, dass, wenn ein Student eine Arbeit mit klassischer Archietektur abgibt, er dafür massiv getadelt wird und schlechte Noten von seinem Prof. erhält. Denn die reine Lehre ist bis heute immer noch das Bauhaus, alles andere ist angeblich vom Übel. Das Ornament (von lat. ornare = schmücken) gilt seit der "reinen Lehre" des Bauhauses (also seit 1919) in Deutschland als übel und böse. Wenn ein Architekt dann nach dem Studium wagt, etwas Klassisches oder gar Historistisches einzureichen, dann wird er von der Architektenschaft verhöhnt und fertig gemacht. Dass es in USA, Großbritanien, den Niederlanden und anderen Ländern durchaus klassische Neubauten gibt, ohne, dass man diese verteufelt, interessiert an deutschen Unis niemanden. Ich möchte bei uns hier von einer "Diktatur des Bauhauses" sprechen. Aber auf dieser Welt ist nichts ewig. So langsam kommt doch nach und nach auch in Deutschlandd eine andere Sicht der Dinge auf. Es wird den Studenten an den Unis eingebläut, dass es keine Schönheit gäbe. Aber die Menschen sehnen sich doch danach. Wo fühlt der Mensch sich wohl? In schönen Städten mit historischen Gebäuden oder in Betonkisten? Die Sehnsucht nach Harmonie und nach Schönheit ist dem Menschen eingeboren.

  • Wenn das stimmt, warum wohnen dann die meisten in rechteckigen Kisten?

    Die Gründe sind vielfältig.

    1. Das Angebot an rechteckigen Kisten ist einfach höher als an traditionell errichteten Häusern. Zumindest im Neubau-Sektor. Für Bauherren als Investoren ist es kostengünstiger, genormte, einfache Baukonstruktionen zu erstellen. Diejenigen, die das nicht wollen, sind auf wenige teure Neubauobjekte angewiesen oder müssen im Altbaubereich suchen, dort mit allen Schönheiten (Patina, Aura) und Schwächen (klopfende Wasserleitungen, knarrender Dielenboden usw.).

    2. Wirtschaftliche Zwänge. Die Bewohner sind nicht die Bauherren. Die wenigsten wohnen in den Städten in Häusern, die sie selbst gebaut oder gar gekauft haben. Sie müssen aber irgendwo wohnen. In Frankfurt ist es so, dass ein Vermieter, der eine Wohnung ins Internet stellt, teils in kürzester Zeit 400 Anfragen erhält. In den Ballungsräumen haben die Mieter also oft gar keine Wahl, zwischen Altbau und Kiste, weil der Wohnungsdruck so hoch ist.

    3. Beeinflussung durch Medien. Natürlich unterliegen auch Mieter und Käufer einer Beeinflussung durch Film- und Fernsehbilder. Krimis oder Filme, in denen Bauhaus-ähnliche Villen in der Natur als Wohnstil der Reichen dargestellt wird. Und den will Hanschen Schmitt in seinem Reihenhaus am Stadtrund unbedingt kopieren. Am besten mit einem schwarz lackierten Monster-Pickup vor dem Carport. (Ein paar Beispiele für solche Filme/Dokus: Hier, hier, hier, hier; leider habe ich auf die Schnelle keine besseren Beispiele gefunden, in denen das deutlicher zu sehen ist.) Es gibt schon Leute in meinem Bekanntenkreis, die unbedingt in einem Häuschen im "Bauhaus-Stil" wohnen wollen oder die extra irgendwo hinfahren, um sich eine Bauhaus-Villa anzugucken.


    Aber das führt - wieder einmal - nur ins off-topic.

  • Super schöne Grosstadt. Modern, alt alles ist hier zu sehen.

    Leider Dächer des Rathauses wenig original, wie Polizeidirections Gebäude was früher mit Platz und Türmchen eine ware Augenweihe war. Auch Dächer am Bahnhofsplatz verstümelt und unschön. Aber ALLES eigentlicht sehr leicht zu reparieren mit ganz wenige Investitionen.


    Da sind : Köln, Magdeburg, Hannover, Bremen, Berlin, Hamburg-Ost, Dresden, Wuppertal, Mannheim und Dresden unmesslich viel schlechter dran. Hier sind wirklich massiven Reperaturen umd Investitionen notwendig, die dann auch noch nicht viel ändern können um die gigantische Schäden zu beheben.

  • Super schöne Grosstadt. Modern, alt alles ist hier zu sehen.

    Meinst du das ernst? Ist das Ironie?


    Ich finde Frankfurt ist eine der hässlichsten Großstädte in Deutschland. Selbst die bestehenden Altbauten erscheinen mir nicht sonderlich bemerkenswert. Sie wirken blass. Ich mag auch den roten Stein nicht, der in der Gegend oft verbaute wurde. Beim Bahnhofsviertel denke ich mir jedes Mal "Augen zu und durch". Die Hochhäuser sind zum großen Teil grässlich. Die Stadt ist überzogen von 50er Jahre Bauten. Und die Altstadt - schön, dass man ein paar Straßen wieder aufgebaut hat. Aber östlich vom Römer ist alles 50er / 60er Jahre pur. Und die ganzen Straßen! Was man da alles zurückbauen müsste. Allein Sachsenhausen finde ich schön.


    Tut mir leid, da ist Bremen deutlich schöner. Zumindest gibt es in Bremen außerhalb der Altstadt viele schöne Viertel: Schwachhausen, Neustadt, Gete, Steintor, Buntentor, Fesenfeld. Das sind zum großen Teil zusammenhängende Altbau- und Villenviertel. Von Hamburg gar nicht zu sprechen. Natürlich, der Hamburger Osten ist dahin. Aber der Westen - wo gibt es in Frankfurt vergleichbare Viertel wie Harvestehude oder Rothenbaum?


    Ich möchte wirklich niemandem zu Nahe treten. Ich finde es bemerkenswert, was in Frankfurt zuletzt rekonstruiert wurde. Und selbst viele moderne Neubauten in Frankfurt finde ich stark. Aber es wirkt auf mich wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Frankfurt ist für mich verloren.

  • "Sonicted", sehe ich nicht ganz so. Es gibt hässliche Viertel, es gibt aber auch schöne Ecken. Wenn Du die Viertel in Bremen erwähnst, denke ich, dass Du ähnliches auch in Frankfurt finden könntest, im Westend, im Nordend. Frankfurt lebt eben von starken Kontrasten auf sehr engem Raum. Aber das mag auch etwas mit persönlichen Vorlieben zu tun haben. Ich mag roten Sandstein sehr gerne. Aber natürlich hast Du insofern Recht, dass Frankfurt sein Potenzial bislang überhaupt nicht ausspielt. Siehe z.B. die verstümmelten Dächer vieler Gründerzeitler. Das hat etwas mit mangelndem oder gar fehlgeleitetem Bewusstsein zu tun.


    Zu dem Haus in der Wolfsgangstraße. Es hat mir gerade mal interessiert, ob es noch steht. Also bin ich die Straße mal via google streetview abgegangen. Und siehe da:

    https://www.google.com/maps/@5…IYO6BQ!2e0!7i13312!8i6656


    :zwinkern:

  • Der rechte Nachbar des Hauses ist ja mal ein Paradebeispiel für das hässlichste Gebäude. Ich bin allerdings zwiegespalten. Das Teil ist so hässlich und kurios, dass es fast schon wieder interessant ist. Da ist ja häufig so. Ich finde beispielsweise auch den sozialistischen Brutalismus total interessant, auch wenn er häufig grauenhaft hässlich ist. Irgendwie muss das mit einer dem Absurden und Abstoßenden innewohnenden Faszination zu tu haben.

  • Architektonische Rundschau 1892.


    Konkurrenzentwurf für einen Uhrturm für Frankfurt a. M.: