Mainz - Markthäuser

  • Der link funktioniert nicht und wenn ich bei Google rettet die Marktäuser eingebe findet ich keine Seite mit der Adresse :?:

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Jetzt funktioniert es. Was ich da lesen muss klingt doch sehr merkwürdig:



    Quote

    Die Wohnbau will am Markt 11 bis 15 ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit einer Ladenpassage errichten, das in Richtung Rebstockplatz und Brand mit einer futuristisch anmutenden Architektur neue Akzente in der City setzen soll. Zur Dom-Seite hin sollen die 1981 nach historischem Vorbild errichteten Marktfassaden erhalten bleiben. Massimiliano Fuksas, Stararchitekt aus Mailand, aber hatte an der dem "Haus zum Boderam" nachempfundenen Fassade neben der auffälligen Lamellendach-Konstruktion noch weitere Veränderungen vorgesehen, um den Neubaukern mit der alten Hausfront verbinden und die funktionalen Anforderungen für das Wohn- und Geschäftshaus erfüllen zu können.


    Die Idee, direkt gegenüber dem Dom ein Lamellendach zu installieren, war aber nicht nur auf Widerstand bei der Denkmalpflege, sondern auch bei Mainzer Bürgern gestoßen, die um das Stadtbild fürchteten. Auch innerhalb der Wohnbau sind die Fuksas-Pläne kritisch hinterfragt worden. Nach Gesprächen zwischen Stadt, Wohnbau und der Denkmalschutzbehörde ist jetzt geklärt worden, dass die Fassade des früheren Rex-Kinos nahezu unberührt bleibt und nach dem Abriss des dahinterliegenden Gebäudeteils wieder ein Schieferdach nach historischem Vorbild die Häuserreihe schmückt. Außerdem hat die Wohnbau die Idee zu den Akten gelegt, auf dem Dach des Hauses ein Schwimmbad für die Bewohner einzubauen, das auch als Löschwasser-Becken fungieren sollte.


    AZ-Informationen zufolge haben sich Wohnbau und Denkmalschutzbehörde in fast allen Punkten geeinigt. Neben dem Verzicht auf das Lamellendach und das Schwimmbad soll auch von der Verbreiterung des Balkons in der ersten Etage, wo künftig ein Café mit Blick auf den Markt die Gäste locken soll, abgesehen werden. Die Zahl der Fenster und der Giebel, der die Fassade optisch krönt, bleiben erhalten. Lediglich die Frage, ob das markante "Ochsenauge" im Giebel eine Zukunft hat, ist noch offen.


    http://www.allgemeine-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=2097932\r
    http://www.allgemeine-zeitung.de/region ... id=2097932
    http://www.allgemeine-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=2046961\r
    http://www.allgemeine-zeitung.de/region ... id=2046961

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Also ist es wohl so, daß sich diese Initiative dafür einsetzt, daß die Rekonstruktionen Markt 11-15 erhalten bleiben (saniert werden) und eben nicht durch einen futuristischen Neubau ersetzt werden.


    Aber in der Zeitung klingt es dann, daß es so auch gemacht wird...ich bin verwirrt...


    Herr Bayer hat es mir im Prinzip so geschildert, daß der Stand des Abrisses und eben "modernen" Neubau immer noch der aktuelle wäre. Muß mich nochmal informieren, bin aber jetzt erstmal zwecks Broterwerbs unterwegs...


    Tschuldigung wegen dem Umlaut-Fehler, war in Eile...

    Die Feder ist mächtiger als das Schwert...wenn das Schwert sehr stumpf ist und die Feder sehr spitz!


    -Terry Pratchett

  • Ich bin auch schwer verwirrt. Die ganze Seite ist etwas seltsam, man muss sich selbst die Informationen zusammensuchen (die Verweise zu den Zeitungsartikeln lesen). Nirgendwo wird der Sachverhalt eindeutig dargelegt. Wo sind denn zum Beispiel Bilder von den betroffenen Gebäuden, oder dem geplanten "Futuristischem" Bau? Das ganze ist so unseriös!

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Nee, also ich hab mir das auch mal angesehen: Das ist doch völlig undurchsichtig und ziellos. Der Verfasser der HP sollte erst mal lernen, das Brainstorming auf seiner Seite (mehr ist es nicht) zu ordnen. Vorher kann man sich mit so einem Wirrwarr doch nicht befassen!


    Grüße

  • ...Der Neubau müsse sich nur der Domumgebung anpassen.
    Glatz hat nach eigenen Angaben aber durchgesetzt, dass wieder ein durchgehendes Schieferdach aufgesetzt werden muss. Das "Postkartenmotiv" der Fassade vermittle "zumindest ein historisches Bild" des einstigen Zustands und solle nahezu unverändert so wieder entstehen. Das Bauvorhaben sei auf dem Weg, die kritischen Punkte seien erledigt und der Rest betreffe nur noch Detailfragen, etwa bei der Größe der Fenster


    Alles sehr vage, was dort entstehen wird. Aber ich habe meine Zweifel, dass dies gestalterisch an die überarbeitete Fassaden von 1983 - in Erinnerung an die Vorkriegsbebauung - anknüpfen wird.



  • Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.…t.php3?artikel_id=2197940

  • Quote

    Zweimal schrieb sie schon an OB Beutel, der allerdings zugleich Aufsichtsratschef der Wohnbau GmbH ist.


    Gibt es denn keinen Interessenkonflikt wenn der Oberbürgermeister zugleich Aufsichratschef der Wohnbau GmbH ist? Aus Gründen der Glaubwürdigkeit (und des Anstandes) sollte er doch meines Erachtens den Posten bei der Wohnbau solange ruhen lassen wie seine Amtszeit geht. Oder liege ich mit meiner Meinung daneben?


    Beunruhigend ist weiterhin, dass es bislang nur Vorgaben zum Erscheinungsbild des Daches gibt. Alles reichlich seltsam, vielleicht bahnt sich da ja ein Skandal an.

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Ich war neulich zufällig in Mainz und habe (da ich nun auch endlich eine Diggi besitze :D ) mal die Häuserzeile mit den vom Abriß bedrohten Gebäuden ins Bild gesetzt.


    Zunächst die rechte Hälfte



    und die linke



    (man beachte auch die Laternen, "Modell Knast" :zwinkern: )


    Haus Boderam: Die Vasen, die man im ersten Stock am Fenster sieht, stehen übrigens auf dem Fußboden. Das sind die Proportionsverschiebungen, die entstehen, wenn man eine historische Fassade vor einen 50er-bau mit niedrigen Decken baut.







    Während die übrigen Fassaden den Vorgängerbauten nachgebildet sind, hat das Vorbild dieses Hauses ("Haus zum Fuchs") vor dem Krieg niemals an dieser Stelle gestanden....



    ...wie man auch auf dieser Vorkriegsaufnahme sehen kann. Die Stockwerkaufteilung des 50er-Jahre-Hauses paßte eben nicht mit den beiden schmalen Vorgängerbauten zusammen, so daß man eine andere Fassade genommen hat. Skurril ist bei der Geschichte, daß das Vorbild dieses jetzt dort stehende Hauses nicht etwa zerbombt wurde, sondern immer noch unversehrt woanders in Mainz steht, also doppelt vorhanden ist (die Adresse weiß ich leider nicht, sonst hätte ich's auch fotografiert).




    Mein persönliches Fazit: Auch wenn es nur an 50er-Jahre-Bauten "angepappte" Fassaden sind - sie sind handwerklich extrem gut gemacht und gehören als Postkartenmotiv zum Stadtbild - so etwas reißt man nicht ab!


    Hier ist die Beschreibung des Neubauprojekts (klebte an einer Tür):


    Quote

    Hochambitionierte, moderne Architektur.

    Klasse! :augenrollen:



    So könnte es aussehen:



    Quote from "Stefan"

    alles sehr vage, was dort entstehen wird.
    aber ich habe meine zweifel, dass dies gestal-
    terisch an die überarbeitete fassaden von 1983
    - in erinnerung an die vorkriegsbebauung - an-
    knüpfen wird


    Ich auch.


    Quote from "Stephan"

    Gibt es denn keinen Interessenkonflikt wenn der Oberbürgermeister zugleich Aufsichratschef der Wohnbau GmbH ist? Aus Gründen der Glaubwürdigkeit (und des Anstandes) sollte er doch meines Erachtens den Posten bei der Wohnbau solange ruhen lassen wie seine Amtszeit geht.


    Ich finde das auch merkwürdig, das stinkt irgendwie... :?


    Zum Vergleich: Nur ein paar Meter weiter steht das Listmann-Haus, zu dem wir auch schon mal einen Diskussionsfaden hatten. Meiner Meinung nach eine eher plumpe, billig wirkende Reko (Fenster, Material), die ich weit weniger vermissen würde als die Markthäuser (ist aber erst gut 2 Jahre alt und steht nicht zur Disposition)


  • Ups, jetzt ist mir aber wohl eine Panne unterlaufen - Entschuldigung: In dem Kurier-Artikel vom November heißt es ja


    Quote

    Betroffen vom Abriss sind die drei Richtung Brand gelegenen Bauten mit den Hausnummern 11 ("Zum Kaiserberg"), 13 ("Zum Boderam") und 15 ("Zum Salmen").


    ....also nur die rot umrandeten. :peinlich:



    Das wäre dann wohl also Entwarnung für die restlichen - aber für diese drei Häuser gilt das oben gesagte.


    Quote

    Manche Läden im Erdgeschoss stehen schon leer oder es läuft der Räumungsverkauf


    Ein Leerstand ist mir noch nicht aufgefallen, das Café im Haus Boderam schien gut besucht zu sein. Keine Ahnung, wann es losgehen soll.


    Quote from "Jürgen"

    Und da regt sich kein Widerstand in Mainz? Das kann doch nicht wahr sein! :weinen:


    Doch.


    Quote

    Gegen den geplanten Abriss dreier Marktplatz-Häuser mit historisch wirkender Fassade gegenüber des Mainzer Doms macht jetzt eine Bürgerinitiative verstärkt Front. Sie schreibt Briefe an Oberbürgermeister Jens Beutel und sammelt Hunderte von Protestunterschriften.


    Die Bürgerinitiative "Rettet die Markthäuser" gebe es schon seit ein paar Monaten, schildert Alessandro Fodera als einer der Mitbegründer. Rund ein halbes Dutzend Mitglieder würden den "harten Kern" bilden. Es habe bereits erfolglose Gespräche gegeben mit der stadtnahen Mainzer Wohnbau GmbH, die Abriss und Neubebauung mit einem Einkaufszentrum und Wohnungen plant sowie mit dem Denkmalpfleger, der das Vorhaben jedoch akzeptiere, weil die betreffenden Häuser als Nachkriegsbauten nicht unter Denkmalschutz stehen.

  • nee, is klar.....aber die fassade des neuen Pellerhauses steht unter Denkmalschutz oder wie? kranke welt......dass es keinen Aufschrei der Bevölkerung gibt finde ich auch mehr als verwunderlich.

    "Nürnberg leuchtet wahrlich in ganz Deutschland wie eine Sonne unter Mond und Sternen"
    (Martin Luther)

  • Dass es keinen Aufschrei in Mainz gibt, könnte daran liegen, dass die 3 Häuser erst abgerissen und dann wiederaufgebaut werden. Scheinbar ist das der einfachere Weg (es ist ja trotz aller Kunstfertigkeit nichts historisches), da ja hinter den Fassaden ein Einkauszentrum entstehen soll. Wenn dann die Abrissarbeiten anfangen, müssten andernfalls die Fassaden gesichert und gestützt werden. Auf der Baustelle stets darauf geachtet werden, dass den Fassaden "nichts passiert" und so weiter...


    Vielleicht liegt es aber auch an der Öffentlichsarbeit der Abrissgegener. Wenn man sich deren Seite ansieht eigentlich verständlich.

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)