Waldschlösschenbrücke und Weltkulturerbe

  • Quote from "Oliver"

    Einfach mal logisch nachgedacht: Was spricht gegen einen Tunnel,


    ?


    - Kosten
    - nicht hochwassersicher
    - nicht für Fußgänger und Radfahrer nutzbar
    - bei dem Gefälle (im tiefen Tal rein - auf dem Berge raus und umgekehrt)
    - Unterwassergeräusche des Tunnelverkehrs könnten das letzte Bäärschn des Kulturbeerbten Augistinischen Nacktgrottenolms in seinem Balzverhalten beeinträchtigen.

  • Quote from "Thomas Filip"


    Kulturerbhofmeister Vitruv hat doch wohl klar dargelegt, daß das Dresdner Volk verdummt worden ist - wie konnten die auch nur so dumm sein, zu glauben, daß ein in N.Y. lebender Herr Blobel, das dümmliche Votum der Dresdner Bevölkerung so einfach durchgehen läßt und nicht seine Unesco-Connections spielen läßt.
    Wer solche "Friends of Dresden" hat braucht keine Feinde mehr - der finanzielle Flurschaden, den Blobel hier hinterlassen hat, dürfte seine großmütige Spende bei weitem übersteigen - und die von ihm bespendete Synagoge ist potthäßlich.

  • Der 1906 diskutierte und 1911 eröffnete Elbtunnel Hamburg mit Überseeschiffen darüber hat eine separate Fahrrad- und Fußgängerröhre. Ist heute aber mehr Touristenattraktion und für PKW gibt es Öffnungszeiten (Sonntags geschlossen) sowie 2 Euro Maut. Hamburgs CDU will jetzt übrigens vier freiwillige autofreie Sonntage einführen.


    Trotz des enormen Lärms auf den Elbwiesen finde ich auch eine Brücke besser, aber erst wenn darüber noch mal abgestimmt worden ist. Was die CDU im Stadtrat macht ist ein Konjunkturprogramm für Rot-Grün in Dresden, beides waren vorher Splitterparteien.

  • Hier können wir nicht anhalten.....das ist Fledermausland...!!!



    :kugelnlachen:

    Nein, die werden gedünstet

  • Quote from "Wissmut"

    Hier können wir nicht anhalten.....das ist Fledermausland...!!!



    :kugelnlachen:


    Den Verweis hätte ich nun gar nicht in diesem Forum erwartet. :D:D :gg:

  • Quote from "wildermann"

    - Kosten
    - nicht hochwassersicher
    - nicht für Fußgänger und Radfahrer nutzbar
    - bei dem Gefälle (im tiefen Tal rein - auf dem Berge raus und umgekehrt)
    - Unterwassergeräusche des Tunnelverkehrs könnten das letzte Bäärschn des Kulturbeerbten Augistinischen Nacktgrottenolms in seinem Balzverhalten beeinträchtigen.


    Es ist für mich auch klar, dass ein Tunnel teurer ist (viell. nicht unbedingt teurer als eine jahrzehntelange Planung einer Brücke), aber ob das ein Argument ist, weiß man erst, wenn man konkrete Zahlen hat.
    Autos in Städten sind mir immer dann am liebsten, wenn man sie nicht sieht, dafür darf man dann auch mal 50 Mio. mehr ausgeben.
    Und Hochwassersicherheit ist ja wohl nur eine Frage der Konstruktion, kein prinzipielles Problem.
    Nun gut, wenn eine Flugnase die Brücke und ein Grottenolm den Tunnel verhindern würde, dann kehrten wir am besten ins vormotorisierte Zeitalter zurück. ;)


    [Anm.: Und Dresden nicht Las Vegas. ;)]

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Wie es auch immer weitergehen wird, die Chance für einen Tunnel ist so groß wie noch nie. Denn auch wenn die Bauarbeiten Ende September oder Anfang Oktober beginnen würden, kann mit dem Bau der eigentlichen Brücke sowieso nicht gestartet werden, da die Zufahrten et cetera noch nicht einmal geschaffen wurden. Von den nicht vorhandenen Ausführungsplänen, ohne die eh nichts geht, ganz zu schweigen.


    Das bedeutet demnach, dass entweder überhaupt keine Brücke gebaut werden darf (abwarten und auf Bautzen schauen) oder ab März 2008 ein Bürgerentscheid unter den geänderten Umständen abgehalten wird. Was bei diesem herauskommt, wird dann von beiden Seiten zu akzeptieren sein.


    Oder die Politiker finden noch vorher einen Kompromiss…eher unwahrscheinlich.


    http://www.sz-online.de/special/wsb/artikel.asp?id=1574928

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Quote from "wildermann"

    - Kosten
    - nicht hochwassersicher
    - nicht für Fußgänger und Radfahrer nutzbar
    - bei dem Gefälle (im tiefen Tal rein - auf dem Berge raus und umgekehrt)
    - Unterwassergeräusche des Tunnelverkehrs könnten das letzte Bäärschn des Kulturbeerbten Augistinischen Nacktgrottenolms in seinem Balzverhalten beeinträchtigen.


    Schönen Dank, also der Reihe nach:


    - Kosten
    Kein Argument pro Brücke, denn hier würde ein Tunnel billiger werden. Warum ? Nun, es sind die Einbußen durch Imageschaden im Tourismus wg. Zerstörung eines Weltkulturerbes hinzuzurechnen. Dieser Schaden wäre dauerhaft und in Millionenhöhe.


    - nicht hochwassersicher
    Kein Argument pro Brücke, denn ähnliche Tunnel gibt es in Hamburg und anderswo seit fast 100 Jahren. Selbst Sturmfluten hat der alte Elbtunnel ohne Probleme überstanden. Ingenieurstechnisch lösbar.


    - nicht für Fußgänger und Radfahrer nutzbar
    Kein Argument pro Brücke, denn man kann auch eine Fahrbahn für Fahrradfahrer/Fußgänger konstruieren. So im alten Hamburgischen Elbtunnel vorhanden.


    - bei dem Gefälle (im tiefen Tal rein - auf dem Berge raus und umgekehrt)
    Kein Argument pro Brücke, weil ingenieurstechnisch lösbar.


    - Unterwassergeräusche des Tunnelverkehrs könnten das letzte Bäärschn des Kulturbeerbten Augistinischen Nacktgrottenolms in seinem Balzverhalten beeinträchtigen.
    Kein Argument pro Brücke, weil der Nacktgrottenolm nicht vom Aussterben bedroht ist. Die Hufeisennase schon.

  • Quote from "Oliver"


    - Kosten
    Kein Argument pro Brücke, denn hier würde ein Tunnel billiger werden. Warum ? Nun, es sind die Einbußen durch Imageschaden im Tourismus wg. Zerstörung eines Weltkulturerbes hinzuzurechnen. Dieser Schaden wäre dauerhaft und in Millionenhöhe.


    Ach, der Schaden ist wohl hauptsächlich virtuell, aber bestimmt nicht signifikant monetär. Da das allerdings ohnehin kein Mensch überprüfen kann, sollte man solche Argumente höchstesn unter ferner liefen gebrauchen.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Es glaubt doch niemand im Ernst, daß ein Tunnel gebaut werden könnte (geplant werden kann er natürlich sicher, für mindestens weitere 40 Millionen Euro) - da klagen die Anwohner gegen die Tunneleinfahrten und irgendjemand stellt fest, daß ein extrem seltener Maulwurf gerade am Waldschlößchen seinen Gang gegraben hat. Umweltschützer entdecken, daß sich der Tunnel negativ auf das Grundwasser auswirkt.


    Ich würde vorschlagen, Dresden verzichtet einfach auf die Elbquerung. Wenn das Blaue Wunder ausfällt, fährt man halt einfach mal 60 km Umweg, um dann bei Pirna die Elbe zu überqueren. Außerdem gibt es ja noch einige Elbfähren, die ungefähr 0,2 % des Verkehrs aufnehmen können. Nicht, daß die extrem seltene Fledermaus jetzt noch ihr Revier um 30 Meter verlagern muß oder sich gar von unten an die Brücke hängt und dann traumatisiert wird.

  • Imageschaden wegen WSB, ausbleibende Touris? Die Publicity, die Dresden durch den Brückenstreit über Wochen und Monate hinweg auf nationaler Ebene erhalten hat, wird so schnell durch keine noch so professionelle Image-Kampagne erreicht. Das ist ausnahmsweise mal ein Gewinn aus diesem unsäglichen Gezerre.

  • Quote from "Thomas Filip"

    Imageschaden wegen WSB, ausbleibende Touris? Die Publicity, die Dresden durch den Brückenstreit über Wochen und Monate hinweg auf nationaler Ebene erhalten hat, wird so schnell durch keine noch so professionelle Image-Kampagne erreicht. Das ist ausnahmsweise mal ein Gewinn aus diesem unsäglichen Gezerre.


    Im Tourismus sind bad news keine good news. Im Tourismus kann man sich mit schlechten Schlagzeilen das Geschäft auf Jahre versauen. Das trifft im Kleinen auf Hotels wie im Großen auf ganze Regionen zu.
    Natürlich erreichen die jetzigen Schlagzeilen nur jene Kulturtouristen die sich explizit mit Kultur beschäftigen. Dem internationalen Massentourismus ist das egal, der braucht Dresden einfach nur als Zwischenstation zwischen Berlin und Prag.
    Der Imageverlust geschieht in diesem Fall wohl nur bei einer kleinen kulturinteressierten Elite, zu der Dresden allerdings eine gewisse Affinität zu besitzen glaubt.

  • Quote from "Karasek"

    Der Imageverlust geschieht in diesem Fall wohl nur bei einer kleinen kulturinteressierten Elite, zu der Dresden allerdings eine gewisse Affinität zu besitzen glaubt.


    Glaub ich nicht.
    Diese kulturinteressierte Elite weiß in der Regel genau, was sie sehen will.
    Die schwärmen auf französisch, russisch oder japanisch von irgend einem speziellen Gemälde, das sie unbedingt im Original sehen wollen,
    extra deswegen hergekommen sind,
    wo unsereiner nicht einmal weiß, ob es nun eher bei den Alten oder bei den Neuen Meistern zu finden wäre.
    Elbe & Co. ist dabei Rahmenprogramm.


    Der Welterbetitel müßte sich ohnehin viel eher auf die Kunstsammlungen beziehen, die im wahrsten Sinnes des Wortes ein Welterbe sind, auch wenn sie dem Freistaat Sachsen gehören.

  • Ich glaube:
    1. Die Allerallermeisten, egal auf welcher Ebene, bekommen den Streit gar nicht mit.
    2. Keiner orientiert seine Urlaubsplanung daran - weder im positiven noch im negativen Sinne.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Quote from "Antiquitus"

    Ich glaube:
    1. Die Allerallermeisten, egal auf welcher Ebene, bekommen den Streit gar nicht mit.
    2. Keiner orientiert seine Urlaubsplanung daran - weder im positiven noch im negativen Sinne.


    Es gibt aber offenbar Kultivierte, die brauchen so einen attributiven Titel wie "WKE." Ohne Etikett würden die das Kolloseum für die Reste eines Gasometers halten und sich beim Reiseveranstalter beschweren-

  • Quote from "wildermann"

    Es gibt aber offenbar Kultivierte, die brauchen so einen attributiven Titel wie "WKE." Ohne Etikett würden die das Kolloseum für die Reste eines Gasometers halten und sich beim Reiseveranstalter beschweren-


    Gibt es die? Ich halte deine Unterstellung für sehr unglaubhaft.
    Wer das Kolosseum kennt, der wird es auch bewerten können - wer nicht, der wird es auch nicht besuchen.
    Es mag solche Leute geben, ich habe aber noch nicht einen einzigen Menschen getroffen, der so ist. Oder ganz nüchtern: Ich kenne zwar eine Handvoll Kultivierte, aber keinen, der wegen des WSB irgendetwas an seiner Urlaubsplanung (noch nicht einmal an seiner Einschätzung) ändern würde.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • also, vielleicht wird der bau der waldschlösschenbrücke durch die fledermaus oder einen neuen bürgerentscheid verhindert werden.


    nur über eines sollte man sich im klaren sein: der bau eines waldschlösschenstunnels ist völlig unrealistisch.
    es ist ja nun mal nicht so, dass ein tunnel einfach eine "unterirdische brücke" ist. so etwas wäre vielleicht vor zehn jahren noch durchgegangen. nach diversen tunnelbränden wurden die gesetzlichen anforderungen an strassentunnel-neubauten derart in die höhe geschraubt, dass sie heute in europa die teuerste form von verkehrsbauten überhaupt darstellen, ihr aufwand sowohl beim bau als auch in der unterhaltung ist nicht mal mit eisenbahntunneln vergleichbar.
    die neuen gesetzlichen vorgaben (z.b. nothaltebuchten, rettungstunnel, keine verkehrseinbindungen innerhalb eines tunnels) finden in den von den tunnel-verfechtern vorgelegten "studien" überhaupt keine erwähnung. trotzdem heute mit ihnen und den darin enthalten kosten"berechnungen" zu argumentieren, ist doch unredlich. auch die idee, dass sich der verkehr auf der nordseite innerhalb des tunnel spiralförmig ans tageslicht schraubt - wer soll denn sowas genehmigen?


    und über allem schwebt das mantra "ein tunnel ist machbar".
    natürlich wäre ein tunnel technisch machbar. aber genehmigungsfähig sind die vorgestellte(n) variante(n) nicht. mal ganz abgesehen davon, dass für jedweden tunnel an dieser stelle weder baurecht noch finanzierung absehbar sind.
    mit anderen worten: wenn selbst der vergleichsweise einfache verkehrszug waldschlösschenbrücke scheitern würde - wie könnte man dann noch ernsthaft an den bau eines tunnels glauben?
    zumal den entscheidungsträgern auch folgendes beispiel geläufig sein dürfte: die kosten für den leipziger city-tunnel wurden vor einem jahr noch mit 571 millionen euro veranschlagt. inzwischen geht man von bis zu 700 millionen aus...

  • Ich will wirklich nicht arrogant erscheinen, aber ich habe mich immer gewundert, wenn im Dresdner Bekanntenkreis gesagt wurde, die Brücke könne den "vielen Staus" in der Gegend Striesen/Blasewitz abhelfen. Ich war schon ziemlich oft dort, auch zu verschiedenen Tageszeiten, beim Feierabendverkehr und so weiter. Aber einen richtigen Stau habe ich nie erlebt, auch sonst nur recht selten in Dresden. Manchmal waren etwas mehr Autos unterwegs als sonst, aber gestaut hat sich nichts.


    Vielleicht sollten unsere lieben Dresdner mal in westdeutschen Städten umherfahren. Selbst in meiner Heimatstadt Freiburg staut es wesentlich schlimmer als irgendwo in Dresden. :)


    --
    Aenos