Historischer Festsaal des Palmengartens wird rekonstruiert

  • Verzögerung beim Umbau des Gesellschaftshauses:


    http://www.faz.net/s/RubFAE83B…Tpl~Ecommon~Scontent.html



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    Stillstand herrscht allerdings auf der derzeit größten Baustelle: Die Umgestaltung des Gesellschaftshauses, das rekonstruiert und mit einem Anbau des Architekten David Chipperfield versehen werden soll, um danach als Restaurant und Veranstaltungsort unter der Leitung von Johnny Klinkes „Tigerpalast“ zu dienen, wird wohl fast 35 Millionen Euro kosten. Und obwohl schon im Herbst der Baubeginn vorgesehen war, ist außer einigen Vorarbeiten nichts geschehen.


    In der vergangenen Woche hatte Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Die Grünen) angekündigt, der geplante Umbau des Gesellschaftshauses werde voraussichtlich um 5,5 Millionen Euro teurer. Das liegt nicht nur an den generell gestiegenen Baukosten. Palmengarten-Direktor Matthias Jenny führt die Steigerung unter anderem darauf zurück, dass entgegen den ursprünglichen Pläne aus Gründen des Denkmalschutzes auch das Glasdach des Saales wiederhergestellt werden soll. Außerdem sollen die Fenster verstärkt werden, und die Frontseite zum Eingang Palmengartenstraße hin werde „kleinteiliger“ als zunächst vorgesehen, so Jenny: „Viele Kosten waren nicht absehbar.“ Aus den denkmalpflegerischen Überlegungen ergibt sich ein Aufschlag von 1,2 Millionen Euro. Die Mehrkostenvorlage über 5,5 Millionen Euro ist im Geschäftsgang des Magistrats.


    Dafür sieht man auf diesem Foto von dem freigelegten Saal schon mal ganz gut, was alles noch hinter der Nachkriegsverkleidung steckte. :)

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    Stillstand im Gesellschaftshaus - 03. September 2008 Das Gesellschaftshaus im Palmengarten wird auf absehbare Zeit nicht saniert – obwohl eine Renovierung schon seit knapp drei Jahren beschlossen ist. Grund ist eine gescheiterte europaweite Ausschreibung und Vergabe des Auftrags. Das Gesellschaftshaus ist seit Januar 2003 ungenutzt und bringt der Stadt laut Palmengarten-Direktor Matthias Jenny zurzeit keine Pachteinnahmen. Legt man die Festpacht zugrunde, die sich in einer neuen Kostenvorlage des Magistrats findet, entgehen Frankfurt jedes Jahr mindestens 300 000 Euro, weil das Haus nicht betrieben werden kann.


    Die Ausschreibung war gescheitert, nachdem sich nur ein einziger Generalunternehmer gemeldet hatte. Diesen lehnte die Stadt ab, offiziell wegen eines Formfehlers. Dem Vernehmen nach war man jedoch unzufrieden mit dem Angebot und auch damit, keine Vergleichszahlen eines Konkurrenten heranziehen zu können. [...] Jenny zufolge wird es nun sehr schwierig, einen Generalunternehmer zu finden. Denn die Sanierung des Gesellschaftshauses, das er als „Teil des Gesamtkunstwerks Palmengarten“ definiert, erfordere „ein sehr kompliziertes Verfahren“, in dem sowohl der Denkmalschutz als auch die Arbeit bei laufendem Betrieb berücksichtigt werden müsse. [...] Unterdessen bittet das Dezernat der zuständigen Umweltstadträtin Manuela Rottmann (Die Grünen) die Stadtverordneten um die Genehmigung der abermals gestiegenen Sanierungskosten. Im Haushalt seien nunmehr rund 35,2 Millionen Euro bereitzustellen, und zwar bis Ende 2011. Das sind rund sechs Millionen Euro mehr als jene Summe, der die Stadtverordneten im Dezember 2005 zugestimmt hatten.


    Der größte Mehrbetrag, rund 3,4 Millionen Euro, entfällt laut der Vorlage auf Preissteigerungen im Baugewerbe. Zusatzkosten entstünden ferner wegen eines Doppelglasdachs, eines zweiten Kronleuchters und einer Rundverglasung (rund eine Million Euro). Hinzu kommt ein Posten „Mehrkosten aufgrund Unvorhersehbarem“. Darin verlangt das Dezernat knapp 1,1 Millionen Euro mehr für den Brandschutz, bisher unbekannte Schäden und weitere Planungshonorare. Nicht in der Gesamtsumme von 35,2 Millionen Euro enthalten sind die Jahresfolgekosten für Zins (rund 1,8 Millionen Euro) und Abschreibung (rund 900 000 Euro).


    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E37B0F8AE76124969B7EBC0E2E2059A34~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2 ... ss_aktuell

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • Hatten wir dieses Bild aus der FAZ schon?



    Quelle: http://www.faz.net">http://www.faz.net


    Ich hoffe, dass die Sanierung bald abgeschlossen sein wird.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Von "bald abschließen" kann keine Rede sein - man hat noch nicht mal richtig angefangen, und im Moment steht das ganze Projekt zur Debatte, falls die Einnahmen der Stadt in diesem Jahr wirklich spürbar einbrechen sollten. Aber ich hoffe mal, dass sich in dem Fall das Projekt allerhöchstens um ein paar Jahre verschiebt...

    Was sagt sie uns für Unsinn vor?
    Es wird mir gleich der Kopf zerbrechen.
    Mich dünkt, ich hör’ ein ganzes Chor
    Von hundert tausend Narren sprechen.

    Goethe, Faust I

  • Entweder habe ich es übersehen, oder die FAZ hat lange nicht darüber berichtet (was eigentlich mich beides wundern würde :? ). Daher mal ein Blick in die Frankfurter Rundschau:


    Umbaubeginn des Gesellschaftshauses


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    Die fünf Pinien aus den 60er Jahren sind schon gefallen, der freie Blick auf das von Ernst May und Martin Elsässer in den 20er Jahren umgestaltete Gebäude solle wieder gewährleistet sein. Die Architekten hatten das "Wilhelminische" des Baus gleichsam geschlichtet.

    So kann man's auch nennen... :augenrollen:


    Viel besser klingt das hier:

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    Im Festsaal sieht es duster aus, noch, sanft schwingt der riesige 50er-Jahre-Leuchter von der Decke. Aber nicht er soll künftig für mehr Licht sorgen, sondern wieder historische Kronleuchter und die Oberlichter, die früher verhangen waren.


    Sehenswert ist aber auf jeden Fall die zu dem Artikel gehörende Bildergalerie. Wahnsinn, was für eine Pracht jahrelang hinter diesem schlichten, unscheinbaren Saal versteckt war! Gottlob nur versteckt und nicht vernichtet, muß man sagen...


    Zur Erinnerung hier noch einmal die bildliche Gegenüberstellung von "bisher" und "früher/zukünftig": http://www.architekturforum.ne….php?f=18&t=1012&start=12

  • Wird aber auch Zeit! Danke für die Info.



    Wie stehen eigtl. die Chancen, dass man sich dieser ollen 20er Jahre Tapete (wirklich kein Ruhmesblatt des Modernismus) entledigt und die exzellente historistische Fassade wiedeherstellt? 8)



    Hier übrigens noch eine alte Aufnahme davon (1918) - Gesellschaftshaus Palmengarten, die Terrasse:



    Quelle: [url=http://www.zeno.org/Ansichtskarten/M/Frankfurt+a.+Main,+Hessen/Palmengarten-Terrasse?hl=frankfurt+palmengarten]ZENO.org[/url] (dort auch in voller Auflösung)

  • Bei altfrankfurt.com ist ein Bild des Palmengarten-Gebäudes fälschlicherweise als "Gesellschaftshaus am Zoo" betitelt. Das Gesellschaftshaus im Zoo sieht aber ganz anders aus, nämlich so.


    Zur Frage:

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    Wie stehen eigtl. die Chancen, dass man sich dieser ollen 20er Jahre Tapete (wirklich kein Ruhmesblatt des Modernismus) entledigt und die exzellente historistische Fassade wiedeherstellt?

    Die Chancen stehen m.E. eher schlecht. Zum einen: Wer soll das bezahlen? Zum anderen haben die Herren Elsaesser und May, denen wir die heutige Fassade verdanken, einen zu guten Ruf, als daß man ihr Werk vernichten würde. Wenngleich May selbst insbesondere darin groß war, Bauwerke zu vernichten, rühmen ihn immer noch viele Architekten für die von ihm geschaffenen Bauwerke (in Wiesbaden ist das ein Plattenbauviertel mit einem gewissen Aso-Faktor - aber das gehört nicht hierher...).

  • Ja, dieses schöne Projekt gibt es auch noch - und es ist immer noch nicht fertiggestellt (obwohl die letzte Meldung schon über zwei Jahre her ist eek:) )


    Hausschwamm verzögert die Sanierung

  • Gute Nachrichten aus Frankfurt: Der Historische Festsaal ist fast fertig, und er sieht traumhaft aus!


    David Chipperfield hat nach eigenen Angaben offenbar mal etwas richtig gemacht - nämlich den Originalzustand von 1890 wiederhergestellt.


    Zu sehen hier: (Bewegte Bilder in der Hessenschau)


    Frankfurt bekommt seinen schönsten Saal zurück (mit Foto)


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    Oberbürgermeisterin Petra Roth und der Architekt Sir David Chipperfield gewährten am Dienstag einen Einblick in den reich dekorierten Saal, dessen Fassung im Stil der Neorenaissance restauriert worden ist. Erstmals sahen die Gäste auch die beiden rekonstruierten Kronleuchter mit dem Frankfurter Wappen-Adler. Wie Bürgermeister Olaf Cunitz und Umweltdezernentin Manuela Rottmann erläuterten, steht auch die Sanierung der Gebäudeteile aus den 1920er Jahren, namentlich des Elsaesser-Treppenhauses und des Hochzeitssaals mit seinem charakteristischen runden Panoramafenster, kurz vor dem Abschluss. Der Entwurf von David Chipperfield Architects für das Palmengarten Gesellschaftshaus vereinigt diese wertvolle historische Substanz mit einem neuen Westflügel, der das Erbe des Neuen Frankfurt interpretiert.


    Chipperfield habe eine überaus anspruchsvolle architektonische Aufgabe meisterlich gelöst, lobte Roth: „Ihnen ist es gelungen, ein mehrfach umgebautes, denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in Respekt vor seinen früheren Architekten wieder zum Leben zu erwecken und es mit künstlerischem Sinn in einen der schönsten Gärten der Welt einzubetten: unseren Frankfurter Palmengarten.“ Vom Festsaal des Gesellschaftshauses öffnet sich nun wieder – wie bei der Eröffnung 1871 - der Blick ins Palmenhaus. „Diese Verbindung von Pflanzen, Leben und Kultur gibt es an keinem anderen Ort“, sagte Roth.


    Weitere Bilder

  • Ja. Wenn er will, kann unser Freund Chippi ein Gebäude aus dem 19. Jh. wieder in den Originalzustand versetzten. Beim Neuen Museum hat er leider nicht gewollt :angry:

  • Und es lohnt sich, beim Betrachten der neuen Bilder nochmal das erste Foto auf Seite 2 dieses Strangs anzuschauen - den Vorher-Zustand bis zur Sanierung, der Zustand, den ich noch aus meiner Jugend kannte, als ich gar nicht wußte, dass das mal ganz anders ausgesehen hat. Ein krasser Unterschied wie Tag und Nacht - vorgestern hui, gestern pfui, heute wieder hui!