Nürnberg - Rekonstruktion des Pellerhauses

  • DAFÜR (=zu diesem Zweck) nicht mehr. Weil wir den Giebel ja jetzt auch in Nürnberg haben werden. Ich nehm an, dass das zumindest für dich als St. Gallener näher als das schlesiches Waldenburg ist (bei mir ist das eher nicht der Fall, zumindest kilometermäßig nicht).

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Es dürfte leider kein besseres Bild dieser Fassadenkopie geben als die von Noricum und mir verlinkten. Ich sammle immerhin alte AKs von Fürstenstein, aber diese eine Stelle ist nie groß im Bild bzw immer von Bäumen verdeckt.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • spaß beiseite. Ich nehm an, das wird eine eher freie Nachschöpfung sein, aus der sich keine brauchbaren Erkenntnisse für das Original gewinnen lassen, oder?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Nürnberger Nachrichten haben sich in einem Artikel vom 28.04.2017 mit der Rekonstruierung des Pellerhauses beschäftigt. Auf den Tag genau vor zehn Jahren starteten die Altstadtfreunde die Spendenaktion für die Rekonstruktion des Pellerhofs: 4,5 Millionen Euro Geld- und Sachspenden sind zusammengekommen.


    http://www.nordbayern.de/regio…-in-neuem-glanz-1.6057647


    PS: der Innenhof erstrahlt im neuen Glanz aber die äußer Fassade spricht mich immer noch nicht an! Es ist und bleibt für mich ein Provisorium.

  • Anfang Juni 2017 besuchte ich die Stadt Danzig - und war von den traumhaft schön rekonstruierten Straßenzeilen in der Altstadt ("Rechtstadt") mehr als beeindruckt. Was dort originalgetreu in den 1970-er Jahren wiederaufgebaut wurde, ist sagenhaft.


    In Danzig gibt es baulich eine "Schwester" des Pellerhauses. Das sogenannte "Englische Haus". Es wurde zwischen 1568–1570 errichtet. Nach 1945 blieb auch hier, wie beim Pellerhaus, nur der untere Teil der Fassade übrig.


    Man kann sich unschwer vorstellen, wie groß die Strahlkraft einer wiederaufgebauten Pellerhaus-Fassade im Stadtbild wäre.





  • Man kann sich unschwer vorstellen, wie groß die Strahlkraft einer wiederaufgebauten Pellerhaus-Fassade im Stadtbild wäre.


    Jein, möchte ich sagen. Denn selbst das wiederaufgebaute Pellerhaus hätte kein solch harmonisches Umfeld, keine Einbettung in ein Ensemble, wie man das in Danzig erleben kann. Es würde isoliert wirken, irgendwie wie Perlen vor die Säue. Man müsste dann baulich weiterdenken.
    Was natürlich nicht heißen soll, dass ich eine Rekonstruktion des Pellerhauses nicht begeistert begrüßen würde.

  • Besser idealisierend als destruierend wiederaufgebaut...
    Wenn die Städtebauer in den 60er und 70er Jahren bei uns ähnliche Ideale gehabt hätten, gäbe es hier weit weniger zu diskutieren.

  • Zweifelsohne, ich mein das auch nicht abwertend. Den antideutschen Impetus, den das bei den Polen hatte lehne ich zwar ab, aber ansehnlicher als vieles, was hierzulande entstand, ist es allemal. Wobei ich mit Blick auf Danzig den Fassadismus doch kritisieren möchte, denn die Gebäude haben meist kaum räumliche Tiefe, die Höfe sind leergeräumt. Das ist einem Altstadtquartier nicht wirklich zuträglich. Wobei diese "Beräumung" der Innenhöfe historischer Quartiere bei intakten Altstädten ja auch lange praktiziert wurde. Dass das gerade bei Hansestädten historisch gesehen katastrophal war, muss man glaube ich nicht weiter ausführen.

  • Jein, möchte ich sagen. Denn selbst das wiederaufgebaute Pellerhaus hätte kein solch harmonisches Umfeld, keine Einbettung in ein Ensemble, wie man das in Danzig erleben kann. Es würde isoliert wirken, irgendwie wie Perlen vor die Säue. Man müsste dann baulich weiterdenken.
    Was natürlich nicht heißen soll, dass ich eine Rekonstruktion des Pellerhauses nicht begeistert begrüßen würde.

    Die städtebauliche Lage des "Englischen Hauses" in Danzig kann aber nicht mit jener des Pellerhauses verglichen werden. Während ersteres in einer Zeile in einer Gasse steht, beherrschte der Pellerhof den oberen Abschluss eines ansteigenden Platzes. Abgesehen davon, dass die rekonstruierte Pellerhoffassade mit der Egidienkirche im Dialog stünde, ist sie auf ein harmonisches Umfeld gar nicht angewiesen, da sie eine derart grosse Ausstrahlungskraft besitzt, was durch die Lage noch unterstützt wird.

  • Mit einem wiedererstandenen Pellerhaus wäre der Aegidienplatz wieder ein Prunkstück des deutschen Städtbaus und ein Juwel von Nürnberg. Ähnliche Wirkung hätte wohl nur das Pfeilerhaus am Hildesheimer Andreasplatz...

  • Sehe ich bei Weitem nicht so optimistisch ie Riegel. Das Pellerhaus ist letztlich zu schmal, um die obere Seite zu beherrschen. Alleine würde es isoliert und irgenwie verloren dastehen - wohl als Blickfang, aber - wie im heutigen Nürnberg oftmals der Fall - als steienere Anklage des geist-, ges(ch)ichts- und ästhetikbefreiten Umfelds.


    https://www.google.at/imgres?i…wghKB8wHw&iact=mrc&uact=8


    Hier wäre tatsächlich die Rekonstruktion der gesamten Zeile zu fordern, samt des Umfeldes der Egydienkirche, ja eigentlich der ganze Platz. Wobei dieser im unteren Bereich auch alles andere als perfekt war.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • @'Saxonia
    Ich war gerade zum dritten Mal in Danzig und war ehrlich gesagt (wieder) enttäuscht. Die Langgasse ist jetzt zur Amüsiermeile für Britische Touris verkommen (Stichwort: Ryanair - wie in Riga), viele Haüser haben Plastikfenster bekommen und die jüngsten Neubauten sind durchgehend modernistisch geprägt. Dazu kommen die von dir genannten Nachteile der Rekonstruktionen. Sieht auf dem ersten Blick gut aus, aber wenn man sich länger dort aufhält macht es keinen richten Spaß mehr. Dann lieber nach Thorn, Posen, Wilna oder Krakau. Lübeck ist meiner Meinung nach 10 Mal interessanter.

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Ich halte es für illusorisch, dass die gesamte Gebäudefront an der Nordseite des Egidienplatzes wieder original aufgebaut werden kann.


    1. Kostenfrage. 2. Der aktuelle Imhoff-Bau ganz rechts ist kein Schandfleck. Der Bau davor war architektonisch auch kein Highlight, sonder optisch eher langweilig. Die wiederaufgebaute Pellerhaus-Fassade im Kontext des 1950-er Wiederaufbau-Stils kann reizvoll sein. Und es wäre ein optischer Wettbewerb - und gleichzeitig eine Kompromiss-Lösung, um die Gegner einer Rekonstruktion "zu versöhnen".