Nürnberg - Rekonstruktion des Pellerhauses

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Süddeutsche Zeitung schrieb:

      (...) Im März hatte Enderle einen Vorstoß gewagt, ob man nicht auch die Fassade rekonstruieren könnte. Die Debatte war bald wieder versandet, nachdem
      Experten die Idee für absurd erklärt hatten. (...)

      Ja ja, die "Experten". Und was die sagen, ist Gesetz und heilig. Daran glauben auch nur noch Politiker. Solche Experten setzten auch die öde 1950er-Jahre Fassade auf die Denkmalliste.

      Mein Vorschlag. - Das neue "Pellerhaus" (Peller würde sich bei der Fassade glatt im Grabe umdrehen) vergammeln lassen, sodaß sich die Sanierung nicht mehr lohnt. Dann den Abrissantrag stellen. Das funktioniert ja mit echten Denkmälern auch ständig.

      Oder die Fassade abbauen und an anderer Stelle wieder aufbauen. Translozieren also. Dann ist das Denkmal der Wiederaufbauzeit gerettet und nervt nicht mehr am Egidienplatz. Eine Rekonstruktion des echten Pellerhauses wäre dann möglich.
    • Ich finde es ziemlich schlimm und es ist leider auch Zeichen der Politikverdrossenheit, dass man politisch aktiven Menschen (dieser hier ist ja als Stadtrat meines Wissens sogar nur ehrenamtlich tätig) bei entsprechenden Meinungsäußerungen gleich unlautere Absichten unterstellt. Pressevertreter fragen dann immer nach, was er damit wohl politisch beabsichtigt.
      Vielleicht gar nichts? Vielleicht ist das mal einfach seine Meinung? Allein hier in dem Forum tummeln sich ja schließlich genug Leute, die sogar der gleichen, "ach-so-blödsinnigen" Meinung sind.

      Das war bei Uwe Becker in Frankfurt genauso. Als er zu Bedenken gab, dass das dortige Stadthaus noch gar keinen Zweck hat und damit für 20 Millionen vielleicht etwas zu teuer (hätte man das Geld mal in qualitativ bessere, und mehr Rekonstruktionen gesteckt...), wurde ihm, obwohl Kämmerer und davor Vorsitzender des Sonderausschusses, gleich irgendwelche politischen Winkelzüge unterstellt. Obwohl er mit den Fragen absolut richtig lag und man bis heute nicht so recht weiß, was man eigentlich mit diesem Stadthaus anfangen soll.

      Gerade die Leute vor Ort und vielleicht auch die hier im Forum sollten Herrn Brehm bestärken, an seiner Meinung festzuhalten und auch dafür zu kämpfen und ihn damit zu unterstützen.

      Im Übrigen ist dieses Verhalten von Presse (und Bürger) genau das, was mittlerweile einen normalen Austausch so schwer macht und weshalb man nicht mehr offen diskutieren kann, ein ehrenamtlich tätiger Mandatsträger wird ja von solch vernichtenden Unterstellungen auch eventuell eingeschüchtert und dann traut er sich eben diese klaren Worte beim nächsten mal nicht. Auch weil es gleich immer unter die Gürtellinie geht.
      Mit dem gefährlichen Schwachsinn, den die AfD unterstellt (und dem hier leider wohl auch einige auf den Leim gehen), hat das nichts zu tun. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Wenn die Presse Unsinn schreibt, dann hat das nicht mit Vertuschen oder irgendwelchen politischen Vorgaben zu tun, sondern weil sich der Dorfjournalist als großer Pulitzer-Anwärter sieht und meint hinter jeder Aussage steckt nur politische Taktik und er könne sie aufdecken. Mehr Beteiligung durch Bürger ist wichtig, mehr Unterstützung für die, die wirklich Interessen im Sinne der Stadt vertreten und auch bohrende Nachfrage bei denen, die sich nur darstellen und den "Experten". So hat es damals in Frankfurt auch funktioniert.
      Die Feder ist mächtiger als das Schwert...wenn das Schwert sehr stumpf ist und die Feder sehr spitz!

      -Terry Pratchett
    • Was für ein armseliger Artikel, Wahnsinn. Armes Nürnberg, arme Altstadtfreunde, armes Stadtbild. Aber klar, es ist wie eh und je, auf den Ketzer, der einfach nur nach gesundem Menschenverstand seine Meinung äußert, muss eingedroschen werden. Auf den Scheiterhaufen mit ihm.
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Nachdem Nürnberg beim Fleischhaus und bei der Rathaussaal in den letzten Jahren schon einmalige Chancen verspielt hat, und altstadtuntaugliche Konstrukte wie das Technische Rathaus, das Eckhaus beim inneren Laufer Tor oder anstehend die Augustinerhöfe dort in der Altstadt weiterhin aus dem Boden schießen, sollten die - eigentlich selbstverständliche - ganzheitliche Rekonstruktionen des Pellerhauses und des Toplerhauses dort um so mehr gelingen, um noch einigermaßen mit den besseren Städten der Republik wie Frankfurt am Main, Leipzig oder Dresden mithalten zu können - und eine weitere Magdeburgisierung Nürnbergs zu vermeiden.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Der Seitentrakt hat sein Dach erhalten, damit ist der dritte Bauabschnitt so gut wie fertig. Die Gerüste am Seitenflügel werden wohl bereits Anfang Oktober (!) fallen, und einen seit über 70 Jahren nicht mehr dagewesenen Blick in den Hof ermöglichen. Viel Spaß mit den Bildern :)

      Blick von der Nordfassade in den Innenhof:



      Die Außenseite Richtung Vorderhaus:





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    • Ein gebauter Traum! Das versiffte 50er Jahre Provisorium kann endlich adäquat ersetzt werden - hoffentlich dauert das nicht zu lange!

      Dem Steinmetzt gehört ein Denkmal gesetzt (bzw. hat er dieses sich selbst schon gebaut ;-)).
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf.Oder man hat Meinungsfreiheit."
    • @ Exilwiener: ich habe neulich eine öffentliche Veranstaltung besucht und mich dort mit Prof. Dr. Julia Lehner (Kulturreferint) unterhalten bzw. auch mit Sebastian Brehm. Hier sind zwei verschiedene Meinungen aufeinandergeprallt. Es geht ja schließlich in den nächsten Jahren darum ob man die Fassade für die nächsten 50 Jahre fit macht oder durch einen Neubau mit Kubatur ersetzt, inklusive Nebengebäude.

      Fa. Prof. Lehner sagte mir das es sich bei diesem Gebäude um ein DENKMAL handelt und dieses Gebäude mit der Mayr Fassade geschützt werden sollte. Herr Brehm zeigte sich offen das Gebäude abzureißen und als Neubau, mit Nebengebäude, und Kubatur zu ersetzen. Also auch in der CSU ist man sich nicht einig.

      Ich habe mich öffentlich hinter Sebastian Brehm bzw. seinen Vorschlag gestellt und Unterstützung angeboten.
    • Fr. Lehner würde sich ja als Kulturreferentin unmöglich machen, wenn Sie dem Abriss des Mayr-Baus positiv gegenüber eingestellt sein sollte. Es wird am Ende eine Geldfrage sein. Die Stadt hat eher wenig Interesse daran diesen ungeliebten, problematischen Bau mit Millionenaufwand zu sanieren. Die Stadt hat wesentlich bedeutendere, ungeliebte und problematische Immobilien.
    • Hallo,

      schöne Bilder vom niegelnagelneuen Pellerhaus-Innenhof.

      So wie es aktuell aussieht, kommt auf die neuen und teuren Steinquader kein schützender Putz vor Regen, Dreck und Schnee?

      Warum eigentlich nicht? Ansonsten geht das Restaurierungsspiel in gut 20 Jahren in die nächste Runde - bzw. vielmehr wieder von vorne los. Nürnberger Sandstein ist sehr witterungsanfällig.
      1607 waren die Steinquader des Pellerhauses mit der Putzfarbe "Nürnberger Rot" bestrichen (siehe Originalreste im Innenhof). Und darauf kamen weiße Kalklinien für den Anschein einer Quaderoptik.
    • Am Donnerstag haben die Altstadtfreunde anlässlich des fertig gestellten Bauabschnittes Westwand zu einer Feier eingeladen. Neben Vertretern der Stadtspitze waren auch die Steinspender eingeladen. Eine Bilderstrecke auf Nordbayern.de unter zeigt mehr:

      nordbayern.de/region/nuernberg…f-1.5530555?searched=true

      Gestern war der samstägliche Besichtigungstag für alle, und ich bin mal wieder durch die Hofarkaden gehüpft :)




      Die Ostfassade ist schon seit längeren gerüstfrei zu sehen:




      Die Westfassade dagegen kann man erst seit Mittwoch wieder so sehen:



      Der Treppenturm steht nun nicht mehr wie ein deplaziertes Relikt im Hof, sondern eingebettet in die einzelnen Flügelbauten. Leider ist er technisch noch nicht erschlossen, da es noch keine Ausgänge gibt in die Hofetagen.



      Nun steht noch das Hochziehen der Nodfassade an.



      Auf NN-Lokales gibt es ein Interview zu sehen, in dem Harald Pollmann beschreibt, was jetzt noch zu tun ist. V.a. sind es die Steinmetz- und Maurerarbeiten an der Nordfassade, Verputzen, Fenster, Türen, Böden. Dann sieht es bald endlich wieder so aus:


      Quelle: Dr. Trenkler, aus Privatsammlung

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    • Feierliche Einweihung des dritten Bauabschnitts im Pellerhof

      Ein Bericht zur Einweihungsfeier des vorletzten Bauabschnitts im Pellerhof.

      marktspiegel.de/nuernberg/loka…-im-pellerhof-d20394.html

      MarktSpiegel schrieb:

      (...) Enderele: ,,Ich bin froh, dass sich Politiker mal an ihre Versprechen halten.“ Das Versprechen nämlich, keinerlei finanzielle Mittel für das Projekt bereitzustellen. (...)

      Ha ha. Das ist eine gute Aussage. :)




      MarktSpiegel schrieb:

      (...) Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly bekräftigte in seiner gestrigen Ansprache das Nein zur Rekonstruktion der Fassade. Er wolle nichts wegmachen, was selbst schon ein Denkmal ist und zitiert das Denkmalschutzgesetz. Die Zeit der Renaissance sei nicht wichtiger als die Baukunst der Nachkriegszeit. Sie erzähle ebenfalls ein wichtiges Stück Stadtgeschichte. Dieser geschichtliche Bruch, ergänzt durch den Hof gehöre eben zu Nürnberg. (...)

      Das kann man sehen wie man will. - Wäre der Nachkriegsbau auf einer zuvor unbebauten Fläche entstanden, hätte ich nichts gegen seinen Verbleib. Nun ist es aber so, daß die Baumasse den Standort eines weitaus schöneren und qualitativ hochwertigeren Hauses blockiert, daß, ohne seine Zerstörung, zu 100% heute ebenfalls ein Denkmal wäre. Außerdem glaube ich nicht, daß das heutige klotzige Pellerhaus auf der Denkmalliste stünde, wenn es den Krieg nie gegeben hätte und es einfach so im völlig intakten Nürnberg gebaut worden wäre. Nur weil es zufällig in der Wiederaufbauzeit errichtet wurde, soll es einen besonderen Wert haben? Warum gerade dieses Haus? Die halbe Stadt wurde nach 1945 neu gebaut. ...

      Wenn es tatsächlich nur um die typische Bauform der 1950er-Jahre geht, die es zu erhalten gilt, wiederhole ich gern meine Aussage. - Das Bauwerk, oder eher seine Fassade, kann gern einem Neubau vor den Toren der Altstadt vorgeblendet werden. Damit dürften alle zufrieden sein. Für eine originalgetreue Rekonstruktion, können die Freunde der 50er-Jahre-Architektur (darunter auch die Mitarbeiter des Denkmalamtes) gern eine Spendensammlung starten.

      Wir, die Reko-Freunde, müssen uns auch so oft mit vorgeblendeten Fassaden zufriedenstellen. Ein Beispiel sind die Mainzer Markthäuser. Also bitte. Die heutige Pellerfassade sollte man einlagern und eventuell später wieder woanders aufbauen.

      Diese plumpen Nachkriegsfenster im schönen Hof, sind einfach unwürdig. Dieses Modell zeigt, wie es wieder aussehen könnte. Pellerhof und Pellerhaus sind eine untrennbare Einheit. Darum muss der Wiederaufbau des Hauses einfach folgen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Neußer ()

    • Du sagst es. Der Erhalt des heutigen Pellerhaus ist eine rein akademische Diskussion. Der Nachkriegsbau hat an dieser Stelle nichts verloren. Jeder Besucher des Ortes versucht sich ihn wegzudenken, mir als Hobbyfotograf geht es ganz besonders so. Man ist versucht den Nachkriegsbau auszublenden, da er dem Ort seine gesamte Aufenthaltsqualität und Würde nimmt. Ein reizloser Magazinbau, an dieser Stelle, das ist eine Zumutung.

      Die Tatsache, dass sich die Stadt nicht - weder finanziell noch anderweitig unterstützend - an der Hofrekonstruktion beteiligt, finde ich im übrigens durchaus hilfreich. Das Projekt ist damit zu 100% bis in jede Mörtelfuge ein Projekt der Bürger, der Freunde Nürnberger Architektur in organisatorischer Gestalt der Altstadtfreunde Nürnberg. Und es sieht alles nach Gelingen aus! Dagegen ist sich nichtmal die Stadtpolitik einig, was mit dem Bestandsbau passieren soll, und hier wurde noch nichtmal über Kosten diskutiert. Wenn erstmal auf dem Tisch liegt, was die Sanierung aufgrund eines diffusen Nutzungskonzeptes kosten soll, glaube ich kaum dass das Geld dann auch wie von alleine, aus den Steuerkassen, kommen wird. Ob diejenigen, die den Bestandsbau verteidigen auch für seinen Erhalt spenden würden ist doch sehr fraglich. Mit der Zeppelintribüne erleben wir grade wie schwer sich die Stadt tut. Mit dem Nachkriegspellerhaus hat sie eine weitere ungeliebte Immobilie an der Backe. Das wird wohl noch eine sehr zähe Sache.