Nürnberg - Rekonstruktion des Pellerhauses

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Besprechung zum Pellerhaus mit OB, Denkmalpflege, Baureferent und Harald Pollmann am kommenden Mittwoch

      nz-online.de/artikel.asp?art=452293&kat=11&man=2

      Oberbürgermeister Maly (SPD) ist gegen Wiederaufbau:

      ... „Eine komplette Rekonstruktion kann man nicht vertreten, denn im Krieg wurde zu viel zerstört“ ... „Wir können doch nicht so tun, als habe es den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben“, stellt Maly fest. Das Pellerhaus sei ein Ort des Erinnerns. „Es zeigt, dass mit Bautechnik nicht alles repariert werden kann“, meint der OB. 60 Jahre nach Kriegsende solle man aber nicht beginnen, „Potemkinsche Dörfer“ zu errichten ...

      nz-online.de/artikel.asp?art=452296&kat=11&man=2

      Außerdem war noch ein Leserbrief drin, der sich pro Rekonstruktion ausspricht:

      nz-online.de/artikel.asp?art=452299&kat=11&man=2
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Ich vermute mal, daß Maly das Gerede, das er da verzapft, selbst nicht begründen könnte.

      Eine Rekonstruktion ist also nicht zu vertreten, wiel im Krieg so viel zerstört wurde. Aha, wenn weniger zerstört worden wäre, wäre sie also zu vertreten? Merkwürdige Logik.

      Und wieso würde man durch eine Rekonstruktion so tun, als habe es den 2. Weltkrieg nicht gegeben? Das ist doch einfach hohles Gerede. Eine einzige Rekonstruktion inmitten einer Nachkriegsstadt soll also den Eindruck erwecken, es habe den Krieg nicht gegeben. Das ist doch nur noch lächerlich. Ich brauche jedenfalls keine häßlichen Nachkriegsbauten, ich brauche keine geschichtslosen Städte, um zu wissen, daß es den zweiten Weltkrieg gegeben hat. Daß es den 2. Weltkrieg gegeben hat, lernt man in der Schule, nicht durch die zwanghafte Erhaltung geschichtsloser Stadtbilder.

      Und was soll der Satz bedeuten "..dass mit Bautechnik nicht alles repariert werden kann." Nach der Prämisse, die diesen Satz zugrundliegt, hätte man nach dem Krieg gar nichts wiederaufbauen dürfen, weder in Form von Rekos, noch modern. Denn damit hat man ja die Folgen des 2. Weltkriegs repariert und die hätten ja konserviert werden müssen. Also hätte man die Städte alle in Ruinen liegen lassen müssen, damit sie als "Orte der Erinnerung" dienen könnten. Einfach absurd.

      Wieso können manche leute nicht mal 'ne Sekunde nachdenken, bevor sie losplappern.
    • "Philon" schrieb:

      Ich vermute mal, daß Maly das Gerede, das er da verzapft, selbst nicht begründen könnte.


      Ja, denn ich denke, daß er hier fremde Positionen übernommen hat, die ihm oberflächlich logisch erschienen sind und er möglicherweise das Projekt aus anderen Gründen nicht will.

      Eine Rekonstruktion ist also nicht zu vertreten, wiel im Krieg so viel zerstört wurde. Aha, wenn weniger zerstört worden wäre, wäre sie also zu vertreten? Merkwürdige Logik.


      Er meint wohl nicht die ganze Stadt, sondern nur das Pellerhaus. Wäre es nicht so stark beschädigt gewesen, hätte man es leichter reparieren können. (Also gar nicht rekonstruieren müssen...)

      Und wieso würde man durch eine Rekonstruktion so tun, als habe es den 2. Weltkrieg nicht gegeben? Das ist doch einfach hohles Gerede. Eine einzige Rekonstruktion inmitten einer Nachkriegsstadt soll also den Eindruck erwecken, es habe den Krieg nicht gegeben. Das ist doch nur noch lächerlich. Ich brauche jedenfalls keine häßlichen Nachkriegsbauten, ich brauche keine geschichtslosen Städte, um zu wissen, daß es den zweiten Weltkrieg gegeben hat. Daß es den 2. Weltkrieg gegeben hat, lernt man in der Schule, nicht durch die zwanghafte Erhaltung geschichtsloser Stadtbilder.


      Exakt meine Meinung. Wir wohnen in einer Welt, die in den Fünfzigern gebaut wurde. Es tut weh, daß solcher Zynismus ohne Konsequenzen bleiben kann. Man kann freilich vertreten, daß eine Ruine an eine Zerstörung erinnert. Allerdings muß man nicht das Schönste, was man hat, für die Ruinenstarre auswählen. Die Ruinen um Nürnberg herum aus den früheren Kriegen (30jähriger Krieg, Markgrafenkriege) sind bestimmt nicht deswegen Ruinen, weil man sie als Mahnmal erhalten wollte, sondern aus natürlicheren Gründen, z. B. weil sich der Aufbau nicht mehr gelohnt hat, weiterem Verfall und Interesselosigkeit.

      Spuren der Zerstörung finden sich in Nürnberg im übrigen auf Schritt und Tritt. Da muß nicht nur die Katharinenruine herhalten. Sie ist halt die einzige "richtige" und ganze Ruine. Zum Beispiel gibt es noch das 1943 zerstörte Wasserschloß Oberbürg, ich habe es in die Galerie gestellt, und Ruinen im benachbarten Industriegut Hammer:

      baukunst-nuernberg.de/epoche.p…ialisierung&objekt=Hammer

      Und was soll der Satz bedeuten "..dass mit Bautechnik nicht alles repariert werden kann." Nach der Prämisse, die diesen Satz zugrundliegt, hätte man nach dem Krieg gar nichts wiederaufbauen dürfen, weder in Form von Rekos, noch modern. Denn damit hat man ja die Folgen des 2. Weltkriegs repariert und die hätten ja konserviert werden müssen. Also hätte man die Städte alle in Ruinen liegen lassen müssen, damit sie als "Orte der Erinnerung" dienen könnten. Einfach absurd.


      D'accord. Nur eine Phrase, mit der die meisten Menschen wenig anfangen können. Sie müßte schon genauer erläutert werden, doch dadurch würden sich ihre Schwächen zeigen. Außerdem: Warum muß gezeigt werden, daß mit Bautechnik angeblich nicht alles repariert werden kann? Und wenn es so wäre: wer will denn überhaupt "alles" reparieren? Und warum müssen wir, wenn überhaupt, "alles" reparieren? Und wem steht es überhaupt zu, solche Ansprüche zu stellen?

      Wieso können manche leute nicht mal 'ne Sekunde nachdenken, bevor sie losplappern.


      Ich glaube, daß er schon nachgedacht hat. Das ist ja das momentane Problem. Der Stadtrat muß darüber debattieren.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Übrigens hat eine Architektin (SPD) sich geschockt angesichts des Gedankens gezeigt, auf den Scharrergymnasiumsneubau von 1974 ein Gebäude in der Kubatur des ehem. Hinterhauses für die ersehnte Fassade zu errichten. Das würde die preisgekrönte Architektur des "Scharrer" beeinträchtigen. Außerdem würde es die Blickbeziehung auf die wunderbar rhythmisierte Fassade des Mayerbaus zerstören.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Ich bin der Meinung das ungefähr 5 % der Nürnberger Bevölkerung einen Wiederaufbau wie vor dem Krieg haben möchten. Und ganz sicher ist das schon großzügig aufgerundet.
      Das Pellerhaus ist eine zweischneidige Sache. Die Wiederaufbauten aus den 50er sind nicht wirklich gelungen. Jetzt aber für viel Geld rum zu doktern und das Ergebniss ist nicht besser nur anders - nein Danke. Dieses Geld kann sinnvoller genutzt werden. Das Desinteresse der Kommunalpolitiker verstehe ich. Einer im Forum hier hat gesagt, dass er das provisorium aus den 50er nachvollziehen kann "die hatten andere Sorgen, wie Kindergärten". Ist das heute anders????
      Das Pellerhaus mag früher ein Prachtbau gewesen sein. Doch er ist nicht das Brandenburgertor. Ich bin der Meinung alles so lassen wie es ist und Zeit, Geld und Engament in wichtigere Projekte stecken.
      Sinnvoller wäre es gewesen den Augustinerhof zu einer modernen Einkaufspassage umzubauen. Das würde das Bild der Stadt Nürnberg verbessern.
    • @ Moderne:

      Kannst du deine 5 % auch nur annähernd belegen? Wieso haben dann bei der Umfrage der Zeitung fast alle für den Wiederaufbau gestimmt? Und warum haben dann die Altstadtfreunde einen so großen Zulauf?

      Und was das Kindergarten - "Argument" angeht:

      1) sind das zwei völlig andere Dinge, die man nicht vermischen sollte: oder sollte man deiner Meinung nach den Kulturetat aller Städte streichen, um davon Kindergärten zu bauen? Und auch deine moderne Einkaufspassage würde nicht gerade wenig kosten.

      2) Wäre der Wiederaufbau komplett spendenfinanziert, es müsste also kein Kind darunter leiden. Im Gegenteil: Der Tourismus würde mit Sicherheit profitieren und damit auch die Stadt.


      Im Übrigen war das (alte) Pellerhaus von so herausragender Qualität, dass es unter seiner Würde ist, als Ruine dahin zu vegetieren.
    • "MODERNE" schrieb:

      Dieses Geld kann sinnvoller genutzt werden. Das Desinteresse der Kommunalpolitiker verstehe ich. Einer im Forum hier hat gesagt, dass er das provisorium aus den 50er nachvollziehen kann "die hatten andere Sorgen, wie Kindergärten". Ist das heute anders????


      Welches Geld? Ich glaube kaum, dass von den Spenden Geld für Kindergärten etc. eingehen würde.

      Allerdings werte ich deinen Beitrag mal einfach als pure Provokation, allein deine Namesnwahl und der Verweis auf das Einkaufszentrum (was ja irgendwie nicht wirklich was mit der Fassadenrekonstruktion vom Pellerhaus zu tun hat) sind für mich Zeichen genug.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Hallo @moderne
      Erstmal herzlich Willkommen im Forum!

      ...rum zu doktern...

      Liege ich da richtig, wenn ich auf einen Lokalgenossen tippe...? Grüße.. :zwinkern:

      Aber zur Sache:
      Für den Wert 5% würde ich mich auch mal näher interessieren: Woher hast Du denn die Zahl?
      Natürlich ist nicht jeder für so ein Projekt, aber normalerweise ergeben sich bei Umfragen dieser Art immer Pro-Werte, die an Wahlergebnisse in Nord-Korea oder Kuba erinnern... :zwinkern: Mich würde es jetzt wundern, wenn das beim "allseits geliebten Pellerhaus-Neubau" anders wäre?

      Ein Problem könnte natürlich sein, dass die wenigsten Nürnberger das Bild des alten Pellerhauses noch kennen, klar. Das ist angesichts der Bedeutung, die das Pellerhaus bis zum WW2 hatte, zwar besonders tragisch, aber dafür gibt´s ja tausende von Bilder, die das eindrucksvoll belegen. Man muss sie sich nur betrachten und im Vertrauen auf den eigenen Geschmack objektiv beurteilen. Man wird im Alltag wenig damit konfrontiert, man hat sich eingerichtet im Nürnberg der Gegenwart - natürlich!
      In der jedermann zugänglichen Bibliothek der AF gibt´s zum Pellerhaus aber einige verbliebene Bildbände - sonst scheint sich ja keiner in Nürnberg für diese europaweit herausragende Architektur zu interessieren. Jeder Bildband für sich ist ein "Augenöffner" - kann ich Dir sehr empfehlen!


      Sinnvoller wäre es gewesen den Augustinerhof zu einer modernen Einkaufspassage umzubauen. Das würde das Bild der Stadt Nürnberg verbessern.


      Naja, das Jahn-Projekt hätte in jedem Fall eine bundesweite Besonderheit zerstört: nämlich das des Nürnberger Wiederaufbaus nach dem WW2. Er erfolgte angesichts der fast vollständigen Zerstörung in so einzigartiger Weise, wie in kaum einer zweiten Stadt Deutschlands. Man kann da eigentlich nur Münster oder Freiburg als Maßstab nehmen, obwohl hier die Zerstörungen nicht so umfassend waren.

      Wie diese Zerstörung der Dachlandschaft das Bild Nürnbergs nach aussen hin verbessert hätte, war für mich noch nie nachvollziehbar.

      Ok, aber das Jahn-Projekt war auch vor meiner (unserer?) Zeit.

      Doch er ist nicht das Brandenburgertor.

      ... natürlich nicht, aber in seiner epochenbezogenen Bedeutung für die Baukunst sogar noch wichtiger. Man muss sich nur, wie gesagt, mit der ganzen Geschichte auseinandersetzen und nicht erst 1957 beginnen.

      Freue mich auf weitere konstruktive Diskussionen!

      Grüße
    • @MODERNE: Erst mal Hallo. Ganz schön mutig, sich mit dieser Meinung in die Höhle des Löwen zu begeben. Aber um so besser, denn das fördert das Thema erst recht. :gg:

      @Booni: Mag sein, daß nur provoziert wurde. Doch was ist nicht alles provozierend (siehe Werbefernsehen)? Ich lasse auch Unüberzeugbare nicht gerne einfach so gehen, es sei denn, es bliebe nicht sachlich. Außerdem: diese Argumente könnten ja auch von anderen kommen (und kommen so sicher wie das Amen in der Kirche).

      "MODERNE" schrieb:

      Ich bin der Meinung das ungefähr 5 % der Nürnberger Bevölkerung einen Wiederaufbau wie vor dem Krieg haben möchten. Und ganz sicher ist das schon großzügig aufgerundet.


      Der Wiederaufbau von was? Altstadt, Pellerhaus oder ...? Eine derartige Zahlenangabe kann nicht ernst genommen werden. Insbesondere vor dem bisherigen Hintergrund, der durchaus für eine breite Befürwortung in der Bevölkerung spricht, müßtest Du zumindest irgendwelche Anhaltspunkte für deine Spekulation nennen.

      Das Pellerhaus ist eine zweischneidige Sache. Die Wiederaufbauten aus den 50er sind nicht wirklich gelungen. Jetzt aber für viel Geld rum zu doktern und das Ergebniss ist nicht besser nur anders - nein Danke.


      Damit muß man sich auseinandersetzen, da die bauliche Situation durchaus nicht einfach ist. Leider steht das Scharrergymnasium auf dem Hinterhausgrundstück, so daß das Hinterhaus nur in Fassadendicke errichtet werden kann, ohne das Scharrergymnasium anzutasten. Das Vorderhaus steht unter Denkmalschutz, was ebenfalls ein großes Hindernis für Rekonstruktionsbestrebungen darstellt. Diese Gemengelage führt vielleicht dazu, daß sich manche nicht vorstellen können, wie der Wiederaufbau zu einem überzeugenden Ergebnis führt.
      Doch genau ein solches soll und kann erreicht werden. Das Ergebnis wird in jedem Falle besser sein als die aktuelle Situation. Alleine der Anblick des Hofes mit der "Sichtbetontapete" im Hintergrund ist in hohem Maße Unlust erregend und dürfte allenfalls Banausen nicht stören. Nach heutigen denkmalpflegerischen Maßstäben dürfte das Scharrer-Gymnasium meiner Meinung nach wegen seiner beeinträchtigenden Wirkung so nicht genehmigt werden (ob es genehmigt werden würde, steht auf einem anderen Blatt).

      Dieses Geld kann sinnvoller genutzt werden. Das Desinteresse der Kommunalpolitiker verstehe ich. Einer im Forum hier hat gesagt, dass er das provisorium aus den 50er nachvollziehen kann "die hatten andere Sorgen, wie Kindergärten". Ist das heute anders????


      Das Geld kann überhaupt nicht anders genutzt werden, da es nur für den Fall gespendet wird, daß das Pellerhaus in nennenswerter Weise weiter wiederaufgebaut wird.
      Daß die Kommunalpolitiker auch heute andere Interessen als Stadtbildpflege und Denkmalschutz haben, ist offensichtlich. Bis zum Abschluß der ersten Wiederaufbauphase Mitte/Ende der 1950er Jahre war das Interesse der Politiker wohl sogar größer als heute. Gerade am Pellerhaus haben die Stadtoberen heute aber am allerwenigsten Lust sich mit Rekonstruktionsgedanken zu befassen, zumal das Anwesen mangels künftiger Nutzung eine Zeitbombe ist und man gar nicht weiß, wie es ab 2010 genutzt wird. Verklemmungen im Umgang mit Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau, Provinzialität sowie fränkischer Kleingeist fördern das Projekt darüber hinaus auch nicht gerade.
      Außerdem meinen die Politiker, daß in der nächsten Wählerentscheidung das Thema Wiederaufbau der Stadt neben den anderen Themen insgesamt eher eine untergeordnete Rolle spielen wird - und das dürfte sogar nicht ganz falsch sein.

      Das Pellerhaus mag früher ein Prachtbau gewesen sein. Doch er ist nicht das Brandenburgertor.


      Ich weiß nicht genau, was du damit sagen willst. Die kunsthistorische Bedeutung des Pellerhauses war der des Brandenburger Tores sicher nicht nachgestanden, ich wage sogar die Behauptung, daß jene letztere übertrifft. Das Brandenburger Tor ist eben noch ein historisch-politisches Symbol.

      Ich bin der Meinung alles so lassen wie es ist und Zeit, Geld und Engament in wichtigere Projekte stecken.


      Das Problem an solchen Forderungen ist immer, daß man den Leuten nicht vorschreiben kann, für was sie sich begeistern und was nicht.
      Du hast wohl nicht gemeint, daß man lieber Kindergärten fördern sollte, denn das wurde im Zusammenhang mit den Politikerinteressen genannt. Trotzdem ein Wort hierzu. Es stimmt, daß menschliches Leid zu lindern eine noch vornehmere Aufgabe sein könnte, als Denkmal- und Stadtbildpflege. Aber man kann es nicht ohne weiteres vergleichen, da es sich auf der einen Seite um Wohltätigkeit handelt, auf der anderen seite um kulturelles Engagement. Das heißt nicht, daß die Menschen, die sich für Architektur interessieren, herzlos sind und nichts wohltätiges schaffen würden. Es ist aber in jedem Falle gut, wenn sich Menschen, die sich zu etwas berufen fühlen, das tun, was sie gerne tun und was sie tun können. Es gibt außerdem - unbestreitbar - immer ein noch größeres Elend auf der Welt, das zu fördern gegenüber lokalen - auch humanitären - Problemen vorzugswürdig wäre. Dennoch dürfen wir nicht ausschließlich uns zur Linderung momentaner Not engagieren, sondern müssen gerade auch für Bleibendes etwas tun, sonst stehen wir in dreißig Jahren mit leeren Händen da. Immerhin beruht unser Wohlstand und unsere (noch) vorhandenen sozialen Errungenschaften auf der kulturellen Entwicklung unserer Gesellschaft. Daher muß sich das Engagement für nachhaltige kulturelle Pflege neben Wohltätigkeit nicht nur nicht verstecken, sondern ist absolut notwendig und anerkennenswert, gerade wenn sie ehrenamtlich erfolgt.

      Sinnvoller wäre es gewesen den Augustinerhof zu einer modernen Einkaufspassage umzubauen. Das würde das Bild der Stadt Nürnberg verbessern.


      Wenn das das sinnvollere Projekt ist, in das deiner Meinung nach Geld und Zeit gesteckt werden sollten, dann gilt erst recht das oben Gesagte.
      Spenden für ein kommerzielles Projekt kann es wohl kaum geben, und auf welche Weise sollte sich da jemand engagieren, wenn ein Investor antritt? Das Thema ist im übrigen schon bis zum Abwinken diskutiert worden... Der Jahn-Entwurf hätte den Maßstab der Altstadt gesprengt. Ich glaube nicht, daß man längere Zeit Freude an dem Objekt gehabt hätte. Wahre Größe zeigt sich nicht unbedingt nur in der physischen Größe, sondern zum Beispiel auch im Detail.

      ***

      Übrigens ist am kommenden Dienstag etwas los: der Architekten-Verein "Baulust Nürnberg" lädt ein zu folgender Veranstaltung:

      14.02.2006 18:00 Uhr im Pellerhaus

      Architektur im Gespräch: Die Zukunft des Pellerhauses
      Wie gehen wir mit einem Abbild der Nürnberger Stadtgeschichte um?

      Podiumsdiskussion zur Bedeutung des Pellerhauses, seinen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten
      Nürnberg Pellerhaus, Eingangshalle Egidienberg 23
      Einführungsreferat: Martin Schieber, Geschichte für alle e.V.
      Führung durch das Gebäude mit Hans Rasche, Architekt, Hochbauamt der Stadt Nürnberg
      Podiumsdiskussion: Wolfgang Baumann, Baureferent der Stadt Nürnberg
      Prof. Ingrid Burgstaller, BDA, FH Nürnberg
      Dr. Matthias Exner, Bay. Landesamt für Denkmalpflege
      Christine Kayser, Innenarchitektin BDIA, BauLust e.V.
      Harald Pollmann, Steinmetz, Initiator der Steinspende
      Moderation: Regine Bort, Architektin, BauLust e.V

      Da Harald Pollmann der einzige Wiederaufbau-Befürworter auf dem Podium ist, erwarte ich eine tendenziöse Veranstaltung, die den entsprechenden Frankfurter Veranstaltungen ähneln dürfte.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Ja, es ist schade: Aufgrund der Teilnehmerzusammensetzung wird hier eine Möglichkeit zur sachlichen Diskussion verpasst werden. Auf die Frage von Harald Pollmann hin, warum denn nicht wenigstens noch ein (einziger!) Vertreter der PRO-Fraktion für das Podium vorgesehen ist, entgegnete Regine Bort sinngemäß, "das sei ja schliesslich eine Veranstaltung von Baulust e.V."... :?

      Wir haben also an Teilnehmern:

      Wolfgang Baumann -> Baureferent der Stadt Nürnberg -> CONTRA
      Prof. Ingrid Burgstaller, BDA -> FH Nürnberg -> CONTRA
      Dr. Matthias Exner-> Bay. Landesamt für Denkmalpflege -> CONTRA
      Christine Kayser -> Innenarchitektin BDIA, BauLust e.V.-> CONTRA
      Moderation: Regine Bort -> Architektin, BauLust e.V -> CONTRA

      Harald Pollmann -> Initiator der Steinspende -> PRO und gerade mal Ende zwanzig!

      -> ein Armutszeugnis... da werden sich dann die fünf Vertreter der CONTRA-Fraktion (schätzungsweise so alle zwischen 50 und 65 Jahre alt) gegenseitig-schulterklopfend über den einzigen, bedeutend jüngeren PRO-Vertreter mokieren...

      Ich kann nur hoffen, dass auch ein paar von uns noch Unterstützung leisten werden und bei dem Termin Präsenz zeigen.
    • Bei den Zahlenspielereien muß man bedenken, daß sich überhaupt nur ein geringer Teil der Bevölkerung für so ein Thema interessiert - über die Gründe hierfür möchte ich hier nicht spekulieren. Wenn wir davon ausgehen, daß ca. 5% der Bevölkerung echtes eigenes Interesse an der Thematik haben, dann liegt man mit den 5% Zustimmung zur Rekonstruktion sicher sehr richtig, da sich die Gegner auf einige wenige Gruppen (Architekten - zum Glück nicht alle, linke "Gutmenschen", Fanatiker eines angeblichen "Fortschritts") beschränken und deren Anzahl unter jeglicher Bagatellgrenze liegen dürfte (man braucht hierfür ja nur die Leserbriefe anschauen). Leider haben diese Gruppen einen ungerechtfertigt hohen Einfluß auf politische Entscheidungsträger.
      Eine Umfrage unter den Uninteressierten würde sicher große Zustimmung für die Rekonstruktion erfahren, wenn man den Leuten Vorher-/Nachher-Bilder zeigt und ihnen sagt, daß es die Stadt nichts kostet, sondern daß alles über Spenden finanziert wird.
      Und zu dem Punkt mit der besseren Verwendbarkeit der Spenden: wir leben in Zeiten des Privateigentums und der Meinungsfreiheit, so daß jeder mit seinem Geld machen kann, was er will, so lange er nicht gegen Gesetze verstößt. Seien wir froh, wenn jemand Geld für Projekte spendet, die nicht nur ihm selbst, sondern auch vielen anderen zugute kommt. Hier eine moralische Rangfolge der edelsten Spendenzwecke einführen zu wollen grenzt an Gesinnungsterror.

      Zum 14.02.:
      Dienstage sind für mich immer ganz schlecht, weil ich da schon eine regelmäßige ehrenamtliche Verpflichtung habe, weshalb ich auch noch nie bei einem Vortrag der Altstadtfreunde war. Vielleicht kann ich es mir doch einrichten, aber es sieht eher schlecht aus.
    • Natürlich waren meine 5% nur aus der Luft gegriffen, aber damit waren die Bürger gemeint, die sich aktiv an diesem Aufbau beteiligen würden. Der Rest sagt macht nur oder lasst es. Ich meine nur, dass nicht jeder der bei einer Umfrage ja sagt, gleich ein großer Unterstützer ist. Ich denke der Anteil der Nürnbergerbevölkerung der das Pellerschloß am Herzen liegt ist hier im Forum.

      Ein abschließender Satz, der auch hauptsächlich an die sture Meinung der Altstadtfreunde gerichtet ist.
      Ein Stadtbild verändert sich mit der Zeit - altes wird abgerissen und neues erbaut. Unsere Vorfahren haben sich beim Umbau/der Erweiterung von Gebäuden nicht immer auf den richtigen Stil oder so geachtet. Es war zweckdienlich und in ihren Augen vielleicht auch schön. Also nicht immer an Altem festhalten auch eine moderne Umgestaltung kann zu einem schönen Stadtbild führen. (und in 100 Jahren ist das auch wieder alt - und dann schützen wir es).

      Mit freundlichen Grüssen die MODERNE
    • Ein Stadtbild verändert sich mit der Zeit - altes wird abgerissen und neues erbaut.


      Das ist im Prinzip richtig, es gilt aber heute nur noch für den Rest Europas, aber nicht mehr für Deutschland. Ein organisches Stadtbild, da gebe ich dir recht, verändert sich mit der Zeit, es wächst organisch und dazu gehört auch, daß das eine oder andere Alte abgerissen wird, daß Neues dazukommt, vor allem aber, daß Altes umgebaut, ergänzt, umgestaltet wird (echte Abrisse waren in den deutschen Altstädten bis Ende des 19. Jahrunderts schon aus Kostengründen ziemlich selten. In der Regel hat man nur umgebaut, indem man z.B. eine neue Fassade vorgeblendet hat).

      Mit den Vernichtungen praktisch aller größeren deutschen Städte im Bombenkrieg gilt aber all das für Deutschland nicht mehr. Das organische Wachsen der Städte, zu dem auch gelegentliche Abrisse und Neubauten gehörten, wurde da brutal untebrochen.
      Im Januar 1945 wurden in der Nürnberger Altstadt nicht "einige Gebäude abgerissen", sondern es wurde durch ein Verbrechen eine ganze einmalige Stadt ausgelöscht, 90% des "Alten" (als Nürnberger sollte dir das eigentlich bekannt sein).
      Deshalb gilt deine Aussage für die meisten deutschen Städte eben nicht. Was damals geschehen ist, paßt sich eben nicht in den üblichen Lauf der Dinge ein, sondern hat ihn unterbrochen und als ganzes negiert.
      Deshalb läßt sich das, was für Städte anderswo gelten mag, auf das vom Bombenkrieg zerstörte Deutschland nicht anwenden. Wir müssen hier überhaupt erstmal den Faden wieder aufgreifen, den der Bombenkrieg zerschnitten hat, d.h. wir müssen erst einmal die Altstädte so weit wie möglich rekonstruieren. Dann mag der Lauf der Dinge wieder weitergehen, wie es vor der Zerstörung war.
    • Ein organisches Stadtbild, da gebe ich dir recht, verändert sich mit der Zeit, es wächst organisch und dazu gehört auch, daß das eine oder andere Alte abgerissen wird, daß Neues dazukommt, vor allem aber, daß Altes umgebaut, ergänzt, umgestaltet wird (echte Abrisse waren in den deutschen Altstädten bis Ende des 19. Jahrunderts schon aus Kostengründen ziemlich selten. In der Regel hat man nur umgebaut, indem man z.B. eine neue Fassade vorgeblendet hat).


      Und genauso war es in den Dörfern auch, vielleicht sogar noch "schlimmer" (im positiven Sinne!).
      Bei den Bauernhausformen wurde, wie z. B. in meiner Heimatregion dem "Vogelsberger Einhaus", sogar die innere Raumaufteilung bei allen Neubauten vom 17. bis ins 20. Jahrhundert nahezu unverändert beibehalten. War ein Neubau erforderlich, wurden meist die alten Grundmauern und Fundamente wieder verwendet, schon um Kosten zu sparen. Aus dem gleichen Grund wurden auch noch brauchbare alte Eichenbalken beim Neubau gleich wiederverwendet. Neu erbaute Häuser besaßen meist die gleichen Proportionen wie ihre Vorgänger, natürlich war auch die Bauweise (Fachwerk) identisch. Angesichts der Ähnlichkeit zwischen "alten" und "neuen" Bauernhäusern, wie sie mir beim Betrachten historischer Fotografien dieser Häuser auffällt, kommt eher die Frage auf, warum in diesen Fällen überhaupt neu gebaut wurde... :zwinkern:
      www.chronik-bermuthshain.de
      www.chronik-crainfeld.de
      Ortsgeschichte von Bermuthshain und Crainfeld in Oberhessen
    • @carsten
      Danke für den Exkurs - immer wieder interessant, den ganzen Aspekt mal im Kontext der dörflichen Entwicklung zu sehen.

      @MODERNE
      Schön, dass Du die Diskussion weiter führst - wir werden auch so "rücksichtsvoll" wie möglich in der Argumentation sein - versprochen... :zwinkern:

      Ich denke der Anteil der Nürnbergerbevölkerung der das Pellerschloß am Herzen liegt ist hier im Forum.


      Ich glaube, Deine Postulierung schildert gut das grundsätzliche Dilemma in das ein Teil der Nürnberger Architekturszene geraten ist - eine Denkfalle, in die sie sich selbst immer wieder hinein begibt, ohne Not und deswegen für mich als Vertreter der jüngeren Generation umso unverständlicher.

      Auf einen kurzen Nenner gebracht - drei Dinge habe ich an Nürnbergs Architekturszene nie verstanden:

      warum sie dem angepassten Bauen in Nürnbergs Altstadt einen so geringen Stellenwert beimisst, warum sie seit den Sechziger Jahren gegen jegliche Rekonstruktion wütend Sturm läuft (ich glaube, das Uhrenhäuschen vor der Lorenzkirche ist die einzige Reko seitdem) und drittens, warum die Altstadtfreunde als Dialogpartner so abgelehnt und diskreditiert werden?

      Kannst Du mir da weiterhelfen?
      Woher kommt es, dass man das deutschlandweit einmalige Engagement der 6.000 Nürnberger für ihr Stadtbild, nicht aufnimmt, es mit selbstbewusster, lokaler Kreativität zusätzlich pusht und in Neubauten umsetzt, die sich einerseits in moderner Formensprache ausdrücken, andererseits aber die Altstadt respektieren?

      Warum befasst man sich beim Bauen in Nürnbergs Altstadt nicht wieder mit der besonderen Geschichte und respektiert die 500/600 Jahre alte Bautradition? Warum sind die Befürworter der Moderne in N so weit weg von alledem?

      Ich weiss es nicht und habe keine Antworten auf all das - aber gerade Deine obige Äusserung, zeugt von einer großen Kluft, die zwischen Deiner Sicht und der Realität liegt - tut mir leid, wenn ich das jetzt so direkt auf den Punkt bringe, aber: kann es sein, dass Du wenig Ahnung hast, wie die Stadt (seit Jahrhunderten) tickt?

      Vielleicht solltest Du mal am Samstag bei der Altstadtfreunde-Baugruppe vorbeischauen, Schutt aus 600 Jahre alten Häusern schleppen, kiloweise Taubendreck entsorgen und in Sysiphus-Arbeit festgebackenes Linoleum von uralten Fussboden-Dielen enfernen. Das würde Dir Einblick in eine Welt geben, die Dir bisher noch verschlossen ist, wie mir scheint...

      Hast Du jemals den Band "Nürnbergs Bürgerhäuser und ihre Ausstattung" studiert? Die "Bergungsliste von Nürnberger Kulturgut" von Prof. Fritz Traugott Schulz in Händen gehalten? Der von 1945 bis 1948 im völlig ausradierten Nürnberg jedes Haus inventarisierte, den Zerstörungsgrad beschrieb und auf 300 Seiten jedes noch intakte Hauszeichen, Relief, Chörlein suchen und abnehmen liess? Kennst Du den Band "Nürnberger Bürgerhäuser" von Schwemmer? Die Promotion von Mulzer über den "Wiederaufbau der Altstadt von Nürnberg"? Die Unmengen an Literatur, die es vor dem WW2 über Nürnberg gab?

      Sorry, aber ich bezweifle das alles ... wenn Du die Werke kennen würdest, wäre Deine Haltung eigentlich schon fast ein bisschen zynisch... (starker Tobak, ich weiss)

      Eine ähnlich starke Identifikation der Bürger mit ihrem Stadtbild findest Du neben Nürnberg wohl höchstens in Dresden. Münster, Freiburg oder Lübeck mögen ähnlich verbundene Bürger besitzen und trotzdem wird der Vergleich hinken. München und Hamburg lasse ich wegen der Größe jetzt mal aussen vor.

      Ohne dieses Engagement der Altstadtfreunde - Mitglieder, die jetzt seit 30 Jahren rackern und werkeln - völlig ohne Gegenleistung, nur für ihre Stadt und ohne einen einzigen festangestellten Mitarbeiter, wäre Nürnberg heute völlig in der Beliebigkeit erstarrt:

      Bauten wie den Künstlerhaus-Kopfbau, das Breuninger-Kaufhaus, das Scharrer-Gymnasium oder Platz-Ensembles wie den Kornmarkt gibt es in tausend Städten weltweit - aber es gibt nur eine Weissgerbergasse, eine Füll oder eine Stadtmauer.

      Der Pellerhaus-Innenhof wäre wieder eine solche Besonderheit und es ist mir rätselhaft, wie man auf dieses einmalige Kleinod freiwillig verzichten kann.

      (altstadtfreundliche) Grüße

      Jürgen

      PS: Harald Pollmann ist nicht mal Mitglied hier im Forum ... es gibt also wirklich ein paar mehr von unserer "Sorte"... so, und jetzt hoffe ich mal, ich hab Dich nicht zu sehr mit meinen "reaktionären Denkweisen" entsetzt... :lockerrot:
    • @ Philon: wieso müssen wir das Alte aufbauen, um einen Schritt in die Zukunft zu gehen??? Kann man diesen Weg nicht auch von der Gegenwart ausgehen, dass bedeutet hier von dem Stadtbild Nürnbergs das durch den Krieg zertört wurde.

      @ Jürgen: Keine Angst Du schockst mich nicht im geringsten mit Deiner, wie Du gesagt, reaktionären Meinung. Diese ist mir aus meinem privaten Umfeld sehr geläufig.
      Ich bin nicht der Meinung man soll in Nürnberg nichts aufbauen. Es gibt viel schützen wertes. Dies hebt Nürnberg auch von anderen Großstädten ab. Ich bin nicht der Meinung man solle es wie in Rotterdam machen, dass auch völlig vom Krieg zerstört war und jetzt den Charme einer Plattenbausiedlung hat. Ich bin nur gegen den Wiederaufbau des Pellerhauses so wie er geplant ist.
      Ich denke es ist sehr schwer in Nürnberg einen Weg zu finden der Alle zufrieden stellt. Denn wenn eine Entscheidung ansteht bleibt jeder fest bei seiner Meinung. Wiederaufbau vs. Abriss/Neubau!
    • "MODERNE" schrieb:


      Ein abschließender Satz, der auch hauptsächlich an die sture Meinung der Altstadtfreunde gerichtet ist.
      Ein Stadtbild verändert sich mit der Zeit - altes wird abgerissen und neues erbaut. Unsere Vorfahren haben sich beim Umbau/der Erweiterung von Gebäuden nicht immer auf den richtigen Stil oder so geachtet...


      ...das ist richtig. Unsere Vorfahren haben aber immer klassische Elemente in ihren Vorhaben aufgegriffen und diese mit in die Neubauten integriert. Das führte zu einem harmonischen "Miteinander " der verschiedenen Baustile. Dieses Prinzip wurde bei den Bauten nach 1945 völlig außer Acht gelassen und Städte, die nur auf Neues setzten, haben heute ein ganz übles Image. Schauen Sie doch Pforzheim, Kassel oder Brasilia an: Kein Mensch fühlt sich dort wohl und Sie würden es bestimmt auch nicht tun!
      Außerdem: Wenn Sie so begeistert von der Moderne sind: Es ist wieder modern, sich mit "Klassikern" (Möbel, Altbau etc.) zu umgeben!
      Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...