Vereinsblog 105

Blog-Artikel von unserer Website

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  • Es ist nicht auszudenken, was unsere Städte weiterhin an stadtbauästhetischen Havarien erleiden müssten, hätten nicht längst Bürger mit geschultem Blick und bauhistorischem Verstand die Wächteraufgabe übernommen, zu der der gemeine Architekt mangels baugeschichtlichen Wissens und gestaltschöpferischer Genialität nicht mehr in der Lage ist; ist doch dieser Berufsstand z. Zt. auf dem Wege, sein Berufsverständnis zusammenzustauchen zu dem eines Schachtel-Dekorateurs.


    In Frankfurt soll nun doch das Stadthaus errichtet werden, ohne das die vorgesehene Altstadt-Rekonstruktion keinen befriedigenden Abschluss fände. Aber sogleich droht neues Unheil, worauf eine Pressemeldung des wachsamen Altstadtforms hinweist. Dass auch das Stadthaus wieder als Schachtel, diesmal mit Spitzdach, daherkommt – geschenkt! Dass es wieder die unvermeidliche Strichcode-Fassade erhält – geschenkt! Warum aber dieses Spitzdach übermächtig aufragen und in seiner grobschlächtigen Monströsität die daneben

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  • Etta Ehlers hat uns wieder einmal einen Link zukommen lassen, den ich unbedingt weiterreichen möchte; es handelt sich um den Essay eines Kundigen, der viel an Hintergrundwissen enthält, wie es in unseren Kreisen gesucht wird und auch vonnöten ist. Denn um gegen eine Fehlentwicklung anzugehen, müssen wir natürlich mit ihren Ursachen und Bedingtheiten vertraut sein. Die Entwicklung der deutschen Städte seit dem Zweiten Weltkrieg als Spiegelung unerkannter und daher unverarbeiteter Traumata, Projektionen und Panzerungen, das ist ein Thema, das erst in Ansätzen bearbeitet wird und wozu dieser Essay einiges zu sagen hat. Bei der Bearbeitung dieses Themas ist Eile geboten, wir brauchen aufgeklärte Bürger mit weitem Bildungshorizont, die imstande sind, der in Planer– und Gestalterkreisen tonangebenden neurotischen Destruktivität in den Arm zu fallen. Hier der Text:         Essay: Zerstörung und Wiederaufbau in Deutschland     


    (Philoik.) 

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  • Wir alle kennen das: in Deutschland kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätte sich der gesamte Stand der Bauschaffenden, die Phalanx aus Bauträgern, Planungsbeamten, Denkmalpflegern, Architekten und Kritikern fest verschworen, ihren Landsleuten auch nicht den leisesten Anflug von Formenlust, Lebensfeier und Daseinskultur zu gönnen. Was aber mögen die Hintergründe sein, die geheimen Antriebe, den Menschen eine quasi pietistische Weltverneinung, einen mönchischen Asketismus aufs Auge zu drücken? Was verbirgt sich hinter dem moralisierenden Ernst, der alle Freude am Verspielten, Ausgeschmückten, Kunstvollen als infantil, spießig und gestrig abtut? Ist das ganze womöglich nichts anderes als eine verschleiernde Ideologie, die einerseits das Unvermögen des heutigen Architektenstandes, andererseits das profitable Bauen auf niedrigstem gestalterischen Niveau verbrämen soll?

    Das Leiden der Deutschen an der Trostlosigkeit der meisten deutschen Städte vollzieht sich kaum bewusst,… [Weiterlesen]
  • Was vor einem halben Jahrhundert in westdeutschen Städten und Dörfern bedenkenlos praktiziert wurde, Abriss, Modernisierung, Durchgrünung, passiert heute, von der Öffentlichkeit kaum registriert, inmitten des kulturgetränkten sächsisch-anhaltisch-thüringischen Kernlandes.

    Ein Bürger aus der Region hat uns einen Film des MDR über die Mittelstadt Zeitz übermittelt, wo eine schrumpfende Stadtbürgerschaft anscheinend keine andere Methode städtebaulicher Problembewältigung mehr sieht als die zunehmende Perforierung einer geschlossen erhaltenen Altstadt voller Baudenkmäler aus Barockzeit und Renaissance. In wachsendem Ausmaß werden leerstehende und sanierungsbedürftige Häuser einfach niedergelegt, werden Lücken zwischen Brandmauern begrünt, und der Bürgermeister spricht allen Ernstes von “grünen Oasen”, welche die baulichen Verluste kompensieren sollen.

    Natürlich bringen Bevölkerungsschwund und demographischer Wandel gewaltige Anpassungsprobleme vor allem über ländlich geprägte… [Weiterlesen]
  • Gillitzer-Block

    In den Jahren 1894 – 97 ließ der Unternehmer Thomas Gillitzer am südwestlichen Rand der Rosenheimer Altstadt zwischen Münchner Straße, Prinzregentenstraße und Herzog-Heinrich-Straße (heute Gillitzerstraße) als Initialzündung gründerzeitlicher Stadterweiterung einen Häuserblock errichten: 15 vierstöckige Wohn– und Geschäftshäuser und ein Nobelhotel nebst Badebereich in Neorenaissance– und Neobarockformen nach Plänen des Münchner Architekten Karl Stöhr.

    1957 begannen Umbau–  und Modernisierungsmaßnahmen durch den Karstadt-Konzern an der Südecke des Blocks, Ende der 60er Jahre Abriss und Neubau an dieser Stelle, in den 70er Jahren dann auch an der Prinzregentenstraße zugunsten eines Einkaufszentrums. Bürgerinitiativen erreichten, dass die weitere Expansion von Karstadt unter Erhaltung der Fassaden erfolgte. 1999 wurde die repräsentative östliche Blockecke für den Neubau eines Modehauses abgebrochen, die Gründerzeitfassade jedoch aufgrund des überwältigenden Votums der… [Weiterlesen]
  • Dieser das Frankfurter Altstadtprojekt betreffende Artikel ist zwar schon ein Jahr alt, hat aber m.E. noch nicht die Resonanz gefunden, die er verdient; denn auf eine solche Meldung warten wir schon lange:


    “Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) solle dafür sorgen, dass mehr als 17 Häuser auf dem Altstadt-Areal rekonstruiert werden dürfen. Mit diesem Appell wenden sich 31 potentielle Investoren in einem offenen Brief an das Stadtoberhaupt. Ihrer Meinung nach würde “moderne, aber auch 'angepasste' Architektur” den Wert des Gesamtensembles mindern. Zu den Unterzeichnern zählen der Immobilienunternehmer Erkin Köksal, der Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Ottmar Herrmann und der Apfelweinkelterer Günter Possmann. Als Sprecher der Gruppe tritt ParfümeriebesitzerFrank Albrecht auf, der auch Präsident des Frankfurter Einzelhandelsverbans ist.”


    Wenn das kein Durchbruch ist! 66 Jahre nach dem 2. Weltkrieg wagte zum ersten mal ein Einzelhandelsverband die Aussage, dass moderne Architektur

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  • Von unseren Dresdner Freunden wissen wir, dass am kommenden Mittwoch die Dresdner Gestaltungskommission, die bisher allen Freunden Dresdens, insbesondere der GHND und natürlich uns allenviel Ärger beschert hat, neu besetzt werden soll. Es sind anscheinend schon Appelle unterwegs, die darauf abzielen, dass endlich die engagierte Dresdner Bürgerschaft in Gestalt der GHND ein Mitspracherecht in dieser Kommission erhält, und auch STADTBILD DEUTSCHLAND ist mit einem Schreiben vorstellig geworden. Ansonsten werden auch viele gute und starke Gedanken von Euch allen etwas in Gang bringen.


    Brief nach Dresden


    (Philoik.)

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  • Etta Ehlers findet, dass wir dieser tüchtigen Truppe mehr Aufmerksamkeit schulden, und sie hat zweifellos recht. Diese überwiegend jungen Leute, die eine klare Sprache sprechen und immer wieder bereit sind, für die Wiedergewinnung Dresdner Stadtbaukultur auf die Straße zu gehen und dem dumpf und ziemlich orientierungslos vor sich hin rollenden Karren der Dresdner Stadtbaupolitik in die Speichen zu greifen, verdienen jedes Lob. Folgenden lesenswerten Text hat uns Etta übermittelt:


     


    Wir von StadtbilDD sind eine Gruppe aus jungen und jung gebliebenen Leuten, vorwiegend zwischen 20 und 40, die reflektiert, differenziert und sachlich über die städtebauliche Entwicklung in Dresden nachdenken, diskutieren und nun auch aktiv Einfluss nehmen wollen.

    Für Dresden bietet sich derzeit eine einmalige Chance: die Rückgewinnung seiner einmaligen Identität, nach den Zerstörungen durch Krieg und sozialistischen Wiederaufbau.
    Jeder der diese Stadt liebt, sich mit ihrer Geschichte befasst, ihre Seele

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  • Zum ersten Mal tritt STADTBILD DEUTSCHLAND e.V. mit einem Druckwerk an die Öffentlichkeit. Unser Jahrbuch 2011 ist fertig und kann über den Buchhandel sowie über den Internet-Vertrieb bezogen werden. Der Titel lautet “Neue Stadtbaukultur”, Herausgeber ist Harald Streck, der Ladenpreis beträgt € 22,90. Das Buch enthält zwölf zum Teil illustrierte Beiträge, die teils reflektierend die Themen Rekonstruktion und Alltagspraxis in Architektur und Srädtebau beleuchten, teils das Wirken von Rekonstruktionsinitiativen schildern und teils auch Ansätze zukunftshaltigen Bauschaffens vorstellen.


    (Philoik.)

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  • Wie schon vor einigen Wochen angekündigt, wurde heute das bisherige Blog abgeschaltet –  wer die alte URL aufruft, wird automatisch zur neuen Website umgeleitet.


    Dort befinden sich alle bisherigen Artikel mitsamt Kommentaren. Übrigens kann ab sofort auch wieder ohne vorherige Registrierung direkt im Blog kommentiert werden.


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    Blog Stadtbild Deutschland


    (webmaster)


     

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