Vereinsblog 19

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  • dürfte sich als eine herausragende geistige Zukunftsaufgabe erweisen. Noch sind wir gewohnt, der Abfolge architektonischer Moden nicht mehr Bedeutung zuzumessen als den Launen des Wetters oder den Willkürlichkeiten der Haute Couture. Sie helfen uns, mit einiger Treffsicherheit das Entstehungsjahr eines Gebäudes zu bestimmen, mehr nicht. Alle die rational und funktional nicht erklärbaren Gestaltungsdiktate, wie sie das Bauen der letzten Jahrzehnte aufgeblasen hat, sind angeblich über uns gekommen wie die unergründlichen Einfälle eines architektonischen Weltgeistes – aber eigentlich eher eines Nationalgeistes, denn so international, wie die Bauschaffenden es gerne hätten, sind diese Entwicklungen keineswegs. Ja, das Nationalspezifische sucht sich unter der Oberfläche gleichgültigen Nicht-Hinsehen-Wollens zur Geltung zu bringen und lässt uns ahnen, dass auch in der Architektur nichts von ungefähr kommt.



    An dieser Stelle ist auf eine neu erschienene vorbildliche Untersuchung hinzuweisen,

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  • Zu Weihnachten ist es üblich, das freudenstiftende Sich-Schenken der Gottheit durch menschliche Schenkakte zu begleiten. Mitglieder von STADTBILD DEUTSCHLAND und APH-Foristen haben ja zum Fest Freudestiftendes besonders nötig, da ihr Alltagsgeschäft darin besteht, in den grässlich entstellten deutschen Städten sich weiterer Vernichtung entgegenzustemmen und, wo immer es geht, für Heilung des Stadtbilds zu kämpfen. ?xml:namespace prefix ="" "o" ns ="" "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /


    Dieses Jahr aber kann der Vereinsvorstand etwas besonders Herzerwärmendes für den Gabentisch empfehlen. Es handelt sich um das neuerschienene Buch von Pablo de la Riestra und Elmar Arnhold mit dem Titel DAS UNZERSTÖRTE ERBE DEUTSCHLANDS:  


    Das Buch präsentiert mit zahlreichen Fotos, erläuternden Texten und einem jeder Stadt zugeordneten Luftbild 50 unzerstörte deutsche Städte, von Großstädten wie Erfurt bis zu kleinen Mittelstädten wie Bad Münstereifel, die in ihrer Geschichtstiefe und

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  • Am 27. 5. 2013 haben wir in diesem Blog auf die abgeschlossene Dissertation unseres Vorstandsmitglieds Philipp Maaß über das Thema Rekonstruktion hingewiesen. Was damals noch nicht einsehbar war, hat sich mittlerweile zu einem respektablen Buch gemausert mit dem Titel „Die moderne Rekonstruktion“. ?xml:namespace prefix ="" "o" ns ="" "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /


    Der Titel ist ganz schön provozierend; denn das Adjektiv „modern“, nach wie vor im allgemeinen Sprachgebrauch positiv besetzt, wird von der Architektenschaft gehütet wie ein Allerheiligstes, der Alleinvertretungsanspruch auf dieses Epitheton wird verbissen verteidigt, ebenso seine Gleichsetzung mit einer abstrahierenden, auf Kargheit eingeschworenen Bauauffassung. Keiner in der Gefolgschaft dieser dezidiert „modern“ bauenden Entwerfer steht bei der Frage still, wie dieses Adjektiv, das aus dem lateinischen „modo“ („eben erst“) entstanden ist und für das Neue, Aktuelle steht, hundert Jahre lang

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  • … und kann bestellt werden:


    Titel „Neue Stadtbaukultur“, Herausgeber: Harald Streck,  ISBN 978-3-7347-4760-1, 100 Seiten, Ladenpreis 29,99 €, E-Book-Ladenpreis 11,99 €, Aktionspreis (gültig 8 Wochen) 8,99 €.



    Das Jahrbuch enthält einen ausführlichen Artikel über die Wiederaufbaugeschichte des Dresdner Schlosses, einen Bericht über eine von S.D. organisierte Studienfahrt in die Niederlande, eine Fotogalerie über innerstädtische Neubauten in München, einen Aufsatz mit dem Titel „Die Architekturmoderne und das Ausdrucksstreben“ und zwei Artikel, die sich dem in Hamburg entstandenen „ersten Passivhaus-Neubau im Stil der Gründerzeit“ widmen, mit bahnbrechend formulierten Vorgaben des Bauherrn.


    Mitglieder von S.D., die den Verein jährlich mit wenigstens 50 € unterstützen, bekommen die Jahrbücher kostenlos zugeschickt.

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  • So lautet der Titel eines Aufsatzbands, der im vergangenen Monat als Teil der „Schriftenreihe Stadtbild Deutschland e.V.“ erschienen ist. Die Beiträge nehmen Bezug auf die geschichtsentleerte städtebauliche Situation der meisten größeren Städte in Deutschland und gehen der Frage nach, warum, aufs ganze gesehen, in den deutschen Nachkriegsstädten nur verschwindend wenige Vorkriegsbauten sowie gewachsene Straßen- und Platzbilder wiederhergestellt wurden. Zu der Frage des Rekonstruierens von Bauwerken wird auf die derzeit gültigen Prinzipien der Denkmalpflege eingegangen, und diese werden auch mit denjenigen der Gartendenkmalpflege konfrontiert. Breiten Raum nimmt die Untersuchung des Geschichtsbegriffs ein, der den polemischen, von der Rekonstruktionsgegnerschaft bevorzugten Schlagwörtern wie „Geschichtsfälschung“, „Lüge“ usw. zugrundeliegt. Ferner geht es um den Begriff der Authentizität, der von der heutigen Denkmalpflege ausschließlich mit der materialen

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  • Kürzlich war Bundespräsident Joachim Gauck im Fernsehen im Gespräch mit Reinhold Beckmann zu erleben. Wieder einmal erwies sich Gauck als Meister der Rede und des präzise abwägenden Worts. Natürlich widmete auch dieses Gespräch dem deutschen Generalthema, den Verbrechen der NS-Zeit und unserem Verhalten dazu, breiten Raum, und immer aufs neue wurde die Frage ventiliert: Wie konnte das passieren, dass in einem Volk, das so außerordentliche Werke der Kunst, der Wissenschaft, der Philosophie hervorgebracht hatte, diese Mordtaten geschahen? Gaucks Versuche, auf diese oft gestellte Frage eine Antwort zu finden, fokussierten sich auf den Begriff der Moderne; diese habe, bei aller anerkennenswerten Fortschrittsdynamik, auch eine „Ungebundenheit“ und „bösartige Freiheit“ mit sich gebracht, die Freiheit nämlich, frei von den traditioneller Moralität anhaftenden Skrupeln eine neue Moral des sich autonom entfaltenden Übermenschen zu entwerfen.



    Das ganze 20. Jahrhundert hat uns vorgeführt, wie

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  • Die Nachricht ist nicht mehr ganz frisch, das ernüchternde Faktum dafür umso gegenwärtiger. Ein Rekonstruktionsprojekt in der Freiburger Altstadt wird auf Eis gelegt, weil der Bauträger fürchtet, eine Realisierung könnte vor allem mediale Irritationen auslösen; denn der Bauherr ist die Katholische Kirche in Gestalt der Erzdiözese Freiburg, das wiederaufzubauende Gebäude indessen, das ursprünglich 1787 als aristokratisches Wohngebäude errichtete Andlausche Haus, würde eine z. Zt. von einem Parkplatz besetzte Baulücke gleich hinter dem Münster schließen und damit das Freiburger Stadtbild an entscheidender Stelle komplettieren.



    Wie man auch zur Katholischen Kirche stehen mag – dass sie durch die Jahrhunderte hin gewaltige Geldmittel zur baulichen Repräsentation eingesetzt hat, verdient höchstes Lob. Solches Tun ist Bestandteil der Menschheitsgeschichte, der Kunstgeschichte wie auch der conditio humana und steht über allen gesellschaftskritischen und kirchenkritischen Positionen.

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  • Am 27. November 2013 ist Deutschlands großer Publizist und Verleger Wolf Jobst Siedler gestorben. Sein Schaffen war von der tiefen Skepsis gegenüber eines Städtebaus und seiner Architekturen geprägt, der das reiche traditionelle Erbe des Kontinents zugunsten einer einseitig beschränkten Moderne willentlich ausschlägt.

    "Die gemordete Stadt. Abgesang auf Putte und Straße, Platz und Baum" zeigte bereits Mitte der sechziger Jahre anhand seiner Heimatstadt Berlin auf, wie verheerend Flächenabrisse und Entstuckungen in den deutschen Stadtbildern wirkten und wirken. Siedler wurde in der Konsequenz zum Rekonstruktionsbefürworter, wenn er beispielsweise kurz nach der Wende zum möglichen Wiederaufbau des Berliner Schlosses schreibt:

    "Warum soll man bestreiten, daß die Replik des Berliner Stadtschlosses unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten eine Fälschung wäre? Dennoch gibt es keine andere Möglichkeit, die Stadt als Stadt zu retten, und deshalb wird man nicht triumphierend, sondern[Weiterlesen]
  • Es waren nicht nur die kriegszerstörten deutschen Städte, in denen die Trümmerlandschaft zum willkommenen Vorwand geriet, eine jahrhundertealte Stadtbaukultur beiseite zu räumen. Auch nicht oder wenig Zerstörtes in Stadt und Land galt als hinderlich und überholt in einem Zeitalter veräußerlichter Komfortansprüche und ignoranter Gleichgültigkeit gegenüber der gebauten Historie. Ein jeder kann sich davon überzeugen, dass nach gut sechzig Jahren oftmals nur noch vage auszumachen ist, wie weit die unendliche Banalität deutscher Stadt- und Dorfbilder wirklich durch Kriegszerstörungen mitverursacht wurde. Automobilismus und expansive, aber reflexionsarme Bautätigkeit vernichteten in wenigen Jahren, was in Jahrhunderten gewachsen war. Mangel an Kenntnis und Wertschätzung tradierter Bauformen, das Bedürfnis, alle „Heimattümelei“ zu überwinden und sich modern/international darzustellen, schließlich die in Deutschland dahinschwindende Sensibilität für Architektur… [Weiterlesen]
  • Braucht eine Metropole – und eine solche möchte Berlin doch werden – wirklich einen Plan?

    Etta Ehlers empfiehlt uns einen Artikel in der WELT von heute, in dem Dankwart Guratzsch aufs Korn nimmt, wie sich die Berliner Planungsbehörde 23 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer so tumb gebärdet wie in den ersten Jahren des hauptstädtischen Laufen-Lernens. „Berlin braucht einen Plan“ ist die neueste Devise des Stadtentwicklungssenators Michael Müller, und die Diskutanten stehen schon in den Startlöchern, um in Workshop-Marathons sich aufs neue die Köpfe heiß zu reden über Zukunftsmodelle dieser Stadt, die sich als Hauptstadt der Deutschen herausgefordert fühlt, jenes von Hölderlin dem Deutschen zuerkannte Charakteristikum „tatenarm aber gedankenvoll“ peinlich genau zu erfüllen.

    Das hat Berlin gerade noch gefehlt, ein weiteres Jahrzehnt, in dem Kongresse, Workshops, Arbeitsgruppen, ein neues „Stadtforum“ gar sich gegenseitig mit wohlformulierten Arbeitspapieren und elitärer… [Weiterlesen]