Frankfurt am Main – früher und heute

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  • Frankfurt am Main – früher und heute (ein Rundgang durch die ehemalige Frankfurter Altstadt)

    Frankfurt am Main hatte einst, also erst bis vor gut 60 Jahren, die besterhaltene mittelalterliche Altstadt Deutschlands. Über 2000 Häuser, davon die meisten Fachwerkhäuser, aus dem 13. bis 18. Jahrhundert sowie zahlreiche klassizistische Gebäude standen in den historischen Straßen und Gassen dieser Stadt, so dass Frankfurt ein einzigartiges Denkmal deutscher Baukunst war und zu den schönsten Städten Europas zählte. Die gesamte Altstadt wurde jedoch im März 1944 durch britische Bombenangriffe vollständig vernichtet – von den zahllosen Fachwerkhäusern überlebte genau ein einziges die Auslöschung des historischen Frankfurts.
    Nachdem schon in den ersten Jahren nach der Zerstörung der Dom, der Römer und die Paulskirche (zumindest teilweise) wiederaufgebaut wurden, bebaute man den Rest der ehemaligen Altstadtfläche (aus damaliger Sicht) modern im Stil der fünfziger und sechziger Jahre (die sogenannte „zweite Zerstörung Frankfurts“). Von der langen und ruhmreichen Geschichte, die man bis 1944 am historischen Stadtbild ablesen konnte, ist praktisch nichts geblieben. Frankfurt am Main wirkt heute wie eine Stadt, die etwa im Jahr 1950 gegründet wurde.
    Die folgende Bilderreihe soll das Ausmaß der Vernichtung rhapsodisch dokumentieren. Für 38 Standorte in der Altstadt werden historische Altaufnahmen gezeigt und mit Bildern verglichen, die im Jahr 2006 an genau derselben Stelle aufgenommen wurden. Durch diese direkte Früher-Jetzt-Gegenüberstellung lässt sich ein guter Eindruck gewinnen, wie schön und voller Geschichte Frankfurt einmal war und wie vollständig die Stadt zerstört wurde. Wenn möglich, wurden die neuen Aufnahmen vom gleichen Standort und in der gleichen Perspektive aufgenommen wie die jeweiligen historischen Bilder. An manchen Stellen war dies nicht möglich, weil z.B. genau dort ein neues, größeres Gebäude errichtet wurde und somit ganze Straßenzüge heute nicht mehr existieren.
    Der Rundgang beginnt auf dem Römerberg und endet bei der Paulskirche. Am Ende dieser Seite sind die 38 Standorte zur besseren Orientierung in einen historischen Stadtplan von Frankfurt eingezeichnet. Links ist jeweils die historische Altaufnahme und rechts der heutige Zustand zu sehen.
    (1) Früher: Das Salzhaus (Bildmitte) aus dem 14. Jahrhundert, eines der schönsten Fachwerkhäuser Deutschlands (mehr Informationen hier)
    (1) Heute: Ein 50-er-Jahre-Bau, der bis auf die groben Proportionen nichts mehr mit dem Salzhaus und seinem Nachbargebäude gemein hat

    (2) Früher: Nordseite des Römerberges
    (2) Heute: Gleiche Ansicht mit primitiver Nachkriegsbebauung

    (3) Früher: Blick vom Markt zum Römer
    (3) Heute: Blick zum Römer und zum Commerzbank-Hochhaus

    (4) Früher: Straße „Hinter dem Lämmchen“ neben dem Alten Markt (zwischen Dom und Römer)
    (4) Heute: An derselben Stelle steht seit Anfang der 70-er (aber wohl nicht mehr lange) das Technische Rathaus, ausgeführt in brutalistischer Betonbauweise

    (5) Früher: Gasse „Tuchgaden“ auf der anderen Seite des Alten Marktes
    (5) Heute: Wo einst die Gasse war, ist eine Freifläche mit Blick auf das Technische Rathaus

    (6) Früher: Der Hühnermarkt - kleinteilig und lebendig
    (6) Heute: Auch hier macht sich das Technische Rathaus breit

    (7) Früher: Goldene Waage (14. Jahrhundert), eines der schönsten und wichtigsten Fachwerkhäuser in der Altstadt (mehr Informationen hier)
    (7) Heute: Freie Fläche mit Blick auf das Technische Rathaus

    (8) Früher: Das Gasthaus Rebstock (14. Jahrhundert)
    (8) Heute: „Haus zum Dom“ und das Technische Rathaus, welches von hinten nicht schöner ist als von vorne

    (9) Früher: Der Alte Markt (zwischen Dom und Römer) war der traditionelle Krönungsweg der deutschen Kaiser - historisch getränkter Boden
    (9) Heute: Gleiche Perspektive – man blickt auf die Kunsthalle Schirn (1986)

    (10) Früher: Das Fünffingerplätzchen östlich des Römerberges (mehr Informationen hier) war einst ein beliebtes Postkartenmotiv
    (10) Heute: Die Kunsthalle ist mit Sicherheit kein beliebtes Postkartenmotiv

    (11) Früher: Die Bendergasse (Parallelstraße zum Alten Markt) mit Fachwerkbauten aus dem 16.-18. Jahrhundert
    (11) Heute: Auf derselben Stelle steht die Kunsthalle Schirn - ein Fortschritt?

    (12) Früher: Der Weckmarkt mit angrenzendem Krautmarkt (südwestlich vom Dom)
    (12) Heute: Hintereingang der Kunsthalle Schirn

    (13) Früher: Die Saalgasse – Blick nach Osten zum Dom
    (13) Heute: Postmoderne Bauten aus dem 80-er Jahren

    (14) Früher: Die Saalgasse – Blick nach Westen
    (14) Heute: Postmoderne Bauten mit Wolkenkratzern im Hintergrund

    (15) Früher: Alte Mainzer Gasse (südlich des Römers)
    (15) Heute: Schlichte Bebauung aus dem 50-er Jahren

    (16) Früher: Der Mainkai (Anlegestelle der Mainschifffahrt)
    (16) Heute: Öde 50-er-Jahre-Bebauung

    (17) Früher: Blick von der Alten Brücke zum Dom
    (17) Heute: Gleiche Perspektive mit 50-er-Jahre-Häusern; immerhin die Begrünung kann positiv gesehen werden

    (18) Früher: Blick von der Mainbrücke nach Süden zum historischen Stadtteil Sachsenhausen
    (18) Heute: An derselben Stelle steht austauschbarer Massenwohnungsbau

    (19) Früher: Fachwerkhäuser in der Löhergasse auf der südlichen Mainseite
    (19) Heute: Die Wohnblocks von der anderen Seite

    (20) Früher: Fahrgasse (südöstlich vom Dom)
    (20) Heute: Kreuzung Fahrgasse/Kurt-Schumacher-Straße mit wenig ansehlicher Wohnbebauung

    (21) Früher: Das Roseneck hinter dem Dom, ebenfalls ein beliebtes Postkartenmotiv
    (21) Heute: Neue Wohnbebauung – auch durch die Bäume wird die Ansicht nicht schöner

    (22) Früher: Große Fischergasse mit historischer Bebauung
    (22) Heute: Neue Wohnbebauung – nur die Straße heißt noch genauso wie einst

    (23) Früher: Kreuzung Große/Kleine Fischergasse
    (23) Heute: Neue Bebauung

    (24) Früher: Der Löwenbrunnen auf dem mittelalterlichen Löwenplätzchen
    (24) Heute: 50-er-Jahre-Bebauung - sieht nicht oft alles gleich aus?

    (25) Früher: Der Garküchenplatz direkt hinter dem Dom; im Hintergrund das gotische Haus Fürsteneck (13. Jahrhundert)
    (25) Heute: Auch an dieser Stelle steht wenig altstadtgerechte Bebauung

    (26) Früher: Die Fischerfeldstraße in der östlichen Altstadt mit Blick zum Dom
    (26) Heute: Außer dem Namen der Straße ist nichts geblieben

    (27) Früher: Der Arnsberger Hof
    (27) Heute: Kurt-Schumacher-Straße

    (28) Früher: Nördliche Fahrgasse mit historischen Häusern
    (28) Heute: Wieder einmal ästhetisch fragwürdige Nachkriegsbebauung

    (29) Früher: Ecke Schnurgasse/Trierische Gasse nördlich des Domes
    (29) Heute: Die mehrspurige Berliner Straße mit pseudourbaner Bebauung verläuft mitten durch die ehemalige Frankfurter Altstadt, getreu dem antiquierten Dogma der autogerechten Stadt

    (30) Früher: Die bogenförmige Börnestraße in der nordöstlichen Altstadt
    (30) Heute: An derselben Stelle steht nun dieser Verwaltungsbau einer großen Versicherung; Bezug zu Ort und Geschichte? Fehlanzeige!

    (31) Früher: Die historische Markthalle aus dem 19. Jahrhundert
    (31) Heute: Neuer Geschäftsbau

    (32) Früher: Die Zeil im Norden der Altstadt
    (32) Heute: Aktueller Zustand der Zeil mit Glas-Beton-„Palästen”

    (33) Früher: Große Gallusstraße (westliche Altstadt)
    (33) Heute: Gleiche Perspektive im Jahr 2006

    (34) Früher: Die Rotkreuzgasse mit historischer Bebauung
    (34) Heute: Neue Wohnbebauung

    (35) Früher: Der Große Kornmarkt
    (35) Heute: Auch hier verläuft die breite, mehrspurige Berliner Straße

    (36) Früher: Die klassizistische Deutsch-reformierte Kirche aus dem Jahr 1792 (mehr Informationen hier)
    (36) Heute: Breite Hauptstraße und das ehemalige Bürogebäude des Bundesrechnungshofes aus den 50-er Jahren

    (37) Früher: Die Bethmannstraße mit historischen Gebäuden
    (37) Heute: Ein leerstehendes Gebäude aus den Fünfzigern, in dem bis zum Jahr 2000 der Bundesrechnungshof untergebracht war

    (38) Früher: Die klassizistische Alte Börse auf dem Paulsplatz neben der Paulskirche
    (38) Heute: Die gleiche Stelle ist unbebaut

    Stadtplan mit Objekten
    Die Abbildung zur Linken ist ein Stadtplan von Frankfurt am Main aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu sehen ist der wichtigste Teil der historischen Altstadt zwischen der Zeil im Norden und dem Main im Süden. Die Nummern geben die 38 Standorte an, an denen die Bilder aufgenommen wurden.

    Bildnachweis:
    Bildarchiv Foto Marburg
    Wikipedia

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