Frankfurt am Main

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  • Frankfurt virtuell vor 1944

    Nachfolgende Bilder stammen aus dem virtuellen 3D-Modell des alten Frankfurts vor den Kriegszerstörungen, an dem Jörg Ott in seiner Freizeit seit langem arbeitet. Er hat uns die Bilder für diesen Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die Texte zu den Bildern hat er geschrieben, als er die Bilder im Internet-Forum "Forum Stadtbild Deutschland APH" veröffentlichte.
    Das Modell ist grandios und Jörg Ott ist für seine Arbeit nicht hoch genug zu loben.
    Blick vom Haus Hinter dem Lämmchen 8 Richtung Domturm
    Dominikanergasse Richtung Fahrgasse (östliche Altstadt)

    Das Dominikanerkloster; im Vordergrund führt heute die große Entlastungsstraße von der Mainbrücke zur Konstablerwache
    Das Kloster von oben

    Das Haus zum Eßlinger am Hühnermarkt
    Die Fahrgasse von oben; unten rechts geht es zur Konstablerwache, oben links zur Mainbrücke

    Die Ecke Fahrgasse-Kannengießergasse mit Blick zum Fürsteneck (hinten links)
    Das "Fischerplätzi" in der Großen Fischergasse; in der Bildmitte das Haus zum Stift

    Der Garküchenplatz, eine der bekanntesten Fotoperspektiven der Altstadt (links Mehlwaage, hinten Fürsteneck, vorne rechts Garküchenhäuschen)
    Hinter dem Lämmchen, Blick zum Hühnermarkt (von West nach Ost)

    Hinter dem Lämmchen, Blick zum Haus Mohrenkopf (von Ost nach West)
    Die Kannengießergasse vom Domplatz Richtung Fahrgasse gerendert (also nach Osten); links der Eingang zum Hainer Hof

    Die Goldene Zange am Löwenplätzchen (Fahrgasse 52); auf dem Dach ein Belvederchen
    Ein Blick in den Markt in Richtung Domturm; so ähnlich kann/soll es demnächst wieder aussehen; vor dem Domturm das Rote Haus

    Metzgerhöfchen
    Das barocke Portal von Klostergasse 3, eine versteckte Sehenswürdigkeit der östlichen Altstadt

    Auch wenn hier einige Fehler wie fehlende Innenhofgestaltung und fehlende Hofböden erkennbar sind, möchte ich die Predigerstraße von oben doch nicht vorenthalten; in der Bildmitte der Komplex des Arnsburger Hofes
    Das Roseneck

    Der Rote Hahn an der Ecke Klostergasse-Predigerstraße
    Blick auf die Goldene Waage mit Belvederchen, rechts im Vordergrund der Domturm

    Blick vom Belvederchen der Goldenen Waage auf den Domturm; auf diesem Bild ist auch der Brunnen zu erkennen
    Die Goldene Waage von der Seite; vorne verläuft der Markt von links nach rechts

    Nochmals Goldene Waage
    Der Hühnermarkt (Totale)

    Das Rote Haus mit den Schirnen im Erdgeschoss
    Fünffingerplätzchen

    Der Samstagsberg (heute auch als "Ostzeile" bekannt) in seiner Vorkriegsversion
    Der Römer mit dem Salzhaus (rechts)

    Die Westseite des Römerbergs mit dem ursprünglich gotischen Haus Lichtenstein (später barockisiert), heute Neubauten aus den 50-er Jahren
    Als nächstes kommen nun einige Bilder zum Goldenen Lämmchen, danach geht es dann mit der Saalgasse weiter. Außerdem gibt es einige längere Kommentare, so dass die Bildlastigkeit des Artikels geringfügig abnimmt.

    Zunächst noch ein Bild des Eßlingers (das Haus mit der Goethe'schen Verwandtschaft) und der Eingang zur Gasse Hinter dem Lämmchen (links)
    Der Innenhof des Goldenen Lämmchens

    Der Innenhof des Goldenen Lämmchens
    Dieses Bild zeigt ebenfalls den Hof des Goldenen Lämmchens, allerdings eine andere Ecke. Links der große Treppenturm, der allerdings eine Zutat aus dem frühen 20. Jhd. ist. Rechts der Gebäudeteil mit der Galerie. Im Hintergrund ein Giebel und der Treppenturm vom Nachbarhaus Klein Nürnberg (Hinter dem Lämmchen 8). Dazwischen – erkennbar am Geländer – ein Belvederchen

    Gasse Hinter dem Lämmchen
    Und zum Schluss die Gasse Hinter dem Lämmchen in der Totalen von West nach Ost. Ganz links das Haus Klein Nürnberg, gefolgt von dem breit gelagerten Goldenen Lämmchen, das der Gasse den Namen gab. Weiter hinten der Hühnermarkt. Rechts am Haus mit den Fensterkörben der Lämmchen-Brunnen, der früher vor dem Goldenen Lämmchen stand.

    Eingang der Saalgasse
    Das Bild zeigt den östlichen Eingang der Saalgasse am Weckmarkt. Ganz links am Rand sieht man ein Ecktürmchen vom Leinwandhaus (errichtet im Jahre 1399), das nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde. Dann folgt das Haus zum Storch mit einem Restaurant, das heute ebenfalls noch existiert, allerdings in einem 50-er Jahre Neubau. Das Hauszeichen, der an der Ecke angebrachte Storch, hat den Krieg auch überstanden. Der Blick geht in die Gasse hinein. Rechts außerhalb des Bildes befindet sich der Dom. Nach dem Krieg wurde in den 80-er Jahren eine postmoderne kleinteilige Bebauung an der Saalgasse errichtet. Heute durchquert man die Gasse u.a., wenn man das Parkhaus Dom-Römer verlässt. Man biegt dann nach links Richtung Mainkai ab.

    Saalgassenplatz
    Für dieses Bild gehen wir geradeaus in die Saalgasse hinein und kommen an einen trichterförmigen Platz, der früher sehr oft fotografiert wurde, weil er zu den schönsten Orten Alt-Frankfurts gehörte. Bekannt unter dem Namen Saalgassenplatz trug er im Mittelalter die Bezeichnung „Brotmarkt“. Man beachte bei den nachfolgenden Renderings die zahlreichen Details der Randbebauung wie Fensterläden, Durchfahrsperren u.a. Das grell gelbe Haus (es war wirklich so intensiv angestrichen) trug den Namen Hl. Geist-Eck und hatte seine Bezeichnung vom daneben liegenden Hl. Geist-Hospital, das zu Beginn des 19. Jhds. abgebrochen wurde. Auch der Name der Gasse „Am Geistpförtchen“ kommt davon. Links die Durchgangshäuser Zum Scharnhaus (außen) und Zum Häringshock (daneben). Dann die Einmündung der Langen Schirn und das blau angestrichene Haus Zu den drei Fischen.

    Saalgassenplatz
    Das Bild rechts zeigt die andere Blickrichtung (um 180° gedreht). Zu sehen ist der trichterförimge Zuschnitt des Plätzchens, bevor am Knick hinten die Saalgasse als Gasse weitergeht. Der Brunnen ist – wie alle anderen Brunnen auch – barock und ersetzte einen alten Ziehbrunnen. Er befindet sich heute an der Ecke Hasengasse/Töngesgasse und ist vollständig erhalten.

    Zum Scharnhaus
    Zwischen Saal- und Bendergasse befand sich bis 1944 ein etwa 20 Meter breiter und dicht bebauter Hausstreifen. Das Bild links und das nächste Bild zeigen die Häuser Zum Scharnhaus und Zum Häringshock, die mit ihren jeweiligen Hinterhäusern bis zur Bendergasse reichten und im Erdgeschoss Durchgänge besaßen, in denen sich vom Mittelalter an bis zur Aufhebung des Zunftzwangs im 19. Jhd. Metzgerschirnen befanden. Die Lange Schirn, in denen alle Metzger ihr Fleisch verkaufen mussten, lag ja direkt neben diesen beiden Häusern.

    Zum Häringshock
    Nachdem er in Leipzig Jura studiert hatte, führte der junge Johann Wolfgang Goethe seinen ersten und einzigen Prozeß um das Haus Zum Häringshock (Saalgasse 20/Bendergasse 11). Danach durfte er sich in Thüringen schriftstellerisch betätigen. Der Höhenunterschied zwischen Saal- und Bendergasse betrug an dieser Stelle etwa 1,10m, wodurch in den Durchgängen Stufen notwendig wurden. Beide Gebäude wurden barockisiert, sind aber eigentlich gotisch, wie man an den Auskragungen und den Bereichen an der Langen Schirn bzw. der Bendergasse sehen konnte. Rechts die Lange Schirn.

    Einmündung der Metzgergasse in das Saalgassenplätzchen
    Stilmischmasch an der Einmündung der Metzgergasse in das Saalgassenplätzchen. Die klassizistischen Steingebäude auf der rechten Gassenseite standen auf dem Bereich des abgebrochenen Hl. Geist-Hospitals. Der unregelmäßige Gassenverlauf links resultiert aus Erschließungswegen für die großen Häuser an der Saalgasse, die hier mündeten. Ein Tor ist auf dem Bild auch zu sehen, es gehörte zu Saalgasse 9.

    Am Geistpförtchen
    Das Bild rechts zeigt die Gasse „Am Geistpförtchen“ mit Blick Richtung Main. Das klassizistische Torhaus mit einem Belvederchen auf dem Dach ersetzte einen alten Torturm. Die Aussicht vom Belvederchen muss traumhaft gewesen sein, denn von hier aus konnte man den gesamten städtischen Mainbereich überblicken. Heute befindet sich an dieser Stelle erneut ein Torhaus – aus den 50er Jahren und ohne Belvederchen.

    Gassensituation westlich des Saalgassenplatzes
    Dieser Blick zeigt die Gassensituation westlich des Saalgassenplatzes. Auf dem Bild ist der langgestreckte gotische Marstall zu sehen, der zum Saalhofkomplex gehörte. Links davor das Doppelhaus „Im Saal“. Heute hat der hässliche Erweiterungsbau des Historischen Museums dieses Areal komplett überdeckt. Die Saalgasse mündet aus diesem Grund heute dort, wo einst die Bendergasse auf den Römerberg traf. Die Kamera steht etwa im Bereich der Tiefgaragenausfahrt.

    Eingang der Saalgasse am Römerberg
    Dieses Bild zeigt den westlichen Eingang der Saalgasse am Römerberg. Links das mächtige Haus Landeck, Römerberg 2 (danach, außerhalb des Bildes, die Einmündung der Bendergasse). Das klassizistische Haus rechts befand sich am Fahrtor (Nr. 6), hatte den Krieg unversehrt überstanden und wurde dann zugunsten des Erweiterungsbaus des Historischen Musems abgerissen. In der Saalgasse befinden sich der Marstall und das Haus „Im Saal“.

    Haus Wertheym
    Angesichts des großen Verlustes im 2. Weltkrieg tut es gut, wenigstens noch ein wertvolles Fachwerkhaus in der Altstadt zu besitzen, nämlich das Haus Wertheym am Fahrtor 1. Links kommt man zum Eisernen Steg, rechts geht es in die Alte Mainzer Gasse.

    Blick vom Eisernen Steg
    Mittlerer Mainkai

    Mittlerer Mainkai
    Mittlerer Mainkai

    Bendergasse
    Na, ist das ein Bild?! Da bekommt man richtig Wehmut beim Anblick der schönsten Frankfurter Altstadtgasse! Die durchgängig fünf- bis sechsgeschossigen gotischen Häuser beherbergten im Mittelalter die Fassbinder, daher der Name Bendergasse. Hinter den Häusern rechts liegt die Saalgasse, auf der linken Seite befanden sich Fünffingerplatz und Handwerkerhöfchen. Heute ist die Bendergasse mit der Kulturschirn restlos überbaut.

    Der entgegengesetzte Blick nach Westen Richtung Nikolaikirche, die aber selbst kaum zu sehen ist
    Die nördliche Bebauung der Bendergasse (dahinter Fünffingerplätzchen und Handwerkerhöfchen

    Rückgebäude von Häringshock und Scharnhaus
    Die Rückgebäude von Häringshock und Scharnhaus (siehe hierzu Abschnitt Saalgasse) in der Bendergasse, die hier nach links weitergeht und von der man einen Großteil der südlichen Randbebauung sehen kann. Rechts die Lange Schirn.

    Lange Schirn
    Dieser Blick geht die Lange Schirn hinunter Richtung Bendergasse und weiter zum Saalgassenplatz. Die Häuser, in denen die Metzger ihr Fleisch verkauften, waren besonders schmal. Mehrere „Hackklötze“ sind auf dem Bild zu sehen. Diese Steine symbolisierten im Mittelalter die wirtschaftliche Selbständigkeit eines Metzgers, auf dem er sein eigenes Fleisch zuschlagen konnte. Da der Metzgereiberuf eine hohe Gewinnspanne hatte, waren die Hackklötze auch eine Menge wert, wenn z.B. Kredite aufgenommen werden mussten. Meist gehörten nur die Schirnen den Metzgern, nicht aber die darüberliegenden Häuser. Die Metzger selbst wohnten nämlich in der Metzger- und Schlachthausgasse, die südlich der Saalgasse lagen und wo sich auch der Schlachthof befand. Nachdem die Metzger sich ab dem 19. Jhd. überall in der Stadt niederlassen durften, verlor die Lange Schirn ihre wichtige Bedeutung. Die unter den Erdgeschossfenstern stehenden Hackklötze (z.B. am Roten Haus mit dem Fachwerkgiebel links) dienten bis zur Zerstörung 1944 nur noch touristischen Zwecken, denn in der Langen Schirn gab es keine Metzgerei mehr (außer unter dem Roten Haus, das aber am Markt lag).

    Metzgerhöfchen (hinter den Roten Haus)
    Metzgerhöfchen

    Das trapezförmige Haus zum Widder
    Hinter dem Römerberg liefen fünf kurze Gässchen zu einem kleinen Platz zusammen, der aus der Luft betrachtet die Gestalt einer Hand mit gespreizten Fingern hatte und so zu seinem Namen kam. Die Häuser zählten zur Goldhutgasse. Das auf zahlreichen Fotos verewigte trapezförmige Haus zum Widder (Nr. 16) ist sicherlich der spektakulärste Bau. Es folgten dahinter das Haus Haderkatze (Nr. 18) und das Haus Hörhorn (Nr. 20). Daneben in grün die „Wilde Frau“ (Nr. 7) und hinter dem Baum schaut noch das Haus Goldenes Unterhähnchen (Nr. 5) mit seinem freigelegten Fachwerk heraus. Rechts geht es ins Handwerkerhöfchen, das erst 1938 durch eine Auskernungsmaßnahme entstand.

    Blick aus der Drachengasse
    Das Bild links ist aus der Drachengasse gerendert und zeigt das Haus Zum Widder (links) vor den Rückfronten der Häuser an der Bendergasse, zunächst (in der Mitte) das Haus „Zum Hasen unter den Bendern“ (Bendergasse Nr. 24) und daneben – mit einem Durchgang zur Bendergasse – das Pesthaus (freigelegtes Fachwerk, Nr. 26). Hier soll einer Legende zufolge das erste Mal in Frankfurt die Pest ausgebrochen sein. Belegt ist die Geschichte indes nicht. Auf dem Plätzchen standen ein Brunnen und der einzige Baum im Bereich zwischen Dom und Römer.

    Luftbild des Areals zwischen Dom und Römer
    Zuletzt noch ein Luftbild des Areals zwischen Dom und Römer. Die Kamera steht in etwa über dem neuen Haus am Dom in 45m Höhe (über dem Niveau des Maines). Der Blick geht nach Südwesten. Unten in der Mitte der Hühnermarkt mit dem Roten Haus. Der schräg verlaufende Markt ist noch recht gut zu erkennen. Nach links zieht der Tuchgaden, der unter dem Roten Haus auf den Markt mündet. An dem grüngelben Haus mit den blauen Fenstern beginnt die Lange Schirn ihren Weg nach schräg links oben und wird von der Bendergasse gekreuzt. Oberhalb des grüngelben Hauses mit den blauen Fenstern befinden sich Handwerkerhöfchen und ganz am oberen rechten Bildrand das Fünffingerplätzchen.

    Wird fortgesetzt...

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