Sonstige Frankfurter Meldungen

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    • Frankfurter Hof baut auf mehr Luxus


      fr-aktuell.de/ressorts/frankfu…d34e65e57af299&cnt=773385


      Auszug:

      Acht Millionen Euro lässt sich das Frankfurter Unternehmen Steigenberger den aufwändigen Umbau seines Flaggschiffs am Kaiserplatz kosten. Geschätzte drei Millionen davon fließen in die Sanierung der denkmalgeschützten Fassade. Sie soll zum 130-jährigen Jubiläum des Hauses im nächsten Jahr deutlich heller strahlen. "Außerdem stellen wir den alten Zustand partiell wieder her", sagte Beye.

      Dafür werden die Innenhofbalkone im zweiten Obergeschoss wieder zugänglich gemacht. Sie waren die vergangenen 57 Jahre nicht begehbar, was statische Gründe hatte, wie Mitrovits sagte.
    • Bistum Limburg plant Abriß von Kirchen


      Der Pfarrer untertreibt: "Wenig erbaulich" nennt Rolf Glaser die Sparvorschläge des Bistums Limburg für die Kirche St. Hedwig in Griesheim, am Sonntag zum Schluß des Gottesdienstes. Glaser ist Pfarrer der beiden Griesheimer Gemeinden St. Hedwig und Mariä Himmelfahrt, die zum Jahresbeginn miteinander fusionieren werden. Das Bistum möchte die recht große Hedwigs-Kirche nicht mehr weiter finanzieren und, so heißt es im Behördendeutsch, aus den Schlüsselzuweisungen B (laufende Kosten) und C (Unterhalt) herausnehmen.

      Was das für die Zukunft der Kirche heißt, wissen momentan weder Glaser noch der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Erich Misterek zu sagen. Doch applaudieren die 60 Gottesdienstbesucher dem Pfarrer, als er sagt, daß sein in den Fusionsverhandlungen gegebenes Versprechen gelte: Solange er Pfarrer sei, werde keine Kirche in Griesheim geschlossen.

      In anderen Gemeinden sind die Vorschläge aus dem Bistum nach Informationen dieser Zeitung um vieles konkreter. So soll die Bonifatius-Kirche in Bonames abgerissen und künftig die wesentlich kleinere benachbarte frühere Kirche wieder als Sakralraum genutzt werden. Sie dient heute als Pfarrsaal. Vorgesehen sind auch Abrisse von Kirchen und Zentren in St. Johannes, Goldstein, St. Aposteln, Sachsenhausen, und Herz-Jesu, Eckenheim. Dort sollen jeweils kleinere Gottesdiensträume neu errichtet werden.

      Die Gemeinde St. Matthias in der Nordweststadt wird ihren Mittelpunkt verlieren, die Kirche soll an eine andere christliche Gemeinschaft veräußert werden. "Es gibt schon Interessenten", heißt es. Nicht gut bestellt ist es auch um die Zukunft der Kirche St. Pius im Kuhwald. Sie aufzugeben wird im Zusammenhang mit dem geplanten Europaviertel und dessen Konsequenzen für die Kuhwald-Siedlung und das Gallusviertel erwogen. Um einen Abriß herumgekommen ist die Kirche Maria Rosenkranz in Seckbach - vorerst.

      Kein Geld mehr zahlen will das Bistum auch für die Deutschordenskirche in Sachsenhausen. Aus ihr könnte eine "Kulturkirche" werden. Gotteshäuser zu "Profilkirchen" zu machen ist auch geplant für St. Michael im Nordend - die Kirche soll ein Zentrum für Trauer-Seelsorge werden - und für Heilig-Kreuz in Bornheim, die eine "Meditationskirche" werden soll.

      Das Bistum hatte die Vorschläge kürzlich Vertretern aller Gemeinden unterbreitet. Bezogen sind die Sparziele auf die "Pastoralen Räume". Die Verwaltungsräte der in diesen Räumen zusammengeschlossenen Gemeinden sollen gemeinsam über die Pläne beraten und dem Bistum bis Juni ihre Beschlüsse mitteilen.

      In Frankfurt regt sich schon erster Protest: "Wir werden die Kirche nicht aufgeben", sagt Annette Neitzert-Leicher, Verwaltungsratsvorsitzende in St. Bonifatius. Bischof Franz Kamphaus sind schon Unterschriften übergeben worden - bei der Weihe der neuen Kirche "Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit" auf dem Frankfurter Berg vor einer Woche. Wie berichtet, war das Gotteshaus errichtet worden, nachdem Neubaugebiete erschlossen worden waren. Es ersetzt eine kleinere Vorgängerkirche. "Auch in Bonames gibt es ein Neubauareal", so Neitzert-Leicher. Daher sei die Bonifatiuskirche wichtig, auch wenn das Wohngebiet offiziell zum Nachbarbistum Mainz gehöre.

      Leicht wird die Diskussion über die Kirchen schon deshalb nicht, weil manche Pastorale Räume von Spannungen geprägt sind. So gehört etwa St. Bonifatius gemeinsam mit St. Laurentius, Kalbach, und St. Lioba zu einem Pastoralen Raum: Die Laurentiusgemeinde aber ist reich, St. Bonifatius nicht. Und St. Lioba, die Pfarrei am Bügel, ist laut Bistumspapier "ein wichtiger pastoraler Standort, der dauerhaft zu halten ist", und soll nicht "bespart" werden. Der zuständige Pfarrer Christian Enke weiß, daß die Ungerechtigkeit groß ist. Nun müsse überlegt werden, was zu tun sei, vielleicht könne die Bonifatius-Kirche umgebaut werden.

      Von "Ungerechtigkeit" wird auch in Griesheim gesprochen, denn St. Hedwig muß jährlich 20 000 Euro alleine einsparen. Das sind zwei Drittel der Sparlast für den dortigen Pastoralen Raum, zu dem auch Nied gehört. "Wir kommen an unsere Grenze", sagt Pfarrer Glaser. "Wir hoffen auf Solidarität", fügt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Misterek hinzu. In Goldstein soll das Gemeindezentrum einschließlich Kirche von 1500 auf 350 Quadratmeter verkleinert werden, und das "angesichts einer sehr lebendigen Gemeinde". "Hier herrscht allgemeine Bestürzung", heißt es in der Gemeinde.[...]


      Quelle: faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F288…Tpl~Ecommon~Scontent.html



      Weiß jemand von euch, ob auch historische Kirchen betroffen sind?
    • Sankt Hedwig (Griesheim) ist eine Nachkriegskirche, was aber keineswegs heißt, dass sie nicht erhaltenswert wäre. Galerie: sankthedwig-ffm.de/fotogalerie/index.htm


      Sankt Bonifatius (Bonames) ist von 1966, Foto: lalibo.de/images/Fotos/icon_bonifatius_seite.jpg



      Herz Jesu (Eckenheim) besteht aus einem Anfang 1960er neu gebauten Kirchenschiff und dem 56 Meter hohen Turm des neugotischen Kirchenbaus von 1899, der stehen blieb. Das alte Kirchenschiff überstand den Krieg ebenfalls, wurde aber zu klein und dann damals für den Neubau abgerissen. Foto des Turms (ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass jemand wagen würde, auch den Abriss des Turms vorzuschlagen): upload.wikimedia.org/wikipedia…/3d/Herzjesueckenheim.JPG



      St. Johannes (Goldstein) ist von 1963. Grobe Skizze: stjohannes-goldstein.de/fsjhjhkjgfhdkjgjkdfxkjdfj/index.gif



      St. Aposteln (Sachsenhausen) ist ein eindrucksvolles Gebäude, (höchst wahrscheinlich) ebenfalls aus der Nachkriegszeit. Foto: sachsenhausen-live.de/sachsenh…s/images/kath_apostel.jpg



      @der_Sauerländer: Bei Zeitungsartikeln wäre es mMn. sinnvoll, außer Überschrift und Link ein paar Sätze zu zitieren oder selbst zu schreiben. Wenn der Link nämlich nirgendwo mehr hinführt, weil die Zeitung den Artikel aus dem Netz genommen hat (geht mitunter schnell, bei der FAZ etwa), bleibt sonst nur ein Rudiment, dessen Sinn nicht mehr verständlich ist.
    • Mal ein postiver Beschluss der Denkmalschützer (nachdem wir in letzter Zeit viel Negatives gehört haben):


      Verstoß gegen Denkmalschutz
      Behörde verlangt Rückbau eines Hauses der Sachsenhäuser Mühlbruchsiedlung / Anwohner begrüßen diesen Schritt
      Das Denkmalamt will in letzter Minute gegen den Umbau eines Hauses in der Mühlbruchsiedlung einschreiten und den Rückbau auf das alte Maß verlangen. Das Haus in der denkmalgeschützten Eisenbahnersiedlung des 19. Jahrhunderts ist aber fast fertig.



      fr-aktuell.de/ressorts/frankfu…169855bd624843&cnt=775042
    • Noch einmal zur Riederwald-Siedlung, damit zum Anfang dieses Threads: Das Landesamt für Denkmalpflege hat nun doch den Denkmalwert der westlichen Riederwaldsiedlung bestätigt! Damit dürften sich die Abrisspläne erledigt haben.

      Dies steht in einer Pressemeldung der CDU-Römerfraktion. Noch ein kleiner Auszug hieraus:

      "Es gibt Alternativen zu einem Abriss. Für erste Sanierungsarbeiten hatte der Magistrat bereits Fördermittel zur Verfügung gestellt und seine Absicht erklärt, dies auch weiterhin in begrenztem Umfang zu leisten. Die Aufnahme der Siedlung in die Denkmaltopographie wird Investitionen für Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten sicher erleichtern. Insgesamt ist das eine gute Nachricht für den gesamten Riederwald."
    • Der von Sauerländer verlinkte Artikel ist in der Tat sehr lesenwert, besonders diese Passage:

      Wer die kurze zugbrückenartige Verbindung zwischen Brücke und Haus überschreitet und den schwellenlosen Ausstellungssaal betritt, steht in einem kahlen, weißen hohen Raum, der von oben durch schlitzartige Fenster erhellt wird. Daß sich hinter den geweißten Wänden "echtes" Mauerwerk und über der Glasbeton-Kassettendecke ein klassischer Dachstuhl verbirgt, läßt sich nicht einmal erahnen. Die Anmutung suggeriert ein nackt-modernes Gebäude aus Beton.


      Das bedeutet ganz und gar nicht, daß sich der Architekt von der Geschichte lossagt. Doch er entlarvt die vermeintliche "Moderne" als ebensolches Blendwerk, als das die Kritiker des Historismus das neue Fachwerk und den "angeklebten Barock" denunzieren, der, so der Vorwurf, allenthalben den Blick auf die Gegenwart verstelle. In dieses Verwirr-, oder doch eher Aufklärungsspiel kann sich Mäckler einlassen, weil er sich strikt am Zweck des Bauwerks orientiert. Die turmartige Gestalt ist der Fundamentierung auf einer alten Mühleninsel, das Dach der indirekten Tagesbelichtung durch ein großes Atelierfenster, die gnadenlose Nüchternheit des Saals den Ausstellungsbedürfnissen der Kunst geschuldet.


      Zweckgebundenheit: Das war die polemische, niemals eingelöste Parole, mit der die architektonische Moderne ihren Siegeszug angetreten hatte. In derselben Stadt Frankfurt, die jetzt zum Schauplatz der Antithese geworden ist, publizierte der Vorkämpfer und Pionier Ernst May mit Heft 7 des Jahrgangs 1926/27 seiner Zeitschrift "Das neue Frankfurt" eine Art Programmschrift, die sich im Abstand von acht Jahrzehnten wie ein Kampfblatt zur Durchsetzung des Flachdachs liest. Da nannte Adolf Behne die kubische Form des Flachdachhauses eine "reine Zweckmäßigkeitsfrage", da rühmte Josef Frank die "Wiederherstellung der Formeneinheit" als "wesentlichen Zweck des flachen Daches", weil damit "den Häusern eine Möglichkeit der Unterscheidung genommen" werde, da vermeinte May die "Sehnsucht der Massen" nach einer Architektur zu verspüren, "die nichts mehr verhüllt, nichts mehr vortäuscht".



      Jetzt wissen wir's: Die Massen sehnen sich nach schmucklosen Klötzen :gg:

      Weiterhin:

      Heute streiten in Frankfurt junge Leute für den Wiederaufbau von kriegszerstörten Fachwerkhäusern und strengen Rathausparteien Bürgerbegehren an, um preisgekrönte Entwürfe für ein Flachdachquartier vor dem Kaiserdom zu Fall zu bringen. Der von May beschworene "Pulsschlag der neuen Zeit" schlägt nach der anderen Seite aus. In Christoph Mäcklers kühn-dreister Verknappung findet dieses Paradox in einem einzigen Bauwerk seine formelhafte Figur.
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • "Restitutor Orbis" schrieb:

      Der von Sauerländer verlinkte Artikel ist in der Tat sehr lesenwert, besonders diese Passage:

      Wer die kurze zugbrückenartige Verbindung zwischen Brücke und Haus überschreitet und den schwellenlosen Ausstellungssaal betritt, steht in einem kahlen, weißen hohen Raum, der von oben durch schlitzartige Fenster erhellt wird. Daß sich hinter den geweißten Wänden "echtes" Mauerwerk und über der Glasbeton-Kassettendecke ein klassischer Dachstuhl verbirgt, läßt sich nicht einmal erahnen. Die Anmutung suggeriert ein nackt-modernes Gebäude aus Beton.


      Das bedeutet ganz und gar nicht, daß sich der Architekt von der Geschichte lossagt. Doch er entlarvt die vermeintliche "Moderne" als ebensolches Blendwerk, als das die Kritiker des Historismus das neue Fachwerk und den "angeklebten Barock" denunzieren, der, so der Vorwurf, allenthalben den Blick auf die Gegenwart verstelle. In dieses Verwirr-, oder doch eher Aufklärungsspiel kann sich Mäckler einlassen, weil er sich strikt am Zweck des Bauwerks orientiert. Die turmartige Gestalt ist der Fundamentierung auf einer alten Mühleninsel, das Dach der indirekten Tagesbelichtung durch ein großes Atelierfenster, die gnadenlose Nüchternheit des Saals den Ausstellungsbedürfnissen der Kunst geschuldet.


      Zweckgebundenheit: Das war die polemische, niemals eingelöste Parole, mit der die architektonische Moderne ihren Siegeszug angetreten hatte. In derselben Stadt Frankfurt, die jetzt zum Schauplatz der Antithese geworden ist, publizierte der Vorkämpfer und Pionier Ernst May mit Heft 7 des Jahrgangs 1926/27 seiner Zeitschrift "Das neue Frankfurt" eine Art Programmschrift, die sich im Abstand von acht Jahrzehnten wie ein Kampfblatt zur Durchsetzung des Flachdachs liest. Da nannte Adolf Behne die kubische Form des Flachdachhauses eine "reine Zweckmäßigkeitsfrage", da rühmte Josef Frank die "Wiederherstellung der Formeneinheit" als "wesentlichen Zweck des flachen Daches", weil damit "den Häusern eine Möglichkeit der Unterscheidung genommen" werde, da vermeinte May die "Sehnsucht der Massen" nach einer Architektur zu verspüren, "die nichts mehr verhüllt, nichts mehr vortäuscht".



      Jetzt wissen wir's: Die Massen sehnen sich nach schmucklosen Klötzen :gg:

      Weiterhin:

      Heute streiten in Frankfurt junge Leute für den Wiederaufbau von kriegszerstörten Fachwerkhäusern und strengen Rathausparteien Bürgerbegehren an, um preisgekrönte Entwürfe für ein Flachdachquartier vor dem Kaiserdom zu Fall zu bringen. Der von May beschworene "Pulsschlag der neuen Zeit" schlägt nach der anderen Seite aus. In Christoph Mäcklers kühn-dreister Verknappung findet dieses Paradox in einem einzigen Bauwerk seine formelhafte Figur.


      Vor allem kann man nicht oft genug auf einen Widerspruch hinweisen: Flachdächer sollen funktional sein? Sie sind es hierzulande definitv nicht - in niederschlagsreichen Gefilden wie dem unsrigen gibt es nichts funktionaleres als geneigte Dächer. Würden manche Modernisten FFF konsequent ausführen, dürften sie keine Flachdächer bauen.
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Ich glaube gerne, daß vielen hier die Sachsenhäuser Altstadt nicht gleichgültig ist. Wenn ich aber lese, über sechzig Prozent der Frankfurter wollen eine Rekonstruktion der untergegangenen Altstadt, während die schleichende Zerstörung der Sachsenhäuser Altstadt nicht einmal zur Kenntnis genommen wird, kann ich mir noch so viel Mühe geben, ich kann es nicht ändern, diesen Widerspruch als zynisch zu empfinden. Aber das gehört eigentlich nicht hierher.
    • Es ist immer so eine Sache, welche Nachrichten das öffentliche Bewusstsein erreichen und welche nicht. Z. B. hatte der SPIEGEL schon vor Jahren darüber berichtet, dass BND-Mitarbeiter in Guantanamo waren, aber das hat damals seltsamerweise keine Welle der Empörung verursacht...

      Es geht also darum, die Bevölkerung für Missstände zu sensibilisieren. Grundsätzlich kann ich mir nicht vorstellen, dass den Frankfurtern die Fachwerkhäuser in Sachsenhausen egal sind.
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • Ein bisschen off-topic, aber weil es einfach so schön ist... :lachen:

      Geht mal auf diese Website:

      http://www.ebn24.com/?page=3&id=1078&sprach_id=1&projekt=46&land=&st_id=1&seite=4\r
      www.ebn24.com/?page=3&id=1078&sp ... =1&seite=4

      ... und schaut euch auf dem ersten Bild mal an, welches Gebäude dort als "Haus zum Paradies und Grimmvogel" bezeichnet wird.
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • Der Schlusssatz ist toll:

      "Durch moderne Architektur hat die Stadt ein neues Gesicht erhalten in dem aber die alten Konturen noch erkennbar sind, als Ausdruck ihrer Wandlungsfähigkeit und Kontinuität."

      Frankfurt hat seine Identität und bürgerliche Kultur, die durch den Bombenhagel des Weltkriegs auf Schwerste verwundet wurde, aber noch heilbar gewesen wäre, in den 50er Jahren den Kopfschuss gegeben, indem man 1200 Jahre städtischer Geschichte weggeworfen und auf erbärmliche Weise in Beton nachzuäffen versucht hat - so schreibt das übrigens auch schon 1959 Walter Sage in seinem Standardwerk "Das Bürgerhaus in Frankfurt a.M. bis zum Ende des Dreissigjährigen Krieges". In den 80ern hätte man fast glauben können, dass Sage mit dieser Aussage Unrecht gehabt habe - aber wenn ich sehe, was jetzt passiert, sieht man mal wieder, dass diese Aussage auch nach 40 Jahren noch Bestand hat. Zumal die Stadt die letzten Reste ihrer glanzvollen Geschichte - alles kunsthistorisch Wertvolle vor dem 19. Jahrhundert ist ohnehin verloren - etwa die klassizistischen und historistischen Prachtbauten im Bahnhofsviertel nun offenbar auch stillschweigend verfallen lässt, um sie irgendwelchen Kapitalhaien in die Hände zu treiben. Die können da dann Drittwohnungen für Investmentbanker hochziehen... :übelkeit:

      Wie man von erkennbaren Konturen reden kann, wenn außer dem Großen Engel und Schwarzen Stern von ca. 150 absolut herausragenden Bürgerbauten der Stadt bis heute kein einziger rekonstruiert wurde, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.