Görlitz

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    • Obermarkt 1970 und 2016

      Die Ingenieurschule wurde immer wieder um Arbeitskräfte bei Katastropheneinsätzen gebeten. Ob Straßenräumung, Grube Berzdorf, Reichsbahn, neue Schwimmhalle usw., überall waren wir dabei. Hier auf dem Foto von März 1970 versuchten wir den Obermarkt wieder befahrbar zu machen. Besen und Handfeger halfen da gar nichts mehr.
      Interessant ist aber die Häuserzeile im Hintergrund. Der Verfall ist hier schon sehr deutlich sichtbar.

      Vor der Hausnummer 7.


      Die Aufnahme von Oktober 2016. Die grüne Tür ist die Hausnummer 7.
      Fotos: Autor, 1970, 2016
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      Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos
    • Der Untermarkt noch mit den Pilzlauben:
      ebay.de/itm/AK-Seidenberg-Schl…nc&_trksid=p2047675.l2557

      gerade von mir erworben!
      Offenbar bewirkte die falsche Titulierung, dass die Görlitz-Sammler fernblieben.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Wasserschloss in Tauchritz

      Tauchritz ist inzwischen ein Teil der Stadt Görlitz. Das Wasserschloss Tauchritz steht am nördlichen Ortsrand nahe dem Berzdorfer See.
      Details sind bei Wikipedia zu finden.
      Und weitere Fotos kann man hier ansehen.

      Das Haus wurde gesichert, ab und an wird hier auch geheiratet, ansonsten wartet man wohl noch auf den Prinzen...










      Gleich hinter dem Schloss liegt der riesengroße Berzdorfer See, eine ehemalige Braunkohlegrube. Da durften wir Studenten auch mal schwer schuften... ^^












      Alte Gebäude gibt es genug.


      Und da sieht man, was man draus machen kann. gut-am-see.de/

      Handy-Fotos: Autor, 11.03.2017
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    • Bei Görlitz bergen historische Aufnahmen nicht übermäßig viele sentimentale Aspekte, da so vieles zum Glück noch erhalten ist.
      Die folgenden fünf ausgezeichneten NPG-Fotografien aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jhdts. möchte ich dennoch hier teilen:









      Das Beste natürlich zum Schluss.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Neu

      Leider muss ich zum ersten Foto Einspruch einlegen ;) Dieses Foto zeigt das östliche Ufer der Neiße. Also heute Polen. Und hier hat sich doch sehr viel verändert. Ebenso wie das naheliegende Wohngebiet "Töpferberg", heute "Postplatz". Aber hier entwickelt sich wenigstens was...

      Ich schätze mal, dass das so um 1900 war. Rechts die Dreiradenmühle. Foto von der damaligen hölzernen Altstadtbrücke aus.


      Ähnliche Ansicht. Auch die Westseite sieht heute nicht mehr ganz so aus.


      Hier die Altstadtbrücke aus Holz, dahinter das Wehr und rechts die Mühle.


      So gemütlich und romantisch das alles aussieht, Details darf man gar nicht ansehen. Da gabs wohl viel Elend.

      Fotos: Robert Scholz, Görlitz

      In den 1950er Jahren wurde die Zeile fast restlos abgeräumt. Heute sieht es nun so aus. Das Foto ist von 1987. Das ehemalige Silo stammt aus dem Jahr 1938.

      Foto: Rapp, Gunter, 1987
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    • Neu

      Mit dieser Zeile hat Görlitz eines seiner Wahrzeichen verloren - wenig wurde so oft abgebildet wie diese Häuser.
      zB im großen Kurt Hielscher Photoband über Deutschland.
      Auch in Hermann Schreibers Buch Unvergessener Deutscher Osten befindet sich ein Bild der wohl bereits verfallenden Häuser:"Blick über die Neiße auf den heute polnisch verwalteten Teil der Stadt Görlitz". Bei vielen Menschen der früheren Generationen wird dieser Blick eines der ersten Sachen sein, die sie von Görlitz mitbekommen oder aufgeschnappt haben.
      Den beinahe schon pc-Verweis auf das omnipräsente "Elend" vermag ich nicht zu teilen. Es waren ursprünglich gewerblich genutzte Häuseln, Gerbereien. Gerbereien waren niemals Nobelquartiere. "Schöner Wohnen" stand da niemals auf dem Programm. Die eigentlichen Wohnhäuser waren straßenseitig.
      Für Städte am Fluss sind solche malerischen Hinterhäuser oft typisch. Auch in Waidhofen/Ybbs gab es so etwas hinter der Zeller Hochbrücke:
      ebay.de/itm/131464-Waidhofen-a…8c67b3:g:VI0AAOSw34FVAvdD

      Auch das ist schon Geschichte. Die heutige Zeit kennt keinen Humor und keine Liebe.

      Hier ein paar Photos aus der SZ, wo, wie ich meine, in bester journaillistischer Manier einiges durcheinandergebracht wird.

      sz-online.de/nachrichten/das-w…erberhaeuser-3444390.html
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ursus carpaticus ()

    • Neu

      Die Gerber waren, um ihr Handwerk betreiben zu können, auf viel Wasser angewiesen (Herstellung der Gerberlohe, auch "Lohkäs" genannt). In einer Zeit, in der es noch keine Wasserleitungen gab, hätte man das viele Wasser schwerlich mit Eimern herbeischleppen können. Ein Transport des Wassers mittels Fuhrwerk und Fässern, wäre wohl zu teuer und zu umständlich gewesen. Deshalb befanden sich die Gerbereien an Bachläufen oder Flüssen, wo genug frisches Wasser zur Verfügung stand.

      Die Gerberei ging einher mit sehr starken Geruchsbelästigungen. An den bestialischen Gestank kann ich mich aus meiner Kindheit noch erinnern, die Gerberei war nicht weit von unserem Haus entfernt (zur Klarstellung, dies war nicht in Görlitz). Wegen der starken Geruchsbelästigungen waren die Gerber zwar an Flüssen oder Bächen, aber eben auch möglichst am Stadtrand angesiedelt. Vermutlich wird man am Westufer der Neiße in Görlitz den Gestank der Gerbereien, die am Ostufer des Flusses betrieben wurden, auf Grund der Entfernung für gewöhnlich wohl eher nicht wahrgenommen haben, außer vielleicht bei starkem Ostwind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Neu

      Passend dazu mal ein paar Bildchen von mir:


      Die Häuserzeile kurz nach dem Krieg, aufgenommen vom Brückenkopf der (gesprengten) Altstadtbrücke auf deutscher Seite. Die Gebäude gen Norden haben deutliche Schäden erlitten. Im Vordergrund die heutige Terrasse der Vierradenmühle mit Grenzpfahl inklusive.


      Zustand heute




      Hier noch ein Blick von den nördlichgelegenen Bleichwiesen im Jahre 1906.


      Luftaufnahme aus den 20ern

      Neben der alten Ostvorstadt sieht man auch sehr gut den "Brückenpark" von Görlitz: Mitte-rechts hinten sieht man die Bögen des Neißeviadukts. Mitte-links unterhalb der Ruhmeshalle die Reichenbergerbrücke, heute an selbiger Stelle die Stadt- b.z.w. Johannes-Paul-II.-Brücke. Darauf folgen weiter den Fluss runter die Lindenwegbrücke, die Altstadtbrücke und die Brücke am Hirschwinkel (an der Stelle fließt übrigens die Lunitz (alias Kidronbach) aus ihrem unterirdischen Dasein in die Neiße).

      Es gibt übrigens nach wie vor Überlegungen/ Bestrebungen die Lindenwegbrücke und seit neuestem (von polnischer Seite aus) den Neißesteg am Viadukt wiederzuerrichten.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fusajiro () aus folgendem Grund: Ein Bild wurde wenige Beiträge vorher schon gezeigt.

    • Neu

      Die eigentlichen Gerberhäuser befanden sich rechts von der Altstadtbrücke, hinter der Heilig-Geist-Kirche, die mit dem Bau der neuen Brücke abgerissen wurde. Insofern hat die SZ eigentlich nichts Falsches berichtet. Welche Gewerbe links der Brücke ausgeübt wurden, ist mir nicht bekannt. Da die Gerber viel Wasser brauchten, wage ich zu bezweifeln, dass auch hier Gerber arbeiteten. Das dritte Foto gibt über die Arbeit der Gerber ein wenig mehr Einblick.






      Fotos: Robert Scholz, Görlitz
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    • Neu

      @Fusajiro
      Interessant, das Nachkriegsbild. Unter diesen Umständen ist der Abriss der "Gerberhäuser" (ob sie jetzt solche waren oder nicht) mehr als verständlich. Damit sind diese Häuser neben der Löwenapotheke ein veritabler Kriegsverlust.
      Und damit ist auch in Hermann Schreibers Buch die vorletzte Bildunterschrift schlicht falsch, denn sie suggeriert Nachkriegszeit (Blick auf den polnisch verwalteten Teil der...). Das Bild zeigt eindeutig die unzerstörten Häuslein. Der Anblick vor 45 war demnach zur Illustration von Verlust und polnischer Verwahrlosung bestens geeignet.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Neu

      potsdam-fan schrieb:

      Die eigentlichen Gerberhäuser befanden sich rechts von der Altstadtbrücke, hinter der Heilig-Geist-Kirche, [...]
      Natürlich! Das wollte ich eigentlich auch noch schreiben, danke für den Nachtrag!

      potsdam-fan schrieb:

      [...] Welche Gewerbe links der Brücke ausgeübt wurden, ist mir nicht bekannt. [...]
      Nach meinem Kenntnisstand handelt(e) es sich prinzipiell, abgesehen von der Dreiradenmühle, um normale Wohnhäuser.

      Ich hoffe natürlich, dass im Zuge der "Reurbanisierung" des Ostufers, diese Zeile weitestgehend wiederherrgestellt wird. Weiter oben auf dem Töpferberg stehen ja die (schon optisch auseinanderfallenden) Soziplatten, deren Wohnraum sie teilweise ersetzen könnten.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.