Potsdam und seine historische Mitte

    • Heimdall schrieb:

      Aber die Äußerung "alles dafür tun", die Garnisonkirchen-Baustelle zum Erliegen zu bringen, ist natürlich eine klare Drohung, die in Richtung Kriminalität weist.
      Das ist aber eine eigenwillige und böswillige Interpretation, die jeglicher Grundlage entbehrt. Diese Floskel wird in Politik und Wirtschaft täglich genutzt, ohne dass man dabei an Kriminalität denken muss.

      Ich halte mich da lieber an Fakten und wenn ich nicht ganz blind bin, dann hat stadtmittefueralle.de/ kein Impressum. Das ist nicht nur rechtswidrig sondern für so eine solche Organisation im höchstem Maße unseriös. Ich muss gestehen, dass ich auch angesichts der vielen und durchaus bedeutenden Unterstützer, die auf diese Seite aufgeführt sind, ein Mindestmaß an seriösem Auftreten erwartet hätte. Ich bin doch sehr überrascht. Man muss schon die Denic bemühen, um herauszufinden, wer für diese Seite verantwortlich ist:

      Paavo Günther
      Zeus X. Machina
      Postfach 601611
      14416 Potsdam
    • Die beiden großen Tageszeitungen berichten in Ihrer Ausgabe vom 22.12.2017 das in der Nacht versucht wurde in die Fachhochschule am Neuen Markt einzubrechen. Im Gebäude wurde ein mit Benzin gefüllter Kanister gefunden. Ob es sich wirklich um linke Abrissgegner handelt die die Bauarbeiten sabotieren wollten, ist für mich reine Spekulation.

      pnn.de/potsdam/1243876/
      (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 22.12.2017)

      maz-online.de/Lokales/Potsdam/…chhochschule-einzubrechen
      (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 22.12.2017)
    • In der Tat handelt es sich bei jedem derartigen Fall um Spekulation, solange keine hinreichenden Informationen vorliegen.

      Interessant ist es aber, zu verstehen, wie diese linksorientierten Gruppen intern argumentieren (oder wie es auch der einen oder andere in anonymen Interviews zugibt). Man empfindet die Entscheidungen des Rechtsstaats als "Gewalt", gegen die jeglicher zivile Einsatz chancenlos ist. Die Demokratie wird als Scheindemokratie gesehen, da die "Mächtigen" doch stets im Hintergrund die Richtung bestimmen. Daher wird in diesen Kreisen oft ganz offen zugegeben, dass man Gewalt anwendet. Diese Leute haben dabei nicht im geringsten ein schlechtes Gewissen - sie empfinden die "Gewalt" der anderen Seite als viel schlimmer. Der Übergang in "verfassungstreue" linke Kreise ist dabei fließend - viele Leute würden nicht selbst gewalttätig werden, freuen sich aber, wenn andere es tun, und äußern gerne Verständnis.

      Was soll man tun? Wegsperren ist leider eine nur zeitlich begrenzt wirksame Lösung. Strafe muss immer sein. Ich finde aber, diesen Leuten muss auch psychologisch geholfen werden, zusammen mit ganz viel Aufklärung.
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      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • A.Tomszak hat im vergangenen Jahr gesagt:"wir werden so lange für den Erhalt der FH kämpfen bis die Abrissbagger kommen"Nun sind sie da,und es geht trotzdem weiter,nähmlich mit einem im Februar weiteren sinnlosen Kaufangebot,mit dem Argument man wolle"alles daran setzen",der Stadtgesellschaft den Bau"zurückzuholen"(Quelle PNN).Naja,das,was sich diese "Kleindenker"in ihren sturen Kopf gesetzt :kopfwand: haben,dafür oder dagegen,werden sie auch weiterhin kämpfen.
      Und was die kandidatur L.Boedes zum OB betrifft ,da bin ich mir sicher das es da genug ich muss es leider so sagen"unwissende" Potsdamer gibt,die auf diese Wählergruppe "Die Andere"hereinfällt und L.Boede wählt.
      Das hat sich ja schon bei den"Bürgerbegehren"(von "Die Andere"initiert)gezeigt,wie schnell irgend welche selbsternannten Initiativen für ihre eigenen Ziele,tausende Bürger vor ihren Karren spannen,bzw Instrumentalisieren/Mobillisieren können.
      Und was Sachbeschädigungen auf Baustellen von umstrittenen Bauwerken anbelangt,auf der Baustelle der Waldschlösschenbrücke in DD wurden zB Baumaschienen von radikalen Gegnern schwer durch Sand im Getriebe beschädigt.(einige 100000Euro Schaden)

      Allen Foristen noch ein besinnliches Weihnachtsfest
    • Die Aufregung kann ich nicht verstehen. es war von Anfang an klar, dass die Anderen Neudenker nie aufgeben. Lutz Boede hat einmal in Bezug auf die Auseinandersetzung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche gesagt ein akzeptabler Kompromiß sei der Verzicht auf die Rekonstruktion. In den anderen Fragen verhält sich das genauso - ein Kompromiß ist nicht denkbar. Das mag man als borniert und stur bezeichnen, ist aber beileibe keine exklusive Haltung dieser Gruppe.

      Insofern ist es das gute Recht der Anderen Neudenker für ihre Position zu werben und zu demonstrieren. Selbstverständlich kann auch jeder Potsdamer mt festem Wohnsitz in der Landeshauptstadt zu politische Gremien und Ämetrn kandidieren. Auch wenn die Herrschaften den größten Unsinn erzählen, dieses Recht ist ihnen nicht zu nehmen. Ich bin mir sicher, dass die Wähler hier besonnen wählen. Sowohl im nächsten Herbst bei der OB-Wah wie auch ein jahr später bei den Wahlen zur SVV.

      Sobald allerdings Recht gebrochen wird muss der Staat das Recht durchsetzen. Das werden die Damen und Herren nächstes Jahr bzgl. der Störun des Baustartgottesdienstes am eigenen Leibe erfahren.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Abriss der Fachhochschule

      Nochmals eine Übersicht zum o.g. Problem.

      Blick zur Bibliothek.


      Richtung Alter Markt.


      Teile des ehemaligen Verbindungsbaues zur Bibliothek.


      Hier noch einmal




      Bagger auf dem Dach.


      Hier soll einst das "Musikerhaus" entstehen. Der übliche Anblick...

      Fotos: Autor, 26.12.2017
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      Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos
    • Einen hässlicheren Bau für diesen Platz als die FH hätte man sich auch wirklich kaum ausdenken können.
      Was für eine Wohltat, dass er endlich gehen darf. :smile:
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Die Hässlichkeit ist in meinen Augen garnicht das grösste Problem an der FH. Man sieht am 2. Foto sehr gut, welch krasse Barriere der (inclusive der Verbindungsbauten) äusserst langgestreckte Bau zwischen Neumarktareal/Friedrich-Ebert-Strasse und dem Alten Markt bildet. Dieser Riegel verhindert, zusammen mit der unhistorischen Breite der letztgenannten Strasse mitsamt der Strassenbahntrasse, dass das städtische Leben aus dem Bereich um die Charlottenstrasse auf natürliche Weise in Richtung Alter Markt strömt/diffundiert und damit den Alten Markt quasi in den eigentlichen Potsdamer Stadtorganismus aufnimmt. Sind die neuen historischen Strassen durch dass Quartier nach dem Fall der FH erst einmal angelegt, werden die Passanten zwischen Altem Markt und dem derzeitigen Potsdamer Zentrum um die Brandenburger Strasse ganz natürlich hin- und herströmen, und dem albernen "Kulissen-" bzw Disney-Argument der Gegner wird vollends die Berechtigung abhanden kommen, da die Neubauten und Rekonstruktionen nun ein wirklicher Teil von Potsdam sein werden, und nicht mehr eine gefühlt periphere, abgekoppelte, sterile "preussische Puppenstube".
      Es ist dieser Quantensprung für Potsdam, die entscheidende Ausweitung des lebendigen Stadtraums mit dem damit verbundenen Attraktivitätszuwachs, den die FH-Verteidiger unbedingt verhindern wollen, denn sie spüren wohl, dass mit dem Abbruch des gewaltigen Gebäuderiegels die Annäherung an das historische Stadtbild erst ihren endgültigen Sinn und "Sieg" erreichen wird.
      Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

      Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir
    • Vielleicht habt ihr auch Bekannte, die die Rekonstruktion des alten Potsdam eigentlich schön finden würden, aber befürchten, dass dies als Sieg des Kapitalismus über den Kommunismus (wahlweise des Westens über den Osten) interpretiert werden würde.

      Erzählt ihnen, dass es die ganze Geschichte auch im Westen gab! Erzählt ihnen vom "Technischen Rathaus" in Frankfurt am Main, welches geschmacklich der Potsdamer Fachhochschule schon sehr nahe kam, einschließlich der Ignoranz jeglicher städtebaulichen Struktur. Und zeigt ihnen, wie man aus der Architekturgeschichte lernen und mit ein bisschen Mut ein Juwel wieder auferstehen lassen kann - ebenfalls ganz ohne "Disney-Feeling":

      Wiederaufbau Frankfurter Altstadt (Areal Techn. Rathaus)
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      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • Snorg,ich glaube den dauer FH Kämpfern um Tomszak und Boede geht es mit dem Erhalt der alten FH in erster Linie darum sie ja,eher in ein linkes Künstler und Kulturhaus und dazu noch in der Mitte der Stadt (in allerbester Stadtlage) Baulich umzufuktionieren.,,Die Andere"alias "Mitte für alle".die kämpfen ja auch für den dauerhaften verbleib ihrer Künstlerfreunde im RZ.Es ist schon verrückt,diese linken Neudenkerträumer
      werden noch im Februar ein Kaufangebot für die FH(die gar nicht zum Verkauf steht)einreichen :kopfschuetteln: ,wenn der Abriss im vollen Gange ist.
      ,Naja,diese sinnlose,nervige und schon ausgeleierte Tomszak /Boede Truppe wird in Potsdam leider noch einige Jahre lang bei der Lokalpresse für Schlagzeilen :zeitung: sorgen die eigentlich keinen mehr interessieren.
      Was machen diese Hobbykrakeeler eigentlich in ein paar Jahren wenn alle Planungen umgesetzt sind?
      Die werden immer noch genug Stoff finden um sich weiterhin unrühmlich interessant und bekannt mit irgendwelchen lächerlichen Aktionen für oder gegen etwas in Potsdam zu machen.Das ist sicher.
    • Herr Herrman,
      denen geht es nicht um die FH, auch nicht um das temporäre „Rechenzentrum". Denen geht es noch nicht mal um das alleinige Nicht-Entstehen der Garnisonkirche.

      Diese Leute sind Preussen und damit Potsdam-Hasser. Denen geht es um die Verhinderung jeglicher Annäherung an historischerAuthentizität der Stadt. Und um die Manifestierung der Verleugnung Potsdams.

      Gehau dafür taugen die Ex-FH, das Interhotel, der Staudenhof, das Rechenzentrum und alle anderen DDR-Überlagerungen. Und genau daher werden alle anderen Annäherungen an den historischen Stadtgrundriss ebenso verbissen - ideologisch bekämpft (wie man auch am Bauschild für ein Künstler-Wohn-und- Arbeitshaus sehen kann).

      Luftpost
      Brandenburgische Bauordnung
      § 8
      Gestaltung
      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Luftpost schrieb:



      Diese Leute sind Preussen und damit Potsdam-Hasser. Denen geht es um die Verhinderung jeglicher Annäherung an historischerAuthentizität der Stadt. Und um die Manifestierung der Verleugnung Potsdams.

      Diesen Kleingeistern fehlt es im wahrsten Sinne des Wortes an der "preußischen Toleranz", für die das alte Preußen so bekannt und beliebt war!

      Wie tolerant diese Intoleranten sind, erkennt man an den Farbbeutelattacken der Bauschilder im Viertel und an der Garnisonskirchenbaustelle...der Überfall auf den Gottesdienst ist da leider noch ein kriminelleres Thema, aber dafür gibt es wenigstens Staatsanwälte und Richter, die sich um diese Art von Verbrechen kümmern und soll uns hier nicht weiter belasten.

      Wenn diese herrlichen preußischen Gebäude wieder zurückgekehrt sind, dann werden diese Hysteriker hoffentlich auch ein wenig von den guten alten preußischen Tugenden inhalieren können und im besten Fall ihr radikalen Hass ein wenig abgedämpft werden. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass zumindest deren Kinder und Enkelkinder nicht deren (selbstzerstörerischen-)Hass vererbt bekommen.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • HalleLuja schrieb:


      Für alle Potsdamfans vielleicht noch etwas für den Gabentisch.
      SIEGFRIED LIEBERENZ, RAINER LAMBRECHT BEVOR DER ABRISSBAGGER KOMMT
      Dieses Buch ist unbedingt zu empfehlen! Selbst ich als ausgewiesener Potsdam-Expert war erschüttert zu sehen, wieviel nach dem Bombenangriff noch stand und wieviel von der "DDR" in den 1970er und 80er Jahren noch abgerissen wurde. Gerade auf dem Kiewitt, um die Pumpen-Moschee herum. Diese Dokumentation ist ein Schlag ins Gesicht all jener DDR-Architekturanhänger, die meinen, etwas Wertvolles verteidigen zu müssen.

      "Siegfried Lieberenz, vor über acht Jahrzehnten in Potsdam geboren, hielt über Jahrzehnte hinweg mit seiner Kamera vom Abriss bedrohte Gebäude fest, mitunter auch das Zerstörungswerk selber. Geprägt durch Krieg und die Enttrümmerungen der Nachkriegszeit wollte er sich die Erinnerung an möglichst viele Häuser und stadträumliche Situationen bewahren. Schon lange haben ihn seine Freunde gedrängt, gerade diese Fotos zu veröffentlichen. Jetzt ist es so weit.
      Der Bilderfundus ist auf mehrere Kapitel verteilt, für die Rainer Lambrecht einführende Texte verfasst hat. Hintergründiges und auch Nebenseitiges soll den Leser mit ausgewählten Besonderheiten der jeweiligen Stadtgebiete und Bauten vertraut machen, ihn gewissermaßen einstimmen. Deshalb enthalten die Einführungen auch einige ältere Abbildungen. Entstanden ist ein spannender, auch aufregender Gang durch einen Teil der Stadtgeschichte."

      Hier noch die zwei Besprechungen, die wohl dazu geführt haben, dass die 1. Auflage sofort vergriffen war:

      PNN

      MAZ

      Die 2. Auflage ist jetzt verfügbar und kostet nur 21,95 Euro:

      Knotenpunkt Verlag Potsdam
      "Wie schön ist es doch zu leben." Pippi Langstrumpf
    • Ich bin im Besitz,dieses sehr interessanten Buches.Ja Berliner Vorstadt,es ist zu empfehlen,für "wahre"Potsdamfans.Dieses Buch beschäftigt sich mit der dritten Abrissphase in der Stadt nach dem Krieg.
      Dritte Phase deshalb,weil noch bewohnte Gebäude Bzw genutzte Gewerbebauten der "Modernen sozialistischen Stadtplanug"zum Opfer fielen.
      In diesem Buch sieht man ganz deutlich,dass noch bis Ende der 80er Jahre ganze Straßenzüge ausradiert wurden.
      In der Breiten Straße sind /Kiezstraße/Lindenstr.und um das Neustädter Tor zwischen 1968(dem Abriss der GK)und 1978, na ich schätze mal an die 40 intakte Häuser beseitigt worden.Auch im Bereich Berliner/Türkstraße und Am Kanal was da noch so alles bis weit in die 70er verschwand.Es ist ein jammer!
      Das Buch zeigt,das es nicht nur der Krieg war,der die Stadt in Teilen städtebaulich so verstümmelte,sondern die Stadtplanung der Nachkriegszeit.
      Durch dieses Buch gehe ich jetzt mit anderen Augen(noch Bewusster/Achtsamer)durch die Stadt.
    • Da wir jetzt ja zwei Wahlkampfjahre in Potsdam vor uns haben (Herbst 2018 OB-Wahl; Herbst 2019 Kommunalwahl) sollten wir den Strang zur Potsdamer Mitte nicht zum Politforum werden lassen. Ich könnte da zwar auch viel beitragen - passt aber nicht hierher. Deshalb sollten wir uns auf zwei Aspekte beschränken:

      1. Was die Politik betrifft: Auswirkungen auf die Neugestaltung der Mitte
      2. Die nächsten, absehbaren Streitpunkte

      Zum Ersten: da der Bewerber der SPD bei der OB-Wahl gute Chancen auf die Nachfolge des jetzigen OBs hat (wegen der schwachen Linken-Kandidatin und wegen der Uneinigkeit des bürgerlichen Lagers) wird die Wahl wohl am 20. Januar zwischen Sozialdezernent Schubert und Kämmerer Exner entschieden. Der gebürtige Potsdamer Schubert ist eher ein Linkspopulist, kritisiert Wachstum der Stadt und Verdichtung der Innenstadt und will dem sozialen Wohnungsbau Vorrang vor dem Neubau von Wohnungen für weitere Zuzügler ("die kommen doch bloß wegen der Arbeit") einräumen. Exner hingegen, West-Berliner aus Spandau und seit vielen Jahren in Potsdam, will das Wachstum (die Prognosen sprechen von einer Steigerung von 30-40.000 Einwohner in den nächsten 30 Jahren) gestalten und auch die Innenstadtentwicklung weiter vorantreiben.
      Durch das Wirken der "Anderen" hat sich der gedachte Mittelpunkt der Potsdamer Politik nach links verschoben. Da CDU, FDP und Grüne stadtpolitisch gar nicht mehr auftauchen ist die starke bürgerliche Fraktion der Stadt häufig stimmlos.

      Zum Zweiten: Zuerst geht sicher der Streit um die Neugestaltung des in Entstehung begriffenen Elefantenfriedhofes der Moderne (Hauptbahnhof, Stadtbad, Ketten-Hotel an der Langen Brücke), zu der der amtierende OB gesagt hat, hier entstünde das "moderne Zentrum Potsdams", weiter. Im Frühjahr werden die Pläne für ein weiteres Ketten-Hotel an empfindlicher Stelle der Altstadt (Am Kanal / Französische Straße) bekannt. Hier wird die Münchner Grund 5-geschossig bauen, was Schlimmstes befürchten läßt.
      Beim Block III des Areals westlich des Alten Marktes soll es zu Ostern abschliessende Entscheidungen geben. Im Verfahren sind noch viele offene Fragen, so dass unklar bleibt, ob die Neugestaltung ein wirklicher Erfolg wird. Immerhin kommen zwei Fassadenrekonstruktionen (Palazzo Valmarana von A. Palladio und das Klingnersche Haus von G.W. Knobelsdorff) Im Anschluß soll mit dem Block IV begonnen werden. Im Frühjahr wird auch die ehem. Plantage neu gestaltet - wahrscheinlich eher als Schulsportplatz als als öff. Grünanlage. Nach Willen der SVV soll es auch eine Entscheidung zum neuen Künstlerhaus Potsdam geben - vielleicht im wiedererrichteten Langen Stall?
      Der Garnisonkirchturm wird noch viele bautechnische Schwierigkeiten bekommen aber wohl zu Jahresmitte aus dem Boden kommen. Die evangelische Kirche wird weiter um das Kirchenschiff zanken. Vielleicht kommt einem ja doch noch eine neue Idee für eine bezahlbare Nutzung des Schiffes?
      Die Nikolaikirche wird nach der Orgel ihr Tympanonrelief wiederbekommen, bezahlt aus eigentlich für die Garnisonkirche gedachtem privatem Geld. Das Stadtschloß wird drei Attikafiguren wiederbekommen (ca. Ostern) und wohl auch eine Aussicht auf einige weitere mehr. Viellicht findet sich auch ein Sponsor für die sanierungsbedürftigen Ringer und Fechter der Kolonnade und sogar der Engel- oder Fahnentreppe des Schlosses.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) hat sich in der Ausgabe vom 08.01.2017 mit dem Rückbau der Fachhochschule (FH) beschäftigt. Linke-Landtagsabgeordnete Anita Tack kritisiert Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs für dessen Umgang mit der Fachhochschule - und spricht von einem „völlig intakten und funktionstüchtigen Gebäude“, das nun abgerissen werde.

      pnn.de/potsdam/1247463/

      Ich habe das Gefühl hier kann sich jemand damit nicht abfinden, das die Fachhochschule und später der Staudenhof abgerissen bzw. irgendwann die Magistrale zurückggebaut wird und sich das Stadtbild verändert. Oder handelt es sich hier wirklich nur um eine Anfrage einer Landtagsabgeordneten an den Oberbürgermeister?!
    • Ja,Meister Lampe,diese "Linke" und ,,Die Andere" werden sich mit den Städtebaulichen Veränderungen nie abfinden,die sich nicht nach deren Vorstellungen entwickeln.Von diesen Leuten kann man auch keine anderen Reaktionen erwarten,was den Abriss von DDR Bauten betrifft und schon garnicht ein teilweisen Aufbau von Preuß.Barockbauten.Die waren der SED damals als Ruinen schon ein Dorn im Auge und wurden beseitigt. Um so schlimmer heute für die überzeugten Alt SEDler (die noch sehr Zahlreich in Potsdam zu finden sind)und die neue Linke Generation,das diese Gebäude wieder aufgebaut werden.(Deren Aufbau muss doch mit allen Mitteln bekämpft werden).
      Die Anfrage zur FH von Frau Tack (ehemaliges Mitglied der SED)ist ja nun völlig Substanzlos darauf reagiert der OB sicherlich kaum noch.Die Linke(sind doch sooo Sozial)sollte sich mal anderen Dingen(Kitas und Schulen )widmen als sich ständig nur an den Plänen zur Umgestaltung der Potsdamer Mitte festzubeißen und die sie glücklicherweise nicht ändern werden.
    • Neu

      Es ist doch vollkommen in Ordnung, dass sich Teile der Stadtgesellschaft konservativ einbringen und DDR-Bauten retten wollen, Da geht es auch um emotionale Faktoren, um Teilhabe an der Stadtentwicklung. Man sollte nicht die gleiche Arroganz fahren, mit der früher die Bewahrer vormoderner Bauten von den großen Umgestaltern der autogerechten Stadt weggewischt wurden. Das bedeutet in diesem Falle nicht, dass ich ihnen Erfolg wünsche. Ich habe mit vielen Potsdamern geredet, die skeptisch über die jüngere Entwicklung sind, während andere die Umgestaltungen sehr begrüßen. Insbesondere den sozialen Faktoren sollte angemessen Rechnung getragen werden. Also, dass es weiterhin bezahlbaren Wohnraum gibt und Potsdam kein Reichenghetto mit historisierten Fassaden wird. Ich denke, dass die Bevölkerung in Potsdam sehr davon profitiert, wenn ein wenig Glanz wieder über die Stadt fällt. Bislang haben alle Projekte die Strahlkraft der Landeshauptstadt erhöht und die Kritiker am Ende, manchmal knurrig, überzeugt.