Potsdam und seine historische Mitte

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      So, jetzt dürfen die Berufsrevolutionäre um Herrn Thomczak erst recht toben, wie die MAZ berichtet ist die FH nun abgeriegelt und komplett durch einen Bauzaun vor Eindringlingen geschützt (wovon sich die "mutigen Helden" allerdings nicht einschüchtern lassen dürften...)

      Auf Spiegel Online ist heute ein sehr lesenswertes Interview mit der Kunsthistorikerin Saskia Hüneke über die Potsdamer Mitte erschienen, das mit nahezu sämtlichen Legenden von Thomczak und Co. aufräumt. Hier ein Auszug:

      Saskia Hüneke schrieb:

      SPIEGEL ONLINE: Warum erträgt die neue Stadtmitte Potsdams mit seinen historisierenden Leitbauten Stadtschloss und Museum Barberini keine DDR-Architektur wie die Fachhochschule am Alten Markt?
      Saskia Hüneke: Ähnlich wie im Westen wurden nach 1945 auch in der DDR im Glauben an eine neue Moderne die gewachsenen Stadtstrukturen zugunsten von großen Straßenflächen und monolithischen Einzelbauten zerstört. Im Sanierungsgebiet der Potsdamer Mitte - und nur hier - sollen die historischen Straßen und Stadträume wieder die Entwicklungsgrundlage bilden, vor allem um den Alten Markt, der hochgeschätzt war und es teilweise schon wieder ist. Hier ist ein Gebäude wie die Fachhochschule städtebaulich nicht zu verkraften. Das richtet sich aber nicht gegen die DDR-Architektur an sich.


      SPIEGEL ONLINE: Warum muss die Potsdamer Innenstadt wieder so erscheinen wie im 18. Jahrhundert unter dem Preußenkönig Friedrich II?
      Hüneke: Das wird sie gar nicht, auch wenn der Landtagsneubau und das Museum Barberini in ihrer historisierenden Außengestalt und natürlich die "Originalbauten" der Zeit sehr stark wirken. Auf dem annähernd historischen Grundriss der neuen Straßenkarrees entstehen nur noch einzelne barocke Leitfassaden, alle anderen Gebäude dagegen in einer im Maßstab angepassten mehr oder weniger freien zeitgenössischen Architektur.


      SPIEGEL ONLINE: Wie wollen sie verhindern, dass das Zentrum musealisiert wird - nur eine hübsche Preußen-Kulisse für Touristen aus aller Welt?
      Hüneke: Es wird eben keine "Preußen-Kulisse". Außerdem ermöglichen die kleinteiligeren Baustrukturen einen lebendigen Nutzungsmix aus Hunderten Wohnungen, aus Geschäften, Restaurants und Cafés als Ergänzung zu den zahlreichen bereits bestehenden öffentlichen, überwiegend kulturell geprägten Orten. Die Vorgaben in der laufenden Ausschreibung der Grundstücke zielen neben der Bauqualität auf interessante Nutzungen und einen sozialverträglichen Mietenmix für unterschiedliche Nutzergruppen. Auch Baugruppen oder Genossenschaften haben hier Ihre Chance. Ich bin sicher, dass das ein lebendiger Stadtteil für alle wird, gleich ob für Gäste oder hier Lebende.
      (...)
      :applaus: :applaus:

      Dieses Bild von "Potsdam-Fan" unterstreicht zusätzlich die obigen Argumente:

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    • Bilder vom Gebäude der Fachhochschule mal aus neuer Sicht

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      Als Ergänzung: Den Artikel "Interview von Saskia Hüneke im Spiegel-online" hatten wir hier schon mal diskutiert. Die ärgern sich bestimmt schon seit Ende Juni.

      Nun die Fotos, die mir dankenswerterweise überlassen wurden:

      Die Sicht aus der Bibliothek.





      Wie man sieht, wird der FH-Bau von allen Seiten bedroht. Da muss man doch was tun.

      Quelle: hm, 18.07.2017
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      Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos

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      Nachdem bekannt geworden ist das die Fachhochschule (FH) mit Asbest belastet ist und man eine erneute Besetzung des Gebäudes vermeiden möchte, ist das Gebäude jetzt mit einem Bauzaun gesichert. Abrissgegner fordern inzwischen Einsicht in Akten über die Belastung des DDR-Gebäudes mit Schadstoffen.

      pnn.de/potsdam/1201546/
      (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 19.07.2017)