Potsdam und seine historische Mitte

    • Die Definition bei Wikpedia.

      Es gehört zu den Paradoxa der Architekturdebatte, dass etwas, das sich als ungemein erfolgreich bewährte Prinzig der Rekonstruk nebeneinander und in einer Reihe (Barberini, Nocksches Haus, Palast Pompei, Stadtschloß) im nächsten Bauabschnitt von den gleichen Personen als unerwünscht, Fake, Disneyland usw. diskreditiert wird.
      "Modernität kann im Gewande der Vergangenheit hervortreten. Das ist eigentümlich für alle Renaissancen." Jacques Le Goff
    • Gegen Dummheit kämpfen eben selbst Götter vergebens. Mehr über diese akademischen Hochstapler von Stadtplanungs- und Architekturprofessoren zu verlieren, wäre reine Zeitverschwendung. Schließlich klaffen logisch in deren Argumentation riesige Lücken, und empirisch können sie kein einziges Bsp. nennen, wo ihre Ideen erfolgreich und zu allgemeinem Gefallen einmal umgesetzt wären, obwohl diese Lehrstuhlusurpatoren seit Jahrzehnten am Drücker sind und nahezu jede ihrer Schnapsideen mit ihrer Umsetzung gekrönt wurde. Warum kommt ein Gebäude außerhalb seiner natürlichen Umgebung, zu welcher es historisch, formensprachlich und proportional (was alles Dimensionen der Geltung eines Bauwerkes sind) korrespondiert und der es möglichst entwachsen ist, weniger zur Geltung als mit dem autistischen Klotz im Stile eines epigonalen Bauhaushistorismus nebenan? Außerdem wird bei modernistisch verkorkstem Umfeld dann generell eher auf das Smartphone als auf die Umgebung geschaut, womit auch Rekonstruktionen weniger wahrgenommen würden. Bei solcher Argumentation fühlt man richtig, wie man beim Zuhören dümmer wird.

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    • Konstantin,wenn zu Ihnen jemand sagt,Ihr neues Wohnhaus gehört zur Kategorie Disneyland.Was entgegnen Sie ihm?

      Ohrensesselexperte,Stadtplaner und Architekten alles"Experten" haben das unzerstörte schöne Linz in den letzten ca dreißig Jahren nachaltig mit Glaskuben stark beeinträchtigt.Uferzone an der Donau(Brucknerhaus,Lentos Kunstmuseum,Neues Rathaus) und Innenstadt (Schlossmuseum ein Flügel modern,Kulturquartier am Ursulinenhof,und und..)
      Die Lobby der Modernisten hat heute noch immer Oberwasser,zumindest was Deutschen Städebau betrifft.
    • Ich halte das weniger für eine Lobby, da sich funktionierender Städtebau und schöne/erhebende Architektur nicht schlechter verkaufen ließen, als für eine Ersatzreligion, die ideengeschichtlich in der neuen Linken wurzelt(Antitraditionalismus, Dekonstruktivismus, Strukturalismus-Funktionalismus, pseudoemanzipatorisches Fortschrittsdenken) und die jedes höhere Streben, jedes Transzendente, jedes Sperrig-Identitäre und Jenseits-des-Zeitgeistige als Herausforderung ihres negativistischen Absolutheitsanspruches ablehnt und nach der Altenpfleger-Maxime "satt und sauber" ein Heer entindividualisierter Konsumzombies schaffen will.
      Der Mensch lebt aber nicht vom Brot allein. Deshalb halte ich den Modernismus in seinem totalitären Anspruch für inhärent böse.
    • Herr Herrmann schrieb:

      Konstantin,wenn zu Ihnen jemand sagt,Ihr neues Wohnhaus gehört zur Kategorie Disneyland.Was entgegnen Sie ihm?
      Ich empfehle ihm eine gute Eisdiele und lasse ihn seiner Wege ziehen.
      "Modernität kann im Gewande der Vergangenheit hervortreten. Das ist eigentümlich für alle Renaissancen." Jacques Le Goff
    • Benni schrieb:

      Gibts in Potsdam denn gute Eisdielen? Kommen mir alle ziemlich durchschnittlich vor...
      Meine Freundin hat sich extra die Mühe gemacht und verschiedene Dielen getestet; Marille und Vanille hat sie begeistert ^^

      So aber Schleichwerbung mal beiseite:

      Ohrensesselexperte schrieb:

      Ich halte das weniger für eine Lobby, da sich funktionierender Städtebau und schöne/erhebende Architektur nicht schlechter verkaufen ließen, als für eine Ersatzreligion.
      Genau das. Und das ist eigentlich das Traurige. Diese Menschen glauben wirklich daran, dass ihre Produkte eine zeitenüberdauernde stilbildende Qualität haben. Dabei sind die Beton- und Glasriegel nur ein riesiges Subenvtionsprogramm für die Bauindustrie, da in 30 Jahren wieder alles weggerissen und neugebaut wird. (geplante Obsolenz?)

      Konstantindegeer schrieb:

      Es gehört zu den Paradoxa der Architekturdebatte [...]
      Leider ein Teilsieg von Tomczak - man muss nur oft genug 'Disneyland' sagen und die Leute glauben es.
      "Städte, in denen Leute sich zu Fuß und mit dem Rad bewegen können, werden bessere Orte."
    • Die Diskussion gab es schon, bevor Andre Tomczak überhaupt mit einem Schnuller werfen konnte. Das ist keinesfalls sein Teilsieg. Das ist das Resultat von 50 Jahrem modernem Städtebau und der passenden Ideologie hierzu. Die Diskussionen zu dem Themenkreis - egal auf welcher Ebene - verlaufen ohnehin immer gleich. Ich fürchte, der Debatte kann man keinen neuen Aspekt hinzufügen.

      Einzig die persönlichen Erfahrungen der Menschen mit den neuentstandenen Bauten in Frankfurt, Dresden und Potsdam sind neu. Und hier gibt es - wie im übrigen in der gesamten 3000-jährigen Geschichte von Rekonstruktionen- keinen Fall von Rekonstruktionreue, also von dem Wunsch der Bürgerschaft eine beschlossene Wiederholung historischer Gebäude rückgängig zu machen. Die gebauten Beispiele sind die beste werbung für das Konzept, der akademische Diskurs kann sich nur noch verwundert hiermit auseinandersetzen.

      Deshalb sollte man sich unbeirrt auf die Praxis konzentrieren: nach dem kellertor kommt die Königsnase, die fertig wird. Dann folgen das 8-Eckenhaus, der Plögersche Gasthof und das Klingnersche Haus. Es ist also noch viel zu tun...
      "Modernität kann im Gewande der Vergangenheit hervortreten. Das ist eigentümlich für alle Renaissancen." Jacques Le Goff
    • Wie die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) und auch Potsdamer Nachrichten übereinstimmen berichten wird die Fachhochschule von Aktivisten besetzt. Sie entrollten mehrere Banner mit eindeutigen Botschaften.

      maz-online.de/Lokales/Potsdam/…le-von-Aktivisten-besetzt

      pnn.de/potsdam/1200084/

      Hoffentlich bekommen wir keine "Hamburger Verhältnisse" (Rote Flora) :| . Eventuell kann einer der Forumteilnehmer vor Ort uns mit Bildmaterial versorgen.

      (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdamer Neuste Nachrichten, 13.07.2017)
    • da haben sich die Linken ja das absolut richtige gesellschaftliche Klima für die Aktion rausgesucht. Ich glaube die Toleranz sowohl in der Politik wie auch in der Gesellschaft ist gerade am Tiefpunkt. Ich glaube dieses Schauspiel wird schnell beendet werden. Man wird jetzt Stärke zeigen und hier gar nicht die Ansätze von Schwäche zeigen wollen. Bin mal gespannt wann geräumt wird.
      APH - am Puls der Zeit
    • Wie sieht es denn mit dem Zustand der FH aus?

      PNN schrieb:

      [...] Inzwischen ist FH-Kanzlerin Gerlinde Reich vor Ort. "Das sind nicht unsere Studenten", sagte Reich. Zudem warnte sie die Besetzer: "Ihr seid in Lebensgefahr!" Die Statik des Gebäudes lasse dieses Betreten nicht zu. [...]
      Ist es wirklich so schlimm?
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Neu

      Die Kanzlerin meint wahrscheinlich das Dach, sonst fände sicher kein Unterricht mehr in dem Haus statt. Die Reiserevolutionäre werden von knapp 200 Leuten auf dem Platz begleitet, wobei darunter etwa 20 Journalisten und rund 50 Gaffer sind. Aus Potsdam kommen nur die üblichen 30-50 Unterstützer.

      Die Stadt wird wohl versuchen die Sache leer laufen zu lassen. Kaputt machen können die Besetzer nichts mehr, es soll ja eh' abgerissen werden. Ich bin mir aber sicher, dass die Besetzer bis Sonntag eine Möglichekit finden, die Sache eskalieren zu lassen. Na, es war ja nach all' den Ankündigungen mit nichts anderem zu rechnen.

      Hier sieht man das Flugblatt der Besetzer. Das ist eine andere Sprache als die üblichen Potsdamer Linken pflegen:




      "Modernität kann im Gewande der Vergangenheit hervortreten. Das ist eigentümlich für alle Renaissancen." Jacques Le Goff
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      Wird bestimmt lustig sein wenn die Polizei diese linken Querulanten nicht nur aus der besetzten FH tragen sondern am besten gleich ganz aus der Stadt und das auf nimmer Wiedersehen.
      Mit dieser Balla Balla Besetzung machen diese Typen nur für kurze Zeit auf sich aufmerksam mehr aber nicht.Wer keine Argumente hat,setzt dann eben auf Aktion.
      Mit dieser Besetzung wachen vielleicht mal die 15000 Unterzeichner der Begehren endlich auf welchen Leuten sie mit ihrer Unterschrift letzendlich nur den Rücken stärkten.
      Mit ihrer Unterschrift haben diese 15000 Unterzeichner des Bürgerbegehrens ihrer eigenen Stadt mit Sicherheit keinen guten Dienst erwiesen sonden nur den Initiatoren des Begehrens.
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      Ich habe mir gerade mal die Seite bittestehenlassen.noblogs.org/ angesehen.
      Herr Thomcak und die anderen "Aktivist*innen" sind offensichtlich die Brüder im Geiste der Roten-Fora-Chaoten, was demokratisch und was legitim ist bestimmt man selber, nicht Gesetze und Parlamente:

      ..."Dieses Bürgerbegehren, und im gleichen Atemzug auch alle vorangegangenen Initiativen, wurde von den Stadtverordneten auf anti-demokratische Weise ausgehebelt. Somit sind alle legalen Mittel ausgeschöpft.
      Uns bleiben nur noch Mittel, die zwar nicht legal sind, aber legitim, um die FH vor dem Abriss zu retten. Wo ein „Bitte stehen lassen!“ kein Gehör mehr findet, wird ziviler Ungehorsam notwendig."

      Wenn sich die Potsdamer Behörden diese Unverschämtheiten gefallen lassen und diese Typen wieder mit Samthandschuhen anfassen (was zu befürchten ist) wir man statt eines lebendigen neuen Stadtquartiers eine quadratmeterreiche, versiffte "Gelbe Flora" bekommen und damit ein Ärgernis und Problemfleck auf Jahre. Durchgreifen, Politiker! :aufdenkopf:
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      Ich fühle eher mit einigen dieser jungen Leuten und deren angenommenes ehrliches, wahrhaftiges Engagement etwas in dieser Welt zum Besseren verändern zu wollen und von diesen Aufrufen verführt, missbraucht und instrumentalisiert zu werden. Der Ansatz einen kreativen Raum ohne Mieten und Non-Profit zu schaffen ist ja in Ordnung. Nur muß es in diesem alten Betonkasten sein, der an der falschen Stelle steht. Die Verführung ist, daß junge Menschen und deren Willen, Naivität und Unbedarftheit am falschen Ort, für den ideologischen Aktionismus der Linken gebunden und benutzt werden. Erkennen die nicht die Sinnlosigkeit des Unterfangens? Die sollten sich einmal die Ökodorfszene anschauen. Da entstehen soziale Räume am richtigen Ort und mit Nachhaltigkeit als Modelle für ein neues gemeinschaftliches Zusammenleben. Das wird dann auch unterstützt.
      Ich meine, es ist schon rührend, wenn im Aufruf gleich zweimal "Essen kochen und Kuchen mitbringen" steht. Eigentlich ne friedliche soziale Aktivität. Das machen dann bestimmt die Mädels, auch die Plakate malen, aber wie sinnlos an diesem Platz!? Das ist echt schade. Und ich stecke nicht alle diese Aktivisten in die selbe Schublade, wie es hier einige Foristen tun. Wie immer, genauer hinschauen. Es geht um Verführung reinen Engagements für ideologische egomanische Zwecke! Mit den Hamburger Chaoten würde ich das nicht vergleichen oder gleichsetzen wollen, auch wenn die Sprachführer ansatzweise so tönen. Eine Alternative anbieten, würde ich von seiten der Stadt. Es gibt noch leerstehenden Raum in Potse!? Dann würde man gleich sehen, ob das Engagemant für einen sozialen Raum noch genauso flammend zu aktivieren ist, oder ob jenes allein sich an der Reibung im Widerstand entzündet!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

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      1. Der V.i.S.d.P. des Flugblattes dürfte nicht echt sein. Es gibt zwar die Schauspielerin Fritzi Haberlandt, aber die wird mit "dt" geschrieben. Das ist also ein Fake, somit wohl bereits illegal.

      2. @"Schortschibähr"

      Sei doch bitte nicht so naiv und gehe diesen Leuten noch auf den Leim. Klar dienen Angebote a la Kuchen und Kaffee dazu, es den Aktivisten etwas angenehm zu machen und Mitläufer unter den Mädchen zu gewinnen. Der heutige linke Revoluzzer macht solche Aktionen, aber diese sollen bitte nichts am eigenen Lebenskomfort verschlechtern. Keine Revolte ohne Kaffee, Kuchen, Bierchen, Sesselchen, Technomusik aus dem Ghettoblaster und viel Gelache und Gekicher. Da hätten die alten Bolschewiken nur von träumen können.

      Im Ernstfall aber agieren diese Leute als Kollektiv. Deswegen gibt es da kein "da sind einige böse Verführer" und "dort ist die Masse der idealisierten jungen Leute". Nein, quatsch, oft ist es sogar anders herum. Die Ver- oder Anführer sind meist etwas intelligenter. Mit denen kann man eventuell sogar in einigen Jahren und wenn man mit ihnen allein ist, ein paar vernünftige Worte wechseln. (Wenn man das will; ich will es nicht) Die Mitläufer sind meist viel unbewusster konditioniert, die reflektieren weniger, sind dementsprechend oft viel unzugänglicher für andere Argumente, weil sie das geistig überfordern würde. So oder so aber, wenn die in der Gruppe sind, werden gruppendynamische Prozesse aktiv. Die können völlig "irrational" und aggressiv verlaufen. Und da gibt es keinerlei Gespräch über tolle soziale Aktivitäten.
      Die haben ja z.B. bewusst einige Gruppen aus ihrem Treff für angeblich alle Leute ausgeschlossen, z.B. Polizisten oder "Sexisten" oder "Rassisten". Du kannst also ihre Friedfertigkeit und ihren Idealismus doch selbst mal testen. Gehe doch mal rein und sage: "Tach, ich bin der Schortschi. Ich finde das ganz interessant hier. Ich arbeite übrigens bei der Polizei. Und ich mag in meiner Freizeit Pornos gerne, aber keine wo Neger mitspielen." :lachentuerkis: Mal sehen, ob Du dann noch Kuchen angeboten bekommst. Wäre ein tolles Selbstexperiment.

      Außerdem, "kreativen Raum ohne Mieten und Non-Profit". Klar, das findet jeder toll. Keiner möchte Miete zahlen. Und am liebsten würde er sich von der Stadt, also der Allgemeinheit, auch noch das Wasser und den Strom und vielleicht auch kostenlose Bierkasten-Lieferungen bezahlen lassen. Also, wenn Du diesbezüglich einen öffentlichen Aushang machst, wird sich sicherlich die Mehrheit der Potsdamer für dieses Angebot anmelden wollen. Warum also sollen diese linken FH-Besetzer ein Vorzugsrecht gegenüber allen anderen Potsdamer Bürgern haben?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Heimdall ()