Das Dresdner Schloss

    • SchortschiBähr schrieb:

      Selbst die heutige Lösung scheint mir angemessen:
      Na, ob sowas wesentlich besser für den Schloßhof in Dresden wäre, wage ich zu bezweifeln:

      upload.wikimedia.org/wikipedia…_Berlin_Lichthof_1908.jpg

      Irgendwo zwischen Spinnennetz und Dach einer Großgarage:

      upload.wikimedia.org/wikipedia…age_Hinsch_G3_LfD0764.jpg

      Die Dredner Lösung erscheint mir hingegen recht elegant.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Ich kann die Kritik am "Kulka-Dach" nicht teilen.

      Meinem Kenntnisstand nach hatte die SKD ursprünglich den Plan, unter dem Großen Schlosshof ein zentrales Besucherfoyer zu erstellen. Dieses Vorhaben wurde nicht zuletzt aufgrund des enormen Substanzverlustes fallen gelassen, den diese Maßnahme induziert hätte. Blieb also nur noch der Kleine Schlosshof, den man nun überdachen musste.
      Eine flache Überdeckelung auf Höhe der Trauflinie schied schnell aus, weil dadurch der Zusammenhang der Fassaden und Giebel gestört worden wäre. So kam nur noch die Firstlinie in Frage. Hier haben die Statiker meiner Ansicht nach eine recht elegante Lösung gefunden, die minimalinversiv mit der überkommenen Substanz umgeht, einen praktischen Nutzen bringt und sich auch aus ästhetischer Sicht sehen lassen kann.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Sehe ich auch so wie Bilderbuch. Mir ist das bei meinem Besuch dort nicht negativ aufgefallen. Eher im Gegenteil. Es bildet doch ein wetterunabhängiges, atmosphärisch schönes Entree, das die Touristen in die richtigen Bereiche lenkt und wo sie mit Tickets und Informationen versorgt werden. . . was man bei dem (zeitweiligen) Andrang auch braucht.
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Unter Bezug auf meine kürzliche Spekulation zum Thema *Tag des offenen Denkmals - Georgenbau* muss ich Euch leider über eine Pressemitteilung des SIB von gestern informieren.

      SIB schrieb:

      „Tag des offenen Denkmals 2017“ in Dresden, Georgenbau nicht zugänglich

      Im aktuellen Programm der Landeshauptstadt Dresden zum bevorstehenden „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, dem 10. September 2017, findet sich u.a. folgendes Angebot:
      Georgenbau (Residenzschloss)
      Schlossstr. 1,
      10:00 -16:00 Uhr, stündliche Führungen
      Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) weist aus aktuellem Anlass darauf hin, dass es sich hierbei nicht um ein Angebot des Freistaates Sachsen, sondern um eine Privatinitiative im Außenbereich des Dresdner Schlosses handelt.
      Der Georgenbau des Residenzschlosses (Kleiner Ballsaal) ist weiterhin eine Baustelle und wird daher aus Sicherheitsgründen am „Tag des offenen Denkmals“ geschlossen bleiben und NICHT zugänglich sein.
      Mit dieser "Privatinitiative im Außenbereich des Dresdner Schlosses" ist offenbar das hier gemeint:
      *Ausstellungsstand im Tor zu Holz- und Stuckarbeiten im kleinen Ballsaal* (so formuliert im offiziellen Programm).
      Falls jemand morgen dort in die Nähe ist, wäre ich über Detail-Fotos von diesem Stand sehr dankbar (aufgestellt wird er sicher im ebenerdigen Durchgangsbereich).


      Ansonsten gibt es noch zu vermelden, dass das rotseidene Zimmer; 2. OG Georgenbau; hier ein Foto Klick
      schon bald seine endgültige Ausstattung als Siberwaffensaal erhalten wird.

      SKD schrieb:

      Zur Museumsnacht am 16. September 2017 wird mit dem Silberwaffensaal im teilrekonstruierten Rotseidenen Zimmer des Georgenbaus eine weitere neue Dauerausstellung der Rüstkammer im Residenzschloss eröffnet.
      Die gezeigten silbernen Paradeharnische sowie silberplattierten Rapiere und Dolche aus der Zeit um 1580-1610 wurden anlässlich bedeutender dynastischer Ereignisse für die sächsischen Kurfürsten und Prinzen sowie den Hofstaat geschaffen und zur Demonstration wirtschaftlicher Prosperität bei öffentlichen Aufzügen verwendet. Als kurfürstliche Festausstattungen knüpfen sie thematisch direkt an die Turnier- und Paradewaffen im Riesensaal an. Als Silberschatz bilden sie den sinnfälligen Auftakt zum Münzkabinett.
      In künstlerischer Sicht stellt der Silberwaffensaal eine überzeugende Leistungsschau der Goldschmiedekunst in der aufblühenden kurfürstlichen Residenz Dresden dar. Die beiden massiv silbernen Fußturnierharnische mit grandiosen antiken Historiendarstellungen, die Kurfürst Christian I. anlässlich der kurfürstlichen Taufe 1591 fertigen ließ, und das Prunkrapier mit einem ganz neuartigen Tiefschnittdekor für Herzog Johann Georg (I.) bilden hier die künstlerischen Höhepunkte.
    • Er möcht' vielleicht, daß das rotseidene Zimmer mit Dutzenden von Rüstungen, Schwertern, Lanzen, Hellebaren und Streitäxten vollgestopft ist und man vor lauter metallenen Gefunkel die rotseidene Tapete nicht mehr sieht, ... :thumbsup:
      Hm, freilich etwas mager besetzt, der Ausstellungsraum. Tut aber dem Raum an sich gut! Ist ja nicht die ganze Ausstellungsfläche, oder!?
    • Aus Anlass des Tages des Handwerks hatte die Handwerkskammer Dresden vor einigen Tagen zu einer Tour in der Landeshauptstadt eingeladen. Dabei wurden die aktuellen Wirkungsstätten von 3 exzellenten Handwerksfirmen besucht, die sich auf dem Gebiet der Restaurierung und Denkmalpflege betätigen. Eine davon war die Firma *Kunstschmiede Aurin*, die das Galeriegeländer für den Kleinen Ballsaalgefertigt hat. Auf der HP der HWK-Dresden heißt es dazu:

      hwk-dresden schrieb:

      Mit der originalgetreuen Rekonstruktion des 32 Meter langen Geländers im Kleinen Ballsaal des Residenzschlosses ist dem Unternehmen eine handwerkliche Meisterleistung gelungen. Das Geländer war eine besondere Herausforderung: Insgesamt 2.300 Arbeitsstunden investierten Aurin und seine Mitarbeiter von November 2016 bis Mai 2017 in die Rekonstruktion. Dafür wurden die zwölf Felder des Geländers komplett in einem CAD-Programm am Rechner nachgezeichnet und im Maßstab 1:1 ausgedruckt. Anschließend wurde das Geländer mithilfe von 2.104 einzelnen Gussteilen aus Zinkguss Millimeter für Millimeter rekonstruiert. Eine echte Sisyphus-Arbeit, die so auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen ist, denn selbstverständlich trugen Aurin und sein Team Sorge, dass die Verbindungsstellen nicht mehr sichtbar sind. Die Montage des Geländers im Kleinen Ballsaal ist für Ende Oktober geplant.
      Quelle: https://www.hwk-dresden.de/Presse/detail/mit-high-tech-und-handarbeit-bewahrt-das-handwerk-das-historische-wertvolle-fuer-die-zukunft/id/10845

      Die Terminangabe im letzten Satz des Zitats lässt mich frohlocken. Denn das Galeriegeländer kann m.E. erst dann montiert werden, wenn zumindest die obere der beiden aktuell noch vorhandenen Arbeitsplattformen des Raumgerüsts abgebaut ist. Zur Verdeutlichung 2 Fotos. Besagte obere Arbeitsplattform sieht man im ersten Bild links oben. Klick

      Diese obere Gerüstfläche hat nicht allzu viel Höhenabstand zur Oberkante der Hohlkehle (und damit zum Montageniveau des Geländers). Hier zur gedanklichen Auffrischung nochmal die Visualisierung von Andreas Hummel (arte4D): Klick

      Die obere Arbeitsplattform muss also vor Montage des Geländers weg. Das wiederum ist aber erst zu erwarten, wenn sie nicht mehr erforderlich ist. Und das wiederum heißt, dass Ende Oktober die opulente Decke des Saales fertig sein dürfte (Vergoldung und Ausmalung).


      Hier noch 2 neue Fotos von dem Geländer:
      Klick
      Klick (das "richtige" große Foto mit vollständiger Ansicht des Geländerfeldes liegt leider hinter der Bezahlschranke)


      @george-orwell
      Also ich finde die Endgestaltung des Rotseidenen Zimmers doch recht edel. Mehr museale Exponate müssen hier nicht sein: Klick

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BautzenFan ()

    • @ BautzenFan

      erst einmal dir wieder vielen lieben Dank für deine Infos, die du auch immer so perfekt aufbereitest und mit Bildern unterstützt, so das sich auch Nichtschlossexperten immer ein Bild vom aktuellen Baustand machen können.

      Ich möchte den Beitrag aber auch mal nutzen, um den ganzen kleinen Unternehmen zu danken, die mit viel Herzblut und Leidenschaft ein Spezialwissen und eine Handwerkskunst über die Zeit retten. Das sind Fähigkeiten, die heute leider kaum noch gefragt sind, die aber ein unschätzbares Kulturerbe darstellen.

      Ich kann mir vorstellen, wie sich diese Unternehmen - meist Familienunternehmen mit extrem langer Tradtion - von Ausschreibung zu Ausschreibung förmlich retten, die wissen, dass sie nie damit reich werden, was sie machen, aber trotzdem nicht aufgeben und somit ein Wissen am Leben halten, welches es so vielleicht kein zweites Mal mehr gibt. Ich denke, diesen Idealismus und diese Liebe zur Baukunst sollte man mal explizit herausstellen, weil dies in der heutigen Gesellschaft leider nur noch sehr selten ist.

      Daher hoffe ich, dass diese Projekte nun mehr werden, auch was die Rekonstruktion von Innenräumen angeht, da gibt es in Deutschland ja auch noch so einiges zu tun. Diese Unternehmen, welche ja in erster Linie auch sehr regionale Unternehmen sind, die tief in diesem Land verwurzelt sind, hätten es verdient, dass sich ihr Kampf gelohnt hat!
      APH - am Puls der Zeit