Das Dresdner Schloss

    • Eine weitere Fotostreckezu der kürzlichen Berichterstattung über den Kleinen Ballsaal und die Gewehrgalerie möchte ich noch ergänzen. Die Sächsische Zeitung hatte nämlich auch noch einen ausführlichen Artikel gebracht (nach dem hier im Forum bereits verlinkten aber eben sehr kurz gefassten Erstbericht). Dort ist nun ein Detail zu sehen, dass die anderen Quellen nicht zeigen – ich meine eines der beiden Malfelder mit diesem Kinder-(Putten-)reigen im Bereich der Hohlkehle. Eine vollständige Ansicht enthält diese Visualisierung von Andreas Hummel (arte4d): Klick

      Und hier also nun das Foto aus der SäZ: Klick

      Weitere Fotos aus der genannten Quelle:
      Gesamtansicht Decke
      Kronleuchteraufhängung
      Kronleuchteraufhängung
      Detailbild Decke
      Detailbild Decke

      Link zum Artikel der SäZ: Klick


      Und noch eine Anmerkung zur Gewehrgalerie. Ein Gestaltungsaspekt dieses Raumes ist leider immer noch offen (was offizielle Verlautbarungen betrifft): Wie wird man in Bezug auf die erhaltenen Reste der originalen Ausmalung verfahren? Bekanntlich haben im Bereich der Fensterbögen in relevantem Umfang entsprechende Fragmente das Bomben- und Feuerinferno von1945 überlebt (ein sehr erstaunlicher Umstand, wie ich finde). Hier ein Beispiel: Klick
      Das Vergleichsbild aus dem Farbdiaarchiv: Klick

      Wird man diese Bereiche ergänzen oder die Fragmente lediglich konservieren (also restauratorisch den Istzustand sichern)? Unabhängig ob nun mit oder ohne Ergänzung – wird man sie überhaupt sichtbar machen oder werden sie wieder verkleidet? Die Visualisierung lässt letzteres vermuten: Klick

      Zu diesemThema wäre noch anzumerken, dass die Malereien eh nur in der Hälfte der Fensternischen gezeigt werden könnten, denn jede zweite von ihnen (in derReihung jeweils abwechselnd) wird ja analog dem Vorkriegszustand als „Wandvitrine“ für die ausgestellten Waffen genutzt werden. Klick


      Abschließend noch ein neuer Bildfund, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Gezeigt wird die "Paradefront" des Schlosshofs (Nordfassade) - nicht unbekannt, aber hier in sehr guter Auflösung und sehr groß (das Bild kann nach dem Öffnen nochmals drastisch vergrößert werden, einfach draufklicken): Klick
    • Es gibt eine neue Ausschreibung für die Gewehrgalerie, betitelt:
      Dresdner Schloss, Langer Gang/Gewehrgalerie
      Leistung: Tischlerarbeiten - Rekonstruktion Holzkassettendecke

      Nachfolgend einige kurze Auszüge aus den Ausschreibungsunterlagen.

      SIB schrieb:

      Bei den ausgeschriebenen Arbeiten handelt es sich um Tischlerarbeiten für die Rekonstruktion der knapp 100,00 m langen und ca. 4 ,60 m breiten Holzkassettendecke und des sich anschließenden hölzernen Architravs.
      […]
      Die Montage der gesamten Decke ist in zwei oder drei Abschnitten, beginnend an der Seite zum Johanneum geplant. Durch eine Musterachse ( M 1 :1) im Langen Gang über zwei Fensterachsen im Bereich zwischen Achse 16 und Achse 17 soll eine endgültige Lösung zur Farbgestaltung für Wand, Decke und Boden erarbeitet werden. Der Musterdeckenabschnitt mit allen Deckenbekleidungen, Profilen und Zierteilen ist als vorgezogene Leistung geplant. In diese werden durch den AN Kassettendecke 6 Kassettenfelder eingebaut, deren Rahmen bereits bauseits vorhanden sind. Parallel dazu kann die Unterkonstruktion im gesamten Raum montiert werden.
      Die Unterkonstruktion der Kassettendecke wird als Rahmenkonstruktion ausgeführt; die Befestigung der vormontierten Rahmen erfolgt an der Rohdecke (Holorib-Decke) mittels Montageschienen und Abhängern von unten.
      […]
      Folgende als Vertragsfrist vereinbarte Einzelfristen werden vereinbart:
      11/2017 Aufmaß / Werkplanung, Anfertigung Musterprofile, Vorfertigung Tragrahmenkonstruktion,
      12/2017 Vorfertigung Kassettenplattenrahmen, Zierprofile und Deckenverkleidung,
      01/2018 Montage Tragrahmenkonstruktion,
      02/2018 Montage Musterachse,
      04/2018 Montage Deckenbekleidung
      Ihr erinnert Euch vielleicht an die Ausführungen hier im Forum über die Herstellung (Tischlerarbeit) und die Bemalung der Kassettenplatten (Auftrag in 5 Losen für Dekorationsmaler). Anhand der aktuellen Ausschreibungsunterlagen haben sich die betreffenden Mutmaßungen bestätigt - heißt, die Kassettenplatten werden unter Werkstattbedingungen bemalt, angeliefert und dann fertig in die entsprechend vorbereitete Deckenkonstruktion eingebaut.


      Bildquelle: SIB (Ausschreibungsunterlagen)


      Anmerkung zum Foto: Die hier im Schloss-Strang bereits erwähnte Pressemittelung vom 27. Juni 2017 enthielt auch 2 Anlagen, darunter die bekannte Visualisierung des Langen Gangs. Und diese mit der Bemerkung: "Das Foto ist rechtefrei verwendbar". Damit habe ich mich mal "getraut", dieses Detailbild "auszuschneiden" und hier zu posten.


      Die fertig bemalten Kassettenplatten haben natürlich einen enormen Wert (wer die vereinbarten Preise nochmal nachlesen will, hier ist der Link zum damaligen Post (in der unteren Hälfte im verlinkten Beitrag vom 25. März 2017):
      Klick
      Daher wird der Transport auch nicht (wie bei allen anderen Materialien) über das Hubgerüst an der Augustusstraße erfolgen, sondern über die Besuchertreppe im Inneren des Georgenbaus:

      SIB schrieb:

      Transport der einzelnen, bauseits vorhandenen bemalten Kassettenplatten, innerhalb des Dresdener Schlosses über 2 Geschosse zur Baustelle Langer Gang,
      Kassettenplatten befinden sich in Transportboxen (je 10 Stück),
      Die Transporte sind nur nach vorheriger Abstimmung mit SKD an den Schließtagen des Museums möglich.
      Transport zeitlich versetzt, in Abstimmung mit dem Bauablauf der Montage der Deckenkonstruktion im Langen Gang.
      Hinweis:
      Die Ausführung muss mit größter Vorsicht erfolgen.

      Zur Montage der Kassettenplatten wird in den Ausschreibungsunterlagen ausgeführt:

      SIB schrieb:

      Montage der bauseits gestellten, bemalten Kassettenplatten in vor beschriebenem bemalten Kassettenplatten-Rahmen mittels vor beschriebener Klemmleisten,
      Befestigung der Klemmleisten am Kassettenplatten-Rahmen durch Schraubverbindung.
      Die Montage erfolgt vor Ort auf der Baustelle.
      Alle sichtbaren Holzbauteile der Kassettendecke aus massivem bzw. schichtverleimtem Tannenholz der höchsten Güteklasse sind mit Putzhobel ( ebene Flächen), Simshobel und Profilhobel ( Simse und Profile) abschließend zu überarbeiten, so dass die Oberflächen die Anmutung einer händisch handwerklichen Fertigung erhalten.

      Die folgende Schnittdarstellung zeigt den hinteren Bereich der Gewehrgalerie (mit der Tür zum Johanneum). Ich habe erfreut registriert, dass man dort offensichtlich auch die Kriegerköpfe in den Medaillons der Fensterlaibungen rekonstruieren wird (und vermutlich auch die Wandmalereien im Bereich der Fensterbögen):


      Bildquelle: SIB (Ausschreibungsunterlagen)

      Hier noch 2 analoge Fotos aus dem Farbdiaarchiv: Klick Klick


      Nur zur Erinnerung: Der hinterste Teil der Gewehrgalerie (laut SKD über 3 Bögen) wird quasi vollständig rekonstruiert (incl. der Präsentation der Gewehre in dichter, vertikaler Aufstellung in den Vitrinen - wie man das aus den Vorkriegsfotos kennt).
    • Riegel schrieb:

      Weshalb denn dieser grosse Aufwand, die Decke des 1. Obergeschosses des Langen Gangs zu ersetzen? Wenn ich das verlinkte Bildindex-Bild und die Visualisierung in diesem Beitrag vergleiche, scheint die Decke aus den 1950er Jahren auf der richtigen Höhe zu liegen.
      Die Decke lag in der richtigen Höhe (das hat Riegel mit seinem analytisch geschulten Auge korrekt erfasst) – sie wird jetzt aber bei den laufenden Umbauarbeiten um reichlich 13 cm nach oben verlegt (dies bezogen auf die Unterkante der neuen Stahlbetondecke). In der nachfolgenden Schnittdarstellung habe ich 2 Schraffur-Erläuterungen (Mauerwerk Bestand und Neubau Stahlbeton) aus der Legende reinkopiert. Die blauen Pfeile sollen verdeutlichen, dass durch den Neubau der Decke nunmehr zwischenStahlbetondecke und der zu rekonstruierenden Holzdecke ein kleiner Zwischenraum entsteht. In Ausschreibungsunterlagen wird nun leider nur angegeben, was gemacht werden soll – nicht warum. Ich vermute aber mal, die Holzdecke soll aus raumklimatischen Erfordernissen so eine Art Hinterlüftung erhalten.



      Bildquelle: SIB (mit zusätzlichen Eintragungen von mir)



      Dann bitte ich im obigen Schnitt die senkrechte Beschriftung links unten zu beachten: „Nur Innendämmung im Bereich Blindfenster“. Das lässt hoffen (reine Spekulation meinerseits), dass im Bereich der „richtigen“ Fenster (die ja nicht wie die Blindfenster durch Wandvitrinen verstellt werden) die Malereien sichtbar gemacht werden – wenn auch vielleicht nur mit den erhaltenen Fragmenten (ohne Ergänzungen).

      Und noch eine Info betreffs einer aktuellen Ausschreibung für die Gewehrgalerie:

      SIB schrieb:

      Bei den ausgeschriebenen Arbeiten handelt es sich um Parkettarbeiten zum Verlegen von Massivholzdielen im 1. OG Langer Gang sowie auf den neuen Decken, Podesten und Treppen im Jagdtreppenhaus 1. - 3. OG.
      Die Arbeiten erfolgen in mehreren Zeitabschnitten. Im 1. OG Langer Gang wird nach dem Verlegen der Lagerhölzer und der Wärmedämmung zunächst die Fußbodenheizung eingebaut. Anschließend wird der Bauzeitbelag eingebaut, auf dem weitere Mauerarbeiten und Putzarbeiten erfolgen. Abschließend erfolgt nach dem Rückbau des Bauzeitbelages der Einbau der endgültigen Fußbodendielen.
      […]
      Massivholzdielen Douglasie 28 mm dick, gelaugt, geseift, 600 m2;
      Trittstufen Massivholz 70 St
      Auch im originalen Zustand hatte die Gewehrgalerie einen Dielenfußboden: Klick