Das Dresdner Schloss

    • Ich bin ebenfalls der Meinung, das der historische Gardesaal mehr Ausstrahlung hatte, als der jetzige. Trotz aller Hochachtung vor den Wiedererbauern. Natürlich ist das eine Sache des Geldes, eine historisch getreue Wiederherstellung, zumal ja offensichtlich keine überaus komplizierten Wandgestaltungen wiedererstehen mußten. Es muß (?) ja immer ein Bruch zwischen Historie und Heute erschaffen werden. Aber irgendwie hat auch die moderne Ausgestaltung ein gewisses Etwas, muß ich leider zugestehn.
      Warum muß das Mauerwerk zu sehen sein? Warum konnte man die Reliefs in den Fensterbögen nicht rekonstruieren? Warum mussten die (wuchtigen) Decken so und nicht anders gestaltet werden? Fragen, Fragen, Fragen...
      In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten
    • Rätsel gelöst!

      sachsen-fernsehen.de/neuer-zug…m-fernwaermekanal-338100/

      Es handelt sich bei der kleinen Treppe am Schloss um den Zugang(Ausgang) zum historischen Fernwärmekanal unter der Brühlschen Terrasse, welcher Schloss, Gemädegalerie und Hofkirche versorgt und noch heute eine Hauptleitung beinhaltet, welche den gesamten Neumarkt versorgt.
      Er war früher schon für Besucher zugänglich. Künftig soll das auch wieder in kleinen Gruppen möglich sein.
      Die Treppe hat nun einen hydraulischen Schachtdeckel und die Sandsteinelemente sind also doch nur Poller.

      Hat also nichts mit dem Schlosskeller bzw. Gastro oder Museum zutun.

      edit:
      Die vermeintlichen Poller dienen der Belüftung des Kanals.
      sz-online.de/nachrichten/dresd…wird-saniert-3620854.html


      Zusätzlich noch ein Blick in die Gewänderausstellung im Renaissanceflügel, welche einzigartig ist.
      sachsen-fernsehen.de/renaissan…el-wird-vollendet-338154/

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Chris1988 ()

    • Vielen herzlichen Dank, Chris, für die Informationen und Links (siehe unmittelbar voranstehenden Artikel vom Donnerstag). Zu dem Videobeitrag des Lokalfernsehens noch ein paar Anmerkungen. Aus Zeitgründen bin ich erst heute dazu gekommen, aber da nun schon 3 Tage vergangen sind, wundert es mich doch, dass hier bislang keinerlei Reaktionen über die eigentlich schon sensationell einzustufende Mitteilung ganz am Ende des Filmbeitrags erfolgt sind.

      Zur gedanklichen Anbindung: Es geht in dem Film hauptsächlich um die Einrichtungder neuen (baulich fertigen) Ausstellungsräume im 1. OG durch die SKD (Einräumen der Exponate). Am Schluss ändert sich das Thema auch bildlich – bis dahin nur Innenaufnahmen des neuen Ausstellungsbereiches; abschließend aber zeigt die Kamera einen Schwenk in den Kleinen Schlosshof und dabei fallen 2 Sätze:

      sachsen-fernsehen schrieb:

      Trotz einer zusätzlichen Ausstellungsfläche von 1.000 Quadratmeter bleiben die Eintrittspreise gleich. Geplant ist eine vollständige Fertigstellung des Dresdner Schlosses bis 2021.

      Leider wird nicht mitgeteilt, wo diese Information (betreffs der Jahreszahl 2021) herstammt. Mit Blick auf die Angabe über die unveränderten Eintrittspreise könnte man jemand von den SKD vermuten (mit Dirk Syndram war ja ein sehr hochrangiger Vertreter der SKD mit mehreren Redeauftritten zu Gange).
      Nun ist mir freilich das jüngste Statement des Finanzministers zu genau dieser Frage noch erinnerlich – am 11. Januar bei der Vorstellung des Vorhabens der Altan-Gestaltung. Hier der betreffende Auszug aus dem Interview:


      Reporterin:
      Um Geld geht’s weiter. Das Schloss kostet viel Geld. Ich könnte mir vorstellen in den nächsten Monaten, Jahren, wird hier noch weiter fleißig gebaut werden. Was steht denn noch alles an?

      Finanzminister Unland:
      Es sind doch noch einige Räume zu restaurieren, beispielsweise die Prunkräume. Wann wir damit fertig sein werden kann ich Ihnen noch nicht seriöserweise sagen. Das hängt ein klein wenig davon ab, wie weit die Weiterentwicklung der Handwerkskünste dann auch von statten gehen wird beziehungsweise über das eine oder andere Detail haben wir noch keine endgültige Lösung gefunden. Das heißt wir werden sicherlich noch viele Jahre hier benötigen um das Schloss zu guterletzt fertigstellen zu können.

      Naja – das klingt leider „anders“. Dabei muss freilich berücksichtigt werden, dass ein Finanzminister – entsprechend seiner Ressortzuständigkeit - derartige Zielsetzungen verständlicherweise erst dann verlautbart, wenn die Sache haushaltstechnisch „in Sack und Tüten“ ist.


      Aber kommen wir noch mal zurück zu dem Videobeitrag, den Chris1988 am Donnerstag verlinkt hat. Die Anfangssequenz (wie auch etliche Einstellungen später) sind imTurmzimmer des 1. OG aufgenommen. Die erste Kameraperspektive erfasst dabei auch die geöffnete Tür zur Schlosskapelle – man sieht die charakteristischen Säulen. Diesen Anblick werden auch die regulären Besucher genießen können, denn die DNN (Dresdner Lokalzeitung in einem Artikel zum gleichen Thema) wusste zu berichten:

      DNN schrieb:

      Beim Gang durch das 1. Obergeschoss des Renaissanceflügels sollte man keinesfalls die Blicke aus den Räumen versäumen – in den großen Schlosshof, zum Übergang in dieHofkirche und direkt in die Schlosskapelle.
      Der Blick inden Brückenübergang dürfte für alle von uns ein Novum darstellen – schön, dass man das durch eine entsprechende bauliche Gestaltung ermöglichen wird. Zur Einstimmung ein paar Fotos vom Ruinenzustand (jeweils aufgenommen 1980). Es ist zu berücksichtigen, dass diverse Mauern aus dem Vorkriegszustand nicht mehr existieren, diese sind im nachstehenden Lageplan rot eingetragen. Und noch ein Hinweis zum ersten Foto – dort sieht man nämlich das erst durch die Kriegszerstörungen wieder sichtbar gewordene gotische Portal (in der Wand, auf der man in Draufsicht blickt, dort rechts neben dem kleinen Schild mit der Zahl 40).




      fotothek.slub-dresden.de/fotos…00/df_mbs_0080013_165.jpg

      fotothek.slub-dresden.de/fotos…00/df_mbs_0080013_172.jpg

      fotothek.slub-dresden.de/fotos…00/df_mbs_0080013_164.jpg

      fotothek.slub-dresden.de/fotos…00/df_mbs_0080013_166.jpg

      Gotisches Portal

      Und hier noch der Link zum Artikel der DNN:
      dnn.de/Dresden/Lokales/Fuerstl…Mantel-im-Schloss-Dresden

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von BautzenFan ()

    • Danke für deine regelmäßigen großartigen Beiträge hier Bautzenfan!

      Übrigens erscheint mir gerade angesichts der Ausführlichkeit im Strang hier, der entsprechende Wikipedia-Artikel doch noch sehr ausbaufähig. Magst du da mal reinschauen und ggf. beginnen, einiges an Essenziellem zu ergänzen? Schließlich hat der Wiki-Eintrag eine enorm hohe Bedeutung für die Außenwahrnehmung des Schlosses.

      de.wikipedia.org/wiki/Residenzschloss_Dresden
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Vielen Dank Kurprinz für den sehr interessanten Film-Link. Noch einige Anmerkungen zu einem der „Aufnahmeorte“. Etwa ab 1:00 blickt man in einen kleinen Raum, der aktuell offensichtlich als Depot für geborgene Originalstuckteile aus dem Großen Ballsaal dient. Das runde medaillonartige Teil, das Coulin bei etwa 1:08 in die Hand nimmt, stammt m.E. von irgendeiner der Fensterleibungen: Klick

      Einen der möglichen Entnahmeorte sieht man hier:




      In dem oben genannten Depotraum steht im Hintergrund ein kleines Regal. Das Fragment im Regal links oben würde ich den Ziersäulen zuordnen, die die Fenster des Saales rahmen (siehe oben verlinktes Foto).

      Zum eigentlichen Anlass des Films: Ich persönlich bin der Meinung, dass Ludwig Coulin (aus Stuttgart stammend) ein richtiger Glücksfall für das Dresdner Schloss war. Seine Pro-Reko-Einstellung wird auch im Film spürbar, zum Beispiel bei seinen Auslassungen zu den Sgraffito-Malereien (etwa ab 1:43).
      Über den Nachfolger von Coulin wird laut DNN (Dresdner Lokalzeitung) in Kürze entschieden. Also ich bin sehr gespannt.


      erbse schrieb:

      Übrigens erscheint mir gerade angesichts der Ausführlichkeit im Strang hier, der entsprechende Wikipedia-Artikel doch noch sehr ausbaufähig. Magst du da mal reinschauen und ggf. beginnen, einiges an Essenziellem zu ergänzen? Schließlich hat der Wiki-Eintrag eine enorm hohe Bedeutung für die Außenwahrnehmung des Schlosses.
      Na dann muss ich ja wohl :)
    • Es gibt eine neue Ausschreibung für den Eckparadesaal (Auszug aus dem Ausschreibungstext):

      SIB schrieb:

      Der Eckparadesaal, dem auch als Ecktafelgemach genutzten Auftaktraum der Raumgruppe, wird in der Raumfassung von 1767 wieder entstehen. Der Raum erhielt in dieser Zeit 2 große baugleiche Öfen in extra dafür geschaffenen Stuckmarmornischen. Diese Öfen wurden 1945 beim Luftangriff auf Dresden zerstört, es wurde lediglich eine eiserne Ofentür eines Feuerungskastens im Trümmerschutt geborgen.

      Ziel ist die Rekonstruktion von 2 Öfen, Beheizung ist nicht vorgesehen. Es existieren historische Fotografien, ein Aufmaß von 1870, der Entwurf (Ansicht) von 1767 und die geborgene Ofentür. Es waren sogenannte Aufsatzöfen: Die keramischen, mehrteiligen Aufsätze (Fayence) waren reich profiliert und weiß glasiert mit vergoldeter Ornamentik. Die gusseisernen Feuerungskästen bestanden aus einzelnen zusammengesteckten, profilierten und teilweise ornamentierten Platten mit schmiedeeisernen Ofentüren (geschmiedeter Rahmen, Blech, Schlaufen aus Messingguss). Die Öfen standen auf jeweils 8 Füßen aus Sächs. Sandstein in Doggenform, waren farbig gefasst und marmoriert.
      Gesamthöhe: ca. 436 cm (keramischer Aufsatz mit Vase 342 cm, Ofenkasten 64 cm, Füße 30 cm, maximale Breite 116 cm.
      Die Leistung umfasst die Herstellung einschließlich Modellentwicklung, Lieferung und Aufstellung der beiden Öfen am Einbauort.

      Ausführungszeitraum
      Beginn: 30/06/2017
      Ende: 31/03/2019
      Um diese Öfen hier geht es:
      Klick
      Klick
    • Hallo!

      Immer wenn ich in Dresden bin, gehe ich mit großer Begeisterung ins Schloss und insbesondere ins Münzkabinett! Heute stand ich aber vor verschlossener Tür! Es ist geschlossen wegen Oberflächenveränderungen insbesondere von Silbermünzen! Alle Ausstellungsobjekte wurden entfernt. Sachverständigen Gutachten laufen, dass ganze Programm!! Wie kann das sein?

      Viele Grüße

      Michael
    • Neu

      Zeitgleich mit der Ausschreibungsinformation betreffs der Rekonstruktion der beiden Öfen im Eckparadesaal (siehe Beitrag vom 9. März 2017 hier im Schloss-Strang) wurden 6 weitere Ausschreibungstexte veröffentlicht. Bei diesen 6 Dokumenten handelte es sich jeweils um Bekanntmachungen über Auftragsvergaben (wer den Auftrag erhalten hat und welcher Preis für die betreffende Leistung vereinbart wurde). Einer dieser 6 Texte war in sich plausibel (also ich meine damit – für mich):

      SIB schrieb:

      Bezeichnung des Auftrags:
      Wiederaufbau Dresdner Schloss, Westflügel,2. OG Paraderäume historischer Ausbau

      Kurze Beschreibung des Auftrags oderBeschaffungsvorhabens:
      SeidensamtZweites Vorzimmer

      Endgültiger Gesamtauftragswert:
      Wert: 411 081,20 EUR
      ohne MwSt

      Name und Anschrift desWirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde:
      Fondazione Arte della Seta Lisio
      Via Benedetto Fortini 143
      50125 Florenz
      Frankreich (???)

      Florenz liegt natürlich in Italien. Nun aber zu den anderen 5 Texten. Die haben bei mir nämlich ein großes Rätselraten erzeugt. Die Punkte *Bezeichnung des Auftrags* und *Kurze Beschreibung des Auftrags* lauten jeweils wie folgt:

      SIB schrieb:

      Bezeichnung des Auftrags:
      Wiederaufbau Dresdner Schloss,Westflügel, 2. OG Paraderäume historischer Ausbau

      Kurze Beschreibung des Auftrags oder Beschaffungsvorhabens:
      Dekorationsmalerei Kassettenplatten für späteren Einbau Los 1 (bzw. Los 2, 3, 4, 5)

      Sehr ungewöhnlich (im Vergleich mit allen anderen, bisherigen Ausschreibungstexten für die Paradesuite) war hier schon mal, dass unter *Auftragsbeschreibung* nicht der Raum genannt wird, für den die Information gilt (wie zum Beispiel in dem gerade erwähnten Dokument: *Seidensamt Zweites Vorzimmer*). Richtig rätselhaft war mir aber nun folgendes: Wo – bitteschön – sind in den Paradezimmern „mit Dekorationsmalerei ausgestattete Kassettenplatten“ zu verorten (und das in einem Umfang, dass man ihre Rekonstruktion auf 5 Lose aufteilt)?

      Dieser Begriff (Kassettenplatten/Kassettentafeln) ist mir aber noch erinnerlich aus einer Ausschreibung für einen anderen Raum im Schlosskomplex – der Gewehrgalerie. Ich erinnere hierbei an einen Beitrag vom 8. Mai 2016:

      BautzenFan schrieb:

      Der Staatsbetrieb SIB hat eine weitere Ausschreibung für den Langen Gang veröffentlicht, die ich zum jetzigen (sehr frühen) Zeitpunkt noch nicht erwartet hätte (Ausführungszeitraum gemäß Ausschreibungstext: 18.07.2016 bis 26.08.2016).

      Tischlerarbeiten: Kassettentafeln und Lagerboxen
      Herstellung und Lieferung von Mehrschichtplatten in astfreiem Tannenholz mit rückwärtig aufgesetzten Gratleisten,
      Lieferung und Montage von Aufbewahrungsboxen

      Mit den *Kassettentafeln* können eigentlich nur die Kassettenfelder der Holzdecke gemeint sein.
      Um dies noch einmal in Erinnerung zu rufen – Die bauliche Fertigstellung der Gewehrgalerie wurde in der Pressemitteilung des Finanzministeriums vom 12. Februar 2016 für den Herbst 2018 angekündigt. Wieso werden dann jetzt schon (wie oben genannt bis Ende August 2016, also ziemlich am Anfang der Gesamtmaßnahme) diese Kassettenfelder gefertigt? Ihr Einbau kann ja wohl erst erfolgen, wenn a.) das Grundgerüst der Decke (z.b. der lange Mittelbalken) vorhanden ist und b.) die schmutz- und stauberzeugenden Gewerke durch sind. M.E. legt das die Vermutung nahe, dass unmittelbar anschließend im Atelier die Bemalung erfolgen wird, eine künstlerisch sehr anspruchsvolle und sicher sehr langwierige Arbeit.


      Seit gestern bin ich mir nun ziemlich sicher, dass es bei den „Dekorationsmalereien“ in Wirklichkeit um die Gewehrgalerie geht. Ich habe nämlich eine ganz neue Ausschreibung entdeckt – und zwar definitiv für die Gewehrgalerie (eindeutig zuzuordnen aufgrund integrierter Schnittdarstellungen); und die trägt kurioserweise die Auftragsbezeichnung * Dresdner Schloss, Ostflügel, Rohbau*.
      Für diese (scheinbaren?) Ungereimtheiten kann es einen ganz „banalen“ Grund geben. Ich gehe jetzt mal von mir aus, wie ICH solch ein Dokument herstellen würde. Man nehme ein bereits vorliegendes, analoges Dokument (das ist dann schon fertig formatiert und relevante Teile des Inhalts sind ja immer gleichbleibend) und editiere dann nur die veränderlichen Bereiche. Mit diesem procedere könnte es natürlich auch passieren, dass Florenz nach Frankreich „transloziert“ wird (wenn hier als Editier-Vorlage einer der Texte verwendet wurde, wo über Zuschlagserteilungen an französische Textilmanufakturen informiert wird, die ja auch einige Aufträge für die textilen Wandbespannungen in den Paraderäumen erhalten hatten).
      Aber egal, lange Rede – kurzer Sinn; gehen wir einfach mal davon aus, dass sich die besagten 5 Auftragslose für die Dekorationsmalereien auf die Decke der Gewehrgalerie beziehen. Mit dieser Prämisse wäre auch die relativ große Auftragssumme plausibel (der Raum ist immerhin fast 100 m lang, was außerdem die Aufteilungin 5 Lose verständlich macht). Nun aber endlich zum Inhalt der 5 Bekanntmachungen über die Zuschlagserteilung:

      SIB schrieb:

      Dekorationsmalerei Kassettenplatten für späteren Einbau Los 1
      Dipl. Restaurator Guntram Weiss
      Am Grünen Zipfel 56
      01109 Dresden
      Deutschland
      Endgültiger Gesamtauftragswert:
      Wert: 114 763,60 EUR
      mit MwSt., MwSt.-Satz (%) 19

      Dekorationsmalerei Kassettenplatten für späteren Einbau Los 2
      Harenberg Andreas Freier Theatermaler
      Burgdorffstraße 3
      01129 Dresden
      Deutschland
      Endgültiger Gesamtauftragswert:
      Wert: 93 605,40 EUR
      mit MwSt., MwSt.-Satz (%) 19

      Dekorationsmalerei Kassettenplatten für späteren Einbau Los 3
      André Voltere Freier Künstler
      Maystraße 32
      01277 Dresden
      Deutschland
      Endgültiger Gesamtauftragswert:
      Wert: 61 047 EUR
      mit MwSt. MwSt.,-Satz (%) 19

      Dekorationsmalerei Kassettenplatten für späteren Einbau Los 4
      Theaterausstattung Michael Münch
      Kirchplatz 3
      01796 Pirna
      Deutschland
      Endgültiger Gesamtauftragswert:
      Wert: 71 899,80 EUR
      mit MwSt., MwSt.-Satz (%) 19

      Dekorationsmalerei Kassettenplatten für späteren Einbau Los 5
      JP Atelier Jens Pischke
      Rudolf-Leonhard-Str. 44b
      01097 Dresden
      Deutschland
      Endgültiger Gesamtauftragswert:
      Wert: 93 605,40 EUR
      mit MwSt., MwSt.-Satz (%) 19

      Damit ergibt sich für die Dekorationsmalereien eine Gesamtauftragssumme von 434.921,20 Euro. Zur Erinnerung – die Investitionssumme für das Vorhaben *Rekonstruktion der Gewehrgalerie* (incl. Umbau Jagdtreppenhaus) beträgt 10,5 Mio Euro (gemäß Pressemitteilung des SIB vom 12. Februar 2016).

      2 Fotos:
      Historisches Raumfoto der Gewehrgalerie
      Detailfoto der Decke aus dem Farbdiaarchiv



      Abschließend zum Thema eine kleine Anmerkung zu Michael Münch, der den Zuschlag für Los 4 erhielt. Dieser Künstler war bereits an der Rekonstruktion des Schmuckvorhangs der Semperoper beteiligt (in den 1980er Jahren), und auch bei der erstmaligen Restaurierung dieser Stücks im Jahr 2013. Die Sächsische Zeitung berichtete am 24. Juli 2013:

      SäZ schrieb:

      Der Schmuckvorhang war von Ferdinand Keller für das 1878 eröffnete Opernhaus gemalt worden. […]
      Das Opernhaus mit seiner prachtvollen Innenausstattung wurde bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 zerstört. Der Vorhang war dabei zwar ausgelagert worden [Anm.: das war mir neu]. Dennoch gilt er als Kriegsverlust. Denn in den Kriegswirren verliert sich seine Spur.
      Für den 1985 vollendeten Wiederaufbau der Semperoper wurde er rekonstruiert. Michael Münch war auch damals beteiligt. Ein Jahr lang hatte er mit drei Kollegen im Palais Großer Garten an dem Vorhang gearbeitet. 1984 war es dann soweit. In einer Art Prozession wurde das Schmuckstück durch die Stadt getragen. Nach Wiedereröffnung der Oper am 13. Februar 1985 wurde er zu jeder Vorstellung genutzt.
      Der Link zum Artikel (mit Fotos vom Vorhang): Klick


      Zum Schluss noch ein Sprung in den Kleinen Ballsaal. Auf facebook gibt es neues Foto von den gegenwärtig rekonstruierten Galeriefeldern dieses Raumes (eingestellt Ende Februar 2017 von der ausführenden Firma *Kunstschmiede Aurin*. Die lapidare Betitelung „Halbzeit“ ist wohl so zu interpretieren, dass die Hälfte des Auftrags geschafft ist. Klick

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von BautzenFan ()

    • Neu

      Hallo Bautzenfan,

      mal wieder ne ganz, ganz tolle Recherche. Und ich denke, du wirst Recht haben. Herrn Voltère kenne ich und weiß dass er auch beim Langen Gang mitmacht. Ich dachte zuerst, es handele sich um die "Kassetten" für die Türen der Paradezimmer (die auch bemalt waren bzw. sein werden, aber wohl niemals wie bei der Decke losgelöst vom Ganzen als Einzelstücke).

      Also du hast wohl - wie immer :D - recht.
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)