Das Dresdner Schloss

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    • BautzenFan schrieb:

      Ich bin jetzt unsicher, ob der mit 31.12.2016 datierte Zeitungsartikel (wie gesagt gestern verlinkt) primär tatsächlich von der Sächsischen Zeitung erstellt wurde. Diese Zeitung bringt nämlich heute einen weiteren Artikel mit sehr ähnlichem Inhalt. Und dort findet sich auch die Information mit dem Paradebett (etwas verständlicher formuliert):
      Da die Artikel jeweils mit "dpa" unterschrieben sind, dürfte sich wohl eher die Deutsche Presse-Agentur verantwortlich zeichnen.
    • Ich habe mal eine Frage zu einem Gebäude, das (wegen der Brücke) indirekt zum Schloß gehört.
      Das Taschenbergpalais.
      In den letzten Wochen las ich das Buch Constantia von Cosel und August der Starke von Gabriele Hoffmann. Absolut lesenswert und gut geschrieben. Das Thema hat mich so sehr gepackt, dass ich auch alles über die Burg Stolpen las in der sie fast 50 Jahre gefangen war. Auch dass ihr gemeinsamer Sohn das Coselpalais später baute.
      In den 8 glücklichen Jahren, als sie noch die mächtigste Frau Sachsens war und immer beratend an der Seite Augusts des Starken hat sie mit ihm zusammen das Taschenbergpalais, damals auch auch türkisches Haus genannt, geplant. Es war noch nicht so groß wie heute, aber im Inneren soll ein sehr außergewöhnlich schönes Treppenhaus gewesen sein, was Constantia unbedingt so haben wollte. Als ich Innenaufnahmen vom Taschenbergpalais vor der Zerstörung gesucht habe ist mir aufgefallen, dass es kein einziges Foto gibt. Wie kommt das?
    • Doch die gibt es - natürlich. Einfach in der Deutschen Fotothek Dresden oder im Bildindex Foto Marburg nachschlagen.

      Aber da der Bau bis auf wenige Ausnahmen vor 1945 durch Umnutzungen verändert war, wirst du nicht sehr viel Barockes finden - schon gar nicht aus der Zeit der Cosel und von AdS. Im Dresdner Denkmalpflegeamt existiert sogar eine ganze Serie prachtvoller Innenraum-Pläne von J.H. Schwarze aus der Zeit für Friedrich Christian und seine Frau (1740er-60er Jahre)
      Das große Haupttreppenhaus, das du erwähnst,(wusste nicht dass das der Wunsch der Cosel hätte gewesen sein sollen - da bin ich mehr als skeptisch), wurde 1995 rekonstruiert. Leider aber nicht die legendäre "Silberkapelle" aus der Friedrich-Christian-Zeit :(

      bildindex.de/ete?action=queryu…s%20dresden&index=obj-all
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Hm... Aber hast du 'n Vorstellung, wie teuer nur ein einzelner Raum ist, wenn man den mit Stuck, Boiserien und Vergoldugnen wiederbringt? Das geht mit 1 Mio pro Raum los.... Allein das Treppenhaus, das ja wiederkam (und im Hintergebäude kam sogar noch ein kleines) muss sehr teuer gewesen sein.
      Immerhin hat man aber im Mittelbau in der "Prunketage" die Grundrisse (Enfilade) und Kubaturen wieder gebacht und den Räumen mit einfachen Stuckleisten und schönen Stofftapeten wieder "barockes Flair" eingehaucht .
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Naja, was die Coseln anbelangt... Ich halt nicht viel von der Person... Großen Durchblick in die Dinge des Lebens hat sie wohl offensichtlich nicht gehabt, da dichtet man ihr aus meiner Sicht zuviel Weitblick an. Sonst wäre sie nicht unfreiwillig Jahrzehnte auf Schloss Stolpen gewesen (bis 1670 nannte man es eher Bergschloss als Festung). Ihre Sturheit* muss August schier in den Wahnsinn getrieben haben... Es war nicht so, dass man nicht versucht hätte, ihr goldenen Brücken zu bauen. Meine Literaturempfehlung: Jens Gaitsch - Lebenslang verbannt. Sehr gut recherchiertes Werk! Das August die Frau "opferte", um seine außenpolitischen Zielstellungen umzusetzen, die sie wohl als Protestantin ablehnte... weiß nicht... Sie hat wohl jedenfalls nichts unversucht gelassen, um sich unbeliebt bei Hofe zu machen. So hat sie für eines ihrer Kinder die sächsische Ritterschaft und sonstwen ohne zu fragen als Paten eingesetzt. Das dafür übliche Geschenk hat dann August aus dem Steuersäckel beglichen, da die Ritterschaft nicht daran dachte, zu zahlen. Weiterhin lies sie sich noch zu Lebzeiten der Betsäule von Sachsen (Augusts Frau) als "Königliche Hoheit" anreden, was Anmaßung ohne gleichen war. Das man sie arretierte, hatte im übrigen wohl auch den Grund, dass man nicht nur das Eheversprechen wiederhaben wollte, sondern auch staatseigene Wertgegenstände (Juwelen/Möbel etc.). Das hat wegen ihrer Sturheit um die 10 Jahre gedauert und hat wohl mindestens 2 Personen das Leben vermiest. Man dachte, man könnte von Ihnen was erfahren, was ein Irrtum war. Einer ist dann in Dresden im Knast wohl an Skorbut gestorben. Das Problem war, das die Dinge bei einer Hamburger Bank waren und man keinen Depositenschein hatte. Da stand dann selbst ein König von Polen dumm da. Der Schein war dann beim Dessauer Fürstenhaus, das die Herausgabe mit Jagdrechten auf Lebenszeit auf sächsischem Territorium versüßt bekam. Die Wertgegenstände kamen dann nach ihrere Rückkehr sogar teilweise ins Grüne Gewölbe. Der Gesamtwert lag wohl über den Baukosten einer Frauenkirche... Ansonsten hat man die Frau isolieren wollen, aber nicht körperliche brechen wollen. Die Gruselgeschichten, die es da so gibt (unter anderem eine angebliche Vergewaltigung) sind auch aus meiner Sicht lediglich der Phantasie von Biographen entsprungen, die das französische Geschreibsel der Gräfin sehr weit auslegten... Das hätte im übrigen so ein Offizier auch nicht überlebt. Der wäre umgehend vor´s Kriegsgericht gekommen. Immerhin hatte sie auf Stolpen im ehemaligen Fürstenhaus eine ziemlich große Wohnung. Als es dann baufällig wurde, wohnte sie eher im Johannesturm, nutzte die alten Räumlichkeiten aber weiter. Es war ein tiefer Fall, das ist richtig. Aber normale Festungshaft war dann doch noch mal was ganz anderes. Da darf man sich von den Ruinen heutigen Tags nicht täuschen lassen. Bei Festungshaft hatte man in der Regel keine Diener mehr, die einen die feinsten Leckereien zubereiteten (kann man alles in dem Buch nachlesen). Das man sie körperlich unversehrt wissen wollte, kann man auch daran ersehen, dass bei gesundheitlichen Problemen die besten Ärzte aus Dresden zu ihr beordert worden sind.
      Interessant in Bezug auf das Residenzschloss ist noch, dass die Wohnräume August des Starken vor 1718 im 1.OG am Bärenflügel lagen, wo man über eine damals schon vorhandene Vorgängerbrücke eins zwei drei im Palais war. Erst nach dem Umbau hatte August seine Paradezimmer im 2. OG des Westflügels und seine Wohnräume im 1.OG des Georgentores.

      Kleiner Nachsatz: Es gab Frauen, die es aus meiner Sicht eher Wert wären, mal historisch unter die Lupe genommen zu werden: Ihre Tochter, die das Moscynska Palais errichten lies, Gräfin Brühl (mit eigenem Architektenteam), Maria Antonia, Maria Josepha oder Kurfürstin Anna von Dänemark im 16. Jh. etc..

      *Sturheit: Da haben wohl die Gene vom Vater durchgeschlagen: Er und ihr Bruder waren die reinsten Bauernschinder. Das ging soweit, dass der Vater für eine Zeit auf Befehl des dänischen Königs die Verwaltung des Gutes entzogen bekam und Strafe zahlen musste. Mehr Infos hier

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Arstempano ()

    • Ich muss schon sagen, eine interessante Zeit war das. Mich interessiert auch sehr, wo die Wohnräume der betreffenden Personen zu der Zeit waren. Von August waren sie also im Bärenflügel im ersten Stock. So konnte er und auch die Cosel immer schnell zwischen den Wohnräumen wechseln.
      Ugünstig war wirklich, dass sie den Ehevertrag nicht bei sich hatte und ausgerechnet bei einem Verwandten in Berlin aufbewahren ließ.
      Sie bekam Hausarrest im Schloß Pillnitz (zu der Zeit gehörte es ihr) und musste die Schlüssel vom Taschenbergpalais aushändigen. Der Arrest sollte erst aufgehoben werden, wenn sie das Papier aushändigt, was sie aber nicht konnte. Als sie dann verbotener Weise nach Berlin fuhr um es zu holen, war ihr Verwandter in Haft und wollte den Vertrag erst aushändigen, wenn sie ihn aus der Haft frei kauft. Dann versuchte sie über Monate das Geld zu beschaffen. In Warschau dachte August der Starke inzwischen, sie sei einfach nach Preußen geflohen und tat alles um sie zurück zu holen. Daher schrieb er dem König von Preußen, der sie dann in Halle verhaften ließ und gegen Preußische Soldaten ausgeliefert wurde. Als man dann alle ihre Sachen und Wohnungen in Berlin und Halle durchsuchte fand man den Vertrag natürlich nicht, was August sehr wurmte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kaiser Karl ()

    • Bin leider etwas in Eile - aber diese Meldung des Sächsischen Finanzministeriums (SMF) hier musste unbedingt noch raus (heute im Verlauf des Tages werden da sicherlich noch diverse Mitteilungen folgen, hoffentlich mit Bildern: Presse, Lokalfernsehen)

      SMF schrieb:

      Wiederaufbau Dresdner Residenzschloss – eines der größten Renaissancefresken nördlich der Alpen entsteht neu - Räume im Ostflügel fertiggestellt

      Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland stellte heute zusammen mit Ludwig Coulin, Leiter der Niederlassung Dresden I des SIB sowie Matthias Zahn, Sprecher der Sgraffitokünstler, im Dresdner Schloss Medienvertretern den Stand der Vorarbeiten für die Rekonstruktion der farbigen Fresken an der Rückseite des Altans sowie die baulich fertiggestellten Räume im 1. Obergeschoss des Ostflügels und im Nordostflügel vor. Daneben gab Staatsminister Prof. Unland einen Überblick über die weiteren gegenwärtigen und geplanten Baumaßnahmen beim Wiederaufbau des Dresdner Schlosses.
      „Das Dresdner Residenzschloss ist ein identitätsstiftendes Bauwerk für die Sachsen. Der Wiederaufbau ist daher auch eine Herzensangelegenheit für die Staatsregierung“, betonte Staatsminister Prof. Dr. Georg Unland. „Die Fresken des Altans mit der Darstellung biblischer Szenen gehören zu den größten farbigen Renaissancefresken nördlich der Alpen. Der Altan wird einmal den gestalterischen Glanzpunkt im neu in Szene gesetzten Renaissancehof des Dresdner Schlosses bilden“, so Unland weiter.
      Beim Altan handelt es sich um eine viergeschossige Loggia im großen Schlosshof an der Rückseite des Hausmannsturms. Er geht zurück auf den Umbau des Schlosses in den Jahren 1547-1556 auf Veranlassung von Kurfürst Moritz von Sachsen. Er bildete mit seinen reichen Bildhauerarbeiten eine der bedeutendsten Renaissanceplastiken nördlich der Alpen. Die hinter dem Altan liegende Fassade (sog. Rücklage) war mit farbenprächtigen Freskomalereien geschmückt. Auch der Altan fiel der Zerstörung des Schlosses im zweiten Weltkrieg zum Opfer. Der Rohbau des Altans wurde bis zum Jahr 2010 wiederhergestellt. Nun soll nach jahrelangen Recherchen und Studien die farbige Gestaltung der Natursteinelemente der Konstruktion und der Rücklage in der Fassung des 16. Jahrhunderts in Angriff genommen werden. Die Rücklage des Altans erhält wieder farbige Freskomalereien mit biblischen Motiven (Geburt Christi, Bekehrung des Paulus, Königin von Saba vor Salomon). Diese Fresken stehen dann in Kontrast zu den einfarbigen Sgraffitomalereien an den Fassaden und verstärken sich in der Wirkung gegenseitig.
      Bei den neu fertiggestellten Räumen handelt es sich um den Gardesaal und den Kurfürstensaal im Ostflügel sowie um drei weitere Räume im Nordostflügel. Im Bereich des Gardesaals umfassten die Bauarbeiten die Restauration der Rokokobefunde und den Wiedereinbau bereits vor Jahrzehnten geborgener Stuckteile. An der Nordseite des Kurfürstensaals wurde das Original Moritzmonument angebracht. Dieses Monument wurde als wertvolles Denkmal nach der Flut 2013 aus der Festung Dresden (Brühlsche Terrasse) geborgen und durch die Experten der Zwingerbauhütte konserviert. Die Längswände wurden auf Wunsch der sächsischen Kunstsammlungen Dresden in rohem Zustand belassen Der Boden wurde mit Theumaer Fruchtschiefer belegt. Im Nordostflügel wurden die Wände als Bild- bzw. Objekthintergrund dunkel gestaltet. Die Decken setzen sich dagegen hell von Wandflächen ab. Die Baukosten für diese Räume betragen ca. 8,9 Mio. Euro. Der Ostflügel soll für die Ausstellung der Rüstkammer „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“ genutzt werden. Der Nordostflügel ist für die Präsentation der „Kurfürstlichen Kleiderkammer“ vorgesehen. Die Räume wurden mit modernsten „maßgeschneiderten“ Vitrinen ausgestattet, um höchsten musealen und konservatorischen Anforderungen zu genügen.
      Hintergrund:
      Bereits unmittelbar nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg begannen die Sicherung der Ruine des Residenzschlosses und die Bergung wichtiger Teile. Seit Mitte der 1980er Jahre erfolgt der planmäßige abschnittsweise Wiederaufbau des Dresdner Schlosses. In einem Beschluss der Staatsregierung vom 13. Dezember 1994 wurde die überwiegend museale Nutzung des Schlosses festgelegt. Die Leistungen der ersten 15 Jahre konzentrierten sich auf die Sicherung der Substanz, auf den Rohbau und die äußere Wiederherstellung des Bestandes.
      In den Wiederaufbau des Schlosses wurden bisher ca. 316 Mio. Euro (einschl. Liegenschaftsübergreifender Maßnahmen/Werterhalt/Bauunterhalt) investiert.
      Die Gesamtbaukosten werden auf Grundlage des Baukostenindex 2015 auf ca. 380 Mio. Euro geschätzt.
      Aktuelle Schwerpunkte der Wiederaufbauarbeiten sind:
      • Fassaden im Großen Schlosshof einschl. Altan (Fertigstellung für Ende 2019 geplant)
      • historischer Ausbau „Kleiner Ballsaal“ im Georgenbau (Fertigstellung für Ende 2017 geplant)
      • Langer Gang (Fertigstellung für 2018 geplant)
      • Nordflügel, 2. OG Turmzimmer (Fertigstellung für Ende 2019 geplant)
      • Westflügel, 2. OG Paraderäume (Fertigstellung für 2019 geplant)
    • Ergänzend ist der Beitrag von Dresden Fernsehen sehr schön.

      sachsen-fernsehen.de/wiederauf…s-schreitet-voran-327059/

      Hier findet man am Ende auch zwei Videos, die unter anderem auch das schon farbige 1:25 Modell und das noch schwarz-weiße 1:10 Modell des Altan zeigen. Außerdem erzählt der Künstler etwas von der Technik.
      Nachdem das 1:10 Modell farbig ist, soll das Ganze nochmal 1:1 auf Pappe(etagenweise) umgesetzt werden bevor es 2018/2019 richtig losgeht.
      Desweiterem sieht man auch die jetzt fertiggestellten Räume im Ostflügel ganz kurz im ersten Video.
    • Vielen Dank, Chris1988, für die sehr interessanten Video-Links.
      Noch ein Hinweis zu einem bemerkenswerten Baudetail: Wenn man den von Chris eingestellten Link anklickt, zeigen sich die Startbilder für zwei Videos. Im links stehenden sieht man bei 2:18 ein gotisches Portal. Es ist der historische Durchgang zwischen der "Alden Hoff Stuben" und dem "Sahl vor der alden Hoff Stuben" (in der Nord-Süd gerichten Trennwand im 1. OG, diese verläuft unmittelbar östlich des Brückenübergangs zur Kathedrale). Es wurde bauarchäologisch in die Zeit um 1400 datiert. Wie die meisten wissen dürften, sind die aufgehenden Mauern (EG und 1.OG) im zugehörigen Nordostflügel schon unter Markgraf Wilhelm entstanden (das so genannte alte Haus). Das Portal war später zugemauert worden und erst durch die Zerstörungswirkung der Bombardierung wieder "in Erscheinung getreten".

      Einen Video-Link möchte ich auch noch nachreichen, der mdr hat in der Sendung Sachsenspiegel ebenfalls berichtet mein Tipp: unbedingt in den Vollbildmodus gehen, nach dem Starten des Videos erscheint dazu ein Button).
      mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-74772.html
    • Ja, das frag' ich mich aber auch. Ursprünglich sollten hofseitig wenigstens (im 16. Jh. ursprünglich überall) auch noch Figuren hinzukommen, die zum Fenster, ner Sonnenuhr usw. hochleiteten und das Ganze dann zu einer Einheit verbanden....
      Unglaublich, was der Freistaat hier investiert. Lustig war in der Film aber die Frage an Uhland, warum das so teuer wird und dann die Antwort, dass man ja die Fresko-Technik neu erlernen müsste (Quatsch!): Letztlich weiß niemand so genau, wie die Figuren im Detail ausgesehen haben, geschweige denn die hochkomplizierte Farbigkeit. Das kan man nur ansatzweise herausfinden, dadurch dass man Proben über Proben macht und dasgeht dann halt eben ins Geld. Was soll'S. Für die Restauratoren freut michs. Und der Dresdner Große Schlosshof wird in zwei Jahren dann dem Berliner Schlüterhof in nichts nachstehen (NB: Ursprünglich standen ja sogar auch noch vergoldete Figuren auf den Giebelspitzen - herrlich!)
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Oktavian schrieb:

      Ursprünglich sollten hofseitig wenigstens (im 16. Jh. ursprünglich überall) auch noch Figuren hinzukommen, die zum Fenster, ner Sonnenuhr usw. hochleiteten und das Ganze dann zu einer Einheit verbanden....
      [...]
      Ursprünglich standen ja sogar auch noch vergoldete Figuren auf den Giebelspitzen - herrlich!
      Dazu ein Modellbild:


      Was die Giebelfiguren betrifft - da können wir wohl noch hoffen (das ist bereits mehrfach hier im Forum thematisiert worden).
    • Wenn man sich dann noch überlegt, wie tröge der Hof vor reichlich 100 Jahren ausgeschaut hat... Hier mal ein Bild aus unserer Galerie des Residenzschlosses auf Arstempano. Irgendwie kommt man da aus dem Staunen nicht heraus! Ich freu mich drauf, wenn der Hof mal fertig ist!



      und hier noch ein Bild von der "Großen Bresche" in der Schloßstraße um 1993 aus der entsprechenden Galerie. Der Hof war ja in großen Teilen völlig ausgeglüht, weshalb man sich entschloss, wenn schon neu, dann richtig!

    • In dem mdr-Video versteckt sich noch eine wichtige Information, auf die ich unbedingt explizit hinweisen möchte: Die Sgraffito-Bemalung des SW-Treppenturmes ist fertig.
      Bei 0:08-0:11 sieht man eine schöne Frontalansicht (wie schon gesagt, ich empfehle den Vollbildmodus - gute Auflösung). Hier noch mal der Link:
      mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-74772.html
    • BautzenFan, danke für den Video-Link und das Modellfoto. Letzteres enthält ja auch die Antwort (denke ich), was mit der Fassade des Hausmannsturms geschehen soll. Wenigstens die Hofseite müsste schon gestaltet werden, da das sonst in einem sonderbaren Kontrast zur Hof stünde - das kann man im Video ab 0.33 erahnen. Fände ich für den Gesamteindruck wichtiger als die Giebelfiguren.

      Gesamtkosten geschätzte 400 Mio. - gerade mal ne halbe Elbphilharmonie, und über mehrere Jahrzehnte gestreckt. Das kann sich sehen lassen, finde ich. Kultur, egal in welcher Form, ist von so entscheidender Bedeutung für eine Gesellschaft, dass die Kosten nicht immer im Vordergrund stehen dürfen. Nebenbei ist das ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für zumeist lokales Handwerk, das wird dabei immer gerne ausgeblendet.
    • BautzenFan schrieb:

      In dem mdr-Video versteckt sich noch eine wichtige Information, auf die ich unbedingt explizit hinweisen möchte: Die Sgraffito-Bemalung des SW-Treppenturmes ist fertig.
      Ach liebe Bautzen-Fan - du bist immer so gut zu uns... Daaanke!!!
      Und total süß wenn er sagt "Lotschia".....
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Man kannn wirklich von Glück sprechen, dass die Gestaltungskommission, die den Neumarkt so behindert, nicht auch beim Schloss mitreden darf! Der Altan wäre vermutlich unter diesen Umständen aus Stahl und Glas, um ja ein harmonisch stimmiges Bild zu stören, wie sie es bei jedem Quartier am Neumarkt bis dato geschafft haben.

      Beim Schloss sind diese Banausen "even no Player in this game" wie der selige Herr Minister Genscher treffend sagen würde!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"