Hauptbahnhof, Humboldthafen & Umfeld

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    • Hauptbahnhof, Humboldthafen & Umfeld

      Moin,
      was haltet ihr eigentlich von dem neuem Berliner Hauptbahnhof?

      Eckes Homepage

      hbf-berlin.de

      Also auch wenn er seehr viel Glas enthält, finde ich ihn doch irgendwie gelungen.

      Was mich ziemlich schockiert hat, sind diese Pläne:

      vivico.de/deutsch/Immobilien/O…ektbeschreibung/index.php

      Jetzt mal ehrlich, das is so ziemlich das kälteste, langweiligste und monotonste, was ich je gesehen hab. Für mich is das Stadtzerstörung.

      Am schlimmsten sind diese eintönigen Klötze, die ohne jegliche Verbindung zueinander in Rasterform hingebaut werden.

      Genauso schlimm finde ich es, wie man eine Art Gefängnis um den Humboldthafen herum baut und so die Sicht auf die Bahnbrücke verhindert.
    • Re: Berlin Hauptbahnhof

      "nitsche" schrieb:


      Jetzt mal ehrlich, das is so ziemlich das kälteste, langweiligste und monotonste, was ich je gesehen hab. Für mich is das Stadtzerstörung.

      Am schlimmsten sind diese eintönigen Klötze, die ohne jegliche Verbindung zueinander in Rasterform hingebaut werden.

      Genauso schlimm finde ich es, wie man eine Art Gefängnis um den Humboldthafen herum baut und so die Sicht auf die Bahnbrücke verhindert.


      Aber es handelt sich doch dabei lediglich um eine Studie. Wie die Gebaeude im einzelnen spaeter aussehen werden, ist noch voellig offen.

      Die modernistischen Architekten haben durch diese Brachen am Lehrter Bahnhof die einmalige Chance zu zeigen, was sie sich unter guter Architektur vorstellen. Hier darf und muss modern gebaut werden. Ich bin auf das Ergebnis gespannt Aber ich gebe dir Recht, dass die ersten Ideen bzw. Entwuerfe nichts Gutes erahnen lassen..
    • "nitsche" schrieb:

      Moin,
      was haltet ihr eigentlich von dem neuem Berliner Hauptbahnhof?
      Also auch wenn er seehr viel Glas enthält, finde ich ihn doch irgendwie gelungen.


      Herzlich willkommen im Forum!

      Also, die Bahnsteighalle des Lehrter Bahnhofs gefällt mir gut. Sie sieht recht elegant aus und erinnert an die historischen Hallen, die ja eigentlich nur gebaut wurden, damit der Rauch der Dampfloks hochsteigen kann (man hätte beim Hbf Berlin ja auch, wie anderorts geschehen, einfach eine Betonplatte über die Gleisebene legen können).

      Den Rest (vor allem die sogenannten Bügelbauten) finde ich langweilig bis häßlich. Ich hätte mir etwas kreativere Bauformen vorstellen können. Muß ja nicht unbedingt etwas klassisches sein, aber wenigstens ein paar geschwungene Linien, nicht alles so streng rechtwinklig.

      Und mir ist das auch alles zu gläsern. Im Hochsommer muß dieser Bahnhof ein Treibhaus und unzumutbar sein. Es sei denn da drin laufen den ganzen Tag monströse Klimaanlagen, und die verbrauchen jede Menge Energie, das kann ich als Umweltfreund auch nicht gutheißen.
    • Sehe das so wie Schloßgespenst... wobei ich auch noch verurteile, dass man den sanierten und komplett erhaltenen S-Bahnhof komplett abgerissen hat, er sah ähnlich aus wie Bellevue oder Hackescher Markt.

      Ansonsten dürfen sich die Modernisten dort gerne mal austoben, ich steig auch in Zukunft lieber in den historischen Hallen des Bahnhofs Zoo oder Ostbahnhof aus.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • "Booni" schrieb:

      Sehe das so wie Schloßgespenst... wobei ich auch noch verurteile, dass man den sanierten und komplett erhaltenen S-Bahnhof komplett abgerissen hat, er sah ähnlich aus wie Bellevue oder Hackescher Markt.


      Ja, stimmt, das war ein ziemlicher Frevel und sehr schade, und das geschah meines Wissens auch nur, um Geld zu sparen. Am Rande erwähnt werden sollte noch, daß damals nur die Grünen für den Erhalt des (denkmalgeschützten!) historischen Gebäudes plädierten.

      Teile des abgerissenen Baus sollen übrigens in den Neubau intergriert werden (so à la Portal IV im Staatsrat wahrscheinlich...)
    • @ Oliver

      Wir meinten nicht den großen alten in den 60ern gesprengten Lehrter Bahnhof, den Du abgebildet hast, sondern den gleichnamigen S-Bahnhof, der erst vor einigen Jahren abgerissen wurde.

      http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/26/2002-07-20_lehrter_stadtbahnhof_.jpg\r
      upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... hnhof_.jpg
    • Die sind im Grunde ganz einfach auseinander zu halten: Der, den Oliver gezeigt hat, ist der Lehrter Bahnhof. Das war, wie der Anhalter, Potsdam, Stettiner usw. der Bahnhof, wo die Fernzüge abfuhren. Der vor 3 Jahren abgrissene ist der Lehrt Stadtbahnhof, weil dort die Stadtbahn (=S-Bahn) hielt. Also, ein Bisschen drauf achten, was man scheibt, und es dürte eigentlich keine Misverständnisse mehr geben. :zwinkern:

      Den neuen Bhf. ist schon recht beeindruckend. Ich finde, in diesen Bügelbauten kann man - von vorne betrachtet - die beiden "Kolossalsäulen" wiedererkennen, die einst das ortal des Lehrter Bhf.'s rahmten. Der Stadtbahnhof war jetzt nichts spektakuläres, aber man hätte irgendwie versuchen können, ihn in den Neubau zu integrieren. Viel mehr als das Glas stört mich die Tatsache, dass er im nirgendwo steht, Quartier hin oder her...
    • Ich halte den neuen Lehrter auch für relativ gelungen, was die - leider verkürzte - Dachkonstruktion betrifft. Der Rest ist Durchschnitt, die Bügelbauten werden m.E. sogar eher richtiggehend hässlich.

      Über eine Reko des alten Lehrter zu reden ist natürlich mehr oder minder sinnlos. Es wird sie nie geben.

      Wenn wir über eine Reko eines Berliner Bahnhofes sinnvoll reden wollen, dann wäre das der Anhalter mit verkürzter Gleisüberdachung. Das ist machbar und sinnvoll zugleich.

      Die Baumassen auf den Vivoco-Plänen sind gar nicht so schlecht verteilt, selbst der Hafen-Ummauerung kann ich etwas abgewinnen, auch wenn sie schon ziemlich monumental ist.
      Alles steht und fällt bei diesem Konzept mit der tatsächlich gebauten Architektur. Die allerdings würde wohl, realistisch gesehen, modernistisch langweilig werden: ein paar 08/15-Büroklötze, viel Glas, Stahl und etwas Naturstein, damit's nicht ganz so schäbig aussieht.
      Und natürlich weder kleinteilig, noch ornamentiert, noch irgendwie ausgefallen und auf jeden Fall nur Flachdächer.
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • "Antiquitus" schrieb:


      Wenn wir über eine Reko eines Berliner Bahnhofes sinnvoll reden wollen, dann wäre das der Anhalter mit verkürzter Gleisüberdachung. Das ist machbar und sinnvoll zugleich.


      Daran glaube ich auch nicht. Der Platz wäre zwar da, aber wer soll das bauen wollen? Damals hätte es für den ausgebrannten Bahnhof 1000 Nutzungsmöglichkeiten gegeben (Museum, Musicaltheater, Kongreßzentrum, Sporthalle, Kinocenter - was Du willst...), aber heute? Nach dem Abriß ist für den Anhalter Bahnhof der Zug abgefahren.
    • @Schloßgespenst

      Bisher leider nicht, aber vielleicht kommt ja mal jemand auf den Geschmack. Es gibt ja mittlerweile einige Projekte in Deutschland, die ohne privaten Invesor gar nicht denkbar gewesen wären (z.B. Stadtschloß Braunschweig, Hotelkomplex Heiligendamm usw...)
      Wenn ein Investor merkt, daß es seitens der Bevölkerung eine "Nachfrage" gibt, dann realisiert er sein Projekt auch in Kombination mit einer Reko.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Ich kenne auch keinen, aber wer weiß, wie es in 10 Jahren aussieht. Man könnte auch eine Veranstaltungs/Ausstellungshalle dahinter bauen und den Kopf als sehr repräsentaiven Vorbau nutzen. Müsste sich eigentlich rechnen: Stadt gibt das Areal dahinter umsonst, dafür muss der Investor den Kopfbau rekonstruieren.
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    • Am Lehrter Stadtbahnhof

      habe ich am 10.11.89 zum ersten Mal Westberliner Boden betreten (ein Taxifahrer aus Hennigsdorf hat mich bis dahin mitgenommen). Deshalb war er mir sehr ans Herz gewachsen. Von da bin ich dann, wie wohl jeder damals, mit der S-Bahn zum Kudamm gefahren.

      Das neue Gebäude wollte ich eigentlich für die Galerie "der häßlichste Neubau" vorschlagen. Die Glaswurst ging ja noch, aber das Monster links und rechts ist furchtbar und viel zu groß. Steht man etwa auf dem Invalidenfriedhof, wirkt er regelrecht bedrohlich. Der Reichstag ist doch mickrig dagegen. Ich bin auch gegen Nazivergleiche, aber Speers große Halle hätte dort ähnlich gewirkt.
      "Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen."
      Friedrich der Große
    • Heute wird der Lehrter Bahnhof/Hauptbahnhof eröffnet, dazu zwei Artikel aus der Welt, ein von Haubrich:
      Die Architektur: Ein großer Wurf
      Kreuz der Hauptstadt

      Ich finde ja, dass der Bahnhof zu gut wegkommt. Sicher, das (leider verkürzte) Glasdach beeindruckt und hat auch Eleganz, die offene, stockwerkübergreifende Konstruktion gefällt und die Unterhalle hat zumindst ihren Reiz, aber sonst? Die Ausführung ist viel zu technizistisch und roh, die Bügelbauten sind ein völliger Reinfall, ein paar Stahlträger als billige Fassadengliederung zusammengeschweißt, ein paar schäbige Blechplatten als Sichtschutz, außerdem insgesamt viel zu dünn, nein, nein, zum Jubeln gibt es ästhetisch gesehen keinen Grund. Ob der Bahnhof praktisch ist, wird sich zeigen - immerhin kommt man angeblich jetzt in 1h nach Leipzig.
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.