Hamburg - Hafen-City

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    • "Oliver" schrieb:

      Durch einen Zufall habe ich die wortwörtliche Dokumentation der
      Debatte der Hamburgischen Bürgerschaft (also dem Landtag) zum
      Thema: Klinker, Stahl, Glas, Beton: Welche Materialien sollen
      die HafenCity im Speziellen und das Stadtbild im Allgemeinen prägen?

      im Internet gefunden.

      Ein sehr interessantes Thema eigentlich und sollte für die Bürgerschaft
      ein wichtiges Thema sein. Ich habe die Dokumentation hier als
      Link eingestellt:

      gal-fraktion.de/cms/default/do…stahl_glas_beton_prot.pdf

      Interessant finde ich zu sehen, welche Möglichkeiten von Behörden
      bestehen, "Materialien" am Bau abzulehnen. Diese Möglichkeit
      besteht nämlich - wird aber leider fast nie genutzt. Fink von der CDU
      hat dazu kurz erklärt:

      "Fink schrieb:


      ....
      Zunächst zur Stellung des Eigentums. Artikel 14 Grundgesetz
      sagt – platt ausgedrückt –, dass jeder mit seinem
      Eigentum machen kann, was er möchte, außer, es gibt
      Gesetze und Verordnungen, die dieses einschränken. In
      Hamburg ist es vor allen Dingen Paragraph 69 der Hamburgischen
      Bauordnung. In ihm heißt es, eine Baugenehmigung
      ist grundsätzlich zu erteilen, wenn keine Genehmigungshemmnisse
      im Weg stehen.
      Zu diesen Genehmigungshemmnissen gehört auch Paragraph
      12 der Hamburgischen Bauordnung. Ich möchte
      Ihnen in Erinnerung rufen, was bei der aktuellen Architek-
      turdebatte häufig aus dem Blick geraten ist. Ich lese Ihnen
      den Paragraphen vor, weil aus ihm deutlich wird,
      welche Entscheidungskompetenzen die Bezirke, die
      Baudezernate dort jetzt schon haben. In Paragraph 12
      Absatz 1 heißt es:
      "Bauliche Anlagen müssen nach Form, Maßstab, Verhältnis
      der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff
      und Farbe so gestaltet sein, dass sie nicht verunstaltend
      wirken."
      Das heißt, in dem Moment, wo in den Bezirken geprüft
      wird, ob ein Bau zulässig ist – genehmigungsfähig ist –,
      muss geprüft werden, ob er verunstaltend wirkt. Man
      sollte sich noch einmal zu Gemüte führen, dass es tatsächlich
      diese Prüfung in den Baudezernaten der verschiedenen
      Bezirksämter gibt.
      ...
      Die Rücksprache, ob ein Bau genehmigungsfähig ist,
      erfolgt natürlich auch immer mit der BSU und dem Oberbaudirektor.
      Die eigentliche Entscheidung über einen
      Bauantrag fällt in der Regel aber der jeweilige Stadtplanungsausschuss,
      der sich mit Paragraph 12 der Hamburgischen
      Bauordnung beschäftigt, ob sich also ein Bau
      einfügt oder nicht, und der bezirkliche Bauausschuss
      beschäftigt sich letztendlich damit, wenn er eine Baugenehmigung
      erteilt.
      – Das heißt, eine Baugenehmigung ist grundsätzlich zu
      erteilen. Das müssen wir, auch wenn uns der eine oder
      andere Bau von der Gestaltung her nicht gefällt, zur
      Kenntnis nehmen.
      Es gibt natürlich eine Ausnahme und das ist der innere
      Wallring – dort liegt die Planungshoheit bei der Behörde
      für Stadtentwicklung und Umwelt – und die HafenCity.
      ...
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Vor wenigen Tagen wurden die Entwürfe für die neue Elbphilharmonie
      vorgestellt. Die Architekten sind Herzog und Meuron aus Basel.
      Hat ein bisschen was von der Berliner Philharmonie und vom
      Führerbunker in der Wolfsschanze... :(

      http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/kulturbehoerde/praesentation-elphi.html\r
      fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/beh ... elphi.html
    • Mein Fall ist sie nicht. Die neuen Gebäude des Hanseatic Trade Centers anstelle der im Krieg zerstörten Speicherstadt-Blöcke A & B machen aber noch deutlich mehr kaputt. Hier wäre eine Rekonstruktion angebracht gewesen, stattdessen Hochhäuser in der Speicherstadt...
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Nach der Spende über 30 Mio. € von der Familie Greve gibt es nun
      einen weiteren Spender für die neue Elbphilharmonie. Der Unternehmer
      Otto spendet hierfür 10 Mio. €. Insgesamt werden für die Neue Philharmonie
      186 Mio. € benötigt. 77 Mio. wird davon die Stadt zahlen - der Rest soll
      aus Spenden kommen.
    • Der "Spielplatz", der einsame Baum, das Haus ohne Fenster, das Haus, das nur aus Fenstern besteht ... klasse. Leider muss man in Deutschland nie lange suchen, um weitere Beispiele zu finden.

      --
      Aenos
    • Jetzt kommt auch Rem Koolhass an die Reihe

      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,530203,00.html\r
      www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 03,00.html

      Die Hafencity ist meiner Meinung nach eine Riesenausstellung von menschenfeindlicher , kalter Architektur, die überall auf der Welt stehen könnte, jedoch nix hamburgisches hat. Desweiteren ist sie unurban.

      Meiner Meinung nach komplette Fehlplanung (bis auf die Elbphilharmonie), kann die Begeisterung nicht nachvollziehen. Wie seht ihr das?
    • Genau so ist das. Architektur, die überall auf der Welt stehen könnte.

      Hier mal zwei Beispiele. Der Innenhafen in Duisburg:
      http://baukin.de/assets/images/IMG_0462.JPG\r
      baukin.de/assets/images/IMG_0462.JPG

      Oder der Westhafen in Frankfurt a.M.:
      http://img72.imageshack.us/img72/8576/westh1mk3.jpg\r
      img72.imageshack.us/img72/8576/westh1mk3.jpg

      http://img367.imageshack.us/img367/3675/westh2vq1.jpg\r
      img367.imageshack.us/img367/3675/westh2vq1.jpg

      Sieht aus wie aus einem Guss. Ganz toll!
      :applausgrinsen:
    • Naja, wenigstens kommt die HafenCity recht backsteinlastig daher. Und in diesem Fall ist es ja auch durchaus regionalbezogen, wenn sich die Architektur an Containern oder Schiffen orientiert. Mein größtes Problem sind hier eher mal wieder die tristen Farben und die kühle Ausstrahlung. Aber leider passt ja auch kühl zu Hamburg... In Dresden würde ich solche Bauten zu Tode kritisieren.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Es ist doch gut: neu und garantiert ohne Bakterien und Geister.

      :lachen: Ja so ist es wohl.

      So was Gefaehrliches wie eine Identifikation wird sich damit fuer die Hamburger kaum ergeben. Und ein Gesicht wie Heines Hammonia wird ihnen dort auch nicht erscheinen.

      Indes sagt der Anblick der HafenCity, jetzt auch noch mit Rem Koolhaas, auch ohne sie die Zukunft der Architektur in Hamburg deutlich genug voraus... :(
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
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      I bambini sanno che solo sbagliando s,impara.