Die Pirnaische Vorstadt

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    • @Oktavian

      Nun, die Seite auf der bilderbuch steht, auf der stehe ich definitiv auch!

      Die Sivia ignoriert mit ihrem Bebauungsvorschlag jegliche örtliche Gegebenheit. Das Robotronareal / die südliche Pirnaische Vorstadt ist heute orthogonal gegliedert. Um hier in halbwegs naher Zukunft einen dichten Stadtbereich der Innenstadt entwickeln zu können, sollte man sich dem Bestand gegenüber nicht komplett quer stellen. Die ehemalige Johann- Georgen- Allee war eine tolle Straße, die direkt in die Moritzstraße in der Altstadt weiterführte. Es ist m.E. aber absolut unrealistisch hier anzuknüpfen - auch wenn das schön wäre! Man hat heute aber die Chance etwas vielleicht gleichwertiges zu erschaffen, in dem man die Herkulesallee als Achse zum Rathausturm verlängert. Die Sivia negiert das völlig und will an den Rest einer Straße anbauen (heutige Lingnerallee), die sich an den vorhandenen Bauten aus DDR- Zeiten tot läuft. Die Allee sollte das bleiben was sie heute ist - eine doppelreihige Baumreihe im Park. Mehr aber auch nicht.
    • Können wir uns darauf einigen, dass der Konzeptinhalt der Richtige ist, nur der Ort nicht. Das heißt die Sivia-Planung am besten an der verlängerten Herkulesallee zu verwirklichen wäre?
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Ich sehe das eher wie Oktavian, denn wenn ich in - besseren Zeiten einmal - wieder Dresden in der Innenstadt zu einer gewissen Urbanität verhelfen möchte, dann sollte sogar unbedingt wieder mit einer Blockrandbebauung weitergemacht werden. Nur dadurch wird dereinst einmal das wieder urbane Zentrum Neumarktinsel an den Rest der Stadt anküpfen können.

      ich ginge ja sogar noch eine Schritt weiter als die Sivia und würde zumindest das Eckgebäude rekonstruieren und den Rest der Fassade zumindest vorbereiten, um in Zukunft einmal dort klassische Elemente nachzurüsten. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • @Darkvision
      Ich stimme darin überein, dass eine kleinteilige Gliederung der Baumassen anzustreben ist, statt dort weiter riesige Klötze zu bauen. Darin finde ich die Planung der Sivia schon gut, wenn auch im Detail nicht überzeugend. Ob da übrigens Flachdächer gebaut werden oder geneigte Dächer drauf sind und ob diese rot sind - das finde ich in der gegenwärtigen Planungsphase eher nachrangig. Ersteinmal sollte grundsätzlich der Städtebau geklärt werden (Lage, Höhe und Gliederung der Baumassen).

      @Exilwiener
      Hältst Du es in irgendeiner Weise für realistisch, dass das ehemalige prächtige Eckgebäude rekonstruiert wird? Wer sollte das denn tun? Zwar könnte die Stadt hier, analog zum Neumarkt, das Haus als zu rekonstruierenden Leitbau ausweisen. Danach würde hier aber ganz sicher niemals mehr etwas gebaut werden. Ich möchte dort bitte einen lebendigen Stadtteil haben und keine Brachlandschaft für weitere Jahrzehnte.
      Warum sollte übrigens basierend auf dem Konzept der Stadt (siehe Mäckler) keine Blockrandbebauung möglich sein?
    • @Arwed

      Natürlich halte ich unter den jetzigen Gegebenheiten das Ganze nicht für realistisch, aber wünschen täte ich es mir halt schon sehr. Meiner Meinung nach und aus eigenem Empfinden vor Ort ist doch die ganze "Gegend" außerhalb des Neumarktbereiches, und abgesehen von der Prager eine tote Brachlandschaft ohne Aufenthaltsqualität. Vermutlich hilft nur ein wirklich großer Wurf etwas und das wäre der sukzessive Totalabriss sämtlicher Plattenbauten in der Innenstadt mitsamt Neubebauung in Blockrandstruktur in hochwertiger Architektur mit Geschäften und Lokalen in den EG Zonen...dass so etwas in demokratischen Zeiten - wenn, dann - nur Stück für Stück und klein/klein kommen kann ist eh klar. Das Hauptproblem ist jedoch noch immer, dass die Leute im Stadtplanungsamt mental in den 60er und 70er Jahren stehen und darüber hinaus keine Visionen noch das nötige Können besitzen. Somit passen diese wiederum gut zu der heutigen Plattenbauinnenstadt.
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    • Mich verwundern die in den Medien kolportierten 250 Wohneinheiten, die der Geschossflächenzahl nach allein in den Vorhaben auf der Parkplatzbrache entlang der Herkulesallee sowie im Neubau anstelle des Rechenzentrums eingeordnet werden könnten. Vielleicht handelt es sich aber auch um die z.Z. konkreten Planungen, die wahrscheinlich nur die genannten Bereiche sowie vielleicht den Atriumkomplex an der Petersburger Straße umfassen. Ansonsten stehen ja noch genug evtl. Sanierungskandidaten sowie Flächenreserven innerhalb des Quartiers zur Verfügung.
      Ich persönlich würde es begrüßen, wenn die Bürobebauung entlang der "Petersburger" als solche erhalten und insbesondere der Atriumkomplex behutsam saniert werden würde (siehe interessante Fassadengestaltung!). Diese könnte als eine Art Schallriegel die hochwertige Wohnnutzung im Inneren des Quartieres vom Straßenlärm abschirmen und irgendwann gute Anknüpfungspunkte für die Bebauung des östlichen Stradtringes bieten.
      Die restliche Bestandsbebauung halte ich hingegen für irrelevant. So könnte man beispielsweise den zweiten Atriumkomplex (City-Herberge) gern durch eine kleinteilige Bebauung austauschen, die sich am von Arwed dankenswerterweise angesprochenen und von der Stadt derzeit favorisierten orthogonalen Raster orientieren müsste. Ob man innerhalb dessen allerdings eine vorgetäuscht kleinteilige Blockrand- oder aber lieber die dresdentypische und durchaus beliebte offene Bebauung wählt, halte ich für zweitrangig. Wichtig ist vor allem, dass erstmal ein Anfang gemacht wird.

      Exilwiener schrieb:

      Meiner Meinung nach und aus eigenem Empfinden vor Ort ist doch die ganze "Gegend" außerhalb des Neumarktbereiches, und abgesehen von der Prager eine tote Brachlandschaft ohne Aufenthaltsqualität. Vermutlich hilft nur ein wirklich großer Wurf etwas und das wäre der sukzessive Totalabriss sämtlicher Plattenbauten in der Innenstadt mitsamt Neubebauung in Blockrandstruktur in hochwertiger Architektur mit Geschäften und Lokalen in den EG Zonen. [...] Das Hauptproblem ist jedoch noch immer, dass die Leute im Stadtplanungsamt mental in den 60er und 70er Jahren stehen und darüber hinaus keine Visionen noch das nötige Können besitzen.


      Meinem Kenntnisstand nach handelt es sich bei den Gegenden außerhalb des Neumarkts und der Prager Straße zum geringsten Teil um Brachlandschaften, sondern vielmehr um funktionierende Wohngebiete, die sich im Besitz großer Genossenschaften befinden. Ohne Zweifel wären hier diverse architektonische und funktionelle Verbesserungen anzustreben, die bei Bedarf, und der scheint sich durch den einsetzenden Bevölkerungsaustausch in den betreffenden Gebieten langsam abzuzeichnen, sicher auch umgesetzt werden. Hier allerdings von einem Totalabriss zu träumen, wäre Humbug und eine Beschäftigung damit kein Zeichen von Fähigkeit oder Visionen, sondern schlichtweg Zeitverschwendung.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • bilderbuch schrieb:

      Meinem Kenntnisstand nach handelt es sich bei den Gegenden außerhalb des Neumarkts und der Prager Straße zum geringsten Teil um Brachlandschaften, sondern vielmehr um funktionierende Wohngebiete, die sich im Besitz großer Genossenschaften befinden. ... Hier allerdings von einem Totalabriss zu träumen, wäre Humbug und eine Beschäftigung damit kein Zeichen von Fähigkeit oder Visionen, sondern schlichtweg Zeitverschwendung.


      Wenn man aus Wien oder ähnlichen Städten nach Dresden kommt, wirken die Grünanlagen im grünen Dresden doch irritierend. Hier einige Aufnahmen aus der Luft:

      POSTPLATZ

      PIRNAISCHER PLATZ mit Teich :wink:

      NEU- UND ALTMARKT

      ROBOTRON

      ALTSTADT
    • "Robotron"

      Heute möchte ich einige wenige Impressionen aus „dem Robotron“ präsentieren.


      Den Großen Garten im Rücken, genießt man von der Terrasse der ehemaligen Betriebskantine diesen Blick zum Neuen Rathaus. Welch ein Potential!


      Bisher wurde es offensichtlich noch nicht genutzt. Da ist er, der Meister Lampe!


      Hier, in der Kantine, befand sich bis vor einigen Jahren das „Melly’s“, eine berüchtigte „Kinderdisko“.


      Der geplante Abriss wäre sicher kein Verlust.

      Bilder sind von mir.
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    • Derartige Eindrücke dürften bald Seltenheitswert genießen.


      Immerhin wird hier seit der Fertigstellung nicht mehr viel in die Bausubstanz investiert worden sein.


      Entsprechend trist ist der Anblick der unternutzten und teils auch einfach nicht mehr zeitgemäßen Immobilien.


      Dennoch gibt es interessante Entdeckungen, wie diesen Eingangsbereich des Atrium-Komplexes an der Herkulesallee.


      Kacheln waren damals wohl en vogue und scheinen ihre Haltbarkeit mittlerweile unter Beweis gestellt zu haben.


      Immerhin stellt die Fassade des abzureißenden Rechenzentrums eine ideale Hintergrundfolie für die hier zu sehende Figurengruppe dar. Wie heißt sie doch gleich?

      Bilder sind von mir.
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    • Herzlichen Dank für die Information, werter Arwed! Auf ihn wäre ich im Leben nicht gekommen.

      Wanitschke hat in Dresden ein recht umfangreiches Werk hinterlassen, was u.a. der Wikipediaeintrag eindrucksvoll unterstreicht:

      de.wikipedia.org/wiki/Vinzenz_Wanitschke
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Hotel am Terrassenufer

      Wie bereits angedeutet, wird die Stadt wohl keine weiteren Rechtsmittel gegen das Urteil zum Erhalt des Hotels am Terrassenufer einlegen. Das berichtet zumindest die SZ.

      sz-online.de/nachrichten/dresd…errassenufer-2837470.html
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Robotron - Sivia/Max Wiesner

      Heute, am 14.05.2014, widmen sich die DNN in ihrem Lokalteil dem Bauunternehmen Max Wiesner.
      Obgleich der Artikel nicht sonderlich interessant ist, enthält er doch einen kleinen Abschnitt zum Projekt in der Pirnaischen Vorstadt. Demnach scheint die Sivia weiterhin an ihrem ursprünlichen Vorhaben festzuhalten und nichts mit der aktuellen "Mäckler-Studie" zu tun zu haben. Es seien bereits eine Bauvoranfrage gestellt und Grundstücke optioniert.

      Hier der entsprechende Abschnitt aus den DNN:

      Wie es allerdings mit dem Projekt Pirnaische Vorstadt weitergeht, ist nach wie vor unklar (DNN berichteten). Frank Wießner hat zu dem ehemals bebauten Grundstück an der Lingnerallee eine Bebauungsstudie erstellt, die sich an der ursprünglichen Struktur orientiert. Diese liegt dem Stadtrat seit längerer Zeit vor. Aber die Stadt hat andere Pläne als Frank Wießner. Um Bewegung in die Sache zu bringen, hat er eine Bauvoranfrage gestellt und Baugrundstücke optioniert. "Ich bin guter Hoffnung", meint er optimistisch.

      DNN vom 14.05.2014, Seite 15.

      Man kann nur hoffen, dass das Vorhaben der Sivia nicht die städtebaulich wünschenswerte Bebauungsvariante der Stadt verhindert!
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Ich kann mir nicht helfen - am besten dünkt mich, dieses Stadtbild würde in Ruhe gelassen werden. Sicherlich - wir haben bei uns keine derart sozialistischen Stadtlandschaften, und dadurch schaut mir das alles origineller aus, als es tatsächlich ist oder sein dürfte. Aber dennoch - was dafür kommen wird, ist völlig austauschbar und beliebig. Die Träume von der Wiederherstellung der Gründerzeit sind doch völlig unsinnig, unrealistisch und abwegig, dazu wirtschaftlich nicht vertretbar.
      Das Reko-Prinzip ist einmal aus wirtschaftlich wie ästhetischen Gründen ein Ausnahmeprinzip, das nur auf die allerwichtigsten historischen Stadtflächen bzw gar Einzelbauwerke anwendbar erscheint, ganz sicher nicht auf die seinerzeit alles andere als wertvolle Pinaische Vorstadt. Diese Vorstadt ist eben 45 restlos untergangen. Traurig aber wahr. Jetzt haben wir dort eine bereits historisch gewordene Neubebauung, die in sich stimmig ist und schon aufgrund der Nähe zum Zentrum einen gewissen Orginialitätswert besitzt. Dieses Nebeneinander sucht doch seinesgleichen. Warum nicht diese Ästhetik annehmen? In Anbetracht des Mists, der nachkommt (die Entwürfe taugen alle nichts).
      Ich gebe zu, dass ich mich, was die Altstadt betrifft, gegen diese Argumentation wehren würde. Aber darüber, dass die jahrhundertelang gewachsene Altstadt wertvoller sein und deshalb vorzugsweise wiederherzustellen sein dürfte, als die Pirnaische Vorstadt, dürfte sogar in diesem Forum ein gewisser Konsens bestehen.
      Es ist einfach unsinnig, anzunehmen, dass selbst irgendetwas aus der Historismuszeit wiederkommen wird. Der Reparatur- und Rekobedarf in der Altstadt ist zu groß und wird auch in absehbarer Zeit nicht versiegen.
      Mir haben die Bilder von bilderbuch auf ihre Art gefallen, und ich wünschte, es würde so bleiben. Aus Dresden wird einfach keine normale Stadt mehr. Der Grad der auslöschung war einfach zu groß. Da ist es besser, man kultiviert das Abnormale, anstatt eine drittrangige Normalität anzustreben.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Tja, es gibt halt Menschen, deren Gründerzeitverachtung so weit geht, dass "argumentativ" sogar stadträumliche /-gestalterische Abartigkeiten verbrämt Absolution erfahren.

      Ich denke, dass zumindest im unmittelbar an die Altstadt grenzenden Bereich um Carolabrückenzufahrt/Pirnaischer Platz in Zukunft eine bauliche Verdichtung und Höhenreduzierung her sollte; soviel Ambition muss schon sein, sonst darf man überall die Flinte ins Korn werfen. Im Übrigen geht es dabei weniger um Rekonstruktion (wenn man von berechtigten Träumereien à la Kaiserpalast mal absieht), sondern um Wiedergewinnung eines verlorenen/vernichteten innerstädtisch-urbanen Raums inkl Platz- und Baukanten. Wie das in etwa aussehen könnte und vorstellbar wäre, ist auf dieser Seite dargestellt.
      So ähnlich könnte ich mir auch gut einige zukünftige Ansichten rund um den Berliner Molkenmarkt vorstellen.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Um Gottes Willen Hr. Karpatenbär, waren Sie schon einmal in diesem Robotronareal? Die Pirnaische Vorstadt an sich ist schon eine urbane Katastrophe aber das Robotronareal setzt dem noch die Krone auf. Null Urbanität und Aufenthaltsqualität außer einer eilig zusammengeschusterten Skaterbahn. Dort müssen unbedingt maßstäbliche Stadträume her, ob nun Reko , Moderne oder irgendwas dazwischen - alles andere ist besser als der Istzustand.
    • Wenn man nur die Fotos heranzieht, mag man zu einer Schlußfolgerung wie ursus kommen, tatsächlich wirkt das Gelände vor Ort aber doch recht unwirtlich und vor allem "leer", siehe auch die Bing-Luftbildaufnahmen
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)