Die Pirnaische Vorstadt

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    • Die Pirnaische Vorstadt

      Mal eine Frage an die Dresdner zum Fortschritt der Pläne zur Umgestaltung des Bereichs östlich der Carolabrücke:
      1. sind beide ollen "Wohnscheiben" endlich weg?
      2. auf der Site der Landeshauptstadt stand etwas von einer Neugestaltung. Sind die abgesegnet?

      Ich fände es eigentlich geil, wenn die alten Straßenverläufe wiederhergestellt werden würde und überhaupt-- ich sage nur Güntzbad -einer der wenigen wirklichen Jugendstilgebäude!! Ein Jammer wenn man überlegt, dass es wenig getroffen wurde und bis weit nach dem Krieg noch als Bad fungierte :weinen:
    • Das Güntzbad war das erste große Halenbad der Stadt, und wurde 1903/05 erbaut. Es hat direkt am Brückenkopf der Carolabrücke auf Alstädter Seite gestanden, udn wurde 1964 abgerissen, obwohl es ursprünglich sogar zum Wiederaufbau vorgesehen war.

      Toller Jugendstilbau, leider habe ich kein Foto gefunden, und auch nicht die Möglichkeit, eins einzuscannen.

      Einen Wiederaufbau jetzt halte ich aber für utopisch, da an der ursprünglichen Stelle jetzt die Autos auf die Brücke rauschen dürften, die ja extrem verbreitert wurde. (Zu erkennen an den Statuen der ruhigen und der bewegten Elbe, die frühe die äußeren Begrenzungen der Brückenzufahrt waren, und jetzt zwischen den Fahrbahnen stehen)
    • Hallo Booni und die anderen!

      Falls Du/Ihr es nicht kennt bzw., besitzt, dann empfehle ich Dir/Euch mal dieses Buch hier. Eigentlich eine Pflichtlektüre:

      Lerm, Matthias
      Abschied vom alten Dresden.
      Verluste historischer Bausubstanz nach 1945

      Da steht alles drin, was nach 45 an erhaltenswerten Ruinen abgerissen wurde (Ausstellungspalast, Kirche des Ehrlischen Gestifts, Johanneskirche, Güntzbad usw...)

      Aber Achtung, das Buch macht sehr traurig!
      Beim Bildindex gibts auch paar Bilder vom Güntzbad, bring bloß das hochladen nicht...der Bau war auf jeden Fall noch gut intakt und wie schon erwähnt geht da heute die zweispurige Strasse über die Carolabrücke entlang...
    • obwohl ich ja in aller Regel den Verlust des Vorkriegszustandes in höchstem Maße bedauerlich finde, fände ich die Rückgewinnung dieser Straßenfront absolut nicht erstrebenswert. ich fahre häufig über die Carolabrücke und genieße die Weite, den Blick auf die Elbe und die Neustädter Seite, der sich vom Altstädter Brückenkopf aus auftut. ich vermisse an viel zu vielen Stellen urbane Dichte in DD, hier vermisse ich sie nicht, auch wenn es um das Güntzbad sicherlich schade ist.
    • Wenn man sich vorstellen würde, daß vom Rathenauplatz halbschräg Richtung Sachsenplatz noch die Marschallstraße als innerstädtische Hauptstraße mit Straßenbahnverkehr abgehen würde....

      Das wäre ein infarktanfälliger Knotenpunkt!

      Da hätte man die Waldschloßchenbrücke zur Verkehrsentlastung schon 50 Jahre eher bauen MÜSSEN!
    • Das ist schon alles richtig. Ich sage ja auch nicht, dass eine Reko hermuss-- trotzdem schade. Ich finde dennoch, dass in der Ecke was passieren muss und mit dem begonnenen Abriss der Scheiben eine Chance besteht, die jetzige Hinterhofatmosphäre zu beseitigen. Schaut doch nur mal allein die abgeschnittenen Straßen und nicht mehr vorhandenen Plätze an.
      OK, wenn man weiterdenkt müsste die ganze Johannstadt umgestaltet werden...
      Liebe Dresdner: Schickt doch mal Bilder, wie das jetzt ohne Klobber aussieht- besonders von der Marienbrücke -bitte, bitte
    • "Kindvon2dresdnern" schrieb:


      Ich finde dennoch, dass in der Ecke was passieren muss und mit dem begonnenen Abriss der Scheiben eine Chance besteht, die jetzige Hinterhofatmosphäre zu beseitigen. Schaut doch nur mal allein die abgeschnittenen Straßen und nicht mehr vorhandenen Plätze an.

      Ich bin gestern mal durchgefahren
      Es ist nach dem Krieg als aufgelockertes, ruhiges Wohngebiet aufgebaut worden.
      hoher Durchgrünungsgrad,
      sehr ruhig, weil für Fremde und Durchgangsverkehr völlig uninteressant,
      die Zeilenbauten saniert, kein Leerstand, viele Senioren.
      Man kann da gut leben ein paar hundert Meter von Elbe und innerer Altstadt.

      Natürlich, die Gegend gehört innerhalb des 26er Ringes zur City und ist als Wohn/Schlafstadt sicher unterwertig genutzt,
      aber so lange kein Verwertungsdruck seitens der Immoblilienwirtschaft besteht, weil die anderswo weißgott noch genügend leere, interessantere Flächen finden,
      besteht kein Handlungsbedarf, das Viertel aufzumischen.

      Man könnte allerdings später mal unter Einbeziehung der durch den Abriß der Hochhausscheiben freiwerdenden Flächen die elbseitige Front neu gestalten: eine Flanierpromendade mit Kneipen, Biergärten etc. bis zum Sachsenplatz.
    • Ich finde die Carolabrücke schrecktlich, die dünne Fahrbahn ohne Bögen macht das Gesamtbild der ansonsten schönen Brücken kaputt. Vielleicht geht's uns ja in 20 Jahren wieder richtig gut und wir können uns dort einen Elbtunnel zur Entlastung leisten und die Carolabrücke rekonstruieren bzw. in ähnlicher Forn neue bauen.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • @harmonika
      Du hattest mal von einem geplanten Altenheim am K.-Kollwitz-Ufer berichtet (Fand dieses Posting leider nicht mehr)

      Leben vor dem Fenster – aber keinen Lärm
      Von Sigrid Kasper

      Der Bericht über den Bau eines Altenheimes am Käthe-Kollwitz-Ufer lässt mich doch an der Kompetenz der Verantwortlichen zweifeln. Mein erster Gedanke war: „Um Himmels Willen, warum schon wieder ein Altenheim an einer so belebten Straße?“

      Laut Bericht sah das erst auch die Bauverantwortliche so. Sie sagt aber später: „Alte Leute wollen Leben vor dem Fenster haben. Der Lärm und die Abgase von der Straße stören sie nicht.“ Das sehe ich aber anders. Ich bin selbst 71 Jahre und würde freiwillig niemals an eine solche Straße ziehen. Was nützt es da, Schallschutzfenster einzubauen? Man kann ohne Belastung durch Lärm und Abgase kaum ein Fenster offen lassen. Und das Tag und Nacht. Ein Horror. Kommt man doch kaum noch an die frische Luft. Und wer solches Leben unbedingt vor seinem Fenster wünscht, findet eine Reihe Altersheime, die inzwischen leider schon sehr ähnlichen Problemen ausgesetzt sind. Auch den Bau in der alten Straßenflucht finde ich Quatsch. Man kann doch heute die Straßen, die damals für ganz andere Verkehrsverhältnisse ausgelegt waren, nicht ohne Not genau so bauen und bebauen. Ich bin für den Erhalt eines alten Stadtkerns, aber in Grenzen.

      sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=983934
    • Meinen Beitrag hatte ich in den Dresden-Thread geschrieben.

      Ich muss der Frau aber recht geben. So schön eine enge Bebauung und die Aufnahme historischer Strukturen auch ist, so wenig würde ich selbst in das Heim ziehen. Beim Bau muss sogar die stadtauswärtige Fahrbahn verlegt werden, damit genug Baufreiheit entsteht. Das Haus entsteht also direkt am Fußweg, ohne wenigstens ein paar Meter Vorgärten/Begrünung. Platz wäre vorhanden.

      PS: Ich werde mit "c" geschrieben! :wuetenspringen: :zwinkern:
    • Der Bau des Altenheimes ist mittlerweile ziemlich fortgeschritten,
      er setzt die Maßstäbe für die gesamte künftige Bebauung der Elbfront, ist also ein wichtiger Leitbau!




      im Hintergrund die erhaltene Vorkriegsbebauung, deren Bauflucht jetzt wieder aufgegriffen wird, nachdem das Paradigma von der "lichten sozialistischen Großstadt" mit ihren Plattenbaukomplexen der Geschichte angehört.


      Durch eine neue Elbfront besteht die Chance, die Elfgeschosser aus dem Weltkulturerbebereich optisch herauszudrängen.
      Die Wohnhochhäuser links sind allerdings erst saniert und werden uns wohl noch ein Weilchen erhalten bleiben.
    • Wow... was ein großstädtisches protziges Ambiente... so müssen Städte sein damit man sich wohl fühlt... den imperialistische Repräsentationsbauten wirken eher heiter und interessant während demokratische Stahlbetonbauten kalt, abweisend und beherrschend wirken.
      Die Gegend um den Sachsenplatz war wunderschön!
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Auf dem Bild hier bildindex.de/bilder/MI09774e08a.jpg sind genau die Fenster, die ich bislang für eine Innovation der Gegenwart gehalten habe. Wegen der fehlenden (Quer-) Sprossen. Ich erinnere mich nämlich, dass genau dieser Punkt Anlass zur Kritik an einigen Gebäuden am Neumarkt war.
      Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)
    • Zwar nicht Ufer, aber scheint ja ein echter Industriestandort innerhalb der Kunst- und Kulturstadt zu werden...

      Pirnaische Vorstadt. Ende dieses Jahres sollen die neuen Hallen des Serumwerkes fertig sein. [...]

      Die zwei neuen Gebäude des Serumwerkes wachsen gleichmäßig an Zirkus- und Seidnitzer Straße in die Höhe.[...]
      25 Meter hoch werden die miteinander verbundenen Hallen, die rund 8 000 Quadratmeter Platz bieten. Ihre Fassaden werden mit großen Glasflächen, Sonnenschutz und Metallpaneele gestaltet. „Die Passanten haben durchaus die Möglichkeit, von außen Einblicke in die Produktion zu nehmen“, sagt Wetzel. Im zurückgesetzten Dachgeschoss der Halle an der Seidnitzer Straße zieht die Kantine des Werkes ein, von der die Mitarbeiter einen schönen Blick auf das Stadtzentrum haben werden.[...]
      „So ein Werk gehört an den Stadtrand, aber nicht ins Zentrum“[...]


      sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1069969

      Es gab doch Anfang des 20.Jh. eine Dresdner Bauvorschrift, dass sich Industriebauten, wenn schon im engeren Stadtgebiet, dann sollten sie sich an der Altstadtbebauung in Form und Material orientieren. Ist dieses Gesetz eigentlich mit verbrannt 1945? :?