Der Altmarkt

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    • Diese wurde 1924 eingeweiht. Ich finde sie aber auch nicht so passend, schon weniger zu den Barockbauten. Bei dem Dach hat man wohl Pillnitz als Vorbild genommen.

      Hier noch ein Bild aus der SZ. Sieht darauf eigentlich noch nicht so schlimm aus. Aber wie das dann halt so ist: wenn sowas an historischer Stelle errichtet wird, schreckt man erst auf! (Siehe Landhaustreppe und Postplatz)

      sz-online.de/bilder/2006_02/gr_1071035_1.jpg
    • OK, es hätte schlimmer kommen können. Aber wozu...? Dieser ganze Entwurf ist doch Scheibenkleister mit diesem Superstrahler und den komischen Wasserflächen...
      Kann man nicht einfach endlich die Lücke zw. Kreuzkirche und LEGO-Haus adequat schließen und dort den Garagenausgang irgendwie unterbringen und lieber den Platz frei lassen für die Germania (eines Tages) oder von mir aus, falls das zu "kriegstreiberisch" sein sollte, auch einen anderen - traditionellen - Brunnen!?
    • Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Es werden Millionen in die Fuelletonpampa geschissen, um wieder einen "Bruch in der Landschaft" zu haben, aber für das recht kleine Grundstück an der Kreuzkirche will man kein Geld haben. Sinnlosigkeit pur; eine Treppe ins Nichts; noch grotesker und sinnbefreiter, ein Flutstrahler mitten auf dem Altmarkt - die bisherigen Leuten müssen weg, weil offenbar zu "reaktionär". Steril muß es sein, unbedingt steril und sinnbefreit.


      Bestimmten Leuten, die sich für geistige Vormünder des Volkes halten, hätten wohl gerne die konventionellen Bomben des 13. Februar samt unvollkommener Beräumung gegen eine Atomexplosion und Mart Stam getauscht. Nee, eigentlich ist das ganze Zeitverschwendung. Wenn Dresden unbedingt zum Kulturzentrum nach Art von Kassel werden soll, dann bitte.
    • Hey.. krieg dich mal wieder ein...

      ... mal ganz davon abgesehen hat Kassel durchaus noch einiges zu bieten (allein der Bergpark Wilhelmshöhe, aber auch kulturelles wie die Dokumenta). Kriegszerstört sind sowohl Dresden als auch Kassel...
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • "Booni" schrieb:

      Hey.. krieg dich mal wieder ein...

      ... mal ganz davon abgesehen hat Kassel durchaus noch einiges zu bieten (allein der Bergpark Wilhelmshöhe, aber auch kulturelles wie die Dokumenta). Kriegszerstört sind sowohl Dresden als auch Kassel...



      Von Kassel war ich sehr erschüttert. Gerade weil die Stadt so geschichtsträchtig und die Umgebung so schön ist. Kassel, mit seinem Mix aus erhaltenem, langweiligem Klassizismus und noch öderen Nachkriegsbauten mitsamt den Spritzern "künstlerischer Betätigung" aus den Siebzigern ist so etwas wie ein Höhepunkt an Belanglosigkeit, selbst innerhalb der westdeutschen Städtebausinfonie. Und dabei konnte es sich mal mit Hildesheim und Erfurt messen. Keiner Stadt wünsche ich so ein Schicksal - aber Dresden ist mit seinen überaus kultivierten und intellektuellen Stadtplanern auf genau diesem Weg.
    • Und ich würde in erster Linie den künstlerischen Wert und das Vorhandensein von Restelementen entscheiden lassen, nicht die Aussage des Denkmals oder die Angst vor politischen Anschlägen.
      In dem Zusammenhang fällt mir die Berliner Siegessäule ein, deren Aussage auch nicht gerade freidlich ist und die auch schon den ein oder anderen Anschlag zu verkraften hatte, trotzdem stellt sie heute niemand mehr in Frage.
    • Wenn man bedenkt, was alles an der Dresdner Baukultur französisch gewesen ist, erscheint das Denkmal sehr fragwürdig. Selbst am Altmarkt, der als bürgerliches Zentrum am wenigsten den europäischen Barockvorstellungen angepaßt wurde.

      Mein Vorschlag wäre ein Brunnen samt Trümmerfrau. Der Altmarkt symbolisiert neben dem Herzen der Stadt auch den Beginn des Wiederaufbaus. Ebenso wie die Gebäude des Arbeiterbarocks sollte diese Figur als Erinnerung an die Trümmerjahre eine heitere Stimmung verbreiten, auch wenn es die Zeiten der Fünfziger eigentlich nicht hergeben. Depression und Nivellismus gibt es schon genug.
    • Ich finde schon das sie auf den Platz gehört, weil ich sie einfach künsterlich ästhetisch ist und außerdem die Franzosen auch heute noch Stolz auf Ihren Napoleon sind. Auch wenn heutige Generationen keinen Bezug mehr zu dieser Figur haben, so ist sie doch ein Stück deutsche Geschichte. Andere Denkmäler werden ja wiegesagt auch nicht in Frage gestellt und ich glaube auch nicht das die Franzosen dies übel nehmen würden. Nun gut dies ist meine Meinung, ich meine das sie gut in die Platzmitte passte ... Hieß es nicht mal das sie eingelagert wurde oder ist sie eingschmolzen wurden oder war sie gar aus Sandstein?


      so long
      Gruß Norbi
    • Den Altmarkt gibt es seit wenigstens 800 Jahren.
      Das Siegesdenkmal stand 1871-1945. Das sind 74 Jahre.

      So gesehen ein nettes Accesoire, das eine Zeit lang den Platz verschönerte, leider in den Wirren der Geschichte unterging.

      Mit der gleichen Berechtigung könnte man das 1845 von den Fluten verschlungene goldene Kruzifix auf der Augustusbrücke rekonstruieren. Das existierte immerhin fast 200 Jahre.
    • @ Miwori: Ja, könnte man. Hätte ich auch nix dagegen.

      Ich persönlich fände es schön, wenn die Germania wiederkommen würde. Sicherlich nicht um zu demonstrieren dass wir damals Frankreich besiegt haben, aber es ist immer ein ein Kriegerdenkmal, also ein Denkmal der Gefallenen, außerdem ein Denkmal, was meines Wissens in fast jeder größeren deutschen Stadt stand, aber fast nirgendwo mehr existriert (mir ist momentan nur die Germania in Witten bekannt und natürlich die große Germania am Niederwalddenkmal.
      Daher fände ich es schon schön, wenn sie zurückkommen würde, ebenso wie das Kaufhaus Renner...

      ... es gibt aber trotzdem wichtigeres (z.B. Gewandhaus verhindern)
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Wenn man sich die Erklärung für den Erhalt bzw. wiederaufbau der Siegessäule in Berlin, die nicht nur den Sieg über Frankreich, sondern auch die über Dänemark und Österreich "verherrlicht", durchliest (weiter unten bei "Geschichte"), müsste man eigentlich auch die Germania wiederaufstellen dürfen.

      de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Siegess%C3%A4ule

      Immerhin haben das die Alliierten beschlossen, zu mindest die Hälfte derer...
    • "Ben" schrieb:

      Wenn man sich die Erklärung für den Erhalt bzw. wiederaufbau der Siegessäule in Berlin, die nicht nur den Sieg über Frankreich, sondern auch die über Dänemark und Österreich "verherrlicht", durchliest (weiter unten bei "Geschichte"), müsste man eigentlich auch die Germania wiederaufstellen dürfen.

      de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Siegess%C3%A4ule

      Immerhin haben das die Alliierten beschlossen, zu mindest die Hälfte derer...


      Am 15. Januar 1991 wurde von den Revolutionären Zellen ein Sprengstoffanschlag auf die Siegessäule verübt. Dabei wurde ein mindestens zwei Kilogramm schwerer Sprengsatz an der Aussichtsplattform angebracht.



      Kann man sowas nicht mal bei den vielen hässlichen Bauhausbauten machen? Ein Kandidat wäre auch der Kulturpalast in Dresden. :gg:
    • Ich habe soeben noch eine schöne Aufnahme von dem Germania Denkmal gefunden die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.



      Quelle: Deutsche Fotothek Dresden

      und dann auch noch ein paar interessante Worte zu dem Verbleib der Figur:

      In der Mitte des Platzes Befand sich das Standbild der Germania eine in Bronze gegossene Statur einer zum Kampf bereiten Frau. Diese Figur wie auch dem Altmarkt umgebenden Candelaver wurde nach dem Bombenangriff von den sowjetischen Besatzungstruppen als Reparation demontiert, vom Platz entfernt und wie vieles andere mehr landeten diese Kulturgüter wahrscheinlich in den Hochöfen der damaligen Sowjetunion. Jedenfalls hatten diese Wahrzeichen des Altmarktes den Bombenangriff fast unbeschadet überlebt und standen damals noch inmitten der Trümmerwelt, wie viele Fotodokumente beweisen. Auf der Westseite des Platzes befand sich das alte Rathaus, welches dem Bombenangriff und dann der Abrissbirne der Kommunisten zum Opfer fiel. Überhaupt ist von den alten Fassaden der Bürgerhäuser nicht ein einziges erhalten geblieben, obwohl einige noch erhaltenswürdig gewesen wären. Aber die Betonköpfe der damalig Regierung hatten nur eins im Sinn eine sozialistische Großstadt ohne kapitalistische Vergangenheit zu bauen.


      Quelle: Dresden

      Gruß Norbi ;)

    • und dann auch noch ein paar interessante Worte zu dem Verbleib der Figur:

      In der Mitte des Platzes Befand sich das Standbild der Germania eine in Bronze gegossene Statur einer zum Kampf bereiten Frau. Diese Figur wie auch dem Altmarkt umgebenden Candelaver wurde nach dem Bombenangriff von den sowjetischen Besatzungstruppen als Reparation demontiert, vom Platz entfernt und wie vieles andere mehr landeten diese Kulturgüter wahrscheinlich in den Hochöfen der damaligen Sowjetunion. Jedenfalls hatten diese Wahrzeichen des Altmarktes den Bombenangriff fast unbeschadet überlebt und standen damals noch inmitten der Trümmerwelt, wie viele Fotodokumente beweisen. Auf der Westseite des Platzes befand sich das alte Rathaus, welches dem Bombenangriff und dann der Abrissbirne der Kommunisten zum Opfer fiel. Überhaupt ist von den alten Fassaden der Bürgerhäuser nicht ein einziges erhalten geblieben, obwohl einige noch erhaltenswürdig gewesen wären. Aber die Betonköpfe der damalig Regierung hatten nur eins im Sinn eine sozialistische Großstadt ohne kapitalistische Vergangenheit zu bauen.


      Quelle: Dresden

      Gruß Norbi ;)

      kann insofern nicht stimmen, weil die Figur, wie man auf dem Foto gut sehen kann, aus Marmor war. Auch steht sie nicht "zum Kampf bereit", sondern ohne Waffe mit Schild und Fahne.
      Also nix einschmelzen, sondern wahrscheinlich einfach kaputtgemacht
      (oder vielleicht noch in einem russischen Geheimdepot?)

      Jedenfalls ein wunderbares Foto und ein sehr schönes Denkmal.

      Aufgestellt wurde sie, wie ich heute irgendwo im Internet gelesen habe, am Sedanstag 1880

      Der Bildhauer entstammt dieser berühmten Schule um Ernst Rietschel und Johannes Schillig

      Robert Henze – Wikipedia
    • Irgendwer hat hier mal vorgeschlagen, den Neptunbrunnen auf den Altmarkt zu versetzen, weil dieser breite Brunnen den ausgeweiteten Altmarkt besser zusammenhalten könne. Das halte ich für besser und realistischer als die zweifellos elegante Figur der Germania. Ein größerer Altmarkt erfordert auch ein größeres Standbild. Und dass dieses Meisterwerk in einer Vorstadt abseits des Tourismus dahinvegetiert, hat mich immer gestört.