Der Altmarkt

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    • "Booni" schrieb:

      Könnte man eigentlich einige Gebäude an der Altmarkt-Nordseite vor den stalinbarocken Block setzen? Oder reicht da der Platz nicht aus?

      Das hatten wir doch schon mal unter dem Topic "Umbau Kulturpalast Dresden".

      Ich würde wie gesagt eine Gebäudezeile wenn - dann zwischen Altmarkt und Wilsdruffer Straße setzen, dadurch den Altmarkt von der Verkehrsader separieren, so daß nicht die Geräusche anfahrender Straßenbahnen, sondern die der Stadtmusikanten und Händler das Ambiente bestimmen.
    • Ich weiß nicht genau welche Himmelsrichtung aber ich meine die, auf der auch die Kreuzkirche ist, Richtung Pirnaischer Platz. Aber eigentlich wirklich nicht diskussionswürdig, der Altmarkt wird wohl nichtmehr seine ursprünglichen Dimensionen bekommen... :(
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Ich bin immer noch todtraurig, dass das hier nicht kommen wird:



      Was für ein eleganter, großstädtischer Zentralplatz hätte das werden können, ein perfektes Pendant zum Neumarkt.
      Im Gegensatz zu diesem jedoch ein viereckiger Marktplatz, der das tatsächliche Zentrum dieser Stadt markiert.
      Schließlich finden alle Veranstaltungen, Striezelmarkt, Beachballturniere, Wetten-Dass-Außenwetten, und vieles mehr,
      hier statt und nicht auf dem Neumarkt.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Kulturpalast ist Norden und Kreuzkirche Osten.

      bzgl. Herzfeld im Nordosten des Marktes, thematisiert am Anfang des Threads.

      Lossow, William (1852-1914): Architekt des Dresdner Neubarock (Viktoriahaus am Ring mit H. Viehweger: 1890/92, Zentraltheater Waisenhausstraße: 1900, Kunstgewerbe-Akademie in der Johannstadt mit H. Viehweger: 1901-1908, Handelskammer Albrechtstraße mit H. M. Kühne: 1910, Warenhaus Herzfeld am Altmarkt: nach 1910, Hotel Weber am Postplatz mit H. M. Kühne: 1911, Schauspielhaus am Postplatz mit H. M. Kühne: 1912/13, Bienertsche Hafenmühle mit H. M. Kühne: 1912/13, Garnisonskirche in der Albertstadt, Rathaus Plauen, Auferstehungskirche in Plauen)

      Quelle: Reiseführer / Stadtführer Dresden und Sachsen - Tourismus / Touristik, Landeskunde, Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Kunst, Architektur, Landschaft
    • "Tony" schrieb:

      Hallo! ich hätte mal eine Frage, vielleicht weiß ja hier jemand etwas Näheres darüber?


      Und zwar stand an der Nordseite des Altmarktes, am Eingang zur Schössergasse um die Jahrhundertwende dieser prachtvolle Jugendstilbau in dem das Kaufhaus Herman Herzfeld untergebracht war.

      Wenn man die Nordseite so ab ca. 1920? betrachtet, dann sieht man deutlich, dass das Haus umgebaut wurde und von der schönen Jugendstilfassade nix mehr übrig ist.

      Schade, denn es war ein schöner Bau. Vielleicht ist er abgebrannt und wurde vereinfacht wieder aufgebaut? Oder passt er damals nicht in die Vorstellungen, weil es ja doch was außergewöhnliches an dieser Stelle war? Also, wenn jemand mal eine Info hat?


      Dazu habe ich jetzt in einer alten Zeitschrift, und zwar den
      "Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz", Heft 4bis6, Dresden 1923 (Einzelpreis dieses Heftes M. 850.000,-! - Inflation!) einen Artikel von Prof. Cornelius Gurlitt gefunden.

      Ich weiß nicht, ob ich die 4 Seiten einfach abfotografieren und reinstellen kann oder ob da noch Urheberrecht draufliegt.

      Jedenfalls geht es darum, daß der Neobarockbau des Herzfeld-Hauses von Prof. Lossow als überladen galt und "dem Altmarkt zur Unzierde gereichte",
      und daß nun (1923) der Architekt Bohlig im Auftrag der Eingentümerin Disconto-Gesellschaft das Haus umgestaltet und "dabei so gründlich als möglich mit dem Beiwerk aufgeräumt hat"
      wodurch die Schauseite " ruhig, einfach, der Umgebung angemessen geworden, hat somit an sich und als Teil der Wand des Marktes in künstlerischer Beziehung ganz außerordentlich gewonnen...
    • Ich mach's einfach und verknüpfe es mit ein bißchen Werbung.
      (Denn letzlich geht es Verein, Autor und Uns doch um das selbe Anliegen.)

      Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
      STARTSEITE
      setzt sich seit 1908 für die Bewahrung der sächsischen Natur und Heimat ein.

      Seine Geschäftsstelle befindet sich in der Nähe des Neumarktes in der Landhausstraße. Dort gibt es auch eine Verkaufsstelle, wo unter anderem die grünen Mitteilungsheftchen vertrieben werden, die seit 1991 wieder erscheinen. Ein Besuch lohnt.
      Die alten Jahrgänge, von denen ich etlich mal aus einem Nachlaß geschenkt bekam, werden hin und wieder antiquarisch gehandelt.

      Hier nun der Artikel aus dem Jahre 1923, der einen guten Einblick in die auch damals schon starke Sensibilisierung für städtebauliche Belange gibt:




      (Quelle: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, Heft 4bis 6, Dresden 1923, Seite 125-128)

      Wer freilich die alte Frakturschrift nicht lesen kann, hat Pech gehabt :lachen:
    • Soso, diese Fassade trug also zur "Verunstaltung von Stadt und Land" bei.... :augenrollen:
      Schade um die Originalfassade, aber andererseits sah das umgebaute Gebäude auch noch recht gut aus. Nach dem 2. Weltkrieg hat man weitaus schlimmeres mit alten Fassaden gemacht. Das umgebaute Haus hätte man wenigstens nach 1945 erhalten sollen, es stand ja noch bis zur Traufhöhe. Wahrscheinlich war es ein Stahlskelettbau, zumindest eine modernere Konstruktion als die umliegenden Gebäude, denn von denen ist ja kaum etwas übriggeblieben.
    • Nun ja.
      Die hatten damals ein sehr empfindliches Harmonieempfinden.
      Einen falschen Ton in einem harmonischen Musikstück hört man sofort heraus, auch wenn man das Stück nicht kennt.
      Bei einer falsch proportionierten Fensteröffnung in einer Fassade ist es im Prinzip ähnlich...


      Heute hingegen gibt es die "Neue Musik", wo alle kreuz und quer spielen,
      und es gibt die moderne Architektur, wo bewußt mit Brüchen und Provokationen gearbeitet wird.
      Wobei die "Neue Musik" den Vorteil hat, daß man einfach nicht hinzugehen braucht, wenn es einem nicht gefällt...

      An der Stelle des Herzfeld-Hauses werden derzeit solche Vorschläge diskutiert:
      neumarkt-dresden.de/Presse/29-06-05.html

      (:schockiert: :) Wow, die haben ja sogar mein Foto vom Wandbild verwendet, das ich hier mal reingestellt hatte!)

    • An der Stelle des Herzfeld-Hauses werden derzeit solche Vorschläge diskutiert:
      neumarkt-dresden.de/Presse/29-06-05.html

      (:schockiert: :) Wow, die haben ja sogar mein Foto vom Wandbild verwendet, das ich hier mal reingestellt hatte!)


      @Miwori
      nee da liegst Du falsch! Das Herzfeld stand nicht an der Schlossgasse. Der Platz müsste sogar noch frei sein- er befindet sich etwa in der Mitte der KP-Front vor dem Gebäude.
    • Sagt mal, ham die`n Knall?

      Provoziert: Eine Treppe ins Nichts

      Erst das Monstrum Fluchttreppe am Landhaus, dann die "schreckliche Haltestelle am Postplatz" (Zitat: Jan Mücke) und jetzt die Altmarktgestaltung. Wieder eine Treppe und wieder bahnt sich Streit an. Die FDP-Fraktion im Stadtrat opponiert heftig gegen das geplante Bauwerk: "Eine weitere Bedrohung der Innenstadt. Ästhetische Katastrophe. Eine Treppe ins Nichts. Sprungturmarchitektur." Fraktionsvorsitzender Mücke findet krasse Worte für den von Hinnerk Wehberg entworfenen Treppenbau als Ausstieg aus der Tiefgarage auf der Altmarkt-Südseite.


      dnn-online.de/dnn-heute/60356.html
    • >>Nun ja.
      Die hatten damals ein sehr empfindliches Harmonieempfinden.
      Einen falschen Ton in einem harmonischen Musikstück hört man sofort heraus, auch wenn man das Stück nicht kennt.
      Bei einer falsch proportionierten Fensteröffnung in einer Fassade ist es im Prinzip ähnlich...<<

      In diesem Sinne hat man wohl auch beim Hertzfeldhaus gehandelt. Die Dresdner Denkmalpflege war, gerade im Bereich des Strukturschutzes, sehr stark und überaus orthodox. Mit dem exzessiven Eklektismus ab 1870 ist man in Dresden nie ganz "warm" geworden; und das Herzfeldhaus war wie die Post am Neumarkt oder der Kaiserpalast ein gutes Beispiel dafür. Innerhalb der ruhigen, spätbarocken Symphonie der Dresdner Altstadthäuser waren die historistisch aufgeladenen Bauten der Jahrhundertwende Fremdkörper. Selbst um das Ständehaus oder den Schloßumbau gab es heftige Diskussionen orthodoxer, bewahrender Denkmalpfleger; im Falle der Sophienkirche gipfelte es in der Versachlichung der neugotischen Türme in den Dreißigern, was für das Stadtbild aber zuträglich war. Harmonie, Gleichklang und Abwechslung innerhalb EINER stilistischen Disziplin sollten das Stadtbild prägen. Im Falle Dresdens sollte dies der Spätbarock sein.


      >>Heute hingegen gibt es die "Neue Musik", wo alle kreuz und quer spielen,
      und es gibt die moderne Architektur, wo bewußt mit Brüchen und Provokationen gearbeitet wird.
      Wobei die "Neue Musik" den Vorteil hat, daß man einfach nicht hinzugehen braucht, wenn es einem nicht gefällt...

      An der Stelle des Herzfeld-Hauses werden derzeit solche Vorschläge diskutiert:
      neumarkt-dresden.de/Presse/29-06-05.html

      (:schockiert: :) Wow, die haben ja sogar mein Foto vom Wandbild verwendet, das ich hier mal reingestellt hatte!)<<


      Ach Wenzel, mittlerweile schockiert mich sowas nicht mehr. Ich habe mich damit abgefunden, daß wir für das nächste Vierteljahrhundert am Altmarkt nichts anderes sehen werden. Geschweige denn das wichtige Gebiet zwischen Schloß und Altmarkt - der Wiederaufbau wird schön glatt, weiß und steril werden und kein einziges echtes Dach beinhalten. Du kennst meinen Enthusiasmus bezüglich Dresdens vor ein paar Jahren. Der ist mittlerweile fast gestorben.
    • In der SZ ein ähnlicher Artikel, interessant der Schlusssatz:

      Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) gibt sich zurückhaltend. Seine Argumentation: Der Wettbewerb habe gezeigt, dass die Altmarkt-Gestaltung samt der darunter liegenden Tiefgarage umsetzbar sei. Über die Details könne durchaus noch geredet werden. „Der Stadtrat ist frei in seinen Entscheidungen“, sagt Feßenmayr. Mücke schäumt: „Der Baubürgermeister versteht es nicht, Bausünden zu verhindern.“ Daher beantrage die FDP, dass die Stadt mit den Drittplatzierten des Wettbewerbs – einen Vizesieger gibt es nicht – verhandeln soll. Grund: Der Siegerentwurf sei zu massiv umgeplant worden und „nicht realisierbar“. WES-Chef Wehberg vermutet eine alte Liebe Mückes als wahren Grund für den Zoff: die Germania. Mücke wolle nur das Siegesdenkmal aus dem deutsch-französischen Krieg 1871 zurück, das einst den Altmarkt zierte. Der Liberale, der seit September im Bundestag sitzt, erwähnt diesen früheren Plan erneut, räumt aber zerknirscht ein, „dass das jetzt vielleicht nicht so gut in die Landschaft passt“.


      MdB Jan Mücke ist unser Mann!!! (Warum macht ein Herr Feßenmayr nicht endlich Platz für solche Leute?)
    • Warum kann man denn den Tiefgaragenein-/ausgang nicht in eine Flachdachbaracke integreiren wie sie früher auch auf der Seite zur Wilsdrufer Straße stand. Da könnte man dann oben drauf auch wie geplant eine Art Terasse mit Café integrieren und bitte nicht so einen potthässlichen Glaskasten, das passt einfach nicht dort hin. Außerdem könnten dann auch gleich die Toiletten und evtl. ein Kiosk oder sonstige Imbissstände untergebracht werden. Und in die Mitte des Altmarkts gehört die Germania! Ich hoffe das es noch mehr Leute im Stadtrat gibt die sich diesen Plänen anschließen! Wann kapieren die Entscheidungsträger endlich das die Mehrheit der Bürger dieser Stadt so etwas nicht wollen, genauso wie die neue Zentralhaltestelle am Postplatz. Ich kenne bisher Niemanden der gesagt hat "ach toll sieht das aus" oder Ähnliches, alle halten es für überdimensioniert und deplaziert! :x Ich habe ja nix gegen Moderne, aber muss es unbedingt in der Innestadt sein :? ? Die (jungen) Leute wollen Urbanität und nicht Sterilität!!!


      Gruß
      Norbi



      quelle: Die Seite ber das Alte Dresden