Brücken - außerordentliche Beispiele

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    • Die Britanniabrücke in Wales

      Lithograpie von Hawkins, George, the younger, 1850. Quelle: wikipedia/commons.org, gemeinfrei

      Eine für den Brückenbau im 19. Jahrhundert wegweisende Brücke war die 1850 eröffnete Britanniabrücke im Norden von Wales. Ihr Konstrukteur war Robert Stephenson, der Sohn des Lokomotivkonstrukteurs und Eisenbahningenieurs George Stephenson.

      Sie war Vorbild für die kurz danach aufkommenden Gitterfachwerkbrücken. Die Britanniabrücke bestand aber aus geschlossenen Hohlkastenträgern, sodass die Züge die Meerenge wie in einem Tunnel überquerten. Die Hohlkästen bestanden aus bis zu 2,44 cm dicken gewalzten, schmiedeisernen Blechen, die mit zwei Millionen Nieten zusammengefügt wurden. Die vier mittleren Elemente der zweigleisigen Brücke wurden an Land vorgefertigt und anschliessend mit Schleppkänen und Seilwinden an ihren definitven Platz gebracht. Sogar die Gezeitenströmung wurde ausgenützt.

      1966 wurde sie unter Dekmalschutz gestellt, doch schon 1970 erfuhr die Brücke nach 120 Jahren Lebensdauer ein trauriges Schicksal: sie brannte ab...
      Der Wikipedia-Artikel ist sehr anschaulich geschrieben: de.wikipedia.org/wiki/Britanniabrücke
      Ein kleines Segment wurde nach dem Brand neben der neuen Brücke als Denkmal aufgestellt.



      Quelle: wikipedia.commons.org, Bild vom Urheber Velela freigegeben
    • Eisenbahnbrücke über den Conwy - Die Schwester der Britanniabrücke

      Bei der erfolglosen Suche nach Bildern der Britanniabrücke kurz vor und nach dem Brand bin ich auf ein Bild der Conwy Railway Bridge gestossen. Sie liegt 20 km weiter östlich der Britannia-Brücke, wurde ein Jahr vor ihr (1849) eröffnet und ist die einzige noch erhaltene Brücke des Konstrukteurs Robert Stephenson. Seit 1950 (!) steht sie unter Denkmalschutz.

      Der "Klang" oder das Dröhnen der Brücke, wenn ein Zug hindurchfährt, würde mich sehr Wunder nehmen! So etwas kann auch Musik in meinem Gehör sein. :)


      Quelle: commons.wikimedia.org, licenses CC-BY-SA-4.0,von Mike Peel (eigenes Werk)

      Für eine nähere Ansicht bin ich auf eine privat betriebene, sehr interessante Brücken-Seite von Bernd Nebel gestossen. Im Artikel über die Britanniabrücke ist sie auf der zweiten Abbildung zu sehen: bernd-nebel.de/bruecken/index.…/britannia/britannia.html

      Auch über sie gibt es einen ausführlichen Artikel bei Wikipedia:
      de.wikipedia.org/wiki/Conwy_Railway_Bridge
    • Schön würde ich diese Kastenträgerbrücken nicht nennen, aber ein technisches Relikt sind sie allemal. Auffällig der Kontrast der Röhre zu den mittelalterlich ausgeführten Türmen der Brückenköpfe. Die heutige Britannia hat ja ästhetisch sehr gewonnen. Selten, daß eine technologische Erneuerung auch eine ästhetische Verbesserung ist!
    • Ja, Schönheiten sind die beiden an und für sich nicht, aber trotzdem üben sie eine gewisse Faszination aus. Und ich hatte mir beim Erkunden nach weiteren Brücken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts überlegt, wie diese Brücken bei der Bevölkerung damals vom ästhetischen Empfinden her ankamen. Im 19. Jahrhundert war man ja gegenüber dem technologischen Fortschritt sehr offen gesinnt und zeigte diesen auch Stolz mit verwirklichten, monumentalen Bauten. Wohl deshalb wurden diese Brücken auch mit einer Portalarchitektur ausgestattet. Bei der Britanniabrücke lehnen die Pfeiler bewusst an altägyptische Architektur an. Man beachte nur schon die beiden Löwenpäärchen an beiden Brückenenden, die heute noch dort wachen (siehe Bild drei Beiträge vorher und im Wikipedia-Artikel).

      Bezüglich Brückenportalarchitektur komme ich beim nächsten Beispiel nochmals darauf zurück.