Burg Eltz (Galerie)

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    • Burg Eltz (Galerie)

      Burg Eltz

      Wir kommen heute zu einem wirklichen architektonischen Highlight: der Burg Eltz. Sie ist sicher der Inbegriff deutscher Burgen und in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein deutscher Kulturgeschichte, denn als eine der wenigen deutschen Burgen wurde Burg Eltz nie zerstört oder erobert und kann, anders als viele der rheinischen Burgen, heute noch so besichtigt werden, wie sie über die Jahrhunderte in einer sehr facettenreichen Genesegeschichte erbaut wurde.

      Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert, liegt im Elztal und trennt die Eifel vom Maifeld. Und mit der Nähe zur Münstermaifeld erklärt sich auch die besondere Bedeutung des Ortes und die für einen so kleinen Ort sehr repräsentative Kirchenanlage, ist das Münster von Münstermaifeld doch die Grablege vieler Persönlichkeiten der Familie Eltz.

      Der Beginn der Bauarbeiten an der Burganlage geht wohl auf das 12. Jahrhundert zurück, die Reste des spätromanischen Bergfrieds sind noch heute erhalten. Wesentlich für die Entstehungsgeschichte der Burg ist die Aufspaltung des Geschlechtes Eltz in drei Linien. Da sich die Brüder untereinander so gut verstanden, wurde das Erbe nicht an den Erstgeborenen verteilt, sondern gedrittelt. Dieses Wissen ist unerlässlich, um die Baugeschichte zu verstehen, denn mit der Dreiteilung der Ländereien wurde auch auf der Burg die Dreiteilung sichtbar, indem jeder der drei Linien eigene Räumlichkeiten auf der Burg erbaute. So entstanden das :


      Haus Eltz-Kempenich genannt Eltz vom goldenen Löwen



      Eltz-Rübenach genannt Eltz vom silbernen Löwen



      Eltz-Rodendorf genannt Eltz von den Büffelhörnern



      Jede Familie hatte also auf Burg Eltz ihre eigene Wohnanlage, so erklärt sich auch, warum viele Räumlichkeiten dreifach vorhanden sind.
      Die größte Blüte des Adelsgeschlecht Eltz liegt sicher im Zeitraum von 1665 bis 1743, so wurde Philipp Karl von Eltz zum Mainzer Kurfürsten ernannt und damit einer der einflussreichsten Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Aus dieser Zeit stammen auch viele der herausragenden Kunstgüter und Schätze, die heute in der Schatzkammer aufbewahrt werden und nach wie vor besichtigt werden können.


      Sowohl den Pfälzischen Erbfolgekrieg, dem viele rheinische Burgen zum Opfer fielen, als auch die Eroberung der deutsche Gebiete durch Napoleon überstand die Burg Eltz durch Glück und Geschick der Burgherren ohne Zerstörungen, erst im Jahr 1920 kam es zum Brand auf der Burg, der Teile der Anlage in Mitleidenschaft zog, die Schäden konnten aber weitgehend behoben werden.


      Die Burg ist bis heute im Besitz der Familie Eltz, allerdings nur noch vertreten durch die Linie Eltz-Kempenich, da die beiden anderen Familien aufgrund des Fehlens eines männlichen Erbes bzw. den Verkauf ihrer Anteile aus dem gemeinsamen Besitzverhältnis ausgeschieden sind.


      Die Burg Eltz ist nicht nur eingetragenes Denkmal sondern gilt auch als geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention. Zu DM-Zeiten zierte die Burg zudem den 500 DM-Schein. Neben der Burg selbst sind auch die Exponate der Schatzkammer und das Originalgemälde Madonna mit Kind und Weintraube von Lucas Cranach herausragende Museumsstücke, die auf der Burg besichtigt werden können. Zudem ist im Kinderzimmer eines der wenigen original erhaltenen Renaissancebetten Deutschlands ausgestellt. Ich kann auch die Führungen nur sehr empfehlen, nicht zu lange und extrem informativ, also die Burg ist sicher eine Reise wert.
      APH - am Puls der Zeit
    • Boa, das ist ja deutsche Romantik pur. Bin ganz erstaunt. War mir zwar vom Namen her bekannt, hatte aber kein deutliches Bild mehr in Erinnerung. Und die Einbettung in diese naturnahe Flußtallandschaft ist in der Tat grandios. Auf einem Felsenriff, umflossen von einer Flußschleife!
      Sind die vielen Erker original oder Zutaten des 19.Jh.!?
      Vielen Dank!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • Die Erker müssten Originale sein, denn dahinter befinden sich zumindest teilweise Kapellen bzw. Beträume. Warum Kleinstkapellen in den Erkern untergebracht waren ist allerdings schon wieder sehr witzig, denn zumindest in den Räumen, die besichtigt werden konnten, waren diese Betnischen in den Wohnräumen untergebracht. Da aber die Regel gilt, dass diese Räume nie von weltlichen überragt werden dürfen, dass heißt nichts darf dem Himmel näher sein als der Raum Gottes, hat man sich eines Tricks bedient und die Altare kurzerhand in die Erker gepackt, somit lag es streng genommen unter freiem Himmel, also nichts hat den Weg zwischen Raum und Gott blockiert bzw. niemand hat sich über Gott gestellt, aber trotzdem konnte man die Altare so mit in die Wohnräume einbauen.

      Ganz schön clever die Menschen und das schon im Mittelalter :lachentuerkis: :lachentuerkis:
      APH - am Puls der Zeit

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wissen.de ()

    • Wissen.de schrieb:


      Leider waren diese kleinen Wegmarken weitgehend zerstört




      Bei den von dir als "kleine Wegmarken" bezeichneten Bildstöcken handelt es sich um 2 der insgesamt 14 Stationen des Leidenswegs Christi. Als Zeichen der Volksfrömmigkeit sind derartige Stationen in katholischen Gegenden noch häufig zu finden. Leider ist der Erhaltungszustand in diesem Falle nach den gezeigten Fotos zu schließen, sehr schlecht, so dass wohl mit einem Gesamtverlust zu rechnen sein dürfte, sofern sich nicht doch jemand findet, der diese Bildstöcke restaurieren lässt.
    • @Villa1895

      erst einmal danke für deine Einordnung. Ich habe nur zwei fotografiert, auf dem Weg waren aber noch weitere, auch diese waren alle in diesem Zustand. Ich denke, dass diese Bildstöcke nur noch schwer zu restaurieren sind, da wesentliche Teile der Originalsubstanz fehlen und es dann sowieso mehr Neuschöpfungen sind. Ich hatte dies in Worms ja bereits angesprochen, es ist ein Jammer, wie in diesem Land Kulturgüter verrotten. Aber vielleicht finden sich ja noch Spender, die vielleicht eine Patenschaft übernehmen wollen, lange kann man allerdings nicht mehr warten, sonst ist schlicht nichts mehr zum Restaurieren da.
      APH - am Puls der Zeit
    • @'Wissen.de

      Zunächst herzlichen Dank für deine wunderschönen Bilder zur Burg Eltz, die sicherlich als eine der schönsten Burgen Deutschlands bezeichnet werden darf, vielleicht auch als dir schönste von allen.

      Was die Restaurierung des Kreuzwegs anbelangt, so dünkt mir, dass die Reliefs wohl komplett erneuert werden müssten. Vielleicht gibt es auch Fotos der einzelnen Stationen, die als Vorlage für eine Neuanfertigung dienen könnten.

      Den ersten Kreuzweg dieser Art hat übrigens der Hl. Franz von Asissi selbst in Italien erstellt. Ursprünglich immer außerhalb der Kirchen, oft auf steilem Gelände, wurden später auch Kreuzwege in den Kirchen angebracht, um alten, gehbehinderten und gebrechlichen Leuten die Möglichkeit zu geben, die Kreuzwegandacht in der Kirche vorzunehmen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Es geht zum einzigen Raum, wo fotografieren nicht verboten war







      Wir blicken noch einal hoch zur burg



      Und dann geht es langsam zum Tor zurück









      Es geht über den etwas längeren Zugang zur Burg zurück, dadurch ergeben sich nochmal neue Anblicke







      Und dann verschwindet die Burg so langam am Horizont



      Damit endet die Galerie zur Burg Eltz. Es ist sicher eine der am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands und ein Besuch ist wirklich ein tolles Erlebnis. Und man sollte nicht vergessen, mit jedem Besuch unterstützt man auch die Leute, die sich um den Erhalt dieser Bauwerke kümmern, was bei den riesigen Denkmälern wirklich nicht leicht ist. Daher stelle ich solche Bauten auch hier so eifrig vor, weil es eben auch an uns ist, dort hin zu fahren und somit auch an uns zu verhindern, dass die Eigentümer Kunstschätze aus der Schatzkammer oder eben den Cranach irgendwann verkaufen müssen. Daher vielleicht ab und zu einmal weniger nach Italien oder Frankreich fahren sondern die Kulturdenkmäler im eigenen Land unterstützen :thumbsup:

      Abschließend habe ich dann doch noch eine kleine persönliche Anmerkung. Mir wurde von einem User mitgeteilt, dass es zumindest partiell einigen Leuten hier zu viel werden könnte mit meinen Galerien, um es mal nett auszudrücken. Ich habe mit meinen Galerien nie den Anspruch verbunden, hier in einer gewissen Zeit einen Rekord an eingestellten Bildern abzuliefern, es ist auch nicht in meinem Sinn, dass sich andere im Forum genötigt fühlen, ähnlich viel Zeit in ihre Galerien zu investieren. Ich denke, Einzelbilder sind genauso gerne genommen wie sehr umfassende Galerien. Ich habe ferner auch kein Interesse, jedem hier zwanghaft zu zeigen, wo ich überall war.

      Mein Ansinnen war es und ist es einfach unsere Kulturschätze zu zeigen, ein Abbild unserer Städte hier im Forum zu präsentieren und auch Dinge zu dokumentieren, die den Zerfall unserer Kulturgüter zeigen und zumindest Bilder zu liefern, damit man später vielleicht Aspekte dokumentiert hat, die helfen können, diese zu rekonstruieren, wenn doch einmal Kunstwerke unwiderbringlich verloren gehen.

      Es stimmt mich daher etwas traurig, wenn mein vielleicht etwas zu großer Eifer in dieser Hinsicht falsch interpretiert wird. Ich möchte wirklich niemandem hier etwas Böses noch User mit meinen Galerien überfordern. Daher bitte ich alle, die die Galerien schauen, um ehrliches Feedback, was sowohl die Größe und die Art der Präsentation der Galerien betrifft, als auch die generelle Anzahl der vorgestellten Orte. Ich bin gerne bereit, weiter Galerien einzustellen, aber wenn eine Mehrheit der User meint, dass es erst mal reicht, bin ich auch gerne bereit, mich gemeinsam mit der Burg Eltz in die Winterpause zu begeben.

      Ansonsten mal wieder vielen Dank an alljene, die reingeschaut haben und bis dann :daumenoben:
      APH - am Puls der Zeit

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Wissen.de ()

    • @Wissen.de: Zunächst einmal vielen Dank für die zahlreichen sehr interessanten Galerien der letzten Zeit. Du hast den Galeriebereich des Forums aus seinem Dämmerungsschlaf herausgeholt und andere Teilnehmer dazu animiert wieder vermehrt spannende Galerien hier einzustellen (inkl. mir). :)

      Wenn der Name Eltz fällt, darf auch ein anderes wunderschönes Schloss der Familie nicht unerwähnt bleiben, nämlich Schloss Eltz in Vukovar an der kroatisch-serbischen Grenze. Dieses barocke Kleinod war bis zur Vertreibung 1945 in Familienbesitz und wurde während der heftigen Kämpfe im Jugoslawienkrieg 1991 genau wie der Rest der barock geprägten Stadt stark beschädigt. Doch heutzutage strahlt Schloss Eltz nach umfangreicher Sanierung wieder in altem Glanz.

      Vorheriger Zustand


      Castle Eltz in Vukovar [CC BY-SA 4.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], by Misalalic (Own work), from Wikimedia Commons

      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Vielen Dank! Ich bin sehr froh, dass es jetzt so viele Galerien gibt! Mehr davon, bitte. Warst du auch in Mayen, Zweibrücken oder Bitburg? Wäre auch interessant.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Ach ja Burg Eltz Eines der Bauwerke was meine liebe zum Mittelalter und Historischer Architektur in gang gesetzt hat,als ich sie in der 5 klasse im Englischbuch auf einem Bild sah, ein wunderschönes Bauwerk. ich war damals die ganze stunde an dieses bild gefesselt, hab dann sogar ärger bekommen weil ich nicht mehr aufgepasst habe. :D hab mich gefragt wie der Rest aussied zuhause bin ich gleich an den Arbeitsrechner meiner mutter und habe nach mehr gesucht.

      Zum Barock schloss tadellos schön wieder aufgebaut hätte ich das vorher Foto nicht gesehen wehre ich nie auf die Idee gekommen das es zerstört worden wehre, weil es schon teils partinirt ist.So muss ein Wiederaufbau aussehen keine Brüche nicht auf Hochglanz saniert einfach authentisch :anbeten: .

      Und zu Wissen mach weiter ich liebe dich ich will ein Bild(er) von dir. :love: <3 :blumen: :foto:
      Was aber nicht andere abschrecken sollte Galerien zu machen und wenn es nur ein par Bilder sind, ich schaue sie mir alle gerne an da braucht keiner neidisch auf den anderen zu sein,oder angst zu haben seine Galerien wehren zu klein, oder die Bilder zu schlecht. Wenn ich meine erste Galerie mache (Leider grade wenig zeit) dann rutscht vielleicht der Qualität Standarte nach unten :koenig: , aber bisher 1A Top von ALLEN.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Maxitown ()

    • Es einmal vielen Dank für die lieben Worte, ich habe mir für dieses Jahr noch 2 bis 3 kleinere Galerien vorgenommen und zu Beginn des neuen Jahres gibt es dann wie angekündigt etwas mehr aus Leipzig und Dresden, von den Städten kann man ja eigentlich nie genug bekommen :D :D

      Zu Mayen, Zweibrücken oder Bitburg habe ich leider nichts, könnte gleich noch ein paar wenige Impressionen zu Traben-Trarbach einstellen. :)
      APH - am Puls der Zeit


    • Auf diesem von Wissen.de geposteten Foto sieht man die Ruine der Trutz-Eltz (auch Balduineltz, Baldeneltz oder Neueltz genannt), die Balduin von Trier als Belagerungsburg zum Niederzwingen der Burg Eltz während der Eltzer-Fehde (1331–1336/1337) errichten ließ. Trutz-Eltz liegt nur etwa 230 Meter Luftlinie nördlich der Burg Eltz, allerdings 40 Meter höher am ansteigenden Berghang. Die sehr kleine Burganlage hat eine Größe von etwa 30 × 25 Metern. Es sind hauptsächlich die noch gut 10 Meter hoch aufragenden Reste des Wohnturms sowie weitere Grundmauern vorhanden.