Pirmasens

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    • Pirmasens als die ehemalig blühende Schuhstadt Deutschlands (wenn nicht gar Europas) befindet sich durch die Folgen der Globalisierung und den damit einhergehenden Weggang der Produktionsstätten in Billiglohnländer in einem städtebaulichen Dornröschenschlaf. Dies betrifft weniger die öffentlichen Plätze und Gebäude, welche in den letzten Jahren und auch aktuell saniert und umgebaut werden, sondern eher die privaten Immobilienbesitzer. Hier hat in meinen Augen die finanzschwache Gesellschaftsstruktur der Region den Vorteil, dass Altbausubstanz nicht zugunsten renditeträchtiger Schuhkartons (auch wenn diese hier zumindest thematisch passen würden) weichen musste, im Gegenteil. In den letzten Monaten finden sich vermehrt Artikel der lokalen Presse über Sanierungsvorhaben von Altbauten. Dies liegt in den langsam ansteigenden Immobilenpreisen und der Besserung der wirtschaftlichen Lage.

      Villa Löser während Sanierung (Rheinpfalz)

      Villa Löser fertig saniert (Rheinpfalz)

      Auch mehrere Filmbeiträeg über den ursprünglichen Zustand liegen vor (ja, die Musik ist etwas zu viel des Guten): klick
    • Seit Jahren steht die Kaufhalle in Pirmasens leer. Mittlerweile befindet sie sich im Besitz der Stadt und es wird offen über einen möglichen Abriss gesprochen. Das Gebäude stammt aus den 1950iger Jahren und befindet sich am Exerzierplatz gegenüber dem Rathaus.


      ehemalige Kaufhalle wird vermutlich abgerissen



      (FOTO: Buchholz, Rheinpfalz.de)

      In diesem Artikel findet man sowohl ein Foto des direkten Vorgängerbaus von 1930, als auch ein Foto vor dem Umbau von 1904. Der Vorgängerbau in seiner Urfassung ist sicherlich kein architektonisches Kleinod, aber allein durch die geringere Höhe und dem Krüppelwalmdach wirkt er sehr viel qualitätvoller.
    • In einer ernstzunehmenden Aufzählung wirtschaftlich abgehängter und schrumpfender Weststädte darf neben einigen der üblichen Verdächtigen z.B. im Ruhrgebiet und natürlich Bremerhaven niemals Pirmasens fehlen, das die Tücken der Globalisierung bei zu einseitig ausgerichteter Wirtschaftsstruktur wohl so brutal wie kaum eine andere Stadt erleben durfte.

      Umso schöner, wenn es auch dort nun zarte Anzeichen der Erholung gibt! Ein solcher Trend entwickelt dann recht rasch eine Eigendynamik, wie man am hier in den letzten 5 Jahren recht intensiv begleiteten Bremerhaven sehen kann. Neben einer dominoartigen Abwärtsspirale gibt es eben auch eine Aufwärtsspirale, auch wenn von einer solchen zu sprechen wohl in beiden Fällen noch zu früh wäre.

      Trotzdem: neben der Rekonstruktion zerstörter Gebäude und Ensembles unseres prominenten baukulturellen Erbes gibt es für mich im Bereich Städtebau fast nichts Schöneres als zu sehen, wie eine abgeschriebene, aufgegebene und geprügelte Stadt beginnt, sich aus dem Sumpf zu ziehen. Klingt vielleicht pathetisch, aber ich wünsche Pirmasens alles Gute dabei!