Köln - Die romanischen Kirchen (Galerie)

    • Ich möchte gerne die Chance nutzen und zu einigen Kirchen ein paar historische Vorher- Nachher-Bilder einstellen

      Zunächst Groß St- Martin



      Quelle: Marburger Bildindex

      Heute





      Quelle: Marburger Bildindex

      Heute



      Zerstörung



      Quelle: Marburger Bildindex

      Innenraum



      Quelle: Marburger Bildindex

      Sehr ähnliche Perspektive heute



      Bogenfries 1950



      Quelle: Marburger Bildindex

      Heute



      Das Bild ist besonders interessant, zeigt es doch die historsiche Innengestaltung vor der Zerstörung



      Quelle: Marburger Bildindex

      Heute, nicht genau die Perspektive



      Chorbereich



      Quelle: Marburger Bildindex

      Heute



      So. Jetzt gehts.
      APH - am Puls der Zeit

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Wissen.de ()

    • Ich muss gestehen, dass die historische Raumgestaltung auch etwas hatte, aber die heutige, reine Form, die die Wirkung eben nicht durch eine möglichst üppige Ausstattung und Ausmalung generiert, sondern aus sehr wenigen, dafür aber sehr präsenten Architekturelementen, gefällt mir besser.

      Und es passt in der heutigen Form auch einfach perfekt zu dem Innenraum, ich finde die heutige Variante sehr gelungen und anders als z.B. bei Neuen Museum in Berlin tut die heutige Präsentation etwas für diese großartige Kirche, während es im Neuen Museum genau anders herum ist.
      APH - am Puls der Zeit
    • Danke, daß Du Dir die Mühe machst entsprechende Bildindexbilder auszusuchen. Hast Du auch Zerstörungsfotos vom Innenraum Groß St.Martin gefunden? Mir scheinen die Apsidenwölbungen erhalten geblieben,... auch von den Langhauswänden stand noch viel bis hinauf zum Triforium. Die Zerstörungsfotos von Groß St.Martin sehen auf den ersten Blick immer ganz furchtbar aus (ist es ja so oder so), weil eben der massige Turm nur noch ein abgebrochener Stumpf war.
    • Wie ich in meinen Ausführungen andeutete, wären die geometrischen Beziehungen zu den umliegenden kleinen romanischen Dorfkirchen spannend. Aber das lasse ich jetzt ruhen. Ein Freund hat mich gerade darauf hingewiesen. Hier zur Info ein Überblick über die 12 großen romanischen Kirchen und die 13 kleinen romanischen Kirchen im Umland:
      de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6r…einen_romanischen_Kirchen

      Der Freund teilte mir noch folgendes mit:

      Interessent schrieb:

      ... super spannend, klasse Arbeit! Interessant finde ich auch noch, dass es 12 große romanische Kirchen sind und 13 kleine. Einige der großen Kirchen befinden sich ja auf römischen Tempelresten - haben da die Römer schon ein Konzept getüftelt? Gibt es da Infos, wie die römische Stadt aussah?




      Scheinen viele sehr alte Gründungen zu sein, so 4.-6 Jhd.
      St. Ursula, Nekropole
      St. Gereon Nordwestnekropole, Isis-Heiligtum
      St. Severin, ebenfalls Nekropole
      St. Panteleon - Reste der römischen Bebauung, die genauso wie alle
      Nachfolgebauten um 31 Grad von der Ortung abweicht(!?), zumindest
      Gräberfeld schon vor 6.Jhd., 9.Jhd.:Theophanu-Grab!


      Der äußere Ring der Kirchen könnte also außerhalb der alten römischen
      Stadt in den Nekropolen entstanden sein. Da diese an den römischen
      Ausfallstraßen lagen, könnten sich natürlich Dreiecke auch durch das
      geometrische Straßenraster ergeben...


      St. Maria im Kapitol - Jupiter, Juno, Minerva-Tempel
      Groß St.Martin - unklar, ev. Ara Ubiorum/Roma-Augustus-Kult
      St.Kunibert - keine Angabe, Kunibertspütz = Brunnenheiligtum?
      Dom - frühe Kirche in Spätantike wahrscheinlich


      Schon toll, wenn man da anfängt reinzulesen, was es alles in Köln in
      diesen Kirchen gibt - sollte man sich auch mal anschauen… und toll, wie
      lange die Traditionen dieser religiöse Orte sind.
      Total spannend finde ich das Dom-Dreieck, bei dem der Dom wie die Grabkammer in der Cheopspyramide liegt….
      Was er damit meint sieht man hier in einer Sammlung von Pyramidenquerschnitten gut. Es geht hier um Analogien, Prinzipien des geometrischen Maßes und der harmonischen Anordnung physischer Bauten im Raum! Man könnte auch sagen im Raumfeld!

      Daraufhin habe ich mir das DOMDREIECK nochmals angeschaut und die Mittelsenkrechte nach dem Goldenen Schnitt anlysiert. Und siehe da es gibt darin 2 recht genaue Teilungen im GS:
      • die gesamte Strecke St.Gereon über Andreas, Dom Basislinie wird im Chorpunkt von St.Andreas im Goldenen Schnitt geteilt.
      • Die Linie Chor St.Andreas über den Domchor bis zu Basislinie wird ebenso im Punkt des Domchores im Goldenen Schnitt geteilt.
      Hier die Skizze dazu:

    • Köln war im Mittelalter die größte deutsche Stadt. Mit ca. 40.000 Einwohnern galt Köln damals als Großstadt. Köln hatte nicht nur die großartigen 12 romanische Kirchen, es soll auch 12 Stadttore gehabt haben. Dies war sicherlich kein Zufall, sondern sollte vermutlich ein Hinweis aut das himmlische Jerusalem darstellen. Eines der 12 Stadttore soll zugemauert gesesen sein, da man es nicht benötigte. Um aber die Zahl 12 voll zu machen, soll dieses Stadttor trotzdem errichtet worden sein. Das habe ich einmal in einem Kunstführer gelesen, ob dies aber so stimmt, weiß ich nicht, könnte es mir aber gut vorstellen. Die Gebeine der Hl. Drei Könige machten Köln damals zu einem großen Wallfahrtsort. Da machten die 12 Stadttore mit dem Hinweis auf das himmlische Jerusalem auf die Pilger vermutlich einen großen und bedeutenden Eindruck.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Oha, dagegen war Soest, meines Wissens im Mittelalter die zweitgrößte Stadt im heutigen NRW, mit ca. 12.000 Einwohnern und nur 8 Stadttoren ja nahezu dörflich. Und aus dem Mittelalter ist auch nicht viel mehr erhalten als aus Köln.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Evtl. ist es mir zwischen den herrlichen Bildern und informativen Texten einfach entgangen, aber ich moechte noch kurz festhalten, dass sich mit St. Caecilien und St. Peter ein letztes Beispiel des vor der Saekularisation fuer Koeln ueblichen Nebeneinanders von Stifts- und Pfarrkirche erhalten hat:

      St. Andreas & Alt St. Paul
      St. Caecilien & St. Peter
      St. Georg & St. Jakob
      St. Gereon & St. Christoph
      (St. Maria im Kapitol & Klein St. Martin ?)
      Gross St. Martin & St. Brigida (direkt an die Suedwest-Ecke von GSM "geklebt")
      St. Severin & St. Maria Magdalena
    • Wissen.de schrieb:

      Groß St. Martin 1946

      Foto von Hermann Claasen, 1946 über wikipedia

      Wenn man sich das Foto anschaut, kann man ermessen, welch unglaubliche Wiederaufbauleistung hinter Groß St. Martin steckt, denn vom eigentliche Bau, besonders vom panoramabestimmenden Turm, war nicht mehr viel bzw. gar nichts mehr übrig.
      Hierzu sei folgendes ergaenzt:

      Bis fuenf Tage vor der Einnahme Koelns am 06.03.1945 sah GSM wie folgt aus:

      bildindex.de/document/obj05700746?medium=mi01316a14

      Ausgebrannt und ohne jegliche Daecher, aber in der Kernsubstanz (und allen vier Ecktuermchen) noch "erhalten". Erst durch das finale Doppel-Bombardement am 02.03.1945 wurde die Kirche zur endgueltigen Ruine. Genauso wie St. Georg. Genauso wie Marienkapitol.
    • Wissen.de schrieb:

      Es gibt kaum Zerstörungsbilder von Groß St. Martin.
      Hier mal einige in besserer Darstellung:

      Ende der 1940er vom Fischmarkt

      Luftbild von Ende der 1940er

      Im Jahr 1953 von Norden

      Auf diesen Seiten kann sich der Interessierte mit vielen weiteren hochinteressanten Bildern beschäftigen. :computer:

      -----

      Nach den Zerstörungsbildern braucht man einen Ausgleich aus Zukunft oder Vergangenheit, ich bin für letzteres - alle Aufnahmen wohl von vor 1900.




      Man beachte die Veränderung des Bodenbelags!
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Vulgow ()

    • Vulgow schrieb:

      Wissen.de schrieb:

      Es gibt kaum Zerstörungsbilder von Groß St. Martin.
      Hier mal einige in besserer Darstellung:
      Ende der 1940er vom Fischmarkt

      Luftbild von Ende der 1940er

      Im Jahr 1953 von Norden

      Auf diesen Seiten kann sich der Interessierte mit vielen weiteren hochinteressanten Bilder beschäftigen. :computer:
      Danke fuer diese Bilder. Besonders finde ich das Luftbild erschuetternd.