Treffurt

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    • Zur aktuellen, wahrscheinlich hoffnungslosen Lage beim Hessischen Hof:

      Schwere Entscheidung in Treffurter Altstadt: Abriss oder Sanierung? - Thüringer Allgemeine

      Zeichnung der gesamten, historischen Hofanlage


      Insgesamt auch nicht gut sieht es offenbar beim benachbarten Mainzer Hof aus:


      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Dk0704', bearbeitet durch 'Regi51', CC BY-SA 3.0
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Allein die Überschrift ist eine Zumutung:


      Schwere Entscheidung in Treffurter Altstadt: Abriss oder Sanierung


      Diese "Entscheidung" sollte in einer FW-Stadt eines kulturbewussten wohlhabenden Landes eine Selbstverständlichkeit sein!
      Imgrunde handelt es sich ein erhaltenes, mit ein wenig Aufwand zu sanierendes Gebäude. Abriss dürfte doch wahrlich keine Option sein.
      Ach so , Entschuldigung! Kulturbewusstsein richtet sich nach Vorgaben der Allerheiligsten Aufklärung, und mit "wohlhabend" ist es auch so eine Sache, seitdem "Wohlstand " zwecks Durchfütterung von ...
      ach was, ist doch eh alles sinnlos.
      Auf jeden Fall ist bereits die bloße Diskussion über derartige Selbstverständlichkeiten eine Riesensauerei. In wahrhaft kulturbewussten, wenngleich weniger wohlhabenden Ländern wie CZ oder PL würde sich eine derartige schändliche Frage niemals stellen.

      Angesichts dieser Fälle dürfen wir der Nachkriegsgeneration ob des Abrisses gewisser Umfassungsmauern ausgebombter Kulturdenkmäler wahrlich keinen Vorwurf mehr machen!
      In den heutigen Zeiten wäre die Rettung von Stadtdenkmälern wie Görlitz oder Bautzen schlicht unmöglich!
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • ursus carpaticus schrieb:

      Diese "Entscheidung" sollte in einer FW-Stadt eines kulturbewussten wohlhabenden Landes eine Selbstverständlichkeit sein!
      Imgrunde handelt es sich ein erhaltenes, mit ein wenig Aufwand zu sanierendes Gebäude. Abriss dürfte doch wahrlich keine Option sein.



      Sollte eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber wie wir ja täglich in diesem Forum lesen können, leider nicht.
    • Wir haben eine neue Nachricht:

      Schlagzeilen aus der Sitzung des Stadtrates vom 14.12.2015

      4. Abrissantrag „Hessischer Hof“
      - der Bürgermeister wird beauftragt, einen Abrissantrag auf Basis des Gutachtens des Ingenieurbüros Dr. Krämer GmbH zu stellen


      Aber es gibt noch Hoffnung:

      Wir sind zwei britische Einzelpersonen, die leidenschaftlich über das Schicksal der deutschen Fachwerkgebäude sind.

      Im April 2015 Ich und mein Kollege haben mit dem Bürgermeister und Fachbereichsleiter in Treffurt zusammengetroffen.

      Wir diskutierten über die Zukunft des Mainzer Hof und Hessischer Hof Ensemble.

      Freundlicherweise erlaubt es uns, in diesen Gebäuden zu fotografieren.

      Hier sind einige Bilder habe ich im Inneren:

      flickr.com/photos/primefocal/albums/72157664028200225

      und von der Außenseite:

      flickr.com/photos/primefocal/albums/72157663876403011


      Sie scheinen uns sehr kultivierte Menschen zu sein und scheinen wirklich empfänglich für Vorschläge sein.

      Aber sie brauchen nur Hilfe.

      Seitdem haben wir hart gedacht, wie man eine sympathische Restaurierung und Wiederverwendung dieser Gebäude machen können.

      Mein Kollege hat jetzt eine wirtschaftliche technische Lösung, um den Hessischen Hof zu retten, und wir werden dies auf die Stadtverwaltung in der Woche vom 8. Februar präsentieren.

      Wir sind bereit, ein persönliches Engagement für dieses Projekt zu machen. Wir glauben, dass die beste Option sein kann, um einen Verein, der die Beteiligung der lokalen Gemeinschaft bringt erstellen. Wir sind jedoch nicht mit die Fördermittel Vergabe System in Deutschland vertraut und würde Ihr Rat oder Hilfe zu schätzen wissen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Fachwerker ()

    • Man muss vor den beiden Briten doch den Hut ziehen, dass sie sich an so eine große Aufgabe heran wagen. Vielleicht gelingt es, doch an Fördertöpfe heranzukommen, z. B. aus einem Stadtsanierungsprogramm, um die wertvollen Fachwerkhöfe noch in letzter Minute zu retten.

      Wenn ferner, z. B. örtliche Vereine, oder Einrichtungen, als künftige Nutzer zumindest eines Teils der großen Bauten, ihr Interesse meldeten, und wie schon oft in Treffurt geschehen, Handwerker und Freiwillige ehrenamtlich bei der Sanierung mitarbeiteten, vielleicht auch eine Zimmereifirma einen Teil der Zimmerarbeiten als Sachspende, ein Maurerbetrieb einen Teil der Maurerarbeiten als Sachspende einbrächte usw., könnte ich mir vorstellen, dass das große Werk doch noch gelingen könnte und am Ende alles zum Guten gewendet würde. Dies wünsche den beiden Briten und der wunderschönen, alten Stadt Treffurt von ganzem Herzen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Fachwerker schrieb:

      Wir sind bereit, ein persönliches Engagement für dieses Projekt zu machen. Wir glauben, dass die beste Option sein kann, um einen Verein, der die Beteiligung der lokalen Gemeinschaft bringt erstellen. Wir sind jedoch nicht mit die Fördermittel Vergabe System in Deutschland vertraut und würde Ihr Rat oder Hilfe zu schätzen wissen.

      In Deutschland arbeitet eine Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz. Über diese „Schiene“ erhältst Du sicher kompetente Beratung zum Thema *Fördermittel für den Hessischen Hof* (also Vermittlung von Ansprechpartnern und Kontakten), weil die sich nämlich explizit mit Treffurt und dem Hessischen Hof beschäftigt haben:

      http://www.staedtebaulicher-denkmalschutz.de/expertengruppe/ schrieb:

      Die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz ist ein vom Bundesminister fürUmwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit berufenes Gremium zur fachlichen Begleitung des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Die Expertengruppe ist interdisziplinär zusammengesetzt und besteht aus anerkannten Fachleuten, zuderen fachlichen Schwerpunkten die erhaltende Stadterneuerung und die städtebauliche Denkmalpflege zählen.[...]
      Die Expertengruppe führt regelmäßig Arbeitstreffen inausgewählten Städten durch. Dort erörtert sie die Ergebnisse und Probleme beider Erhaltung und Erneuerung historischer Bausubstanz und erarbeitetortsspezifische Handlungsempfehlungen

      Im Jahr 2014 wurde nun ein solches Arbeitstreffen in Treffurt durchgeführt. In dem zugehörigen Empfehlungstext heißt es u.a.:

      http://www.staedtebaulicher-denkmalschutz.de/service/downloads/berichte/empfehlungen-treffurt.pdf schrieb:

      Empfehlungen derExpertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz für Treffurt, Thüringen
      [Auszug]
      Die Expertengruppe empfiehlt, insbesondere die Bürgerschaft stärker in den weiterenProzess der Altstadtentwicklung einzubinden und deren Kompetenzen zu nutzen.Die Gebäude der im Eigentum der Stadt befindlichen Liegenschaft Mainzer Hof könnten zu ausgewählten Anlässen zugänglich gemacht werden. Im besten Fall erfolgt dies in bürgerschaftlicher Verantwortung, die eine Weiterentwicklung von zeitlich bzw. auf einzelne Gebäudeteile begrenzte Nutzungen zur Folge hat. Die Entwicklung der Gesamtliegenschaft ist aus immobilienwirtschaftlicher Sicht unsicher und erfordert einen langen Atem. Dies trifft auch auf den benachbarten Hessischen Hof zu, der sich nicht in städtischem Eigentum befindet. Hier sind dringend Maßnahmen zur baulichen Sicherung durchzuführen, die im Umfang durchaus sparsam seinkönnen und durch eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Objekt Zeichenfür den künftigen Umgang setzen können. Um die Akzeptanz entsprechender Maßnahmenzu erreichen, könnte ein öffentliches Werkstattgespräch mit den Eigentümern durchgeführt werden, das die Perspektiven beider Höfe thematisiert.

      Der oben schon genannte Link enthält auch Kontaktdaten:
      staedtebaulicher-denkmalschutz.de/expertengruppe/

      Hier findet man Informationen zu den einzelnen Förderprogrammen in Deutschland:
      staedtebaulicher-denkmalschutz…rderung-und-finanzierung/
      staedtebaufoerderung.info/StBa…ogramm/programm_node.html


      Tolles Projekt. Ich hoffe, Du hältst uns auf dem Laufenden.
    • Sollten alle Bemühungen scheitern, den Hessischen Hof und den Mainzer Hof in Treffurt zu retten, sehe ich noch die Alternative: Man sollte versuchen, diese beiden herausragenden Fachwerkensembles einem Freilandmuseum anzubieten. Dass sie also abgebaut, die Balken nummeriert und diese dann auf dem Gelände des Freilandmuseums vor Witterung geschützt eingelagert werden. Wenn dann, vielleicht auch erst nach Jahren, die finanziellen Mittel dafür vorhanden sind, könnten diese beiden Höfe, im Freilandmuseum mit den originalen Teilen wieder errichtet werden. Das wurde in Deutschland schon hunderte Mal so praktiziert. Die Gebäude, welche am ursprünglichen Standort für immer verloren gegangen wären, wurden auf diese Weise bewahrt.

      Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Freilandmuseen, in Thüringen ist mir aus dem Stehgreif nur das Freilandmuseum Kloster Feßra bekannt. Es mag aber noch weitere Freilandmuseen in Thüringen geben. Vielleicht käme auch das Freilandmuseum in Fladungen in der Rhön in Frage. Nehme aber an, dass das Bundesländer übergreifend nicht so einfach klappt, es sei denn Treffurt läge in der Nähe z. B. eines fränkischen Freilandmuseums. Da fällt mir gerade ein, in Tann in der Rhön gibt es ebenfalls ein Freilandmuseum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Ich weiß nicht, wie es genau um die beiden notleidenden Amtshöfe steht, aber folgende Meldungen verheißen immer noch Hoffnung.

      Mainzer Hof (Wiki)
      Im „Mainzer Hof" könnten einmal Jung und Alt gemeinsam wohnen - Thüringer Allgemeine (12/2016)

      Hessischer Hof (Wiki)
      Treppenhauskern für den „Hessischen Hof“ - Thüringer Allgemeine (06/2017)
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Bis jetzt hat sich noch nicht viel getan, der Hessische Hof ist fast komplett in Folie eingepackt. Das von außen sichtbare Fachwerk sieht aber eigentlich noch gut aus, im Inneren sind die Decken abgestützt. Sehr schön das man sich immer noch um das bedeutende und ortsbildprägende Gebäude bemüht, der Denkmalschutz hat ja schon vor Jahren einem Abriss zugestimmt.



      Beim Mainzer Hof sind die Dächer teils erneuert.




      Bilder vom 10.06.2017
    • In der Ziddelstraße 17 wurde das wahrscheinlich aus dem frühen 19. Jh. stammende Torhaus des ehem. Burgsitzes der Herren von Schwebda abgerissen und es entsteht ein Neubau.




      Das Haupthaus von 1601 wurde 2002/03 gesichert und dabei das Fachwerk im Eck- und Traufbereich erneuert. Ich weiß nicht ob das Haus im Zug des Neubaus auch saniert wird.